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Donnerstag, 16. Juni 2016

Wundertüte


Das Wetter werde in dieser Woche in Berlin und Brandenburg wie eine "Wunderdose", sagte irgendein Wettersprecher am Wochenende vorraus. Er wollte sich in keiner Richtung festlegen, auch nicht auf Teilgebieten wie Temperatur, Windstärke oder Gewitterneigung.
Feigling!
In Hamburg begann das kühle Durcheinander schon vergangenen Dienstag in Form eines Tornados, während ich mich gerade zum Bombenkratergucken, Trottellummen- und Basstölpelstreicheln auf dem sonnenüberfluteten Helgoland verabredet hatte.

Schafskälte. Seit einigen Tagen nun auch hier.
Eine kühle Woche, die immer irgendwann zwischen dem 5. und 20. Juni in Aktion tritt. Vor der man die Schafe möglichst nicht scheren sollte, weil sie sonst leicht erfrieren könnte.
Deshalb war ich dann auch noch Schafegucken.
Ob alle noch warm angezogen sind.
Warn sie nicht.

Nicht alle.

Zurück zur "Wunderdose":
Es heißt "Wundertüte"!
Tüte!
Tüte!
Tüte!
... auch wenn ... (egal...)
Tüte!
Tüte!
Tüte!
...daaa sind die Überraschungen drin!

Zum Beispiel ein Wasserballett.
Im strömenden Regen?

Mittwoch, 20. April 2016

Kreative Pause?


Vielleicht auch.

Aber zuvörderst (schönes Wort!) handelt es sich um eine leicht verkrampfte Schreibhemmung aufgrund sprachloser Erschütterungen über die Dinge, die um uns herum nun wirklich immer näher einschlagen. Ob es nun die (mitangezettelten und zumindest) mit Waffenlieferungen unterstützten Kriege sind, deren aktuelle Folgen in Form von heimatlosen Flüchlingen niemand verantworten will, - den Zündlern im eigenen Land, die sich durch die Situation immer sicherer fühlen, das Aufkeimen rechtsnationalen Gedankenguts, ihrer Freunde in den Nachbarländern und - den Selbsmordattentätern (noch "nur") drumherum, bis hin zur Merkel-Erdogan-Liaison mit ihren haarsträubenden Folgen auf den verschiedensten Ebenen...

Mir ist (hoffentlich nur vorübergehend) vor allem die Phantasie vergangen, an dieser Stelle locker rumzufrotzeln oder mich sonst kritisch zu irgendwas zu äußern. Ich bin (leider) keine gelernte Satirikerin und ständig mit meinen schlichten Worten zu wiederholen, was andere andere viel, viel treffender und schneller zu formulieren wissen, wird genauso langweilig, wie die Lückenfüller in Form von Eisblumen oder Fuchskinderfotos.

Oder eine Nebelkrähe (Corvus corone) mit Rückenwind auf Nachbarhausschornstein:



Aber das heißt nicht, dass ich schriftlich völlig untätig war, zuletzt entstand dieses hübsche Gedicht:

Heißgeliebter Erogan,
schau Böhmi nicht so böse an!
Er hat den Deutschen was erklärt,
das leider deinen Zorn genährt.

Ein Scheinangriff, eine Chimäre
biss deinen Stolz und deine Ehre.
doch statt die Wunde wegzuputzen
weißt du den Angriff wohl zu nutzen...

Denn du bist groß und schön und mächtig,
so stolz und dein Palast so prächtig!
Du liebst dein Volk wohlwollend huld,
regierst mit gütiger Geduld.

Du Lichtgestalt, so strahlend hell,
ich liebe dich, bei meiner Seel!


Na ja. Das war jetzt nicht so der Knaller, aber wat raus muss, muss raus! Ansonsten gibt's noch folgendes:

Am 30. 4. findet die vorerst letzte Aufführung von "Hotel Rixdorf" (Wiederaufnahme  im Herbst ist vorgesehen) im "Theater Hotel Rixdorf" am Böhmischen Platz statt und das neue Stück "M41", Premiere am 13./14. Mai brummt am Start. Weitere Infos und Kommentarmöglichkeiten auf der öffentlichen Facebookseite.

Viel Spaß!


Sonntag, 22. November 2015

Fernwärme


Gerade eben: Ich öffne die Balkontür und sehe als erstes fünf rauchende Kraftwerks-Schornsteine.
Ich habe das Gefühl, das werden jedes Jahr mehr. Warum wird denn da so heftig geheizt? Haben wir plötzlich 20° minus? Ich atme ein. Nö. Dann fällt mein Blick auf's naheliegende, die düsteren Konturen auf dem Balkon. Die sind ja gar nicht so düster wie sonst - es hat geschneit! Oder gematscht.



Wegen der langen Belichtungszeit und meinem chronischem Stativmangel ist das Bild natürlich einigermaßen verwackelt...

Für die Flüchtlinge am "LaGeSo", die morgen einen Termin haben, heißt es: durchhalten und im Schneematsch übernachten. Die Wärme bleibt fern.
Ich wünsche ihnen allen viel Kraft und Hilfe und Glück für eine friedliche Zukunft!


Mittwoch, 30. September 2015

SM-Dialog


"Machst Du auch SM?"
"Hä?"
"Na SM?"
"Spinnst du?!"
"Man ey, soziale Medien!"

Wenn das letzte Wort dann auch noch wie "Mädchen" klingt, ist wirklich alles klar...

PS: Heute ist internationaler Tag der Übersetzung

Montag, 14. September 2015

Karriere




Karriereberater machen manchmal seltsame Vorschläge.
Doch wer es ernst meint mit der eigenen Zukunft, sollte sehr vorsichtig sein mit "einen Schritt weiter gehen".
Vor allem, wenn der Zug gleich einfährt.
Dann könnte es mit der Zukunft, selbst als Zugführer schnell zu spät sein.

Psssst, ich hab noch ein paar Ns zu verkaufen.


Dienstag, 25. August 2015

Mehr Farbe!


Manche setzen eine rosarote Brille auf, andere malen sich den Rasen grün...
Und bestimmt ist jemand dabei, der beides tut.

Ja, auch wenn's die Tage kräftig geregnet hat, so war der Sommer doch etwas sehr trocken.
Und heiß.
Nicht nur hier bei uns.
Eine alte Bauernregel - soweit die überhaupt noch gelten können - besagt, dass auf einen heißen Sommer ein sehr kalter Winter folge.
Und umgekehrt.
Wäre das tatsächlich immer so, würde man aus diesem Heiß-Kalt nie rauskommen, weil das ja ein Art Zwickmühle wäre. (Ein Satz, der mit "wäre" beginnt und mit "wäre" endet - großartig!)
Aber ich bin gespannt.

Auf meinem Balkon ist trotz fleißiger Wässerung vieles verdorrt, oder gar nicht erst richtig gediehen. So traurig sahen die Blumenkästen und -töpfe noch nie aus. Ich wünsche mir einen Kalifornier mit grüner Spritzpistole her, Blüten und Früchte bastel ich dann selbst...

Gegenüber steht die große Eiche, leuchtend grün. Das typische "Klack-klack", das um diese Zeit schon längst den Herbst eingeläutet hat, wenn die Eicheln aufs Schulkapellendach fallen, blieb bislang aus. Hat der Baum in diesem Jahr keine Früchte ausgebildet? Ein Blick durch das Teleobjektiv hilft auch nicht, denn es ist einfach zu schlecht, als dass man damit auf diese Entfernung unreife Eicheln entdecken könnte.
Ich muss mir endlich mal ein ordentliches Fernglas anschaffen. Oder ein schickes Opernglas?


Noch mehr Farbe gibt's hier: Jette will mehr Farbe

Donnerstag, 13. August 2015

Schwitzen wie ein Schwein




Und da ist er mal wieder, der Satz des Tages:
"Das Meer hat keine Probleme mit Achselnässe."

Die Pappel und der Ziegelstein auch nicht.
Ich dagegen bin dieser Tage so dauernass, wie schon lange nicht mehr. Die Haut an den Fingerspitzen wellt sich auf wie nach zu langem Baden.

Schweiß, Schweiz, schwitz, swisse, Schwyz...  Wieso heißt die Schweiz wie sie heißt?
Zitat von tell.ch:

Wo der Name Schwyz herkommt,(...) Die Ortschaft wurde erstmals 972 unter dem Namen "Suittes" erwähnt. Der Sage nach, war „Suit", oder „Suito" der Führer einer allemanischen Sippe, die sich in der Gegend niedergelassen hatte.

Und woher kommt der Schweiß - außer aus Achsel, Stirn und ...?

Schweiß
der Ausdruck lässt sich über mhd. sweiz, ahd. sweiz auf westgerm. *swaita– „Schweiß“ zurückführen; Quelle ist die idg. Wurzel *swoid– „schwitzen“, die sich auch in lat. sudor „Schweiß“ und griech. hĩdos „Schweiß“ nachweisen lässt; gehört zum Verbstamm von → schwitzen; seit mittelhochdeutscher Zeit wird Schweiß auch im Sinne von „Tierblut“ in der deutschen Weidmannssprache verwendet.

Nun liebäugle ich besonders mit zwei Möglichkeiten, auf die der Name des Sippenchefs zurückgehen könnte. Die eine hat was mit Jägersprache (s.o.) und dem dazugehörigen Schweiß bei erfolgreichen Jagden (auch auf Wildschweine) zu tun und die andere was mit Schwaben/Suebi (Alemannen) und der erforschten Herkunft aus Elbgermanien samt dem dort befindlichen Fluss Swine... - am Ende liefe es vielleicht aufs Selbe hinaus:

Schwein
die Bezeichnung des Tieres geht über mhd. swin, ahd. swin auf germ. *swina– „Schwein“ zurück, das sich auch in altengl. swin und altfrz. swin bezeugen lässt 
Zurück zu den Wurzeln!
So erklärt sich vielleicht auch ein möglicher Grund, warum die Schwaben so gerne nach Berlin ziehen (neben dem sprichwörtlichen Sparsamkeitswahn).


Man weiß es nicht.

Montag, 3. August 2015

Null-Acht-Fuffzehn-Hinweise


08/15 ist die ordentlich durchnummerierte Bezeichnung des diesjährigen Augusts und auch wenn's dieser Tage wieder ungewohnt hochsommerlich ist, so kommt uns die Weihnachtsgeschenkplanung unaufhaltsam entgegen.

Nehmen Sie Ihren kompletten Jahresurlaub auf einmal, das entspannt.

Gehen Sie Beeren pflücken.

Legen Sie eine alte Platte auf und tanzen Sie in der Küche oder auf dem Balkon.

Wenn sie Sie irgendwann ein Einschreiben (gegen Unterschrift!) aus China bekommen, wundern Sie sich nicht. Die Chinesen versenden die gewöhnlichsten Dinge per Einschreiben. Wahrscheinlich würden die Sachen sonst auch nicht erst nach zwei Monaten, sondern vermutlich niemals hier ankommen.

Basteln Sie sich ein schwarzes Loch und werfen Sie alles hinein, was Sie nie wieder sehen wollen. Nur nicht das chinesische Einschreiben.

Falls die Hitze noch mehr steigt, halten Sie feuchte Umschläge (keine Eispakete!) für Nacken, Hand- und Fußgelenke bereit. Verdunstungskälte kann Wunder wirken.

Gönnen Sie sich einen spaßigen Abend in der wiedererwachten Kultur der Autokinos.
Der Film ist egal.

Achten Sie auf Ihre Nachbarn!

Erklären Sie einem Kind das Prinzip der Verdunstungskälte.

Sehen Sie sich ein paar lustige Katzenvideos an und dann treffen Sie sich gutgelaunt mit jemandem, den Sie schon längst mal besser kennenlernen wollten.


Viel Spaß!

Montag, 27. Juli 2015

Serviervorschläge


Der Vermerk "Serviervorschlag" auf Lebensmittelverpackungen könnte auf leckere Ideen verweisen (wie von alters her auf fast jeder Packung von Backzutaten). Vor allem soll er aber den Produzenten vor eventuellen Klagen schützen, weil sich nicht exakt das in der Tüte befindet, was draußen abgebildet wurde, egal ob es sich dabei um das lustige Mädel neben dem Käsestück handelt oder den hübschen Teller unter der Buchstabensuppe.
Der oft aber nur versehentlich vermerkte "Serviervorschlag" kann aber natürlich auch elegant über den tatsächlichen Inhalt hinwegtäuschen oder aber völlig gaga sein. Nämlich dann, wenn man ihn besser mit "freie Illustration" oder "eine Zutat" bezeichnen sollte.
Menschen, die aus eigener Appetit- oder Fantasielosigkeit gerne den Serviervorschlägen folgen möchten, könnten sonst sehr bald in Schwierigkeiten kommen.
Denn wie man zum Servieren laut Vorschlag das Tomatenmark wieder zu ganzen Tomaten zusammensetzt und wieviel Joghurt man kaufen muss, damit man die darin enthaltenen Fitzelchen zu ganzen Früchten verpuzzeln kann, verraten die Hersteller nicht. Auch würde ich gerne mein Heringsfilet in Tomatensoße gerne auch makellos weiß neben derselben servieren, aber es will einfach nicht gelingen...

Den interessantesten Serviervorschlag dieser Woche fand ich auf einem Fläschchen: drei Pistazien an fünf Tropfen Öl. Ich werde ein paar Gäste einladen und dann bin ich mal gespannt, wie's schmeckt!

Viele Hersteller scheinen aber auch (noch) keine Angst vor irgendwelchen hirnrissigen Klagen (american style?) zu haben. Bei den in meiner Küche aktuell anwesenden Artikeln mit Abbildung hält es sich ungefähr die Waage. Also besteht vielleicht noch Hoffnung.


PS: Meine lieben Kätzchen werden hoffentlich nicht demnächst die Petersilie bemängeln, die auf der Dose so appetitlich zum Futter drapiert, aber nicht als Vorschlag gekennzeichnet wurde!

Dienstag, 30. Juni 2015

Marmelade - Konfitüre


Heute wieder ein eurozonales Luxusthema:

Marmelade (abgeleitet vom portugiesischen Wort für Quitte "marmelo") besteht per EU-Definition ausschließlich aus Zitrusfrüchten. Da frage ich mich natürlich spontan (SPONTAN!) - seit wann eine Quitte irgendwas mit Zitrusfrüchten zu tun haben könnte.
EU hin - EU her - was für'n Quatsch macht ihr da?
Und warum heißt Erdbeermarmelade trotzdem nach wie vor Erdbeermarmelade?
"Dit heißt Konfitüre!" höre ich die Aufschreie, "Kon-fi-tüüüüüre!"
Mach die Tüüüre zu, et zieht.
Jenau.
Weil's zieht.
Die ganze gewöhnliche Marmelade heißt Konfitüre, weil's so schön französisch klingt, - det zieht.
Und Orangenkonfitüre heißt Marmelade, weil: die ist ja sowieso exklusiv.

Icke jedenfalls freue mich auf die ersten leckeren Marmeladen (regionale Ausnahmebezeichnungen sind möglich!), die die Rixdorfer wieder für alle kochen werden (Mit der Erdbeerernte hat's gerade nicht geklappt, aber Erdbeermarmelade mag ich sowieso nicht sonderlich).
Der Holunder wird bestimmt lecker!



Donnerstag, 16. April 2015

Keine Schreckensmeldung


Komisch, ich habe das Gefühl, dass zur Zeit die täglichen Horrormeldungen (abgesehen vom brennenden Flüchlingsheim) ausbleiben. Kein weiterer Flugzeugabsturz, kein neuer Seuchenausbruch, keine Flut, kein Orkan, kein weiterer Kriegsausbruch, keine Rücktritte, kein Dioxin in Ostereiern, heimliches Schweinefett in Veganerkeksen, keine Menschenfresser, Massenmörder oder Kinderpornoangucker.
Irgendwie habe ich ja schon eine gewisse Erwartungshaltung eingenommen.
Stattdessen einfach nur Frühling.
Was ist los, ihr Medien, die ihr euch der Informationsverbreitung verpflichtet habt?
Ihr nehmt euch Zeit zum Erinnern an vergangene Horrormeldungen, wie zum Beispiel die inzwischen tausendfachen Mädchenentführungen der unsäglichen Boko Haram-Terroristen. Irgendwo in oder um Nordnigeria dürfen sie sich jetzt mit schweren Waffen und/oder gewalttätigen fremden Männern rumschlagen (lassen), um den "wahren Islam" ihrer Anführer gegen westliche Bildung zu verteidigen, wenn sie das Umerziehungslager überhaupt überleben.
"Wir können da gar nichts machen, wir wissen doch gar nicht, wo wir die Mädchen suchen sollen", meint der neue nigerianische Präsident Muhammadu Buhari und hat damit vermutlich Recht.
Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich Boko Haram und die IS-Terroristen angeblich seit? in Kooperationsverhandlungen befinden... Dadurch würde sich das Suchgebiet gleich ziemlich extrem erweitern: bis zum Iran und dem Jemen.

Hier nochmal zur Erinnerung die Karte des 5-Jahres-Plans der IS vom letzten Sommer. Nun habe ich aber tatsächlich noch einen anderen 5-Jahres-Plan gefunden, auch vom letzten Sommer, in dem Europa , insbesondere Portugal, Spanien, der gesamte Balkan und die Krim(!) NICHT (wie im ersten Plan) betroffen sind, dafür geht die Landnahme in der anderen Richtung bis vor die Strände Australiens.


Ist die Karte speziell für ängstliche Europäer, damit sie sich in Sicherheit und Frieden fühlen können?
Und die andere für China, Australien & Co?



Ach, "grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum".



Freitag, 13. Februar 2015

Ene mene...


Auf der Suche nach Abzählreimen, die mit "ene mene" anfangen, stieß ich recht zügig auf diese vier:

    Ene mene mopel,
    wer frisst Popel,
    süß und saftig,
    für eine Mark und achtzig,
    für eine Mark und zehn
    und du darfst gehn. Niedersachsen

    Ene mene micken macken,
    eene Fru, de kunn nich kacken,
    nimmt ’n Stock,
    bohrt ’n Loch,
    schit ’n halben Heringskopp. Ostfriesland

    Ene mene mink mank pink pank
    ene mene acke backe eia peia weg. Berlin

    Ene mene titschn tatschn
    ene in die Fresse klatschn
    ene noch dazu
    und raus bist du. Sachsen

Für alle vier Variationen gab es Herkunftsangaben (ich hab sie versteckt hinter der jeweils letzten Zeile).


Beachte: Nur weil der "in die Fresse klatschen"-Reim den Sachsen zugeordnet wurde, darf man aber nicht davon ausgehen, das der Sachse ansich durch die frühe Sozialisation mit solch alten Kinderreimen ein natürlicheres Verhältnis zur Gewalt gegen Mitmenschen entwickelt hat, als die Einwohner anderer deutscher Gegenden.

Ah, und hier noch eine vermutlich bairische Variante:

    Ene mene mackel
    die Sau treibts mit dem Dackel
    ene mene muh
    und raus bist du.

...oder umgekehrt:

Freitag, 19. Dezember 2014

Die neue Rentnermaut


Ab 1. Februar 2015 soll in ausgesuchten Kleinstädten (s.u.) unabhängig von der Planung einer allgemeinen PKW-Maut eine Rentner-Maut getestet werden.  

Rentner halten zunehmend den fließenden Verkehr auf. Dieser Erkenntnis liegt u.a. der demografische Wandel zugrunde, der sich besonders in Kleinstädten mit idyllischer Lage und in den Vorstadtgebieten größerer Metropolen nachweisen lässt.

Rentner als Verkehrsteilnehmer welcher Art auch immer haben die Neigung, den durch ausgeklügelte Ampelschaltungssysteme erzeugten gleichmäßigen Verkehrsfluss nachhaltig zu stören oder sogar aufzuhalten. Das liegt zum Teil an häufiger auftretender Demenz, wie auch der ganz bewussten Ignoranz gegenüber dem zunehmenden Tempo des allgemeinen Weltgeschehens.

Verminderte körperliche Fähigkeiten spielen auch eine nicht unerhebliche Rolle, da sich nach wie vor nur ein kleiner Teil der betroffenen Bevölkerungsgruppe nachweislich ausreichend sportlichen Betätigungen widmet, um bis zum Ende des zu erwartenden Lebensalters fit genug für die täglichen Herausforderungen zu sein.

So kommt es immer wieder zu unerträglichen Störungen des Straßenverkehrs, weil die raffiniert programmierten Lichtanlagen zu häufig sinnlos erscheinen. Nun soll durch die neue zukünftige Zwangsabgabe ab dem Tag des Altersrenteneintritts dazu beitragen, Möglichkeiten zu erforschen und Techniken zu entwickeln, Rentner zuverlässig von der Straße fernzuhalten.

"Damit schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche", äußerte der Sprecher einer von Dobrinth, Gröhe und Schwesig extra ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft, Hans Schneiderlein in einem Interview, "einerseits machen dann die Verkehrssteuerungsanlagen wieder erkennbaren Sinn, des weiteren stören senil herumtatternde Greise nicht mehr die jung-dynamische Ausstrahlung unsere Stadtbilder und nicht zuletzt: fitte Rentner werden so lange als irgend möglich produktive Wirtschaftsfaktoren darstellen, statt den Rentenkassen auf der Tasche zu liegen."

Möglicherweise erübrigt die Rentner-Maut sogar die stark in Kritik geratene Ausländer-Maut (neu: "Infrastrukturabgabe"), da die Zahl verkehrsunfähiger Greise schon in wenigen Jahren so immens ansteigen wird, dass die Gruppe der zu taxierenden Ausländer dagegen "einen Klacks" darstellt. Bairische und thüringische Vertreter in der Arbeitsgruppe diskutieren außerdem, ob ausländische Rentner und vor allem Flüchtlingsrentner möglicherweise eine höhere Maut zahlen sollten, wenn sie das Wort "Infrastrukturabgabe" nicht akzentfrei aussprechen können.

Wo und wie lange wird die Rentner-Maut getestet? Für den Rentner-Maut-Test, der sechs Monate bis zum 31. Juli dauern soll, wurden per Losverfahren alle deutschen Kleinstädte mit Lu am Anfang und einer Einwohnerzahl zwischen 18000 und 20000 bestimmt.



Dienstag, 16. Dezember 2014

Penner



 Kiek mal an, da liechta und da pennta
Drückt nebenbei im Traum uff Enta
und hat ma schnelln Brief vaschickt
an meen Chef, ick werd varückt!

Der vasteht keen Spaß, keen Scherz
und schon ja nich hattan Herz,
nich für mir und nich fürn Kater -
Haleluja, meen lieba Vata!

Jetz werdick wohl jekündicht wern.
Wie sollick dem wohl dit aklärn,
dass dit Bild vom Hundeschiss
nich für ihn jedacht jewesn is.

Dit jibtn Nachspiel, liebet Tier,
dit tut ma leid, eens sagick dir:
Ab jetz kannst du arbeten jehn
und jedn morgn früh uffstehn!

Schlepp selbst dein Zeuch die Treppe ruff,
mach dir die Dosen selba uff!
Entsorg mal schön dein' Katzendreck
und sauch dein Felljefussel weg.

Ick leg ma denn solange hin,
träum uffn Sofa für mich hin 
und lass ma von dir kraulen.
Ein Hoch auf die Glückseligkeit 
                                         und die Jelassenheit der Faulen!



Donnerstag, 27. November 2014

Vogelgrippe


...und was wird aus der Weihnachtsgans? Dem Putenbraten (der wieder größer als die Backröhre sein wird), den Rebhühnchen und den Wachtelbrüsten in Gelee mit Eintagskükenschaum??? Können wir ja dann alles nicht mehr essen!
Ey Leute, dat Ding heißt VOGELgrippe, nicht Vogelwahn, Vogelpest und auch nicht Vogel-Ebola. Jetzt lasst euch doch von den Nachrichten und dummen Gerüchten nicht ständig von einer Panik in die nächste treiben! Auf das Federviehmenü kann man ja trotzdem aus anderen Gründen mal verzichten, aber nicht wegen Grippe - apropos:

Hast du Grippe oder Schnupfen
musst du dir ein Hühnchen rupfen!

...Suppenkaspers Antigrippe-Hühnersuppe am letzten Samstag war auch wieder ziemlich lecker!




Montag, 17. November 2014

Mal was ausprobieren...


...und - oh, Überraschung! - was kommt dabei raus?
Kryptische Lichtspiele unter meinem Schreibtisch:



Mal was ausprobieren!

Montag, 10. November 2014

Hobbytiere


Wenn man Nutzvieh und Haustiere davon abhält, ihrer eigentlichen Berufung nachzugehen, wie die wirtschaftlich profitable Fleisch-, Woll, Eier, Leder- oder Milchproduktion, den Wach-, Spür- oder Mäusefangdienst, mutieren sie zum Hobbytier. "Hobbytier" ist eins der schrägsten Wörter, das mir dieser Tage zu Ohren kam, passt aber gut in die heutige Zeit, in der Videos leihen, essen, telefonieren, simsen und Freunde liken in der Liste der beliebtesten Hobbies weit oben stehen.
"Was machst du gerade?"
"Ich spiele meinem Hobbytier das neue Album von Beyoncé vor und warte auf den Pizzadienst".

Wenn also die Eidechse im Terrarium später einmal Teil eines exotischen Menüs werden soll, ist sie ein Nutztier, - wenn nicht, ist sie ein Hobbytier.
Alles klar?


Donnerstag, 6. November 2014

Jeden Herbst aufs Neue...


...wenn sich die gemeinen Drosophila-Fliegen sinnlos vermehren und über herumliegendes Obst und den Mülleimer hermachen, erinnere ich mich an eine uralte Folge einer uralten deutschen Fernsehserie: Das blaue Palais.
Seit diesem Jahr bevorzugen sie (jedenfalls in meiner Küche) Reste von Katzenfutter (!) bevor sie sich nach Obst oder - wenn's denn sein muss - auch nach Gemüse umsehen.
Habe ich fleischfressende Mutationen?
Wird Katzenfutter durch Obstessig gezogen, bevor es in die Dosen kommt?
Das Leben (für die staunenden Salafisten: Allah) hat noch viele Überraschungen in petto!

Den ganzen Film konnte man mal bei einem bekannten Videokanal ansehen, aber - vermutlich, weil die Serie relativ frisch auf DVD gebrannt wurde - ist sie dort wieder rausgeflogen.
Hier jedoch (wenn auch in katastrophaler Qualität) die entscheidenen letzten drei Minuten der Folge "Unsterblichkeit", so eine Art Pointe, die sich tief in mein damals noch junges Herz gebrannt hat...


Funktioniert nicht? Keine Ahnung, warum.

Montag, 3. November 2014

Huch!


Da ist ja schon wieder über eine Woche vergangen und ich konnte mich gar nicht entscheiden, was ich zuerst schreiben wollte...
• Vorschläge für Pistolenuschis "Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr - Bundeswehr-Attraktivitätssteigerungs-gesetz/BwAttraktStG"
• über die sehr leckere diesjährige Rixdorfer Honigernte
• neues aus dem "Central Rixdorf"
• einen Abgesang auf Wowi
• Maßnahmen gegen einen Dialekt-Dialektik-Tick
• eine Liste staatlich organisierter sinnfreier Tätigkeiten für Arbeitslose, um sie aus der Statistik zu streichen

 ... das alles und noch viel mehr spukte dieser Tage durch meinen Kopf und keine Ruhe zum Schreiben. Müssen andere machen.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Dunkel

Nächste Woche um die Zeit ist es dunkler als vorher.
Als bei Sommerzeit.
Und drinnen dunkler als draußen*.
Aber vor allem: als vorm Sonnenuntergang!
Da isses heller.
Und früher.
Früher als später.
Als vorher.
Nee, nachher.
Auf jeden Fall ist der halbe Herbst schon bald wieder vorbei.
Abgesehen von der Sommerzeit.
Die ist länger.
Sieben Monate Sommer,
fünf Monate Winter.
Beziehungsweise: normal.


*) bei allen, die gestern ihre Glühbirnen verbastelt haben, ohne für Ersatz zu sorgen.