Posts mit dem Label Geschichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Geschichte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 18. Juli 2015

Nu isser weg!


Heute wurde der RIAS-Sendemast in Britz gefällt.
Ich dachte, der ist schon lange weg.

So lange wie der RIAS.

Oder so.

Dabei bin ich doch vergangenes Jahr x-mal dran vorbei gefahren, aber ich habe überhaupt nicht drauf geachtet....
In Kinderzeiten hatte der zu groß geratene Stabilbaukasten-Turm die Qualität eines Orientierungspunktes. Aber inzwischen sind die Bäume in der Umgegend so hoch und dicht gewachsen, dass der Sendemast recht unauffällig dazwischen verschwand.

Donnerstag, 26. März 2015

Von der Sehnsucht nach Gefahr


 "Warum finden so viele Menschen Krimis toll?" fragt M. 

"Unser Leben kennt kaum noch Gefahren", sage ich spontan, "und so ein Krimi vermittelt zumindest  theoretisch eine gewisse Ahnung davon. Manche gehen weiter. Hausfrauen lassen sich heimlich mit Bondage traktieren. Jugendliche stechen mit Messern auf einander ein oder opfern sich dem Gott des Cristal meth. 15jährige Mädchen ziehen nach Syrien in die Schlachten des IS. Und der Rest guckt eben Krimis. - Nicht mal Autofahren ist mehr gefährlich, wenn die Dinger rundum mit Sensoren ausgestattet sind."

"Meinst Du, wir hätten hier zu lange keinen Krieg gehabt?"
Kaum bemerkbar schwingt in dem Satz die Befürchtung mit, dass ein solcher schon direkt an die Tür klopft.

Ich weiß es nicht. Und schon gar nicht ahne ich auch nur, aus welcher Richtung und in welcher Form die Bedrohung kommen wird. Vielleicht müssen wir, wie die Litauer, wieder die Wehrpflicht einführen und auch im zivilen Bereich "Krieg üben"? Die Angst vor Krieg gärt an vielen Enden und aus verschiedenen Gründen. Vielleicht haben die "Putinversteher" sogar die größte Angst. Paris ist auch nicht gerade weit weg. Viele bauen wieder wie in den Zeiten des kalten Krieges Bunker in den Garten und sammeln Vorräte für Monate. Das ist in einer städtischen Mietwohnung natürlich nicht möglich, da muss man fatalistischer denken. Aber der Westberliner ansich hat ja Übung aus Mauerzeiten, wo man hier ja noch nicht mal Waffen besitzen durfte. Jetzt decken sich viele vielleicht mit recht fragwürdigen Gerätschaften zur Selbstverteidigung ein und wenn dann doch keine Not kommt? Ballern sie aus lauter Frust in der Gegend herum?

Bis an die Zähne bewaffnete "Prepper" decken sich mit allem ein, was man angeblich zum Überleben bei Cyberangriffen, Ebola, Blackout, konventionellem Krieg, Atomkraftwerksunfällen oder der Landung von Außerirdischen braucht und rudern zum Teil gefährlich nah an den sumpfigen Gewässern der einen oder anderen Verschwörungstheorie. Die Prepper glauben, dass man sich für ALLE Eventualitäten vorbereiten muss und: Sie haben genug Geld, um ihre Ängste als Überlebensstrategie zu kultivieren. UND: viele von ihnen erwarten den "Doomsday", den Tag der Rache, das jüngste Gericht. Womit haben die sich denn das wohl eingehandelt?

PS: Ich decke mich schon mal mit Trockenwasser ein.

Dienstag, 24. März 2015

Wald des Jahres



And the winner is?

Na sieh mal einer an: der Grunewald wurde zum Waldgebiet des Jahres gewählt.
Was im 16. Jahrhundert noch Teltower und Spandower Heide genannt wurde, wuchs nach und nach zu einem grünen Wald zusammen. Und so wurde der Grunewald als Forst von alters her ein königlicher und vor exakt 100 Jahren vom "Zweckverband Groß-Berlin" gekaufter Nutzwald.
Und wer hat's gewählt? Die deutschen Förster.

Als Kinder und Jugendliche sind wir ständig im Grunewald herumgestromert. Wir hatten ja nicht anderes. Außer den Tegler Forst. Aber zu dem haben wir nie eine Beziehung entwickelt. Wie zu fast allem, was im Norden Westberlins lag. Besuche in Spandau, dem Wedding oder im Strandbad Lübars waren eher ungewöhnlich. Die Grenze zum Norden verlief in etwa auf der Höhe der Kantstraße. Ein einziges Mal war ich zu eine "Fete" im nördlichsten Norden, in der Invalidensiedlung hinterm Frohnauer Wald eingeladen und war für die Heimfahrt völlig verloren. Gegen 23:30 Uhr gestartet und gut vier Stunden später mit diversen Nachtbussen, Fußwegen und langen Wartezeiten angekommen...
Das sagt alles. Das wiederholt man nicht.


Donnerstag, 16. Oktober 2014

Die Schuldbehauptung


"Frauen sind eine Belastung für die Wirtschaft", ja - die Wirtschaft könnte sogar ernsthaft Schaden nehmen. Das sagt zwar nicht Schäuble, sondern eine Frau aus der CSU. Da sag ich: Dann geh'n Sie doch mal gleich mit gutem Beispiel voran und fangen bei sich selbst an, Frau Hasselfeldt! Wenn der Herr Schäuble seine "Schwarze Null" erreichen will, müssen zuerst die Frauen abgeschafft oder doch zumindest drastisch reduziert werden, denn die Konjunkturzahlen sinken im gerade noch hochgelobten Deutschen Wirtschaftsaufschwungwunder und die Schuldige ist Gottseidank! gefunden: 
Die bis jetzt nur disukierte und noch gar nicht eingeführte Frauenquote in Führungsebenen.
Das ist richtig so, denn wir wissen doch schon lange:
Frauen sind schon immer an allem schuld!
Zum Beispiel:

... an der Scheidungsrate
... am Chaos auf Pekings Straßen
... an Amokläufen
... am Programm von RTL
... an Erdbeben
... am Fachkräftemangel
... an der Ukraine-Krise
... an hormoneller Umweltverschmutzung
... an Kriegen
... an Raubüberfällen
... am "übel thun" der Männer, womit der Herr von der Vogelweide wohl etwas anderes meinte, als Raubüberfälle.

Aber ist es denn ein Wunder?
Die Schuld wurde schließlich schon bei Adam und Eva festgeschrieben und was in der Bibel steht ist die absolute Wahrheit. (Das haben wir ja inzwischen verstanden...)
Hätte Gott die Welt allein den Männern überlassen, wäre das nicht passiert.
Wie konnte dieser brezelige alte Wuschelbartträger nur auf die Idee kommen, eine Frau zu erschaffen‽ Zum Spaß? Aus Langeweile, weil ihm am sechsten Schöpfungstag nichts Vernünftiges mehr einfiel?
Und völlig überflüssig: Er hat ihr ein funktionierendes Gehirn spendiert!
Die irrwitzige Folge: Frauen verlangen, dass Männer sich wie gleichberechtigte Partner benehmen. Nicht nur in der privaten Beziehung, sondern auch in der Öffentlichkeit und im Großen und Ganzen.
Aber das ist sehr schwierig.
Nicht nur für die Männer
- auch für die Frauen.


Montag, 15. September 2014

Rixdorf Ahoi!

Wetter: bedeckt und warm.
Der wiederholt, noch bis kurz vor der Aufführung angedrohte unwetterartige Regen hat sich, wie sich's bei solchen Gelegenheiten gehört, spätestens vor Neukölln geteilt und ist gepflegt seitlich vorbeigepladdert, so dass die voll besuchte Aufführung störungsfrei vonstattengehen konnte! Die Rixdorfer segeln nun in die Zukunft und erwarten Teil 3 der Rixdorfsaga im nächsten Jahr um die gleiche Zeit.

  

Mittwoch, 10. September 2014

Rixdorf-Saga Teil 2


Endlich ist es wieder soweit!
Die Rixdorfer Festwoche schreitet mit langen Schritten dem Höhepunkt zu: am Samstag das Popraci-Strohballenrollen am Richardplatz und Sonntag spielt sich das Dorf wieder selbst. Beim zweiten Teil der Rixdorf-Saga schippert Rixdorf fröhlich durch die letzten hundert Jahre. Ahoi um 15 Uhr auf dem Böhmischen Platz!
Alles umsonst und draußen!

Nur das Wetter....?
Kräftig Daumen drücken!
Bitte, bitte!

Sonntag, 29. Juni 2014

Meine erste WM


17.06.1970, 16.00 Anpfiff in Mexico City, Estadio Azteca. 50°.
In Deutschland mitten in der Nacht und für Kinder verboten. Trotzdem kletterte ich aus dem Fenster und traf mich mit einer Freundin im Gartenhäuschen ihrer Nachbarn. Die Nachbarn waren noch recht jung und unterstützten unsere mutige Expedition indem sie mit Unmengen von Erdnussflips und Cola aufwarteten.
Es war köstlich und so wunderbar geheim.
Am meisten beeindruckte mich der gefoulte Beckenbauer, der mit ausgekugeltem und wieder festgebundenem Arm einfach weiterspielte! Sowas gibt es nicht mehr. Heute wird schon geweint, wenn nur einer schief guckt. Oder gebissen.
Wer das sogenannte Jahrhundertspiel noch mal nachverfolgen will, kann das hier tun, allerdings mit italienischen Kommentar:



Nachtrag: Ich nehme meine dumme Bemerkung bezüglich des Spielens mit Verletzungen sofort zurück, soviel Kopfverletzungen, Nasenbeinbrüche, angerissene Sehnen und was nicht noch alles da dieser Tage auf den Wiesen der Stadien in Brasilien unterwegs sind...


Donnerstag, 12. Juni 2014

Liebe werdende Mütter!


Wenn ihr nach einem wirklich schönen Namen für euer (noch) Ungeborenes sucht, bietet euch das Internet viele Möglichkeiten. Fündig und und pfundig bespaßt wird man in den Namenslisten auch, und deshalb kann ich hier und heute speziell für euch mein aktuelles Fundstück präsentieren:

Viel Glück und Verstand(!) wünsche ich euch bei euern Entscheidungen,
eure Jette

Samstag, 24. Mai 2014

Kriegserinnerungen


Ich bin froh, dass ich keine eigenen Kriegserinnerungen habe und ich möchte auch in Zukunft nie welche haben müssen. Aber da zur Zeit so sehr viel an den Auftakt des Ersten Weltkriegs und alle möglichen anderen Kriege, einschließlich zukünftiger erinnert oder gar beschworen wird, fand ich es sehr passend, dass sich das Thema in meiner Erinnerung fest mit George Tabori verknüpft hat, der theoretisch heute seinen 100. Geburtstag feiern würde.
Praktisch hat er nur bis zu seinem 93. durchgehalten.

Tabori habe ich persönlich kennengelernt, als ich noch sehr jung war und mich so oft wie möglich zu den Proben einer der extrem seltenen Inszenierungen von "Pinkville" geschlichen hatte.
Noch immer schallt in meinem Erinnerungsohr der rhythmische Chor der Soldaten:

Bauch rein!
Schultern zurück!
Hand hoch zum Gruß!
Der Oberarm bildet zum Unterarm
einen Winkel von fünfundvierzig Grad.

"Pinkville" ist ein recht gruseliges Theaterstück, in dem Tabori die Greuel des Vietnamkrieges am Beispiel des Massakers von Mỹ Lai anklagte und hat (zusammen mit Peter Weiß' "Die Ermittlung") bestimmt mehr zu meiner politischen Bildung beigetragen, als es der Schulunterricht oder die mehr als mangelhaften Auseinandersetzungen mit meinen Eltern vermochten.
Hier ein Ausschnitt aus einem Spiegel-Artikel von 1971, der den Inhalt kurz und knapp beschreibt:

"Tabori will (...) zeigen, daß Drill den Mann zur willenlosen Kampfmaschine "ummontieren" kann.
Das geht ganz einfach, demonstriert Tabori in zwölf "Lektionen". Es geht mit Zynismus, Brutalität und der Ausbildungsordnung jener US-Marinesoldaten, die sich gern als "beste Kampf- Organisation der Welt" bezeichnen.
Nach diesem Reglement wird Taboris Held, ein Jerry O'Carey, gedemütigt, geprügelt, eingesperrt, verhöhnt; er desertiert, er versucht sich umzubringen, erliegt am Ende doch der Seelen- und Gehirnwäsche sadistischer Driller und gibt den Befehl: "Nichts darf übrigbleiben, was lebt!"

Für seine "Lektionen", die durch Songs in der Art von Brecht verbunden werden, hat Tabori Material aus Dienstvorschriften, Ausbildungs-Reports aus dem Calley-Prozeß und GI-Underground-Zeitschriften ausgewertet. Das Resultat: eine grausige Groteske über die Obszönitäten des Krieges."



PS: Inspiriert wurde Tabori zu seinem Theaterstück unter anderem dadurch, dass die veröffentlichten Kriegsreporter-Fotos erschreckend ästhetisch anzusehen waren. Mit der Kritik der "Ästhetisierung" musste er sich dann nicht nur selbst, sondern natürlich auch beispielsweise schon vorher Peter Weiß oder später F.F. Coppola (Apokalypse Now) wegen ihrer jeweils recht speziellen Darstellung von Krieg, Massaker und den dazugehörigen Kollateralschäden auseinandersetzten.

PPS: Wer "Die Ermittlung" nicht kennt, kann auf der oben verlinkten Seite weiter nach unten scrollen und findet dort einige Ausschnitte.

PPPS: Ich finde, Pinkville ist ein ideales Theaterstück für Schüleraufführungen. Wer Interesse am Text hat, wendet sich an den Kiepenheuer Bühnenvertrieb.
 

Freitag, 23. Mai 2014

Tag des Grunzgesetzes

Ja, heute wäre er, der weitgehend unter den Tisch geschlidderte Tag unseres bunderepublikanischen Grundgesetzes. Kein Fest am Brandenburger Tor oder auf der Reichstagswiese oder die Einweihung eines Platzes zu Ehren des Grundgesetzes.* Kommerziell uninteressant? Bis jetzt. Vielleicht sollte man mal überlegen, ob das Heftchen von ausgesuchten US-amerikanischen Wirtschaftsmanagern umgeschrieben werden könnte - als Grunzgesetz. Für geordnete Zustände auf dem Weg zum Schlachthaus.

Dann käme auch endlich dieser völlig verwirrende und komplett
überflüssige Schlussartikel (146) weg:

"Dieses Grundgesetz (...) verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

*) Sattdessen wird neuköllnweit "Europafest" gefeiert. Auch auf dem neu eingeweihten Alfred-Scholz-Platz (der Platz vor der Sparkasse, Quelle, Sinleffers, gegenüber von Hertie, ihr wisst schon).

PS: König Buschi nicht vergessen!

Samstag, 3. Mai 2014

Schulweg


Gerade erinnerte ich mich - warum auch immer - an ein Stück Schulweg meiner Kindheit, auf dem es eine Drogerie mit für meine Kinderaugen übergroßer "Klosterfrau Mesissengeist"-Werbung gab. Vier gotisch anmutende Fenster mit den freundlichen, vermutlich katholischen Klosterfrauen in blauem Licht in trauter harmonischer Einheit mit der danebenstehenden evangelischen Kirche.
Und da dachte ich, fahr doch mal (mit dem Finger auf der Landkarte) hin und sehe mal nach...
Am Zielort angekommen könnte nun Google Streetview wirklich gut sein, wenn die Bilder nicht schon wieder sechs Jahre alt wären. Ich finde Google sollte seine Aufnahmen monatlich aktualisieren, besser täglich. Dann kriegt man auch einen besseren Überblick, wie es auf den verschiedenen Baustellen so vorangeht. Haben die bei Google denn immer noch keine eigene Satellitenflotte? Am Geld kann's ja wohl nicht liegen. Die Menschen auf den Bildern können von mir aus gerne auch automatisch ausgeblendet werden, was ja mit heutigen technischen Möglichkeien (im Vergleich zu vor sechs Jahren) nicht so schwierig sein dürfte, denn meistens Menschen verstellen einem sowieso nur immer nur die Aussicht. Bei besagter Drogerie ist es aber nicht so mit den im Weg stehenden Personen.
Das Gebäude ist rottig geworden.
Die inhaltlosen Klosterfrau-Fensterrahmen auch.

Freitag, 25. April 2014

Brechts Weiber

Jegliche Brechtforschung hat eines nicht herausgefunden, was erst das völlig neuartige Internet möglich machte: Brechts Ehefrauen hatten beide eine so derartig frappierende Ähnlichkeit, dass sie eineiige Zwillinge sein müssten, hätte die zweite nicht erst knapp sieben Jahre nach der ersten das Licht der Welt erblickt. Oder hat hier die Wissenschaft in den göttlichen Plan hineingemurkst und Helene Weigel als den ersten gelungenen Klon verheimlicht?
Oder ist es doch ganz anders und Helene hat ganz gezielt ihr Aussehen dem Mariannens angepasst um den arglosen Berthold in eine Falle zu locken und sich schwängern zu lassen?
Was dahinter steckt erfahren Sie demnächst in einer 247-teiligen Sonderserie in Goldener Kurier extra. Nicht verpassen!

Wikipedia Beweisfotos der verblüffenden Ähnlichkeit

Donnerstag, 6. März 2014

Wem gehört die Welt?


Fast'n Ascherdonnerstag.

Als vor über einem halben Jahr die Wahlen bevor standen, stellte ich mir und auch anderen die Frage, warum wohl das Thema "Stabilisierung der Demokratie" ganz offenbar von den "Volks-"Parteien in ihren Programmen und Diskussionen gründlich vermieden wurde.
Sehr irritierender Weise - jedenfalls für mich - schien das ein allgemein komplett uninteressantes Thema zu sein außer für wenige (eher links orientierte) Parteien und Gruppierungen, Einzelpersonen, Journalisten, Philosophen etc..
Die fanden aber kein ausreichendes Echo und schon gar keine Auseineinandersetzung in den Ebenen, wo Entscheidungen für das gern vergessene Gemeinwohl (noch sind wir eine Republik!) getroffen werden.
Auch die Menschen, die ich beiläufig ansprach, fanden das Thema Demokratie völlig überflüssig.
"Mach dir mal keine Sorgen."
"Was willst'n da diskutieren?"
"Es gibt ja nun wirklich wichtigere Themen."

Seltsam, ich meinte, dass das bei der auch nur eventuellen Aussicht auf eine vielleicht allzugroße Koalition zumindest eines der wichtigsten Themen ist, weil es die Basis für viele andere Entscheidungen bildet.
Doch offenbar sah das nicht jeder so, stattdessen wurde mir recht gerne ein surrealistischer Mix aus Verfolgungsangst und Verschwörungstheorie angehängt.

Es kommt nicht so sehr darauf an, dass die Demokratie nach ihrer ursprünglichen Idee funktioniert, sondern, dass sie von der Bevölkerung als funktionierend empfunden wird.“ (Rudolf Augstein, Spiegel) 

Diesen Satz scheint sich unsere (mehrheitlich gewählte?) Regierung zur Prämisse gemacht zu haben.
Ob sie ihn von Herrn Augstein übernommen hat oder doch viel eher von "den Märkten", den hochverehrten, angebeteten, alles bestimmenden, die Erde drehenden Märkten abgeguckt hat, die ja schon lange nur noch danach handeln, dass es sich für den Verbraucher "gut anfühlt", "wertig aussieht" oder "als nachhaltig empfunden" wird.
Was tatsächlich drin steckt, ist doch vollkommen egal.
Und erst recht das, was sie oder er wirklich bräuchte.
Da könnte ja jeder kommen!
Und außerdem wäre es unprofitabel.
"Das rechnet sich nicht".
Nö.
Genauso wenig wie anständige Bezahlung für Arbeit aller Art, nicht nur für Bundestagsabgeordnete oder organisierte Schwermetallarbeiter, sondern ganz besonders auch für Arbeit, die kaum einer machen will, wie Klofrau, Müllsortierer und ähnliches.
Oder Teilzeitarbeit für alle, nicht nur bei Nachweis mehrfacher Elternschaft.
Oder mehr Zeit für Gemeinsamkeit statt 60-Stunden-Wochen am Rande des Wahnsinns.
Oder schnelle Hilfe für Bedürftige statt jahrelanger absurder Verzögerung durch immer neue Antragsformulare.
Oder die Förderung und Unterstützung kleiner Fachbetriebe und -geschäfte statt flächendeckender Freigabe zur Übernahme anonymer Megakonzerne.
Oder, oder, oder es gibt sovieles was "sich nicht rechnet".
(Davon abgesehen, das nicht's sich selbst rechnen kann. )

Aber es könnte die Menschen zufriedener und glücklicher machen.

Und nicht nur satt, träge und komplett desinteressiert am Wohlergehen anderer.

Ich bin aber froh, dass es immerhin hie und da einzelne kleine Lichtblicke gibt, z. B. bei den - wenn auch immernoch sehr wackligen -Ideen für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Bei unabhängigen Gutachtern für Pflegestufen und nicht zuletzt bei den sich mehrenden Pfeifenpustern, die den unterkühlten Welteigentümern ein bisschen Feuer unterm Arsch machen. Noch brennt das Feuer nicht so richtig, das Aufgeben scheinbarer Sicherheit macht vielen noch zu viel Angst....
Das verhält sich so ähnlich, wie bei einer schweren chronischen Depression: Der Patient hat sich mit ihr arrangiert und möchte sie nur ungern hergeben, denn in einem Leben ohne diese alte hässliche Weggefährtin kennt man sich erst recht nicht aus.
Der deutsche Mehrheitswähler ist dringend (!) therapiebedürftig.

PS: Was sich in Augen der Marktleiter rechnen würde, wäre vermutlich, wenn es den lästigen menschlichen Verbraucher (in grauer Vorzeit "König Kunde" genannt) gar nicht mehr gäbe, sondern Verbrauchsgüter/Waren aller Art von Computern an Computer verkauft würden. Ach, wenn es doch endlich nicht nur vereinzelte selbständig für Nachschub sorgende Testkühlschränke gäbe...

PPS: Darauf dass die CDU das C aus ihrem Namen entfernen sollte, wird ja schon Jahrzehnte lang hingewiesen, ich plädiere jetzt außerdem, das D zu entfernen. Was übrig bleibt wäre zwar ein bisschen wenig, aber ehrlich. U.

PPPS: Eine Demokratie braucht eine starke Opposition, sonst ist sie von einer Diktatur schwer zu unterscheiden. Da muss man der Oppositionsführung in der Person vom diktaturerfahrenen Herr Gysi die Daumen drücken, dass es ihm gelingt, nicht nur seine Linken, sondern auch die aufstandsmüden Grünen ausreichend anzupeitschen.

Samstag, 15. Februar 2014

Satte Trägheit


Tagtäglich werden wir vielfach belogen und betrogen. Die Unmöglichkeit niedrigerer Fahrscheinpreise oder die Alternativlosigkeit der so genannten Bankenrettung. Doktortitel sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen, Pharmalobbyisten fälschen Forschungen und Autolobbyisten fälschen Untersuchungsergebnisse, Bioeier kommen aus konventioneller Käfighaltung und der gute alte Klassiker: Schummelpackungen.
Ich habe heute mal wieder eine Schummelpackung erstanden, einen USB-Stick, der 16 GB zur Verfügung stellen soll, aber was sehe ich da:

Das sind immerhin glatte 10% Differenz* zur Deklaration!
Der weltweite Betrug schont niemanden, auch Betrüger werden betrogen. Weil sie mit ihresgleichen verkehren.
Nur macht's denen nicht soviel aus, weil's selten ums letzte Hemd geht.

Ums letzte Hemd ging's und geht's seit Jahrhunderten bei den Afrikanern. Erst hat man die Menschen verkauft, dann ihren Grund und Boden okkupiert und weil das nicht reichte, hat man ihnen schließlich wirkungsvolle Kriegsgerät in die Hände gedrückt, alle gegeneinander aufgehetzt, damit sie sich gegenseitig ausrotten (Heutzutage muss man sich ja nicht mehr selber die Hände schmutzig machen). Wer da nicht mitmacht, wird alternativ konsequent  mit Medikamenten, Wasser oder was sonst noch zum Überleben nötig wäre, unversorgt.

Aber nun soll sich ja nach Kindergarten-Urselchens Idee Deutschland wieder mehr in afrikanischen Krisengebieten engagieren. Nicht etwa im Kampf gegen Aids, mit Bildungsangeboten für alle, dem Beenden der gezielten Austrocknung ganzer Landstriche etc., sondern (nicht vergessen: sie ist jetzt für die Kriegsabteilung zuständig) mit noch mehr Waffen, Militäreinsätzen und einer anständigen Ausbildung für Soldaten.
Weil das die humanitäre Not lindern würde oder diktatorische Systeme ändert?
Quatsch!
In Afrika geht es, wie eh und je um die Sicherung und Abschöpfung von Rohstoffen und anderen Ressourcen für den mitteleuropäischen Lebensstandard. Und der hat nun mal ständig zu steigen.
Egal wer oder was dafür ausgebeutet wird. Wer das womit bezahlen kann oder muss.
Der geraubte Reichtum muss steigen, sich mehren, in den Himmel wachsen, damit wir satt und zufrieden die Klappe halten und uns nicht aufregen, wenn Tag für Tag, manchmal Stunde für Stunde neue Unsäglichkeiten aufs Tapet kommen, die alle zu erfassen wir schon lange nicht mehr fähig sind.
Und Politiker (welchen Staates und welcher Couleur auch immer) genauso wenig. Oder Wirtschaftsmanager, Heerführer, Charttechniker und "die fünf Weisen" zusammen.

So. Genug lamentiert.
Meine Laune sinkt enorm, um so länger ich mich mit dem Thema beschäftige.
Ich gehe jetzt mal ein bisschen konsumieren und dann sitze ich weiter meine satte Trägheit breit und frage mich, ob der 'Charttechniker' ein schöner empfehlenswerter "Beruf" ist, der immernoch Zukunft hat?
Oder ob Börsenmakler sich doch wieder der guten alten Kaffeesatzleserei zuwenden, die auch nicht besser oder schlechter ist...


* Orientieren sich die USB-Stick-Speicherplatz-Konstrukteure in China etwa an unseren deutschen Wohnungsmietflächenregelungen, die bis zu 10% Abweichung keinen Widerspruch dulden?


Sonntag, 22. Dezember 2013

Besinnungslos


Bei der Hatz nach Weihnachttrubel gerät schon mal das eine oder andere ins Wanken. Plötzlich steckt der Kopf eines kleinen dicken Mannes in der selbsttätig schließenden U-Bahntür, dann verliert ein hochgewachsener schwedischer Herr die Balance und trudelt schlenkernd durch sieben Achtel des Zugabteils, im achten Achtel gelingt es ihm endlich, mit Hilfe anderer Passagiere, den Halt wiederzuerlangen. Allüberall schlägt einem zu jeglicher Tageszeit warmsüßer Alkoholgeruch die Nase blau, und plötzlich und unvermittelt in der Fasanenstraße angekommen, erinnert sich mein Hirn ebenso plötzlich und unvermittelt an winterliche Erbsensuppe bei Aschinger am Zoo.

Ich war noch zu klein für Erbsensuppe und außerdem mochte ich den Speck darin nicht, ich bekam schaumige süße Mixmilch. Draußen regnete es trostlos vor sich hin, wie zu oft im Dezember, drinnen war es warm und voller plappernder Menschen, die sich alle sehr wichtige Informationen mitteilten, denn es gab noch kein Handy, sms, twitter oder sonstewas. Ein paar wenige verbrachten hier ihre Wartezeit für einen Fernzug nach irgendwo im fernen Westdeutschland.

Beim Weihnachtsbaum hatte man noch die Wahl zwischen Fichte, einfacher Tanne, Blautanne und was nicht noch alles. Heute gibt's ja nur noch kostspielige Nordmannstannen und für ein paar knorrige Exoten werden ein paar knorrige Kiefern angeboten.
Im Kindergarten hingen süße Kringel und Sterne im Baum, die wir uns an dunklen, aber recht gemütlichen vorweihnachtlichen Nachmittagen mit einem langen Haken herunterangeln durften. Um in den Besitz des Hakens zu kommen musste man jedoch zuvor Eine Aufgabe lösen. Etwas aufsagen, vorsingen oder ein Rätsel lösen, z.B. ein solch stimmungsvoll-romantisches:

Wer es macht, der braucht es nicht,
wer es kauft, der will es nicht;
wer es braucht, der weiß es nicht.

Die Antwort gibt's beim nächsten Mal.

Samstag, 9. November 2013

24 Jahre ist's nun her...


...als auch die DDRsche Neuererbewegung mit der Öffnung der der Mauer und der anschließenden Wiedervereinigung in die Mülltonne gestampft wurde, aber ein paar fröhliche Erfindungen aus alten Zeiten tauchen hie und da im Internet auf, keine Ahnung, ob sie noch in der realen Welt wertgeschätzt werden, wie zum Beispiel der Hupomat; die BH-Kamera; die Vorschaltung eines außer Dienst gestellten Walzenstuhls als Brechstuhl, zur Entlastung des Körnerstuhls; die Buchstabenzählertabelle; viele schöne Spiegelschilder und so einiges mehr.

In f ist der Brechstuhl m angeordnet
 
 PS: Ein Brechstuhl hat nichts mit Brechdurchfall oder gar Mundstuhl (Kopremesis/Miserere) zu tun! Letztere gehören unter die Aufsicht eines Arztes, ersteres unter Aufsicht eines Müllers.

Und Spiegelschilder spiegeln nichts, sondern machen aus der Rückseite eines Außenspiegels einen nützlichen Informationsträger.



Sonntag, 8. September 2013

Olympiaboykott?

Das erinnert mich an was:

Was bringt ein Boykott der Olympischen Winterspiele 2014 in Russland? Zum Beispiel manch lustige Szene - wie beim  Boykott vor 33 Jahren.
Die damaligen olympischen Sommerspiele brachten zum Beispiel beim Springreiten / Alternativlink (ich habe es selbst gesehen) auch solchen Teilnehmern Ehrungen, die mit dem Pferd unter der Hürde durchrutschten...
Vielleicht gewönnen ja diesmal welche, die beim Skispringen das Sportgerät verlieren, dem 4er-Bob hinterherlaufen oder beim Freestyle im Schnee versacken, wer weiß?

Der Situation russischer Homosexueller bringt das allerdings nichts. Also, lieber nach jahrelangem mühe- und sehnsuchtsvollem Training hin und ran an die Medaillen und ansonsten tapfer und fröhlich demonstrieren!



Freitag, 5. Juli 2013

Wenn ich das gewusst hätte...

...wär ich nicht mitgekommen!
Das war der Running Gag aus "Krieg der Knöpfe", 1962.

"Nichts gewusst" zu haben ist schon seit einigen Jahren wieder hoch in Mode und treibt immer unglaublichere und prächtigere Blüten.
Völlig überraschte Kulleraugen staunen über die Profitorientierung nach der Privatisierung von Krankenhäusern, Stromanbietern und ähnlichem. (Zwischendurch viele andere schöne Dinge mit Rücktritten und was weiß ich) und nun Frau Merkels romantische Phantasterei von der kompletten Ahnungslosigkeit über die Arbeit "befreundeter" Geheimdienste...

"Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir kein Internet gekauft!"
Mensch Muddi, Neuland hin, Neuland her, jetzt hör mal auf, die Verwirrte zu spielen. Auch wenn unser Geheimdienst vielleicht unfähig sein sollte, mitzukriegen, wer auf welche Weise und zu welchen Zwecken am flächendeckenden Auspionieren des dir anvertrauten Landes samt seiner Einwohner beteiligt ist, - du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, nichts gewusst zu haben. Da reicht ein Quäntchen gesunder Menschenverstand, um endlich die Prinzipien kapitalistischer Gesellschaftsordnungen zu akzeptieren und dann ist das doch keine Überraschung!
BND hin, BND her.

Und was bedeutet denn eigentlich im Bezug auf die USA die Bezeichnung "echte Freunde" (...machen doch sowas nicht!)? Ist und war das nicht immer eine Zweckgemeinschaft zur jeweiligen Machtmaximierung?
Meine - vielleicht doch sehr private - Definition von Freundschaft geht jedenfalls irgendwie anders.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Rolfi


Zur Erinnerung an die Einführung der neuen Postleitzahlen habe ich zwei alte Texte ausgegraben, verfasst im Juli 1993, und etwas zusammengekürzt:

Neue Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen (fünf). Ich kann's schon lange nicht mehr hören. Wie kann man sich nur so einen Schwachsinn ausdenken!!! Und mit diesem Schwachsinn haben sie uns so sehr bombardiert und genervt und abgelenkt von wichtigen Dingen, daß ich am Morgen des 1. Juli beim Hören der ersten Nachrichten im Radio völlig vor den Kopf geschlagen war, als sich die erste Meldung nun plötzlich gar nicht ,wie erwartet um Postleitzahlen, sondern um Gesetze zur Änderung der Asylverfahren ging. Beschlossen und besiegelt und ab eben jenem Tag gültig.

In der S-Bahn sitzen mir zwei junge Herren gegenüber, welche identisch gleiche buntbedruckte T-Shirts trugen. Ob sie nun aber zerstrittene Freunde, oder sich völlig fremde Personen waren, die sich nur zufällig nebeneinander gesetzt und dann mit Erschrecken festgestellt haben..., ich beschrieb es ja schon. Jedenfalls starren die beiden in die jeweils andere Richtung, der eine aus dem Fenster, der andere auf den Mittelgang. Manchmal jedoch drehen sie, wie auf Verabredung, langsam und vorsichtig die Köpfe zueinander, um sie dann schnell wieder zurückschnappen zulassen. Nach einiger Zeit unterlassen sie auch solche Blickwechselversuche, nicken, leicht schläfrig, ein wenig in ihrer Haltung ein, und ich stelle mir vor, daß sie bis nach Oranienburg fahren und dann mit völlig steifen Hälsen aussteigen.
Ich steige schon lange vorher aus und um, denn ich muss noch ein Geburtstagsmitbringsel besorgen.

Bei Tchibo gibt es ja wieder mal tolle Geschenkideen vom praktischen Gemüsehacker bis zum Melamintablett mit attraktivem Früchtedekor. Nur leider sind die kleinen Würfelradios schon wieder vergriffen, und die freundliche Verkäuferin möchte keine nachbestellen, da sie erst einmal die diversen Reisekoffer-Sets loswerden muß. "Die nehmen ja soviel Platz weg."
Vorschlag: vielleicht sollte sie einfach die vielen unnützen Kaffeepakete rausschmeißen, dann wären ein paar Regale frei. Und dann könnte sie alles vollstellen mit Würfelradios und ich würde gleich mindestens drei für Peter zum Geburtstag kaufen, und andere Leute vielleicht auch und zack, dann wäre schon wieder Platz für Kaffee. Aber auf mich hört ja keiner.
Und wer trägt den Schaden davon?
Peter, denn er be­kommt nun kein angemessenes Geburtstagsgeschenk in Form von Würfelradio-Drillingen.

Im Schalterraum der Post stehen heute fast nur Leute, die sich an den Geschlechtsteilen kratzen.
Ich schaue verärgert, aber höflich weg und verlasse die Anstalt. Postleitzahlen-Rolfi-Frisbees und Rolfi-Drachen kann man sowieso nicht kaufen, die sind alle nur für die Dekoration da.
Und für die neuen Postleitzahlen.
Sonst wäre das ja vielleicht auch noch eine hübsche Geschenkidee gewesen. Aber, da fällt mir ein, es gibt doch da noch so'n andern Rolfi, der wirbt für Kondome.
Da müßte doch vielleicht noch was zu holen sein!
Frische Kondome sind doch immer was feines, da kann man die alten, überlagerten endlich mal rausschmeißen.

Überlagert ist auch mein altes Poesiealbum voll mit braven Empfehlungen und Hinweisen, zum Beispiel schrieb eine Schulkameradin jenes:
Viel Hören, viel Schweigen, diese Kunst mach Dir zu eigen!
Zur freundlichen Erinnerung an Deine Schulkameradin

Nur doof.
Keine Quelle des Frohsinns und der Heiterkeit. Nicht mal lustige Schreibfehler kann ich entdecken. Im ganzen Poesiealbum nicht! Weil, wir haben ja noch richtig Deutsch gelernt. Wenn ich da in die "Freundschaftsbücher" heutiger Drittklässler schaue, sieht's schon ein wenig anders aus:

Name:                ROMINA 
Geburtstag:         Juni 6.
Haarfarbe:          Blont
Augenfarbe:        Blau
Besondere
Kennzeichen:      Somersch prosen
Lieblingsfächer:   Deutch Mate und Schport
keinen Spaß
macht:               Riligun und Basteln
Lieblingslehrer:   Fraru Raufuß
Hobbys:             schwimen
Berufswunsch:    ist Babie Haus
Lieblingsmusik
oder Gruppe:      Kinder-Hit-Perad.
                           meil kil-Scheksen
Lieblingsfilm:      Lila-laune-Ber
Lieblingsbuch:     Mikimaus und Eintife Brun.

Das ist doch was.
Da purzeln fröhliche Glücksradbälle auf uns herab. Für alle Blonden und Blauäugigen. Und die beiden jungen Männer in der S-Bahn. Und für alle, die schon mal Kontakt mit Außerirdischen hatten. Auch wenn man munkelt, daß diese Personen gar nicht so glücklich darüber seien, aber dann brauchen sie die Bälle um so mehr. Vielleicht könnten sie die wassermelonenköpfigen E.T.s zu einem Freundschaftsspiel überreden. Natürlich ohne Worte.

Und anschließend könnten sie dann zu Tchibo gehen, eine Tasse Kaffee im Stehen schlürfen und dabei einem nachgelieferten Würfelradio lauschen.

Außerirdische mögen sowas. Hab' ich in einer Statistik gelesen. Und weil's mir keiner glauben würde, hab' ich sie aufgehoben:
Erdlinge
in Biergärten sitzen
Ehrenmäler ansehen
Socken stricken
Außerirdische
Würfelradio hören
Werbegeschenke tauschen
 Postleitzahlen mischen

PS: Übrigens, der Werbespot mit den Kindern und den transzendentalen Zahlen hat mir gut gefallen.

PPS: Heute würde ich mich für einen anderen Spot entscheiden... 
Hier die Clips von sechs bekannten Autoren zum selbst entscheiden...

Sonntag, 11. November 2012

Kurbelsäge


Vorgestern war übrigens ganz nebenbei gesagt unter anderem und neben allen Staatsfeierlichkeiten und Gedenken auch "Tag der Erfinder". Schade, dass der Tag in diesem Schatten verschwindet und es nur einen einzigen davon im Laufe des Jahres gibt. Ich plädiere für ein ganzes Jahr der Erfinder, 365 Erfindertage würden vielleicht mehr Ergebnisse hervorbringen - nein besser noch eine ganze Dekade!

Früher, als es noch Stabil-Baukästen gab, waren alle Kinder respektierte kleine Erfinder. Sie mussten/durften ihr Spielzeug mit mit eigener Kraft konstruieren, von zangengebogenen Buddelförmchen aus Blechdosendeckeln bis zur Kurbelsäge aus dem Metallbaukasten.
Dem Neuköllner Kind wurde der einzig wahre Baukasten unter den Weihnachtsbaum gelegt: Ein Stabil-Baukasten aus Franz Walthers Ingenieur Bauspiel -Fabrik in der  Harzer Straße. Hier konnten weder Trix noch Märklin locken, sollten doch die andern damit klarkommen.


In meinen kindliche Erfindergeist mischte sich auch noch  Fischer-Technik und für ein kleines eiförmiges eierndes Riesenrad mit zwei oder drei Gondeln gab's dann auch schon mal einen kleinen Wettbewerbspreis. Dann war aber Schluss mit Baukastenerfindungen.


Die Firma von Herrn Walther ging den Bach runter, nachdem die Mauer das größte Liefergebiet von Westberlin abschnitt. In der DDR enstand die Alternative Technikus und im Westen und Süden Deutschlands war man sowieso mehr der Konkurrenz zugeneigt.

PS: Im letzten Jahr hatte ich schon mal eine Kurbelsäge vorgestellt, allerdings muss es sich da vom Wesen her um gänzlich anderes Ideengut handeln, denn außer der Anwesenheit einer Kurbel scheint es keine Gemeinsamkeiten zu geben.

PPS: Häufiger ist mir im Leben das rechts abgebildete Teil (z.B. auf Flohmärkten) begegnet und außer, das es in einen Matallbaukasten gehörte, hatte niemand einen blassen Schimmer, warum es so eigenartig geformt war. Nun weiß ich's dank der Bauteilbeschriftung auf dieser gefundenen Abbildung.
Jetzt aber frage ich mich, was wohl ein "Gewichtsmotor" sein könnte?
Sowas wie die das Getriebe einer Standuhr mit Ketten und Gewichten?


PPPS: Buddelförmchen selber machen? Ja, so eine Art Tortelett oder  Muffinförmchen.
Ganz einfach - mit Dosendeckel und Zange.