Freitag, 30. Juli 2010

Gezähmtes Neukölln

Gegen sinnlose Raserei gehen die Anwohner der Uthmannstraße jetzt mit eigenen Ideen vor und platzieren Autoreifen für gemäßigete Slalomfahrten.

Die Autofahrer sind davon nicht begeistert, fügen sich aber kleinmäulig in die neue Situation.

Mama guck mal

da stehen Kamele!


Und zwar auf dem ehemaligen Mauerstreifen zwischen Neukölln und Treptow.

An der Mengerzeile Ecke Harzer Straße.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Vespula

Gestern war eigentlich im wahrsten Sinne des Wortes der Stichtag für Wespen.
Jahrelange Beobachtungen und eine ausgeprägte Angst vor den Viechern, die auch stechen, wenn man sie nicht ärgert, haben mich auf den 28. Juli aufmerksam gemacht. Gibt es bis zu diesem Datum höchstens vereinzelte gelbschwarze Aufdringlinge zu sehen, so erscheinen sie ab diesem Tag auffallend in größeren Ströhmen.
Ich habe, ehrlich gesagt, seit Wochen keine Wespe gesehen, nur sehr wenige Bienen und auch die Hummeln, die sich sonst auf dem Balkon tummeln sind bis auf Ausnahmen ferngeblieben.
Kommen die Biester vielleicht auch so verspätet wie der Frühling? Also irgendwann im September?

Egal, Hauptsache, sie nerven nicht.
Was ebenfalls nicht nervt, ist der Umstand, dass man dieser Tage keine Autoscheiben freikratzen muss...



Mittwoch, 28. Juli 2010

Steinig

Und wenn die Sonne nicht mehr scheint
hilft nur noch der Sunshine-Stein.

Schön wär's. Inneres Leuchten ist ihm leider verwehrt. Kein bisschen Lumineszenz, nix phophorisierendes.
Nich mal ne Kerze brennt.

Ich hab ihn neulich beim Balkonaufräumen in einer dunklen Ecke wiedergefunden. Und da gehört er nun wahrlich nicht hin, denn am besten sieht der Stein natürlich aus, wenn er im Licht steht.

Nun darf er wieder still Sonnenstrahlen reflektieren und den Balkon aufhübschen, wie es ihm gefällt.

Dienstag, 27. Juli 2010

Um eine Million verrechnet?


Die Frage, die dieser Tage von pseudokompetenten Menschen immer wieder in Richtung Duisburg gestellt wird:
"Müssen die Sicherheitskonzepte überarbeitet werden?"
Wohl kaum, aber angewendet!
Und zwar die SICHERHEITSKONZEPTE nicht Omas Kochrezepte!


Und dann heißt es auch noch: "Die Verantwortlichen entschuldigen sich nicht, weil das gerichtliche Konsequenzen hat."
Noch mal zur Erinnerung: Die können sich nicht selbst entschuldigen, also von Schuld frei sprechen, - sie können höchstens andere darum bitten. Und in diesem Fall halte ich's für fraglich, ob man ihnen Entschuldigung gewähren kann.

Die gerichtlichen Konsequenzen kommen gewiss auch ohne.



Muttu?

Aus irgendeinem jubilarischen Grunde ist die Hasenwoche ausgerufen worden. Und Radioeins startete den Wettbewerb: "Häschenwitze für ein neues Jahrtausend"

Ich bin zwar schlecht im Merken, aber manchmal schnell beim Mitschreiben:

Hattu DVBT? Muttu trinken!
Hattu Roibush? Muttu rasieren.
Hattu Bluetooth? Muttu putzen.
Hattu Heizpilz? Muttu Salbe schmieren.

Änd se Winner is:
Hattu Migrationshintergrund? Müttü vorholen!

Und nun noch einen von Jette:
Hattu Laptop? Muttu Mittachkochen!

Und einen von Dolores:
Hattu Depri? Muttu in die Handtasche singen!
Na, den versteht wieder keiner... Grand Prix      De-pri  und "Keine Competischn ohne Handtasche!"
Dolores seufzt. Das Leben ist irgendwie zu kompliziert für Häschenwitze...

PS: Ach ja, irgendwas war da mit einem 70 Jahre alten Bugs B...


Montag, 26. Juli 2010

Gerade passiert...


... mitten in Nord-Neukölln.

Samstag, 24. Juli 2010

Kult...

"Wem das nichts ist", der Blick ruht gerade auf einem Stück ungemähter Blumenwiese, "der kann ja rüber zum kultivierteren Rosengarten gehn."

Und Zack - habe ich wieder einen Kulturbeutel im Kopf, den ich als junger Mensch mal in Zivilistionsbeutel umtaufte, denn mit Kultur hatte er in meinen Augen nicht viel zu tun, aber - das wird mir nun klar: mit Kultiviertheit.
Genauso wie die Kultivierung erfordert auch jene eine straffe Ordnung und klare Signale, sonst wird aus dem jungen Gemüse kein ordentliches und vergleichbares Zuchtergebnis.
Und ohne Kulturbeutel schmaddern Schampoo, Brisk und Zahnpasta einfach im Koffer durcheinander! Richtiger: Ohne Kultiviertheitsbeutel.

Die kultivierte Frau ist elegant und modisch, trug lange Zeit ihr Haar blondiert und dauergewellt und das geblümte Kleid überknielang. Sie roch  nach 4711, trank Klosterfrau-Melissengeist, war nach Möglichkeit gebildet, und spricht aber auch heute nur, wenn sie gefragt wird. Sie neigt zur körperlichen Schwäche, da ihr Geist ständig mit irgendwas beschäftigt ist, worüber sie sich nicht aufregen möchte.

Heute macht man kein Geheimnis mehr daraus, dass ein ausreichender Bildungsstand nicht zwingend Intelligenz und Klugheit voraussetzt (und umgekehrt), wohl deshalb waren und sind die beiden auch keine Bedingung für Kultiviertheit, sondern gegebenenfalls als weitere Eigenschaften hinzugefügt.

Gibt es offizielle Definitionen, zu dem was Kultiviertheit ausmacht? Natürlich je nach Kulturkreis anders - aber wie?

volle Packung
Auf meiner ziemlich erfolglosen Suche nach Hinweisen bin ich auch auf "Salsa-Gigolo" Ralf gestoßen, der sich stundenweise ausschließlich an "kultivierte Frauen" verleiht. Das gehört dann also auch dazu.

Als Zeichen von damenhafter Kultiviertheit in Moskau und Petersburg (und natürlich nicht nur dort) galt es, sich nicht mehr selbst ums Kind zu kümmern (können), sondern dies einer Amme zu überlassen. Die Autorin des hier verlinkten Buches bezeichnet dies unverblümt als Zivilisationsschaden.

Und nun noch ein paar Zitate zur Erhellung:
"Die schöne, kultivierte Frau fühlt sich fremd in der urwüchsigen Landschaft"
"sie ist eine sehr kultivierte Frau, spricht immer sehr akademisch"
"...sehr schöne und kultivierte Frau. Vergleichbares findet man sonst nur im hochpreisigen Escort Bereich."
"Meine Mutter war eine kultivierte Frau, sie lallte nicht, hatte keinen Schluckauf und konnte stets ihren Lidstrich in korrekter Art und Weise nachziehen. (Hier weiterlesen)"


PS: Und was ist jetzt eigentlich Kultur?
Etymologisch entstammt das lateinische Wort colere der indogermanischen Wurzel kuel-  für „[sich] drehen, [sich] wenden“, so dass die ursprüngliche Bedeutung wohl im Sinne von „emsig beschäftigt sein“ zu suchen ist.
Oder im Sinne von einem wildwüchsigem Durcheinander?

Ja!