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Freitag, 27. März 2015

Im Zweifel...


...für den Angeklagten?

Eigentlich ist es verwunderlich, dass der Co-Pilot des zerschellten A230 nicht in pulverisierter Abwesenheit schon zum ... verurteilt wurde. Noch gibt es zwar nicht den geringsten Beweis, dass es sich um die gewissenlose Tat eines mörderisch veranlagten Selbstmörders gehandelt hat. Genau genommen ist noch nicht mal beweisbar, ob es sich dabei tatsächlich um den Co-Piloten gehandelt hat, der die Cockpit-Tür nicht mehr öffnen wollte...oder konnte? War vielleicht CO2 im Spiel?

Bis jetzt gibt es jedenfalls nur einen einzigen bröckeligen Hinweis: die angedetschte Sprach-Blackbox.
Also lediglich ein einziger HINweis und kein BEweis. Mehrere Hinweise könnten dann durchaus auch eine Beweislage ergeben, aber bis jetzt ist da noch nicht viel. Außer: er soll früher mal eine Depression gehabt haben. Die meisten Menschen haben irgendwann einmal in ihrem Leben eine depressive Phase und das sagt nichts darüber aus, ob man irgendwann einmal 149 Menschen umbringen wird.

Haben die Fluggesellschaften so große Angst, dass wieder ganz viele Reisefreudige vor alten kaputten Flugzeugen zurückschrecken, dass sie schnell einen anderen Schuldigen etablieren mussten? Und wenn, glauben die dann tatsächlich, dass die Touristen lieber in ein Flugzeug steigen, wenn sie mit gemeingefährlichen Piloten rechnen müssen? Na ja, das ist genauso graue Theorie, wie alles andere, solange die Untersuchungen nicht vollständig abgeschlossen sind.



Mittwoch, 17. Dezember 2014

Ein Satz mit x


Gerechtigkeit hin, Gerechtigkeit her: Der Vorschlag mit dem X wird ja wohl nix....
Mitsamt allen angepassten Artikeln könnten wir uns sonst auf solch herrliche Sätze freuen:
X Bäckx ist ganz perplex.
X Potsdamx Postkutschx putzt x Postkutschkasten...
Gebt x Kaisx was x Kaisx ist!

Nach etwas Übung (mit Verpflichtung für alle Deutschen auch in den eigenen vier Wänden) fiele es uns dann ganz leicht, die eine oder andere Khoisansprache (Xhosa) besser auszusprechen. Sprachen lernen kann im Übrigen auch gegen möglicherweise aufkeimende Fremden-Phobie hilfreich sein...

Samstag, 11. Oktober 2014

Fußfesseln im Vormarsch

Dänisches Kettenlager muss alle Lager räumen, da größere Umstrukturierungsmaßnahmen ins Haus stehen. "Wir müssen mit der Zeit gehen und uns europaweit auf einen größeren Bedarf an elektronischen Fußfesseln einrichten", sagte der Berliner Geschäftsführer Katem heute in einem Berliner Wirtschaftsmagazin, "das ist zwar von unserem Kerngeschäft mit der klassischen Gliederkette etwas entfernt, aber der Kunde unterscheidet da nicht so genau und die Anfragen nach modernen Alternativen häufen sich."
Nicht mehr hip: Die klassische Kugel
Die wöchentlich ansteigenden Nachfragen kämen auch nicht nur aus dem Justiziarbereich, sondern mindestens ebenso oft aus der freien Wirtschaft und von privaten Nutzern.  Die verschiedensten Einsatzfelder des modernen Sklavenhandels entwickeln sich derzeit in einem recht rasanten Tempo, führte Katem aus und erwartet in den nächsten Jahren einen bemerkenswerten Zuwachs der gesamten Branche. Ganz besonders aber wird die Nutzung auf modernen Säuglingsstationen begrüßt: "So gewöhnen sich die Kleinen schon ab der Geburt an die Beschränkung ihres Bewegungsradius und machen im späteren Leben weniger Schwierigkeiten."

Freitag, 8. August 2014

Ich liebe Gift


"Wussten Sie, dass der Lachs mit giftigen Futtermitteln gezüchtet wurde?"
Ja klar. Ich liebe es, wenn Gift in meinem Essen ist. Ich leide sonst unter Entzugserscheinungen und muss wieder doppelt Unterwäsche mit Azofarben übereinander ziehen und an diesen speziellen schwarzen Kochlöffeln aus China lecken. Oder Kassenbons auslutschen. Da esse ich doch lieber täglich meinen Lachs. Gerne auch mal zur Abwechslung drei Dioxin-Eier.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Lach nicht!

Kapitel 1

Kürzlich wollte der erste Minister des türkischen Reiches seinen Töchtern eine lehrreiche Geschichte über den Gehorsam gegenüber einem Imam erzählen.
"Eine züchtige Magd kommt zum...", doch weiter kam er nicht, denn seine Töchter brachen in schallendes Gelächter aus. Er versuchte es noch einmal: "Eine züchtige Magd...", und wieder lachten die beiden aus vollem Herzen.
"Frau!", rief er nach der Mutter der ungeratenen Töchter, "Frau! Komm sofort hierher!" Da kam seine Frau aus der Küche gelaufen und weil sie dachte, sie hätte irgend etwas falsch gemacht, sah sie beschämt auf den Boden.
"Frau, setz dich zu deinen Töchtern und höre mir zu!" Dann hob er ein drittes Mal an, die erbauliche Geschichte zu erzählen. Doch kaum hatte er die ersten Worte
ausgesprochen, lachten alle drei so heftig, dass ihnen die Tränen herabliefen und sie sich auf die Schenkel schlugen.
Und wer hören will, ob die drei immer noch lachen, lauscht hier:

Kapitel 2

Aus lauter Zorn über seine Töchter und ihre Mutter dachte sich der Minister ein neues Gesetz aus, dass das Lachen aller Frauen im Land verbieten sollte. Das neue Gesetz schrieb er auf handgewebte Seide und legte es in eine goldene Schatulle. Die versiegelte Schatulle schickte er mit ergebensten Wünschen und mitsamt zweiundsiebzig leicht erröteter Jungfrauen dem großen Herrscher der Türkei, Erdogan I. Unterwegs wurden die Jungfrauen aber so neugierig, bis sie es schließlich nicht mehr aushielten. Sie entfernten vorsichtig den Boden der Schatulle, so dass das Siegel unverletzt blieb und lasen das Gesetz.
Erst waren die Jungfrauen so erschrocken, dass das Rosarot ihrer Wangen dem fahlen bleichen Weiß des Schreckens wich, doch dann musste die erste Lachen. Dann die zweite und bald lachten alle zweiundsiebzig Jungfrauen, dass man es bis zum Thron des  Herrschers hören konnte. Der schickte eine Wache aus, nach dem Rechten zu sehen. Als die Jugfrauen den Boten herannahen sahen, setzen sie die Schatuelle schnell wieder zusammen.
"Hört auf zu Lachen," rief die Älteste besorgt.

Kapitel 3

(ist noch in Arbeit - denn
noch wissen wir nicht, ob der unfehlbare Erdogan das Geschenk annimmt und in seiner unendlichen Güte an sein Volk weitergibt....
Oder ob er auch lacht? Oder welche Strafe es bei Missachtung des Gesetzes wohl geben mag? Warten wir's ab.)

Samstag, 5. Juli 2014

Liebe ARD!


Gestern sah ich eine seltsame Untertitelung bei einem eingeblendeten Filmschnipsel. Da stand "Quelle: Fremdmaterial". Nun bin ich ganz offenbar nicht so ein aufmerksamer Fernsehzuschauer wie andere, die das schon vor Jahren öffentlich angemerkt haben. Geändert hat sich trotzdem bis heute nichts. Was denkst du dir eigentlich dabei?
Wenn du schon irgendwo im Internet ungefragt herumklaust, dann schreib's doch nicht auch noch so völlig verkorkst runter. Lass es einfach weg oder denk dir doch wenigsten was kreatives aus wie "Agentur Schnippschnapp" oder was weiß ich oder schreib's richtig runter:"Quelle: Aus dem Internet gestohlenes Material. Wenn Sie Kontakt mit unseren Anwälten aufnehmen wollen wenden Sie sich vertrauensvoll an..."
Aber so? Fremdmaterial.
Das klingt so unverschämt wie unappetitlich.
Warum unappetitlich?
Vielleicht, weil ich "Fremdmaterial" bis jetzt immer nur mit medizinischen Eingriffen, blutigen Operationen, implantierten Schweineorganen oder im Körper vergessenem Operantionsbesteck und Tupfern, in die Ohren gesteckten Fahrradventilen oder verschluckten Glasmurmeln in Verbindung brachte.
Natürlich wird Diebstahl nicht besser, wenn man ihn freundlich benennt, ich weiß.
Und außerdem wirkt es in einem Zeitalter, wo jeder jeden übers Ohr hauen möchte, um an  Ressourcen welcher Art und welcher Herkunft auch immer zu gelangen geradezu lächerlich, wenn man einer öffentlichen Fernsehanstalt eine gewisse Vorbildfunktion abverlangen würde.

Ach, ihr habt ja so Recht und ich werde mir eure Prinzipien auch zu eigen machen, ihr werdet mir ja dann bitte auch gegebenenfalls eure Anwälte zur Verfügung stellen.
Darauf verlässt sich
eure Jette

PS: Einen schönen Gruß auch ans ZDF, das sich mit "DVD" als Quellenangabe als ungelenker Nachahmer geoutet hat.

Montag, 30. Juni 2014

Monsantos meldet neue Patente


Monsanto möchte jetzt auch menschliches "Saatgut" patentieren lassen. Kinder kriegen darf dann nur noch, wer von Monsanto patentierte Ovularien und Spermien erwirbt, unter von Monsanto festgelegten Bedingungen inseminiert und an vom Patentinhaber vorgegebenen Orten austrägt.
Da man sich bis jetzt noch nicht über die genaue Bezeichnung des menschlichen "Saatguts" einig werden kann, dürfte sich die Antragstellung noch um kurze Zeit verzögern. Vor möglichen Protestwellen der Bevölkerungen rund um den Globus hat der Multikonzern aber keine Angst: "Das wird wohl kein Tsunami", da ist sich der Monsantosprecher Brandon Matchener sicher und lehnt sich lächelnd zurück, "eher ein kleiner Schwapp und der schwappt auch wieder zurück."

Das Hauptargument des Zuchtkonzeptes ist die bevorstehende Überbevölkerung auf der einen Seite und der Nahrungs- und nicht zuletzt auch Arbeitsmangel auf der anderen Seite. Man wolle ausgleichend einwirken und so ein dauerhaftes Überleben der Menschheit sichern. Das sei im Interesse aller Gesellschaften und Wirtschaftsgemeinschaften.
In der Weiterentwicklung ist vorgesehen, dass "Rentenansprüche im Prinzip überflüssig werden, weil jeder Arbeitnehmer bis zu seinem, durch einen Zufallsgenerator voreingestellten Todesdatum, vollständige Gesundheit und Arbeitsfreude genießt. Und das bei minimalem Kostenaufwand für Ernährung und Regeneration. So hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, Konsumgüter aller Art zu erwerben, was zur Zeit ja bedauerlicherweise vielen Menschen auf der Welt nicht vergönnt ist."
Schöne neue Welt!

Samstag, 21. Juni 2014

Tag der Verkehrssicherheit


Hab mich mal getraut, ein Beweisfoto zu machen....
Hab mich dabei gefühlt, wie ein hässlicher, hinterhältiger, gemeiner Denunziant und gehofft, dass der Wagenbesitzer nicht angegelaufen kommt, um mir die Kamera wegzureißen...
Furchtbar.
Dabei ist es doch so schön, dass die Karl-Marx-Straße endlich einen Radweg, respektive "Schutzstreifen" hat. Wenigstens teilweise. Und glücklicherweise nicht überall zugeparkt. Meistens aber an gefährlichen oder engen Stellen, so dass das Ausweichen zu einem riskanten Manöver werden kann.

Was man auf dem Foto nicht sieht: An dieser Stelle befindet sich auf der Mitte der Straße die Insel eines Fußgängerüberwegs (rechts sieht man die dazugehörige abgesenkte Bordsteinkante).

Ach und übrigens, liebe meist junge männliche, aber auch weibliche, allesamt innerlich blonde, trödelnde und eilige "Radfahrende" auf Fahrrad- und Schutzstreifen (und anderen Radwegen):

Und nicht erst dann, wenn Falschparker auftauchen...

Dienstag, 17. Juni 2014

Nacktflugverbot am BER

(jmz) Immer mehr Westdeutsche fordern ein Nacktflugverbot für ostdeutsche Flughäfen. Diese Forderung soll vor allem für den in Planung befindlichen BER gelten. Bei den ersten Testbauten, die auf dem zukünftigen Flughafengelände errichtet wurden, zeigten sich doch erhebliche Planungsmängel. Dies betrifft insbesondere empfindliche Zugluftströme in den Abfertigungshallen. Ostdeutsche Passagiere sind von Natur aus abgehärteter, da sie zu einem nicht unerheblichen Anteil an die alte DDR-Freikörperkultur gewöhnt sind.
"Wir hatten ja nichts" ist auch heute noch nach 25 Jahren Grenzöffnung ein gerne angeführtes Argument.
Die Westdeutschen fordern hingegen bessere Klimaanlagen, Fußbodenheizungen in sämtlichen Wartebereichen und Sichtschutz an sämtlichen Glasfassaden: "Wenigstens ein paar ordentlich Stores werden doch wohl im Buget sein!" Manche drohen sogar: "Sonst werden wir, wie schon zu Mauerzeiten die Existenz von Westberlin und und der Zone einfach ignorieren!"

Montag, 9. Juni 2014

Nicht mehr


Da kann man schon mal was falsch verstehen: Die Aussage des Sprechers der US-Regierung "Angela Merkels Handy wird nicht mehr abgehört" wird vom ersten Moment an und immer wieder mit einer falsch angenommenen Feststellung kombiniert: "Also wurde es bisher abgehört!". Hier handelt es sich jedoch um einen schweren Trugschluss, denn das Handy wird selbstverständlich weiterhin abgehört - nur eben nicht mehr als vorher, sondern einfach genauso viel und oft, also 24 Stunden und 100%.
Und das betrifft alle anderen Handys der Nation natürlich auch.
Und warum machen die das ? Weil sie es können.
Und sie können auch noch mehr...

Montag, 26. Mai 2014

64,3% für 100%


"Die Berliner haben nun mal so abgestimmt, das ist zu akzeptieren. Sie wollen keine behutsame Bebauung."
Nee, die Berliner wollen ein brachiale, brutale, radikale "Tempelhofer Freiheit" nach Hau-drauf-Manier.

Und wer bezahlt jetzt die ganzen teuren Architekten mit ihren schönen Entwürfen?
Da ist der Katzenjammer groß. Ein paar Tränchen tropfen auf das schöne, mühevoll gebastelte 3D-Modell. "Müssen wir das jetzt alles wegwerfen?"
Nee, Ihr könnt damit die zehn-Meter-breiten Flure eurer Ateliers aufhübschen, vielleicht interessieren sich ja die Chinesen dafür, die Amis oder ein tapferer Bauherr irgendwo in Afrika. Olle Flugplätze und Mangel an billigen Wohnungen gibt es auch an anderen Orten der Welt.

Was uns erspart blieb:                           oder auch das:


PS: Wie ich heute (27.5.) höre, ist Wowereit tatsächlich gleich ins Flugzeug und ab nach Peking ...

Montag, 10. März 2014

Die Abnutzung der Gerechtigkeit


Dass sehr vielen Menschen (auch mir mitunter) der Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit nicht immer augenfällig ist, ist zwar blöd, aber oft auch wirklich schwer eingängig.
Was mich aber richtig nervt, ist die inflationäre Unterbringung der Frage nach der Gerechtigkeit bei Dingen, die weder was mit Recht noch mit Gerechtigkeit zu tun haben, wie beispielsweise:
Ist es gerecht, dass heute bei Bäcker K. schon um 11 Uhr die Käse-Kümmelbrötchen ausverkauft waren?
Ist es gerecht, dass im ehemaligen Buchladen jetzt ein Spielkasino ist?

Ist es gerecht, dass meine Freundin den extra für sie mühevoll gebackenen Kuchen nicht essen mag?
Ist es gerecht, dass Lisa rosa Hausschuhe zum Geburtstag geschenkt kriegt?

Wenn man 'gerecht' mit 'gut' gleichsetzt, könnte man zumindest bei den ersten beiden Beispielen ganz klar "nein" sagen, bei den nächsten beiden wäre etwas Ursachenforschung zur Klärung der Fragen nötig.

Weiter mit dem letzten Beispiel:

Ist es gerecht, dass arme Menschen im Alter hungern und frieren?

Klar ist, dass niemand hungern oder frieren sollte, bei armen Menschen kommt es aber häufiger vor.
Statt "arme" müsste die Formulierung wie bei der vorhergehenden Frage lauten, die mit "manche (einige, viele)" gestellt wurde, damit sie sinnvoll beantwortet werden kann.

Schon lange vorher sollte natürlich die immer unerfreulichere Gesamtsituation verändert werden, die solche Sätze überhaupt möglich macht!

Freitag, 6. Dezember 2013

Zwangsverpufft

Puffbeleuchtung selber basteln

Was wird das denn nun wieder für eine seltsame Gesetzeseskapade: "Freier, die wissentlich zu Zwangsprostituierten gehen, sollen bestraft werden".
Nicht etwa, dass ich was dagegen hätte, aber: Wenn der Polizei nachweislich bekannt ist, dass da jemand bei einer Zwangsprostituierten war, was ja die Basis für eine Bestrafung wäre, wieso schließt sie dann nicht das jeweilige Etablissement, bevor es der später zu bestrafende Freier überhaupt betreten kann? Wie will man denn herausfinden, ob der Freier tatsächlich von einer Zwangssituation wissen musste?
Ist das nicht ein bisschen verkehrte Welt?
Ich kapier's nicht.

Ist die Situation etwa tatsächlich so, dass die Polizei genau weiß, wo überall Zwangsprostitution stattfindet, aber - aus welchen Gründen auch immer - unfähig ist, diese Örtlichkeiten zu schließen und die Betreiber festzusetzen? Stattdessen liegen sie draußen vor der Tür auf der Lauer und fangen alle ab, die wieder rauskommen! Warum warnen sie nicht die, die da reingehen wollen? Das würde den Mädels drinnen vielleicht was ersparen. Dem Staat erspart es dann allerdings auch diese geradezu genialistisch, neu erfundene Einnahmequelle...
Und darum geht's bei dieser Gesetzesidee doch wohl eigentlich, und nicht um die Einschränkung oder gar Abschaffung von Zwangsprostitution! Man muss halt nur sehen, wie man daran mitverdienen kann. Wie beim Alkohol und dem Tabak (bei gleichzeitiger Todesandrohung)... Ich wundere mich auch, dass ich bislang keine/n Kommentator/in gesehen, gehört oder gelesen habe, der/die eben diesen Gedanken mal thematisiert hätte.

Vielleicht sollte man mal alle Prostituiertenbesuche mit 'ner richtig fetten Freier-Steuer belegen. Alle Prostitutionsbetriebe werden zur ordentlicher Buchhaltung verpflichtet, alle Besuche werden quittiert. Die auf der Lauer liegenden Polizisten werden für die Steuerfahndung umgeschult und dann geht's ab, heidiwitzka! Nun können sie mit Recht registrieren, wer die Institutionen verlässt und ihnen die Steuerbescheide gleich hinterherschicken. Und wer schlampert kriegt 'ne Zwangsvollstreckung.

Nun ja, man merkt wahrscheinlich, dass ich von diesem Gewerbe nicht den blassesten Schimmer habe.
Apropos: Bei meinem letzen Hamburgbesuch (bei vorhergehenden hatte es mich nie interessiert) war ich  einigermaßen enttäuscht von der reichlichen Mickrigkeit der "Großen Freiheit". In Film und Fernsehen vermittelte sich mir der Eindruck kompletter Überdimensioniertheit, die Realität dagegen ist ja fast lächerlich.


PS: Mir ist ganz und gar unnikoläusisch, hab noch nicht mal Schokolade im Haus!

Samstag, 30. November 2013

Alle Jahre wieder



Sterne basteln zur Weihnachtszeit.
Wie wäre es denn mal mit glitzernden Boraxsternchen?
Entzückender Kristallschmuck aus der heimischen Chemieküche.
Nur leider, leider, leider gibt es hierzulande kein Borax mehr zu kaufen.
Vielleicht befindet sich ja noch ein Rest in (Ur-)Omas Erbmasse?
Die Kisten aus der Küche stehen noch unsortiert im Keller?
Na dann: schnell ran!
Ansonsten könnte man versuchen, das Zeug illegal aus den USA zu importieren, von dort stammen zumindest die hübschen Bastelanleitungen. Bestimmt kriegt man's auch in näher liegenden, nicht zur EU gehörigen Staaten. Verboten wurde der Handel mit Borax in der EU, weil der Verzehr erbgutschädigend sei und die Giftigkeit mit Borsäure gleichgesetzt wurde. Absurderweise gibt es aber für echten Kaviar eine Ausnahmeregelung (E285).
Also, liebe neureiche Nachbarn, kauft Kaviar, kratzt das Borax raus (ca. 4 g pro Kilo Störrogen) und schon geht's ran ans Sternebasteln!
Aber zackig!

Hier nun die Boraxsternchen-Bastelanleitung (natürlich auf amerikanisch).

PS: Borax kaufen kann man in größeren Mengen als Industrieprodukt! (Entsprechendes Gewerbe anmelden!)
PPS: Ich fordere das Verbot von allem, was nicht essbar ist! Auf ins Schlaraffenland!

Dienstag, 19. November 2013

Schöne Berufe VI



Anlässlich des heutigen Welttoilettentags: Die Tellerbewacherin

Der Beruf der Tellerbewacherin ist einer der modernsten und leichtesten der heutigen Zeit. Leicht verdientes Geld durch einfaches Sitzen und Gucken. Selbstverständlich kann der Beruf auch im Stehen ausgeführt werden. In den Pausen, die Ihnen genauso wie in anderen Berufen (unbezahlt) zusteht, können sie sich als interessante Abwechslung der Reinigung der Toilettenbecken, dem Entfernen von Pinkelpfützen und Wichsflecken widmen. Damit tun sie sich und ihrer Umwelt etwas gutes und halten Ihre Augen in Bewegung und Übung, um sich in den anschließenden Stunden wieder ausschließlich der Bewachung des Tellers zu widmen.
Bewerbungen mit Nachweis über den Abschluss einer mindestens dreijährigen Ausbildung oder eines Hochschulstudiums, polizeilichem Führungszeugnis, Passfoto und einschlägigen Erfahrungen senden Sie bitte an alle bekannten großen Reinigungsfirmen (siehe Telefonbuch)

Die Zeit, 2005
Berliner Jusitzticker 2012
Frankfurter Rundschau 2013  (letzter Absatz)


Dienstag, 10. September 2013

Distanzierungshilfe oder Abstandhalter


Ich bin mal wieder zornig und vielleicht wird das folgende hier auch mal von den richtigen Kandidaten gelesen....

Ich fahre gerne Rad und ich führe  noch viel lieber, gäb es weniger Fahrradhasser in Berlin (ich betone BERLIN, denn ich war gerade mit dem Rad z.B. in Hamburg unterwegs und habe dort nichts vergleichbares erlebt!)...

Heute: Der Abstandhalter

Für viele Autofahrer sind Sicherheitsabstände grundsätzlich was ganz grässliches und ganz besonders, wenn es darum geht, Verkehrsteilnehmern in Form von Radfahrern ausreichend Platz einzuräumen. Für einen Radfahrer bedarf eines ziemlich dicken Fells und gesunden Selbstbewusstseins, sich weit genug links auf einem Fahrstreifen aufzuhalten, wo einen plötzlich aufklappende Türen garantiert nicht erwischen können. Es wird gehupt, geschrien, dämliche Handzeichen ereichen den Radler und manchmal muss man froh sein, wenn der Beifahrer eines zu dicht vorbeifahrenden Autos nicht aus dem Fenster heraus handgreiflich wird.
Diese Abbildung soll denen helfen, die in der
Fahrschule das Kapitel: "Vom Umgang mit anderen
Verkehrsteilnehmern" geschwänzt oder nicht
verstanden haben.
Und vor allem: Um ein Fahrrad so zu überholen, wie es sich den Verkehrsregeln gemäß gehört, muss man (sich nämlich NICHT dicht vorbeiquetschen, sondern) den Blinker anschalten und einen, zumindest teilweisiger Spurwechsel vornehmen! Aber um auf diese Weise zu überholen, müsste man ja wissen, wo der Blinker ist. Doch aus irgendeinem seltsamen Grund treten unglaubliche viele Autofahrer in den undurchschaubaren Urwald des Vergessens, wenn Radfahrer im Spiel sind, wie beispielsweise auch beim rechtzeitigen Anzeigen einer Rechtsabbiegeabsicht.

Wenn Radfahrer auf Radwegen fahren und von rechts aussteigenden Beifahrern zu Fall gebracht werden, und die Radfahrer im Unfallfall eine Teilschuld kriegen sollen, wenn sie keinen Helm aufhaben macht mich zornig, denn auch das ist wieder eine Maßnahme, mit der Autofahrer vor den Radlern und deren Unfallfolgekosten geschützt werden sollen und die nicht für ein besseres Miteinander sorgt.

Ich erinnere mich an die Zeit, in der sich Autofahrer, die auch schon vor 30 Jahren keinen Sinn darin sahen, Rücksicht auf Radfahrer zu nehmen, so lange künstlich darüber aufregten, dass die eigentlich recht sinnvollen Abstandskellen völlig irritierend und so UNGEWOHNT seien und deshalb angeblich zur VerkehrsUNsicherheit beitrügen, - bis die Dinger tatsächlich verboten wurden. 

Das einzige, was aus immer mehr Airbags, Sicherheitsgurten und Helmen folgt, ist immer mehr Ignoranz und Rücksichtslosigkeit gegenüber den anderen und immer mehr lebensgefährliche Ausweichaktionen in vermeintlicher Sicherheit.

Merke: Es gibt keine Versicherung GEGEN Unfälle außer die eigene Aufmerksamkeit ALLER Beteiligten.

PS: Liebe Fahrlehrer!
Könntet ihr bitte euern Schülern deutlicher vermitteln, dass auch eine autofahrende Gesellschaft nur als Miteinander funktionieren kann? Könntet ihr vielleicht den radfahrenden Verkehrsteilnehmer nicht nur am Rande erwähnen, sondern bewusst den Umgang mit ihm üben, üben, üben...Und immer wieder deutlich betonen, dass das Bestehen der Fahrprüfung nicht der Aushändigung einer Lizenz zum Töten entspricht?

Mittwoch, 7. August 2013

Noch mehr Dopingfälle

geheime Laboraufnahmen
Was bis jetzt niemand ahnte: Nicht nur Hoch- leistungskatzen im Objektschutz, auch Laufstegmodels, soge- nannte Freigänger oder auch fusselnde Streichel- einheiten wurden und werden systematisch gedopt!
Ohne Wissen der Katzenbesitzer beteiligen sich fast alle Katzenfutter- konzerne am Tarnen und Täuschen bei der Herstellung völlig normal erscheinenden Futters. In Wahrheit aber bestehen die vermeindlichen Fleischbreibröckchen nicht wie angenommen, aus beliebigen Tierabfällen, die mit beliebigen Sojaabfällen verklebt wurden, sondern aus reinen Kaffeebohnen!
Geheime Aufnahmen aus einem Catfood-Testlabor zeigen die noch ungetarnten Dopingbohnen, an die sich die Testkatzen in kürzester Zeit nicht nur gewöhnt, sondern diese auch in völlige Abhängigkeit gebracht haben.
Hoffentlich weist bald jemand der skrupellosen Dopingmafia die Schranken, damit sie sich weiterhin auf erwachsene Sportler beschränkt und nicht auch noch willenlose Haustiere zu ihren Opfern macht!


Mittwoch, 3. Juli 2013

Rolfi


Zur Erinnerung an die Einführung der neuen Postleitzahlen habe ich zwei alte Texte ausgegraben, verfasst im Juli 1993, und etwas zusammengekürzt:

Neue Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen (fünf). Ich kann's schon lange nicht mehr hören. Wie kann man sich nur so einen Schwachsinn ausdenken!!! Und mit diesem Schwachsinn haben sie uns so sehr bombardiert und genervt und abgelenkt von wichtigen Dingen, daß ich am Morgen des 1. Juli beim Hören der ersten Nachrichten im Radio völlig vor den Kopf geschlagen war, als sich die erste Meldung nun plötzlich gar nicht ,wie erwartet um Postleitzahlen, sondern um Gesetze zur Änderung der Asylverfahren ging. Beschlossen und besiegelt und ab eben jenem Tag gültig.

In der S-Bahn sitzen mir zwei junge Herren gegenüber, welche identisch gleiche buntbedruckte T-Shirts trugen. Ob sie nun aber zerstrittene Freunde, oder sich völlig fremde Personen waren, die sich nur zufällig nebeneinander gesetzt und dann mit Erschrecken festgestellt haben..., ich beschrieb es ja schon. Jedenfalls starren die beiden in die jeweils andere Richtung, der eine aus dem Fenster, der andere auf den Mittelgang. Manchmal jedoch drehen sie, wie auf Verabredung, langsam und vorsichtig die Köpfe zueinander, um sie dann schnell wieder zurückschnappen zulassen. Nach einiger Zeit unterlassen sie auch solche Blickwechselversuche, nicken, leicht schläfrig, ein wenig in ihrer Haltung ein, und ich stelle mir vor, daß sie bis nach Oranienburg fahren und dann mit völlig steifen Hälsen aussteigen.
Ich steige schon lange vorher aus und um, denn ich muss noch ein Geburtstagsmitbringsel besorgen.

Bei Tchibo gibt es ja wieder mal tolle Geschenkideen vom praktischen Gemüsehacker bis zum Melamintablett mit attraktivem Früchtedekor. Nur leider sind die kleinen Würfelradios schon wieder vergriffen, und die freundliche Verkäuferin möchte keine nachbestellen, da sie erst einmal die diversen Reisekoffer-Sets loswerden muß. "Die nehmen ja soviel Platz weg."
Vorschlag: vielleicht sollte sie einfach die vielen unnützen Kaffeepakete rausschmeißen, dann wären ein paar Regale frei. Und dann könnte sie alles vollstellen mit Würfelradios und ich würde gleich mindestens drei für Peter zum Geburtstag kaufen, und andere Leute vielleicht auch und zack, dann wäre schon wieder Platz für Kaffee. Aber auf mich hört ja keiner.
Und wer trägt den Schaden davon?
Peter, denn er be­kommt nun kein angemessenes Geburtstagsgeschenk in Form von Würfelradio-Drillingen.

Im Schalterraum der Post stehen heute fast nur Leute, die sich an den Geschlechtsteilen kratzen.
Ich schaue verärgert, aber höflich weg und verlasse die Anstalt. Postleitzahlen-Rolfi-Frisbees und Rolfi-Drachen kann man sowieso nicht kaufen, die sind alle nur für die Dekoration da.
Und für die neuen Postleitzahlen.
Sonst wäre das ja vielleicht auch noch eine hübsche Geschenkidee gewesen. Aber, da fällt mir ein, es gibt doch da noch so'n andern Rolfi, der wirbt für Kondome.
Da müßte doch vielleicht noch was zu holen sein!
Frische Kondome sind doch immer was feines, da kann man die alten, überlagerten endlich mal rausschmeißen.

Überlagert ist auch mein altes Poesiealbum voll mit braven Empfehlungen und Hinweisen, zum Beispiel schrieb eine Schulkameradin jenes:
Viel Hören, viel Schweigen, diese Kunst mach Dir zu eigen!
Zur freundlichen Erinnerung an Deine Schulkameradin

Nur doof.
Keine Quelle des Frohsinns und der Heiterkeit. Nicht mal lustige Schreibfehler kann ich entdecken. Im ganzen Poesiealbum nicht! Weil, wir haben ja noch richtig Deutsch gelernt. Wenn ich da in die "Freundschaftsbücher" heutiger Drittklässler schaue, sieht's schon ein wenig anders aus:

Name:                ROMINA 
Geburtstag:         Juni 6.
Haarfarbe:          Blont
Augenfarbe:        Blau
Besondere
Kennzeichen:      Somersch prosen
Lieblingsfächer:   Deutch Mate und Schport
keinen Spaß
macht:               Riligun und Basteln
Lieblingslehrer:   Fraru Raufuß
Hobbys:             schwimen
Berufswunsch:    ist Babie Haus
Lieblingsmusik
oder Gruppe:      Kinder-Hit-Perad.
                           meil kil-Scheksen
Lieblingsfilm:      Lila-laune-Ber
Lieblingsbuch:     Mikimaus und Eintife Brun.

Das ist doch was.
Da purzeln fröhliche Glücksradbälle auf uns herab. Für alle Blonden und Blauäugigen. Und die beiden jungen Männer in der S-Bahn. Und für alle, die schon mal Kontakt mit Außerirdischen hatten. Auch wenn man munkelt, daß diese Personen gar nicht so glücklich darüber seien, aber dann brauchen sie die Bälle um so mehr. Vielleicht könnten sie die wassermelonenköpfigen E.T.s zu einem Freundschaftsspiel überreden. Natürlich ohne Worte.

Und anschließend könnten sie dann zu Tchibo gehen, eine Tasse Kaffee im Stehen schlürfen und dabei einem nachgelieferten Würfelradio lauschen.

Außerirdische mögen sowas. Hab' ich in einer Statistik gelesen. Und weil's mir keiner glauben würde, hab' ich sie aufgehoben:
Erdlinge
in Biergärten sitzen
Ehrenmäler ansehen
Socken stricken
Außerirdische
Würfelradio hören
Werbegeschenke tauschen
 Postleitzahlen mischen

PS: Übrigens, der Werbespot mit den Kindern und den transzendentalen Zahlen hat mir gut gefallen.

PPS: Heute würde ich mich für einen anderen Spot entscheiden... 
Hier die Clips von sechs bekannten Autoren zum selbst entscheiden...

Donnerstag, 22. November 2012

Feetbag, vorgewärmt

Oh ja, die Zeit und das Alter kommen, wo sich Muddi einen beheizten Sack für die Füße wünscht. Die Dinger sind noch nicht völlig aus der Mode gekommen (es gibt sogar welche mit usb-Anschluss!), doch viel mehr in Mode ist ein möglichst "zeitnahes Feedback".
Nicht mehr ganz zeitnah aber trotzdem nicht vergessen: Beatacts für die letzten KommentatorInnen:
@ Cornelia: Ich warte wohl noch lange auf den Tag, wo ein Busfahrer den roten Teppich ausrollt, wenn ich angehetzt komme. Aber dann... gibt's Champus für alle!
@ Tina: Bei der mündlichen Version hatte ich die kurze Szene mit dem bösen f-Wort tatsächlich vergessen...
@ Stephan: Und nicht nur die!
@ Helge: Bitte!

PS: Und zum Abschluss noch ein beetfact: Runkelrüben halten sich am besten bei 4° Lagertemperatur.

Samstag, 11. August 2012

Nachforschungen


Ab und zu versuche ich, herauszukriegen, ob sich in Sachen Frauenleiche am Kupfergraben schon was entwickelt hat. Wo ich nun schon mal quasi dabei war, interessiert mich das Schicksal der toten Frau doch irgendwie. Ein bisschen. Immerhin ist angeblich (laut BZ) kein Hinweis auf Gewalteinwirkung zu finden.
Aber - noch immer weiß keiner, wer da eigentlich von niemandem vermisst wird, doch die Polizei outet sich inzwischen ob ihrer bisherigen Erfolglosigkeit und bittet um Mithilfe...

Bei der Gelegenheit fiel mein Blick mal wieder auf der Polizeiticker, und siehe da, außer ein paar Unfällen und einer geretteten Selbstmörderin war offenbar in den letzten 10 Tagen in Neukölln nichts nennenswertes los...
Nichts nennenswertes?  Kaum zu glauben! Da ist bestimmt alles mögliche im Gange...

Wer ansonsten seine Freizeit mit Prozessbeobachtung in Moabit (Turmstraße 91) füllen möchte, hier eine Auswahl von Fällen, die in Neukölln stattfanden:

Mo, 13.8.12, 13h, Saal 704: Versuchte Vergewaltigung
Di, 14.8.12, 9:30h, Saal 736: Schwerer Betrug
weitere Termine bei berlinkriminell.de

Angesichts dieses altehrwürdigen Moabiter Kriminalgerichtes fällt mir wieder eins meiner diesjährigen Geburtstagsgeschenke ein, das ich verschlungen habe, wie andere eine Tafel Schokolade: "Verbrechen" von Ferdinand von Schirach.