im Sonnenschein die Beine überm Wasser baumeln lassen...
z.B. am Unterhafen.
Freitag, 29. April 2016
Nach dem Essen
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Jette
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Sonntag, 22. November 2015
Fernwärme
Gerade eben: Ich öffne die Balkontür und sehe als erstes fünf rauchende Kraftwerks-Schornsteine.
Ich habe das Gefühl, das werden jedes Jahr mehr. Warum wird denn da so heftig geheizt? Haben wir plötzlich 20° minus? Ich atme ein. Nö. Dann fällt mein Blick auf's naheliegende, die düsteren Konturen auf dem Balkon. Die sind ja gar nicht so düster wie sonst - es hat geschneit! Oder gematscht.
Wegen der langen Belichtungszeit und meinem chronischem Stativmangel ist das Bild natürlich einigermaßen verwackelt...
Für die Flüchtlinge am "LaGeSo", die morgen einen Termin haben, heißt es: durchhalten und im Schneematsch übernachten. Die Wärme bleibt fern.
Ich wünsche ihnen allen viel Kraft und Hilfe und Glück für eine friedliche Zukunft!
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Jette
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Montag, 14. September 2015
Karriere

Karriereberater machen manchmal seltsame Vorschläge.
Doch wer es ernst meint mit der eigenen Zukunft, sollte sehr vorsichtig sein mit "einen Schritt weiter gehen".
Vor allem, wenn der Zug gleich einfährt.
Dann könnte es mit der Zukunft, selbst als Zugführer schnell zu spät sein.
Psssst, ich hab noch ein paar Ns zu verkaufen.
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Jette
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Sonntag, 5. Juli 2015
Elbphilharmonie wird abgerissen
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Jette
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Samstag, 4. April 2015
KAR-
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Samstag, 10. Januar 2015
Orkanisation
Das Wetter sollte sich gestern anständig orkanisieren und ja - da draußen vor der Tür donnerte es, stürmte ein wenig und Hagel prasselte gegen die Fensterscheiben. Mit einer angekündigten Höchstgeschwindigkeit von 38 km/h erreichte der Wind eine sogenannte "frische Brise".
Orkane haben dagegen lieber ein Tempo von über 100 km/h.
Auch in kleinen Boen.
Orkanboen meine ich.
Sonst sind sie keine.
Wer sich mit Bleigürteln ausrüstet und mit geprüften Karabinern an den dafür vorgesehenen Haltestangen sichert, die seit 2002 an jeder Hauswand Pflicht sind, braucht keine Angst vorm Wetter zu haben. Aber Obacht:
Es könnten olle abgebrauchte, herumliegende Weihnachtsbäume samt Lametta und dem restlichen Brimborium ungeachtet jeglicher Verkehrsregeln flott die Straßenseite wechseln.
Heute auch noch mal.
In die andere Richtung.
PS: Die ganz kreativen halten ein Bündel verschiedengroßer Flöten in den Wind, denn heute ist Internationaler Tag der Blockflöte!
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Donnerstag, 1. Januar 2015
Neujahrsbesuch
Habe eine Stippvisite beim zukünftigen "Asylantenheim" in Harvestehude (Sophienstraße 1a, Hamburg) absolviert. Standort ist prima. Schräg gegenüber steht allerdings ein denkmalgeschütztes Haus mit zweifelhaftem Geschichtshintergrund. Ein ehemals prunksüchtiger, hässlichgrauer Nazibau wurde totalentkernt, um ihn anschließend mit neuer Innerarchitektur und luxuriösen Apartments zu füllen. Ich würde ja sagen, nicht die sogenannten "Superreichen" sind unpassend in der Umgebung einer Flüchtlingsunterkunft, sondern die gruselig düsteren Nazi-Hinterlassenschaften und vielleicht auch die Menschen, die in sowas gerne einziehen mögen.
Es könnte möglicherweise was bringen, wenn man das aufdringliche Gebäude grün mit rosa Punkten anstreicht, da würden die Asylsuchenden wenigstens was Lustiges sehen, wenn sie dann aus dem Fenster schauten. Aber der Denkmalschutz erfordert mit Sicherheit nicht nur den Erhalt der architektonischen Formgebung sondern auch (und ganz besonders) der schmutziggrauen Düsternis.
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Mittwoch, 31. Dezember 2014
Fernsehkult
Heute ist wieder Tag des "Dinner for one". Von morgens bis abends, auf allen Sendern, mit O-Ton, Untertiteln oder auch in diversen deutschen Dialekten. Früher gab es einen einzigen Sendetermin, zu dem man sich verabredete mit Freunden oder in der Familie, um ein gemeinsames Erlebnis zu genießen. Heute guckt jeder, wann es ihm gerade am besten passt, oder nur auf seinem Lieblingssender oder auf Youtube oder trifft sich zum Public Viewing. Allein, nebenbei, zufällig, denn es gibt ja genügend Wiederholungen.
Das gleich galt auch schon zu Weihnachten für "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" oder "Weihnachten bei Hoppenstedts".
Das Feuerwerk draußen vor der Tür ist auch immer das gleiche, es sei denn, es sprengt mal wieder jemand seine Wohnung mit illegalem aber kräftigem osteuropäischen Wumms in die Luft.
Oder man wechselt den Betrachtungsort:
| (hier war mal ein prima Bild...) Ab sofort, 30.4.2015 17:19 Uhr, gibt es hier KEINE farbenfrohe Silvester-Feuerwerks-Fotocollagen-Postkarte mehr ... |
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Jette
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Freitag, 19. Dezember 2014
Die neue Rentnermaut
Ab 1. Februar 2015 soll in ausgesuchten Kleinstädten (s.u.) unabhängig von der Planung einer allgemeinen PKW-Maut eine Rentner-Maut getestet werden.
Rentner halten zunehmend den fließenden Verkehr auf. Dieser Erkenntnis liegt u.a. der demografische Wandel zugrunde, der sich besonders in Kleinstädten mit idyllischer Lage und in den Vorstadtgebieten größerer Metropolen nachweisen lässt.
Rentner als Verkehrsteilnehmer welcher Art auch immer haben die Neigung, den durch ausgeklügelte Ampelschaltungssysteme erzeugten gleichmäßigen Verkehrsfluss nachhaltig zu stören oder sogar aufzuhalten. Das liegt zum Teil an häufiger auftretender Demenz, wie auch der ganz bewussten Ignoranz gegenüber dem zunehmenden Tempo des allgemeinen Weltgeschehens.
Verminderte körperliche Fähigkeiten spielen auch eine nicht unerhebliche Rolle, da sich nach wie vor nur ein kleiner Teil der betroffenen Bevölkerungsgruppe nachweislich ausreichend sportlichen Betätigungen widmet, um bis zum Ende des zu erwartenden Lebensalters fit genug für die täglichen Herausforderungen zu sein.
So kommt es immer wieder zu unerträglichen Störungen des Straßenverkehrs, weil die raffiniert programmierten Lichtanlagen zu häufig sinnlos erscheinen. Nun soll durch die neue zukünftige Zwangsabgabe ab dem Tag des Altersrenteneintritts dazu beitragen, Möglichkeiten zu erforschen und Techniken zu entwickeln, Rentner zuverlässig von der Straße fernzuhalten.
"Damit schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche", äußerte der Sprecher einer von Dobrinth, Gröhe und Schwesig extra ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft, Hans Schneiderlein in einem Interview, "einerseits machen dann die Verkehrssteuerungsanlagen wieder erkennbaren Sinn, des weiteren stören senil herumtatternde Greise nicht mehr die jung-dynamische Ausstrahlung unsere Stadtbilder und nicht zuletzt: fitte Rentner werden so lange als irgend möglich produktive Wirtschaftsfaktoren darstellen, statt den Rentenkassen auf der Tasche zu liegen."
Möglicherweise erübrigt die Rentner-Maut sogar die stark in Kritik geratene Ausländer-Maut (neu: "Infrastrukturabgabe"), da die Zahl verkehrsunfähiger Greise schon in wenigen Jahren so immens ansteigen wird, dass die Gruppe der zu taxierenden Ausländer dagegen "einen Klacks" darstellt. Bairische und thüringische Vertreter in der Arbeitsgruppe diskutieren außerdem, ob ausländische Rentner und vor allem Flüchtlingsrentner möglicherweise eine höhere Maut zahlen sollten, wenn sie das Wort "Infrastrukturabgabe" nicht akzentfrei aussprechen können.
Wo und wie lange wird die Rentner-Maut getestet? Für den Rentner-Maut-Test, der sechs Monate bis zum 31. Juli dauern soll, wurden per Losverfahren alle deutschen Kleinstädte mit Lu am Anfang und einer Einwohnerzahl zwischen 18000 und 20000 bestimmt.
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Sonntag, 29. Juni 2014
Meine erste WM
17.06.1970, 16.00 Anpfiff in Mexico City, Estadio Azteca. 50°.
In Deutschland mitten in der Nacht und für Kinder verboten. Trotzdem kletterte ich aus dem Fenster und traf mich mit einer Freundin im Gartenhäuschen ihrer Nachbarn. Die Nachbarn waren noch recht jung und unterstützten unsere mutige Expedition indem sie mit Unmengen von Erdnussflips und Cola aufwarteten.
Es war köstlich und so wunderbar geheim.
Am meisten beeindruckte mich der gefoulte Beckenbauer, der mit ausgekugeltem und wieder festgebundenem Arm einfach weiterspielte! Sowas gibt es nicht mehr. Heute wird schon geweint, wenn nur einer schief guckt. Oder gebissen.
Wer das sogenannte Jahrhundertspiel noch mal nachverfolgen will, kann das hier tun, allerdings mit italienischen Kommentar:
Nachtrag: Ich nehme meine dumme Bemerkung bezüglich des Spielens mit Verletzungen sofort zurück, soviel Kopfverletzungen, Nasenbeinbrüche, angerissene Sehnen und was nicht noch alles da dieser Tage auf den Wiesen der Stadien in Brasilien unterwegs sind...
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Jette
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Samstag, 21. Juni 2014
Tag der Verkehrssicherheit
Hab mich mal getraut, ein Beweisfoto zu machen....
Hab mich dabei gefühlt, wie ein hässlicher, hinterhältiger, gemeiner Denunziant und gehofft, dass der Wagenbesitzer nicht angegelaufen kommt, um mir die Kamera wegzureißen...
Furchtbar.
Dabei ist es doch so schön, dass die Karl-Marx-Straße endlich einen Radweg, respektive "Schutzstreifen" hat. Wenigstens teilweise. Und glücklicherweise nicht überall zugeparkt. Meistens aber an gefährlichen oder engen Stellen, so dass das Ausweichen zu einem riskanten Manöver werden kann.
Was man auf dem Foto nicht sieht: An dieser Stelle befindet sich auf der Mitte der Straße die Insel eines Fußgängerüberwegs (rechts sieht man die dazugehörige abgesenkte Bordsteinkante).
Ach und übrigens, liebe meist junge männliche, aber auch weibliche, allesamt innerlich blonde, trödelnde und eilige "Radfahrende" auf Fahrrad- und Schutzstreifen (und anderen Radwegen):

Und nicht erst dann, wenn Falschparker auftauchen...
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Jette
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Dienstag, 17. Juni 2014
Nacktflugverbot am BER
(jmz) Immer mehr Westdeutsche fordern ein Nacktflugverbot für ostdeutsche Flughäfen. Diese Forderung soll vor allem für den in Planung befindlichen BER gelten. Bei den ersten Testbauten, die auf dem zukünftigen Flughafengelände errichtet wurden, zeigten sich doch erhebliche Planungsmängel. Dies betrifft insbesondere empfindliche Zugluftströme in den Abfertigungshallen. Ostdeutsche Passagiere sind von Natur aus abgehärteter, da sie zu einem nicht unerheblichen Anteil an die alte DDR-Freikörperkultur gewöhnt sind.
"Wir hatten ja nichts" ist auch heute noch nach 25 Jahren Grenzöffnung ein gerne angeführtes Argument.
Die Westdeutschen fordern hingegen bessere Klimaanlagen, Fußbodenheizungen in sämtlichen Wartebereichen und Sichtschutz an sämtlichen Glasfassaden: "Wenigstens ein paar ordentlich Stores werden doch wohl im Buget sein!" Manche drohen sogar: "Sonst werden wir, wie schon zu Mauerzeiten die Existenz von Westberlin und und der Zone einfach ignorieren!"
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Samstag, 10. Mai 2014
Flugfeldbesuch
Hörst du? Die Feldlerche singt!
Rund um ihr Brutgebiet ist Absperrband
locker gespannt
und im Wechsel mit dem Lerchengesang
flattert und knattert es im Wind.
Am Rande des Flugfeldlerchensperrgebiets
liegen wir auf den Bäuchen und sehen
den Krähen zu.
Sie starten und und landen
wie früher die Flugzeuge
nur viel leiser
und viel eleganter.
Ob sie wohl Feldlercheneier
zum Mittagsmahl mögen?
PS: Vergesst nicht die Volksabstimmung zum Erhalt von 100% Tempelhofer Feld!
Zur freundlichen Verwirrung des Wählers wurden ja gleich zwei Fragen formuliert:
1. Abstimmungsfrage (kurz zusammengefasst: dauerhaft 100%iger Erhalt):
JA
2. Abstimmungsfrage "Erhalt der Freifläche" (kurz zusammengefasst: Teilbebauung, vor allem auf Neuköllner Seite, adieu Feldlerche!):
NEIN
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Samstag, 12. April 2014
Alles Schwindel?
Was hat den 71jährigen Flughafenchef wirklich aus der Kurve fliegen lassen? Ist es die hohe Verantwortung? Sind es die vielen Sexaffären? Oder war es das letzte Fläschchen Schlehenfeuer?
Nach einer zweiunfünfzigstündigen Marathonsitzung zum Thema Rauchabzug war es vermutlich besonders der eingeschobene Vortrag des Physikers Dr. Jens Halbhahn "Varietäten der Verwirbelungstechnik in metallischen Röhren", der Herrn Mehdorn erheblich ermüdete und vermutlich zur Unachtsamkeit am Steuer seines A8 führten.

Was sagt der Spezialist?
Nach Auskunft eines turbulenzgerontologischen Experten, wirkt diese Thematik auf ältere Menschen geradezu lähmend. Allerdings träte die Lähmung in seltenen Fällen erst verzögert und nur für kurze Zeit ein. Vermutlich war es die Autobahnkurve, die bei Mehdorn diesen Moment auslöste und ihm in Kontakt mit der Leitplanke brachte. Andere Patienten leiden schwerer unter der sogenannten Triesellähmung und können sich nur noch auf exakt graden Wegen und Fluren bewegen. "Jede Kurve, Wölbung oder allein der Anblick runder oder gekrümmter Gegenstände kann eine länger anhaltende Trieselattacke auslösen."
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Jette
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Sonntag, 9. März 2014
ADAC + John Ogilby
Apropos ADAC:
Wenn ich jene vier Buchstaben höre, kommen in mir begeisterte kindliche Erinnerungen hoch. Natürlich nicht wegen der Hochglanz-Mitgliederlektüre, oder wegen geschönter (mit Studien belegt!), lobbyistisch geprägter Untersuchungen. Nein!
Ganz einfach wegen der wunderbaren Streckenkarten, die sich Mitglieder für ihre Urlaubsreise drucken lassen konnten. Vielleicht waren es diese Karten, die auf mich einen solch intensiven, prägenden Eindruck gemacht haben, dass ich später problemlos mit Stadt- und Landkarten aller Art umgehen konnte. Selbst in fremden Sprachenfällt es mir nach wie vor leicht die Anordnungen von Städten, Bergen, Küsten und Himmelsrichtungen zügig zu einem Ganzen zusammenzusetzen um sie auf der Zeichnung orientierungsfähig wiederzuerkennen.

Nun interessieren mich auch recht alte Karten vom "TO"-Weltbild, das meist Jerusalem als Mittelpunkt darstellt, über die oft recht kreativen Werke späterer Orientierungssuchender bis zu den manchmal noch unsicheren Kontinentanordnungen auf den ersten kugelförmigen Darstellungen, die ziemlich verrückten Bambusstäbchenkarten einiger Pazifikinselbewohner und das Entdecken von fetten Fehlern in aktuellen Kartenwerken. Da gibt's Straßen, gleich hier um die Ecke, die gibt's gar nicht. Die gab's mal vor mehr als hundert Jahren oder waren in Planung, als ich noch nicht geboren war (also vor einem der letzten Kriege...), wurden aber nie gebaut.
Beim bewundern besonders schöner Exemplare im Internet stieß ich unverhofft auf den knapp 350 Jahre alten Vorgänger der ADAC-Streckenkarten. Der ehemalige Tänzer und spätere Verleger John Ogilby hatte die "strip maps" augenscheinlich für den 1675 erschienenen Straßenatlas Britannia in Auftrag gegeben.
Die vierbuchstabigen Streckenkarten werden wohl spätestens seit es Navis gibt, nicht mehr produziert. Auch von keinem anderen Anbieter. Und das ist sehr schade, denn erstens waren die Karten immer zuverlässig, zweitens waren sie größer, im Hochformat und dadurch übersichtlicher als Navis und drittens konnte man bequem vor und zurückblättern, um Vergangenes noch einmal Revue passieren zu lassen und noch Kommendes früh genug zu erkennen, bevor es schon wieder vorbeigehuscht ist.
PS: Ein Buch mit ein paar hübschen alten Karten und CD mit digitalisierten Exemplaren kann man sich für ausreichend Geld bei "The Pepin Press - Agile Rabbit Editions" ordern.
PPS: Und hier bietet ein privater Sammler nach wie vor einen kleinen Einblick in sein Archiv von Berlinkarten an.
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Jette
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Donnerstag, 23. Januar 2014
Kapuzen
Mindestens einmal pro Woche begegnet mir ein Kapuzenträger der besonderen Art.
Komplett in schwarz, Frühling, Sommer, Herbst, immer die gleiche Kleidung. Nur im Winter ist er mir noch nicht begegnet. Ansonsten trägt er immer die gleiche zu weite dicke Hose, die gleiche zu große dicke Jacke, das Gesicht weitgehend vom Schatten eines Basecapschirms und der darübergezogenen großen Kapuze verdunkelt, den Rest des Gesichts versteckt ein krauser Rauschebart. Bis auf die Nasenspitze.
Den Blick gesenkt, der Schritt leicht federnd, die Hände in den Taschen.
Schwere Depressionen? Sonnenallergie?
Nur manchmal sehe ich ein kleines Blitzen in seinen Augen, dann schickt er kurze, taxierende Seitenblicke durch die leicht zusammengekniffenen Augen in seine Umgebung.
Nach mehrfacher innerer Überprüfung und Hinterfragung meiner eigenen Gesinnung kann ich mich nicht dagegen wehren, dass ich ihn weder für depressiv noch für sonnenallergisch (also möglicherweise schutz- und mitgefühlsbedürftig) halte, sondern für einen Menschen mit nicht ganz koscherer Gesinnung, vielleicht ein Salafist "in Zivil" oder jemand der sich als Salafist in Zivil verkleidet hat. Beides würde Begründungen erfordern, die ich mit großer Sicherheit nicht akzeptabel fände.
Wobei - in einem Punkt könnte ich mich voreilig geirrt haben - vielleicht ist er ja erst zu dem geworden, was er ist (egal ob echt oder verkleidet, militarstisch oder zivil) nachdem er weder mit seiner Lichtallergie, noch den darauf folgenden Depressionen zurande kam....
So oder so, die verdunkelnde Kapuze, die ein Gesicht quasi verschwinden lässt und seit altersher auch als Symbol für den Tod verwendet wird, arbeitet sich als neuzeitliches Symbol für kriminelle Verhaltensweisen hoch und löst nach und nach das Standardsymbol ab, das - bisweilen recht lustig anmutendes - Diebsgesindel mit Waschbärenbrille auf der Nase und Weihnachtsmannsack auf dem Rücken darstellte. Ihr erinnert euch?
Illustration zum aktuell stattgefundenen
Datendiebstahl...
PS: Ah, - wie ich gerade hörte, sind nun - endlich auch nachweislich - die ersten neueren deutschen Waffensysteme bei der al-Qaida im Gebrauch... . Im August hätte mich Muttis Diener, der für Waffenhandelsbeziehungen zuständig ist, vom Gegenteil zu überzeugen versucht.
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Jette
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Freitag, 3. Januar 2014
Mehdorn droht mit Rücktritt!
Die Ankündigungen zur Ankündigung der Eröffnung der Flughafens verzögern sich - Onkel Wowi ist sauer und der Opa Meh will sich vom Onkel nicht anschimpfen lassen.
"Mach doch den Scheiß alleine!"
Da muss der olle Platze vielleicht noch mal zum Vermitteln vorbeikommen, oder wird der Onkel Wowi das arme verkrüppelte BERchen jetzt etwa ganz alleine großziehen?
"Beeeeeeeeeer!"
Fläschchen, füttern, Windeln, Stein auf Stein und ständig neue Diagnosen und Therapien - ob das wohl was wird?
Fragen wir die Mutti, ob sie wenigstens ab und zu einspringt.
"Ich warte mal ab und dann beauftrage ich Tante Ursel."
Die soll ihre Kinderfrau vorbei schicken, besser noch: lieber selber kommen, denn wer Verteidigung und sieben Kinder kann muss Flughafen sowieso können.
Ach, ich freu mich schon auf die nächsten Ankündigungen der Ankündigungen!
PS: Oder springt Pofalla ein, wenn das mit den Bahn-Plänen alles zu heikel wird.....
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Jette
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Sonntag, 22. Dezember 2013
Besinnungslos
Bei der Hatz nach Weihnachttrubel gerät schon mal das eine oder andere ins Wanken. Plötzlich steckt der Kopf eines kleinen dicken Mannes in der selbsttätig schließenden U-Bahntür, dann verliert ein hochgewachsener schwedischer Herr die Balance und trudelt schlenkernd durch sieben Achtel des Zugabteils, im achten Achtel gelingt es ihm endlich, mit Hilfe anderer Passagiere, den Halt wiederzuerlangen. Allüberall schlägt einem zu jeglicher Tageszeit warmsüßer Alkoholgeruch die Nase blau, und plötzlich und unvermittelt in der Fasanenstraße angekommen, erinnert sich mein Hirn ebenso plötzlich und unvermittelt an winterliche Erbsensuppe bei Aschinger am Zoo.
Ich war noch zu klein für Erbsensuppe und außerdem mochte ich den Speck darin nicht, ich bekam schaumige süße Mixmilch. Draußen regnete es trostlos vor sich hin, wie zu oft im Dezember, drinnen war es warm und voller plappernder Menschen, die sich alle sehr wichtige Informationen mitteilten, denn es gab noch kein Handy, sms, twitter oder sonstewas.
Ein paar wenige verbrachten hier ihre Wartezeit für einen Fernzug nach irgendwo im fernen Westdeutschland.
Beim Weihnachtsbaum hatte man noch die Wahl zwischen Fichte, einfacher Tanne, Blautanne und was nicht noch alles. Heute gibt's ja nur noch kostspielige Nordmannstannen und für ein paar knorrige Exoten werden ein paar knorrige Kiefern angeboten.
Im Kindergarten hingen süße Kringel und Sterne im Baum, die wir uns an dunklen, aber recht gemütlichen vorweihnachtlichen Nachmittagen mit einem langen Haken herunterangeln durften. Um in den Besitz des Hakens zu kommen musste man jedoch zuvor Eine Aufgabe lösen. Etwas aufsagen, vorsingen oder ein Rätsel lösen, z.B. ein solch stimmungsvoll-romantisches:
wer es kauft, der will es nicht;
wer es braucht, der weiß es nicht.
Die Antwort gibt's beim nächsten Mal.
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Jette
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Dienstag, 10. Dezember 2013
Mach dir nichts draus
Ein Lied für alle Winterradler mit Badewanne
Ist es draußen allzu naß,
Regen peitscht dich von Nordost,
macht das Radeln keinen Spaß,
doch es gibt noch einen Trost:
Mach dir nichts draus,
du hast ne Wanne zuhaus,
du hast ne warme Badewanne!
Bläst Sturm, wird zum Taifun,
wehts eiskalt dir durch jede Naht,
frierst du wie des Schneiders Huhn
bei null und noch viel wen'ger Grad.
Mach dir nichts draus,
du hast ne Wanne zuhaus,
du hast ne warme Badewanne!
Kommen Eis und Schnee geflogen,
klirrt Frost gar bitterkalt oweh,
Glatteis zieht in steilem Bogen
dich zu Boden in den Schnee.
Mach dir nichts draus,
du hast ne Wanne zuhaus,
dir macht das gar nichts aus,
du hast ne Wanne zuhaus,
du hast ne heiße Badewanne!
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Jette
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Freitag, 27. September 2013
Bauabschnitt 3
Wenn dich der Presslufthammer aus dem Bette schmeißt
heißt es, dass da jemand deine Straße aufreißt.
Die Erde bebt und wackelt bis zum Hinterhaus
und man hört den Hammer bis nach hinten raus.
Alles wackelt, Alles zittert
ruckelt, rattert, bubbert, bibbert,
und in einem halben Jahr (schneller wird's wohl nichts)
ist die neue Straße da. (Zumindest der Bauabschnitt 3)
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Jette
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