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Montag, 23. Mai 2016

Qualitätskontrolle


In unserem Zucht- und Pflegebetrieb werden die Erdbeeren von der Blüte bis zur Ernte durch ein spezielles Qualitätskontrollprogramm überwacht. Für jede Staude wird eigens ausgebildetes Personal angestellt. So werden durch intensive Einzelbetreuung die besten Bedingungen für vollsüße, saftige und große Früchtchen gewährleistet.



Im Moment sieht's allerdings noch ziemlich mau aus...

Montag, 27. Juli 2015

Serviervorschläge


Der Vermerk "Serviervorschlag" auf Lebensmittelverpackungen könnte auf leckere Ideen verweisen (wie von alters her auf fast jeder Packung von Backzutaten). Vor allem soll er aber den Produzenten vor eventuellen Klagen schützen, weil sich nicht exakt das in der Tüte befindet, was draußen abgebildet wurde, egal ob es sich dabei um das lustige Mädel neben dem Käsestück handelt oder den hübschen Teller unter der Buchstabensuppe.
Der oft aber nur versehentlich vermerkte "Serviervorschlag" kann aber natürlich auch elegant über den tatsächlichen Inhalt hinwegtäuschen oder aber völlig gaga sein. Nämlich dann, wenn man ihn besser mit "freie Illustration" oder "eine Zutat" bezeichnen sollte.
Menschen, die aus eigener Appetit- oder Fantasielosigkeit gerne den Serviervorschlägen folgen möchten, könnten sonst sehr bald in Schwierigkeiten kommen.
Denn wie man zum Servieren laut Vorschlag das Tomatenmark wieder zu ganzen Tomaten zusammensetzt und wieviel Joghurt man kaufen muss, damit man die darin enthaltenen Fitzelchen zu ganzen Früchten verpuzzeln kann, verraten die Hersteller nicht. Auch würde ich gerne mein Heringsfilet in Tomatensoße gerne auch makellos weiß neben derselben servieren, aber es will einfach nicht gelingen...

Den interessantesten Serviervorschlag dieser Woche fand ich auf einem Fläschchen: drei Pistazien an fünf Tropfen Öl. Ich werde ein paar Gäste einladen und dann bin ich mal gespannt, wie's schmeckt!

Viele Hersteller scheinen aber auch (noch) keine Angst vor irgendwelchen hirnrissigen Klagen (american style?) zu haben. Bei den in meiner Küche aktuell anwesenden Artikeln mit Abbildung hält es sich ungefähr die Waage. Also besteht vielleicht noch Hoffnung.


PS: Meine lieben Kätzchen werden hoffentlich nicht demnächst die Petersilie bemängeln, die auf der Dose so appetitlich zum Futter drapiert, aber nicht als Vorschlag gekennzeichnet wurde!

Dienstag, 30. Juni 2015

Marmelade - Konfitüre


Heute wieder ein eurozonales Luxusthema:

Marmelade (abgeleitet vom portugiesischen Wort für Quitte "marmelo") besteht per EU-Definition ausschließlich aus Zitrusfrüchten. Da frage ich mich natürlich spontan (SPONTAN!) - seit wann eine Quitte irgendwas mit Zitrusfrüchten zu tun haben könnte.
EU hin - EU her - was für'n Quatsch macht ihr da?
Und warum heißt Erdbeermarmelade trotzdem nach wie vor Erdbeermarmelade?
"Dit heißt Konfitüre!" höre ich die Aufschreie, "Kon-fi-tüüüüüre!"
Mach die Tüüüre zu, et zieht.
Jenau.
Weil's zieht.
Die ganze gewöhnliche Marmelade heißt Konfitüre, weil's so schön französisch klingt, - det zieht.
Und Orangenkonfitüre heißt Marmelade, weil: die ist ja sowieso exklusiv.

Icke jedenfalls freue mich auf die ersten leckeren Marmeladen (regionale Ausnahmebezeichnungen sind möglich!), die die Rixdorfer wieder für alle kochen werden (Mit der Erdbeerernte hat's gerade nicht geklappt, aber Erdbeermarmelade mag ich sowieso nicht sonderlich).
Der Holunder wird bestimmt lecker!



Dienstag, 21. April 2015

Mauerpicker




Bei den Sperlings im Mauerloch ist schon wieder mächtig was los. Drei hungrige Mäuler hab ich schemenhaft im Hintergrund gesehen. Pappa Spatz hat gerade einen dicken Wurm angeliefert.
In diesem Jahr scheint auch der Wetterschutz aus Plastikfolie nicht nötig zu sein. Nebenan entsteht jetzt auch noch ein  Erweiterungsbau, der erste kleine Durchbruch ist schon gelungen. Mal sehen, wie lange die Bauzeit dauert!
Die Nachbarn auf der anderen Seite, im hinterhöfischen Einfamilienhaus haben sich inzwischen mit undurchsichtigen hohen Zäunen samt Thujahecke abgeschottet.
Das lässt natürlich auch Pappa Spatz staunen, weshalb er in ausreichender Höhe Ausschau hält, ob es ratsam ist, die ersten Flugstunden der Spatzenkinder über jenes Sperrgebiet zu lenken. Man weiß ja nie, mit welchen Überraschungen man rechnen muss!


Samstag, 4. April 2015

KAR-


-samstag mit Sonne, Schneegraupel (bei Sonne!), Blitzeinkauf,
-toffelsuppe,                                 Nachtisch                                         und Eilegung:



Sonntag, 1. Februar 2015

Von Charles Dickens...


...zu den Geheimnissen der Hühnerzucht.

Charles Dickens und Hühnerzucht hatten vermutlich gar nichts miteinander zu tun. Wenn man allerdings über einen (im Deutschen) nicht gut funktionierenden, aber ins Drehbuch geschriebenen (Wortspiel-)Versprecher stolpert, der Matilda in dem ansonsten rundrum sehr hübschen Film "Matilda" ihrer Lehrerin gegenüber passiert, als sie erklärt, dass sie am liebsten "Dark Chicken, äääh, Charles Dickens" lese, dann klopft mal wieder ein Stichwort an meine Hirnrinde, das mir keine Ruhe lässt, bis ich nachgesehen habe, was für düstere Hühnchen wohl im Internet herumgeistern.
Und siehe da: Wieder was dazu gelernt!

asiatische Seidenhuhnsuppe

Die Haut der Seidenhühner ist so pechschwarz, dass die Keulen auch in der Pfanne nicht braun werden können. Sie sind aus dem fernen Ostasien eingewandert und haben türkisfarbene Ohren. Und wer im Hühnerunterricht aufgepasst hat, denkt nun bestimmt: Dann legen die ja auch türkisfarbene Eier!
Tja, jede Regel hat ihre Ausnahmen, denn die Eier gewöhnlicher Seidenhühner sind hell-cremefarben. Für das Legen von grünlich-türkisfarbenen Eiern sind offenbar Araucana-Hühner zuständig, an denen ich kein Bau, Lila, Grün, Türkis oder ähnliches am Ohrläppchen entdecken konnte, weil sie dicke Federpuschel vor den Ohren haben, die alles verstecken. Ob die Araucanas dasselbe wie oder eine Unterrasse der Seidenhühner sind oder was ganz anderes - keine Ahnung. Hier stößt man als Nichtangehörige eines Hühnerzuchtvereins an Informationsgrenzen, die undurchdringlich scheinen. Vielleicht fände man mehr heraus, wenn man die japanische Sprache beherrschte...

Merke: 
Die Hühnereier-Ohrläppchen-Regel mag auf europäische Haushuhnrassen zutreffen.
Braun oder weiß.
Fertig.
Aber das war's dann auch.

PS: Ich bitte höflichst um Entschuldigung für die Schlangenentwicklung des zweiten Satzes im zweiten Absatz (Wenn man...)!

PPS: Achtung: Normalerweise wird bei der Asiatischen Silky-Soup kein Seidenhuhn serviert, sondern andere schwarzhäutige Rassen oder: weiße Hühner werden gefärbt! Seidenhühner haben nicht nur schwarze Haut, schwarze Knochen und blaue Ohrläppchen sondern außerdem fünf (!) Zehen an jedem Fuß! Also sollte man sich die Füße zeigen oder mitservieren lassen, wenn man auf Echtheit besteht. Wenn man sowas überhaupt essen mag.
Aber wenn, dann am besten gleich die komplette internationale Gothik-Rezeptvariante mit russischem Kaviar auf Pumpernickel als kleine Vorspeise. Schwarzer Reis, Bohnen und Mais zum Seidenhuhn mit Trüffelfarce. Dessert: Lakritzschaum auf Kaffecreme mit Brombeer-Sößchen. Als Wein empfehlen wir ein Gläschen Vino tinto oder tschechisches Schwarzbier. Perfekt!

Mittwoch, 7. Januar 2015

Juggelmuggel


Dieser Tage lernte ich das Wort "Juggelmuggel". Das käme, laut Armin Müller-Stahl, aus dem Ostpreußischen und bedeutet "Zuckerei". Wie ich inzwischen aber auch weiß, handelt es sich dabei um die ostpreußische Aussprache des jiddischen Wortes Kogel-Mogel (גוגל מוגל) .
Die Vorvorderen meiner einen Großmutter kamen - soweit ich weiß - auch aus Ostpreußen und deshalb durfte ich bei ihr wohl auch regelmäßig Zuckerei genießen: Rohes Eigelb mit Zucker und etwas Milch; die unalkoholische Form von Eierlikör. Lecker! Das habe ich mir auch später gerne selbst gemacht.

Bis die ersten Warnungen kamen, dass man von rohen Eiern grundsätzlich Abstand nehmen solle. Wegen der Salmonellen. Das ist ziemlich blöd, denn Eierlikör (die desinfizierte(?) Variante) mag und mochte ich dagegen überhaupt nicht und nie .... brrrrr! Andere können sich nicht vorstellen, dass man rohe Eier überhaupt (auch garantiert salmonellenfrei) verzehren kann und ekeln sich vor Zuckerei - aber erstaunlicherweise nicht vor Eierlikör!

PS: Goggelmoggel auf italienisch
PPS: "Humpty Dumpty" (oben rechts) hat eigentlich gar nichts mit Zuckerei zu tun, außer dass es sich um was eierartiges handelt und in der deutschen Version von "Through the Looking-Glass, and What Alice Found There" (Alice hinter den Spiegeln) von Lewis Caroll als "Goggelmoggel" übersetzt wurde.
PPPS: hat "Goggel" was mit Gockel oder Hühnern/Federvieh im allgemeinen zu tun? Und "Moggel" was mit kullern, Murmel, Kugel, Muggelstein? (Woher haben "Muggelsteine" eigentlich ihren Namen?) Zusammengefasst wäre das dann was kleines, rundliches von einem Hühnervogel...


Samstag, 29. November 2014

Salafistin vs Hooliganne


Na, da hat eine Überkorrekte ja was losgetreten...
Jetzt macht manin sich Gedanken, ob es politisch korrekt ist, dass es auch Frauen gibt, die dem Salafismus frönen könnten?
Erschreckenderweise tun sie das auch.
Und ja, es gibt auch Frauen mit einer Neigung zum Hooliganismus.
Den jeweiligen Vereinsstatuten entspechend sind beide, die Hooliganne und die Salafistin, wenn sie nicht gerade mit Straßenschlachten beschäftigt sind, brave Heimchen am Herd. Da konkurriert die salafistische Festtagsküche mit einem gestandenen hooliganischen Schweinebraten.
Geeignete Kandidatinnen sollten sich von ihren Vereinsvorständen für die nächste Küchenschlacht vorschlagen und anmelden lassen...

Donnerstag, 27. November 2014

Vogelgrippe


...und was wird aus der Weihnachtsgans? Dem Putenbraten (der wieder größer als die Backröhre sein wird), den Rebhühnchen und den Wachtelbrüsten in Gelee mit Eintagskükenschaum??? Können wir ja dann alles nicht mehr essen!
Ey Leute, dat Ding heißt VOGELgrippe, nicht Vogelwahn, Vogelpest und auch nicht Vogel-Ebola. Jetzt lasst euch doch von den Nachrichten und dummen Gerüchten nicht ständig von einer Panik in die nächste treiben! Auf das Federviehmenü kann man ja trotzdem aus anderen Gründen mal verzichten, aber nicht wegen Grippe - apropos:

Hast du Grippe oder Schnupfen
musst du dir ein Hühnchen rupfen!

...Suppenkaspers Antigrippe-Hühnersuppe am letzten Samstag war auch wieder ziemlich lecker!




Montag, 10. November 2014

Hobbytiere


Wenn man Nutzvieh und Haustiere davon abhält, ihrer eigentlichen Berufung nachzugehen, wie die wirtschaftlich profitable Fleisch-, Woll, Eier, Leder- oder Milchproduktion, den Wach-, Spür- oder Mäusefangdienst, mutieren sie zum Hobbytier. "Hobbytier" ist eins der schrägsten Wörter, das mir dieser Tage zu Ohren kam, passt aber gut in die heutige Zeit, in der Videos leihen, essen, telefonieren, simsen und Freunde liken in der Liste der beliebtesten Hobbies weit oben stehen.
"Was machst du gerade?"
"Ich spiele meinem Hobbytier das neue Album von Beyoncé vor und warte auf den Pizzadienst".

Wenn also die Eidechse im Terrarium später einmal Teil eines exotischen Menüs werden soll, ist sie ein Nutztier, - wenn nicht, ist sie ein Hobbytier.
Alles klar?


Mittwoch, 5. November 2014

Kartoffelernte


Welkt das Kraut, sind die Kartoffeln fertig:



Eine hatte schon angefangen sich selbst auszubuddeln und als sie sah, auf welch schönem Balkon sie ans Tageslicht kam ist sie vor Freude ganz grün geworden.
Naja.
Wird abgeschnitten.

Dienstag, 4. November 2014

Diätwoche



Mohntag

Grießtag

Frittentag

Dorschtag

Breitag

Mampftag

Schontag


Montag, 3. November 2014

Huch!


Da ist ja schon wieder über eine Woche vergangen und ich konnte mich gar nicht entscheiden, was ich zuerst schreiben wollte...
• Vorschläge für Pistolenuschis "Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr - Bundeswehr-Attraktivitätssteigerungs-gesetz/BwAttraktStG"
• über die sehr leckere diesjährige Rixdorfer Honigernte
• neues aus dem "Central Rixdorf"
• einen Abgesang auf Wowi
• Maßnahmen gegen einen Dialekt-Dialektik-Tick
• eine Liste staatlich organisierter sinnfreier Tätigkeiten für Arbeitslose, um sie aus der Statistik zu streichen

 ... das alles und noch viel mehr spukte dieser Tage durch meinen Kopf und keine Ruhe zum Schreiben. Müssen andere machen.

Sonntag, 28. September 2014

Hat's geschmeckt?


"Ist das Kunst oder kann das weg?" - noch'ne Variante...

...denn da hat im vergangenen Mai angeblich einer zugefasst und einen kleinen Teller samt der darauf befindlichen, etwas eklig durchgekauten Oliven stibitzt!
Aber ist es nicht wahrscheinlicher, dass ein ordnungsliebender Mensch das stehengelassene Tellerchen einfach nur weggeräumt und die aufgeklebten, kunstvoll drapierten Essensreste runtergekratzt hat.
Wenn ihm oder ihr doch noch auffiel, dass an der Sache vielleicht irgendwas nicht stimmt, sag ich nur: Psssssst. Klappe halten. Nix deutsch sprechen.


Montag, 11. August 2014

Nullpunkt


(gleich noch ne Läusegeschichte)

Der diesjährige* wochenlange Kampf gegen die Ameisen auf meinem Balkon könnte jetzt ein Ende haben. Was habe ich mich über das Gewusel geärgert, das gegen giftfreie Hausmittel immun war. Täglich sorgten sie sich um ihre honigtauproduzierenden Läusesklaven und wenn ich die eine oder andere Farm zwischen meinen Fingern zerquetscht habe schleppten sie neue Läuse an, woher auch immer. Habe ich in der Not die Cosmeen abgeschnitten, sind sie umgezogen zum Lavendel. Wo die Ameisen ungestört die Läusenachkommen aufzogen, habe ich nicht herausgefunden.

"Sie müssen zuerst die Läuse loswerden", belehrt mich die Fachberaterin für Ungezieferbekämpfung bei Obi. Ich denke, das wird nicht viel nutzen. Die Sklaven vergiften, damit es keine Sklaverei mehr gibt, kann nicht der richtige Weg sein. Man muss die Sklavenhalter bekämpfen. Und daran bin ich gescheitert, sie waren zu schnell, kennen alle Verstecke samt Hintertüren, die ich mit meinen dicken Fingern nicht erreiche und scheinen im Laufe vieler Versuche meine Angriffslust schon von weitem wahrzunehmen.
Und - noch viel ärgerlicher: Sie haben großen Appetit auf Kater Pelles nächtliche Kotzerein und wagen sich immer weiter in die Wohnung hinein! Und da hilft es ganz gewiss nicht, wenn ich mich auf die hilflosen Läuse konzentriere.

"Nee", sage ich, die Läuse habe ich im Griff, erzähle ihr nichts von den Unappetitlichkeiten und verlange ein Gift, das die Katzen nicht gleich mit in den Orkus schickt. Hat sie.



Jetzt ist Ruhe und wenn irgendwo noch Jungläuse sind, dann haben jetzt auch die Marienkäfer wieder eine Chance. Der erste ist gegen Mittag eingetroffen, der hat sich in der entbehrungsreichen letzten Zeit in die Punkte von den Flügeln geleckt...

*) Vor drei Jahren war ich geduldiger....

Nachtrag 2016: Heute weiß ich, dass es sich bei diesem Nullpunktkäfer mit weißem Schild und Kopf um eine Variation des Zehnpunkt(!)-Marienkäfers (Adalia decempunctata) handelt.

Freitag, 8. August 2014

Ich liebe Gift


"Wussten Sie, dass der Lachs mit giftigen Futtermitteln gezüchtet wurde?"
Ja klar. Ich liebe es, wenn Gift in meinem Essen ist. Ich leide sonst unter Entzugserscheinungen und muss wieder doppelt Unterwäsche mit Azofarben übereinander ziehen und an diesen speziellen schwarzen Kochlöffeln aus China lecken. Oder Kassenbons auslutschen. Da esse ich doch lieber täglich meinen Lachs. Gerne auch mal zur Abwechslung drei Dioxin-Eier.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Wilde Natur!


Jedes Jahr neue Überaschungen auf meinem Balkon! Das Exotischste, was mich in den letzten Jahren aufsuchte, war wohl ein Schleimpilz. Der war so langweilig hässlich und graubeige, als hätte mir jemand eine dünne Schicht feinen Zement hingegossen, so dass ich ganz vergessen hatte, ein Foto zu machen. Er breitete sich in dem einen Blumenkasten aus, und als er fast den gesamten Boden übezog, breitete er sich in den benachbarten Kasten aus, schlängelte sich bis zur Ecke vor, um dann mit einer eleganten Kurve auch den Rest zu erobern. Aber da hatte ich endlich die richtige Gegenmittelempfehlung gefunden, um ihm Einhalt zu gebieten: Vogelsand. (Der Pilz stirbt ziemlich schnell ab und zerfällt, wenn man eine gleichmäßige Schicht über den Pilzkörper streut und dann kommen die anderen überlebenden Pflänzchen auch wieder durch.)
Jedes Jahr auf's neue bin ich gespannt, was mir irgendein Vögelchen in die Erde gepupst oder ein Wind zu mir gepustet hat. In diesem Jahr überrascht mich eine Pflänzchen, das im Moos mit kleinen brauen Flecken um Aufmerksamkeit heischt. Zunächst dachte ich, da machen sich kleine Wiesenpilzchen breit, aber dann:



Was ist das denn? Mikro- Venusfliegenfallen für ganz kleine Läuschen? Im Internet kann ich nichts Vergleichbares finden, vor allem was die geringe Dimension von weniger als ein bis drei Millimetern betrifft. Aber vielleicht werden sie ja noch größer, oder kriegen laaange Stengel. Vielleicht ist die Überraschung ja erst gaaanz am Anfang...
Vielleicht wachsen ihnen noch Pupillen ins schimmernde Rehbraun hinein und sie blinzeln mir eines Tages mit ihren seidigen schwarzen Wimpern freundlich zu, bevor ich mich über sie beuge und sie mich mit einem perfekten hundertfachen Gemeinschafthaps - hastenichgesehn - verschlingen.
Wer weiß?

Donnerstag, 24. April 2014

Schrot


Schrotkugeln dagegen fanden wir manchmal sogar häufig in Kinder- und Jugendjahren im weihnachtlichen Reh- oder Hasenrücken.

Als ich einmal mit Freunden in Portugal beim Mandeln klauen (so kann man das eigentlich nicht nennen, denn die waren schon längst abgeerntet), da tauchte der Mandelbauer am Horizont auf und schoss ganz ungeniert. Wir sind gerannt und zum Glück nichts ist passiert.
Einem Bekannten dagegen hat es (unter ganz anderen Umständen) jedoch erwischt, der hat den Körper voller Bleischrot und muss regelmäßig zur Blutwäsche.

Mein Großvater hatte immer eine hübsche Dose Schrot im Treppenhaus am Fenster zu stehen. Auf welche Spezies er von dort aus geschossen hat, kann ich mich aber nicht erinnern. Vielleicht auf Füchse, die des nächtens dem Hühnerstall einen Besuch abstatten wollten?

Kleine Schrotkunde:
Man braucht einen Turm (oder/und eine Plattform in 40 m Höhe), ein Sieb, ein Rohr, ein Wasserbassin und - natürlich - jede Menge Blei.
Auf der Plattform im obersten Geschoss eines Turms (z.B. in Berlin in der "Victoriastadt" auf der Ostseite der Rummelburger Bucht) erhitzt man Blei bis es flüssig ist, dann wird es über Siebe in eine Röhre gegossen. Im freien Fall formen sich die Bleitropfen zu Kugeln, die am Ende der Röhre in ein Wasserbecken fallen.
Fertig.

Besichtigen konnte man den Schrotkugelturm zuletzt im August 2012, aber vielleicht findet sich der Schlüssel noch ein weiteres Mal.

PS: Zum Wortstamm Schrot gehörig ist z.B. 'schreddern' und 'Schröder'.
PPS: Nicht nur ein Vollkornbrot ist (hoffentlich) "von echtem Schrot und Korn", auch manchen Menschen sagt man das nach. 
PPPS: Ich habe als Kind sicherlich auch das eine oder andere Schrotkorn verschluckt, und wie ich neulich las, kann Blei im kindlichen Körper auch zu ADS führen. Wer mich kennt, glaubt's sofort!

Dienstag, 15. April 2014

Deine Tage...


... sind gezählt!

Samstag, 22. März 2014

Darf das das?


Farnblätter und Luftwurzel Ich bin mit Farnen in der Stubenhaltung etwas unerfahren und bekam vor eineinhalb Jahren einen mehr oder weniger eingegangenen, mit nur noch einem einzigen spillerigen und schon welkenden Wedel zur Aufpeppelung in die Hände gedrückt.
Hat geklappt, alles gut.

Jetzt ist es ein mittelprächtiges Gebüsch, das seit einiger Zeit neben vielen schönen grünen Blättern auch noch komplett blattlose, lange grüne und haarige "Schnüre" austreibt.
Wattn dattn?

Keine Lust mehr auf Blätter? Eine im Naturkundeunterricht nicht erwähnte Form der Vermehrungstechnik? Oder etwa Luftwurzeln? Da ich aber im Zusammenhang mit Farn auch noch nie etwas von Luftwurzeln gehört hatte, muss ich mal wieder nachschlagen.
Tatsächlich Luftwurzeln.

Jetzt staune ich nur noch, was da für bemerkenswerte Gerätschaften an den Enden jener Schnüre sind. Vermutlich kleine Fangnetze, mit denen der Farn versucht, die Feuchtigkeit aus der Luft zu schöpfen? Oder auch andere Nahrungsmittel?

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