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Dienstag, 14. April 2015

Die Schmelzung


"...und dann dringen Sonnenstrahlen in deine Nasenlöcher ein und schmelzen sie von innen, darum musst du sie auch immer zuhalten!"
Echt?
Na sicher!

Allerdings verschweigt der Autor der obigen Warnung, dass das Schmelzphänomen auch ohne Sonnenstrahleneinfluss passieren kann. Bei der Fähigkeit von innen zu schmelzen handelt es sich um einen relativ selten auftretenden Gendefekt. Normalerweise würde die menschliche Verflüssigung erst während des Verwesungssprozesses eintreten und im Gegensatz zur noch viel selteneren, plötzlich auftretenden "spontanen Selbstentzündung" setzt die Schmelzung meist schleichend und oft auch völlig unbemerkt ein. Dass der personelle Schmelzvorgang ein zwar seltener, aber doch auch von alters her bekannter Prozess des menschlichen Zergehens ist, zeigt sich auch in einem Gedicht von Frederik Kiempneer(1717 - 1803)*. Selbst betroffen von jenem tragischen Schicksal, richtete er es besonders an Mitbetroffene, denen man damals noch zumeist mit äußerster Befremdung begegnete:

Zeit ist's

Nun schließlich kommt die Zeit,
die wie der Sonne Hitz erscheinet,
und uns im Innern glühen lässt
sodann als Schmelz von hinnen weinet.

Alles Feste kommt ins Fließen
und Verrinnen. All die edlen Säfte,
grad eben noch zum Leben streben,
nun von innen sich ergießen
und dahin sind alle Kräfte.
 Es war eine schöne Zeit.



*) Frederik Kiempneer stammt aus der, zu Unrecht völlig vergessenen und künstlerisch sehr umtriebigen westfriesischen Linie eines weitverzweigten Familiengeschlechts und ist damit ein Vorfahr der bedeutend bekannteren, wenn auch nicht unbedingt begabteren Schriftstellerin Friederike Kempner, die sich thematisch ebenfalls bevorzugt mit sehr verschiedenen, meist schmerzlichen, menschlichen Schicksalen auseinandersetzte.

...und nicht zuletzt:
Bastian Sick:"schmelzen"

Zuletzt:
Ich gehöre zu den Sonnenstrahlenschmelzern, mir läuft der Rotz...


Mittwoch, 7. Januar 2015

Juggelmuggel


Dieser Tage lernte ich das Wort "Juggelmuggel". Das käme, laut Armin Müller-Stahl, aus dem Ostpreußischen und bedeutet "Zuckerei". Wie ich inzwischen aber auch weiß, handelt es sich dabei um die ostpreußische Aussprache des jiddischen Wortes Kogel-Mogel (גוגל מוגל) .
Die Vorvorderen meiner einen Großmutter kamen - soweit ich weiß - auch aus Ostpreußen und deshalb durfte ich bei ihr wohl auch regelmäßig Zuckerei genießen: Rohes Eigelb mit Zucker und etwas Milch; die unalkoholische Form von Eierlikör. Lecker! Das habe ich mir auch später gerne selbst gemacht.

Bis die ersten Warnungen kamen, dass man von rohen Eiern grundsätzlich Abstand nehmen solle. Wegen der Salmonellen. Das ist ziemlich blöd, denn Eierlikör (die desinfizierte(?) Variante) mag und mochte ich dagegen überhaupt nicht und nie .... brrrrr! Andere können sich nicht vorstellen, dass man rohe Eier überhaupt (auch garantiert salmonellenfrei) verzehren kann und ekeln sich vor Zuckerei - aber erstaunlicherweise nicht vor Eierlikör!

PS: Goggelmoggel auf italienisch
PPS: "Humpty Dumpty" (oben rechts) hat eigentlich gar nichts mit Zuckerei zu tun, außer dass es sich um was eierartiges handelt und in der deutschen Version von "Through the Looking-Glass, and What Alice Found There" (Alice hinter den Spiegeln) von Lewis Caroll als "Goggelmoggel" übersetzt wurde.
PPPS: hat "Goggel" was mit Gockel oder Hühnern/Federvieh im allgemeinen zu tun? Und "Moggel" was mit kullern, Murmel, Kugel, Muggelstein? (Woher haben "Muggelsteine" eigentlich ihren Namen?) Zusammengefasst wäre das dann was kleines, rundliches von einem Hühnervogel...


Dienstag, 23. Dezember 2014

Schleimmonster


Ja es ist wieder die Zeit der schuldigen Schleimmonster. Später im neuen Jahr folgt der wahrlich fließende Übergang von der winterlichen Erkältungszeit zum Heuschnupfensaison und die Schleimmonster müssen - wenn nicht anders verjagt, gestraft, ja ausgetilgt -  bald wegen Burnout einpacken.

Aber zur Zeit werden sie noch tagtäglich vielfach schuldig gesprochen. Wofür kann man diesen niedlichen kleinen Möpschen nur böse sein?

Alles andere zur Schuld der Schleimmonster gibts hier zu lesen

Damit sie uns auch noch im Sommer beglücken, wollte ich ein lustiges jetterianische Schleimmonsterspiel klarmachen, in dem die kleinen Schleimer in jedem Fall die Gewinner sind und nicht diese charakterlosen orangfarbenen Kugeln, die auf die grünen Hüpfer herunterpurzeln. Sorry, irgendwie habe ich zur Zeit keine Zeit für solchen Quatsch - vielleicht macht's ja jemand anderes. Aber dann würde ich mich freuen, eine Nachricht zu erhalten um das Ergebnis auch mal auszuprobieren!


Dienstag, 9. Dezember 2014

Kleine Kopfkunde


Ein Leckerbissen ist die "Kopfkunde für Quereinsteiger".
Hier ein Auszug aus Kapitel 13  "Hirntypisierung":


Beim Blick in dieses Hirn (Abb. links) kann man sehr leicht diagnostizieren: Dieses Hirn gehört einem Schelm mittlerer Ausgeprägung. Es begegnet einem gerne mit verschmitztem Grinsen, das sich vor allem auch in der Augenpartie manifestiert.






Das zweites Bild (rechts) zeigt einen deutlichen Ansatz zu (meist) versteckter Schadenfreude und schrägen Überraschungsscherzen, jedoch ohne erkennbaren Drang zu Hilterhältigkeit oder Gemeinheit.



Die letzte Aufnahme (links) stellt ein sehr seltenes Phänomen dar. Wenn auch nur undeutlich zu erkennen (Pfeil), so doch eindeutig in Intension und Ausformung, kann ein gelegentliches Zungeheraustrecken festgestellt werden, durch das der Inhaber dieses Hirns vermutlich schon in jungen Jahren als "frech und aufsässig" eingestuft wurde.



Hoffentlich hat Ihnen/euch dieser kleine Ausflug in die allgemeine Kopfkunde Spaß und möglicherweise neugierig gemacht. Es gibt viele Aspekte in der Kopfkunde, die zu einem interessanten Hobby einladen, angefangen bei moderner Frisierkunst, Geistersimulation und rhytmischem Ohrwackeln, bis zu Konservierungstechniken der alten Ägypter dürfte sich für jeden Interessierten ein Bereich finden, um seine Freizeit sinnvoll zu gestalten.


Donnerstag, 27. November 2014

Vogelgrippe


...und was wird aus der Weihnachtsgans? Dem Putenbraten (der wieder größer als die Backröhre sein wird), den Rebhühnchen und den Wachtelbrüsten in Gelee mit Eintagskükenschaum??? Können wir ja dann alles nicht mehr essen!
Ey Leute, dat Ding heißt VOGELgrippe, nicht Vogelwahn, Vogelpest und auch nicht Vogel-Ebola. Jetzt lasst euch doch von den Nachrichten und dummen Gerüchten nicht ständig von einer Panik in die nächste treiben! Auf das Federviehmenü kann man ja trotzdem aus anderen Gründen mal verzichten, aber nicht wegen Grippe - apropos:

Hast du Grippe oder Schnupfen
musst du dir ein Hühnchen rupfen!

...Suppenkaspers Antigrippe-Hühnersuppe am letzten Samstag war auch wieder ziemlich lecker!




Samstag, 22. November 2014

Ein Lied, zwo, drei


Wir lagen vor Madagaskar
und hatten die Pest an Bord.
In den Kesseln, da faulte das Wasser,
und täglich ging einer über Bord.
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!

Wir lagen schon vierzehn Tage,
kein Wind in die Segel uns pfiff.
Der Durst war die größte Plage,
dann liefen wir auf ein Riff.
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!

Der lange Hein war der erste,
er soff von dem faulen Naß.
Die Pest gab ihm das Letzte
und wir ihm ein Seemannsgrab.
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!


So schreibt's die Zeit:
"Auf Madagaskar tritt die Pest immer wieder auf. In den vergangenen Jahren infizierten sich (...)"

Donnerstag, 20. November 2014

Na gute Nacht!


Auch die Borgs machen nachts das Licht aus.
Nur ein paar unermüdliche Leseratten halten sich mit dem neuesten pangalaktischen Abenteuer- roman von .... wach oder schauen noch mal, was der Kühlschrank so hergibt.
Manche haben vielleicht auch so einen nervigen Schnupfen wie ich, der sie von einem entspannenden Schläfchen abhält, aber im Großen und Ganzen sind diese Assimilations- genies nicht anderes, als Menschen, die sich immer und überall anpassen.
Wer hat mir eigentlich ungefragt seinen Schnupfen verborgt?
Bitte sofort abholen!!!

Freitag, 8. August 2014

Ich liebe Gift


"Wussten Sie, dass der Lachs mit giftigen Futtermitteln gezüchtet wurde?"
Ja klar. Ich liebe es, wenn Gift in meinem Essen ist. Ich leide sonst unter Entzugserscheinungen und muss wieder doppelt Unterwäsche mit Azofarben übereinander ziehen und an diesen speziellen schwarzen Kochlöffeln aus China lecken. Oder Kassenbons auslutschen. Da esse ich doch lieber täglich meinen Lachs. Gerne auch mal zur Abwechslung drei Dioxin-Eier.

Montag, 30. Juni 2014

Monsantos meldet neue Patente


Monsanto möchte jetzt auch menschliches "Saatgut" patentieren lassen. Kinder kriegen darf dann nur noch, wer von Monsanto patentierte Ovularien und Spermien erwirbt, unter von Monsanto festgelegten Bedingungen inseminiert und an vom Patentinhaber vorgegebenen Orten austrägt.
Da man sich bis jetzt noch nicht über die genaue Bezeichnung des menschlichen "Saatguts" einig werden kann, dürfte sich die Antragstellung noch um kurze Zeit verzögern. Vor möglichen Protestwellen der Bevölkerungen rund um den Globus hat der Multikonzern aber keine Angst: "Das wird wohl kein Tsunami", da ist sich der Monsantosprecher Brandon Matchener sicher und lehnt sich lächelnd zurück, "eher ein kleiner Schwapp und der schwappt auch wieder zurück."

Das Hauptargument des Zuchtkonzeptes ist die bevorstehende Überbevölkerung auf der einen Seite und der Nahrungs- und nicht zuletzt auch Arbeitsmangel auf der anderen Seite. Man wolle ausgleichend einwirken und so ein dauerhaftes Überleben der Menschheit sichern. Das sei im Interesse aller Gesellschaften und Wirtschaftsgemeinschaften.
In der Weiterentwicklung ist vorgesehen, dass "Rentenansprüche im Prinzip überflüssig werden, weil jeder Arbeitnehmer bis zu seinem, durch einen Zufallsgenerator voreingestellten Todesdatum, vollständige Gesundheit und Arbeitsfreude genießt. Und das bei minimalem Kostenaufwand für Ernährung und Regeneration. So hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, Konsumgüter aller Art zu erwerben, was zur Zeit ja bedauerlicherweise vielen Menschen auf der Welt nicht vergönnt ist."
Schöne neue Welt!

Samstag, 21. Juni 2014

Tag der Verkehrssicherheit


Hab mich mal getraut, ein Beweisfoto zu machen....
Hab mich dabei gefühlt, wie ein hässlicher, hinterhältiger, gemeiner Denunziant und gehofft, dass der Wagenbesitzer nicht angegelaufen kommt, um mir die Kamera wegzureißen...
Furchtbar.
Dabei ist es doch so schön, dass die Karl-Marx-Straße endlich einen Radweg, respektive "Schutzstreifen" hat. Wenigstens teilweise. Und glücklicherweise nicht überall zugeparkt. Meistens aber an gefährlichen oder engen Stellen, so dass das Ausweichen zu einem riskanten Manöver werden kann.

Was man auf dem Foto nicht sieht: An dieser Stelle befindet sich auf der Mitte der Straße die Insel eines Fußgängerüberwegs (rechts sieht man die dazugehörige abgesenkte Bordsteinkante).

Ach und übrigens, liebe meist junge männliche, aber auch weibliche, allesamt innerlich blonde, trödelnde und eilige "Radfahrende" auf Fahrrad- und Schutzstreifen (und anderen Radwegen):

Und nicht erst dann, wenn Falschparker auftauchen...

Donnerstag, 24. April 2014

Schrot


Schrotkugeln dagegen fanden wir manchmal sogar häufig in Kinder- und Jugendjahren im weihnachtlichen Reh- oder Hasenrücken.

Als ich einmal mit Freunden in Portugal beim Mandeln klauen (so kann man das eigentlich nicht nennen, denn die waren schon längst abgeerntet), da tauchte der Mandelbauer am Horizont auf und schoss ganz ungeniert. Wir sind gerannt und zum Glück nichts ist passiert.
Einem Bekannten dagegen hat es (unter ganz anderen Umständen) jedoch erwischt, der hat den Körper voller Bleischrot und muss regelmäßig zur Blutwäsche.

Mein Großvater hatte immer eine hübsche Dose Schrot im Treppenhaus am Fenster zu stehen. Auf welche Spezies er von dort aus geschossen hat, kann ich mich aber nicht erinnern. Vielleicht auf Füchse, die des nächtens dem Hühnerstall einen Besuch abstatten wollten?

Kleine Schrotkunde:
Man braucht einen Turm (oder/und eine Plattform in 40 m Höhe), ein Sieb, ein Rohr, ein Wasserbassin und - natürlich - jede Menge Blei.
Auf der Plattform im obersten Geschoss eines Turms (z.B. in Berlin in der "Victoriastadt" auf der Ostseite der Rummelburger Bucht) erhitzt man Blei bis es flüssig ist, dann wird es über Siebe in eine Röhre gegossen. Im freien Fall formen sich die Bleitropfen zu Kugeln, die am Ende der Röhre in ein Wasserbecken fallen.
Fertig.

Besichtigen konnte man den Schrotkugelturm zuletzt im August 2012, aber vielleicht findet sich der Schlüssel noch ein weiteres Mal.

PS: Zum Wortstamm Schrot gehörig ist z.B. 'schreddern' und 'Schröder'.
PPS: Nicht nur ein Vollkornbrot ist (hoffentlich) "von echtem Schrot und Korn", auch manchen Menschen sagt man das nach. 
PPPS: Ich habe als Kind sicherlich auch das eine oder andere Schrotkorn verschluckt, und wie ich neulich las, kann Blei im kindlichen Körper auch zu ADS führen. Wer mich kennt, glaubt's sofort!

Samstag, 1. März 2014

Atmungsaktiv



Immer gut angezogen mit den atmungsaktiven Wettermänteln von 'Der Kommissar', 1969.

Donnerstag, 30. Januar 2014

icke mal wieder...AUA!


Wenn ich mich so im Bekanntenkreis rumhorche, scheine ich ein sonderbares Talent zu haben, auf sonderbare Internetseiten zu geraten. Diesmal:  .....ich möcht's eigentlich gar nicht vorher verraten, schaut selber, Zartbeseitete bitte mit Vorsicht, es geht um medizinische Modelle und Krankheitssimulationen. Was ich eigentlich suche, wenn ich auf solche tolle Sachen stoße? Egal. Wenn ich irgendwelche Beispiele für bildliche Darstellungen von diesem und jenem zu allen möglichen und unmöglichen Themen suche, ist es ziemlich egal, welches Stichwort ich eingebe, bei den Ergebnissen schummelt sich immer irgendwas dazwischen, was da nicht hineingehört...

Samstag, 11. Januar 2014

Das gute Interview


Ein Fall für die Wurstärztin


Viele Menschen fragen sich gewiss: Was macht eigentlich eine Wurstärztin?
Wir haben für Sie einmal Frau Dr. Perle, in ihrer Praxis besucht.

"Frau Dr. Perle, Sie haben hier ja eine hübsche helle Praxis mitten in der City, - wieviele Patienten behandeln Sie denn täglich?"

"Ach das ist ganz verschieden, durchschnittlich sind es wohl so 10 bis 12 Würstchen am Tag."

"Ach, sind es doch eher die kleinen Patienten?"

"So war das nicht gemeint, aber es kommen durchaus auch kleine Würstchen zu mir. Für Cocktailwürstchen konnte ich jetzt auch endlich ein spezielles Dermatoskop für die Milcheiweißdiagnostik anschaffen. Die ganz großen Würste"

"Ach, das ist ja interessant! Sie behandeln auch Cocktailwürstchen. Ist das nicht besonders schwierig?"

"Eigentlich nicht. Aber neulich brachte so ein kleines Würstchen eine noch kleinere Cocktailtomate mit. Sie kamen direkt von einem Empfang und die Tomate war in einem Fettnäpfchen ausgerutscht und hatte sich dabei eine schwere Risswunde am Rücken zugezogen. Nun bin ich doch in meiner Praxis gar nicht auf Tomaten eingerichtet, aber eine fachgerechte Erstversorgung kriege ich dann schon hin..." Frau Dr. Perle lacht.
"Allerdings musste ich sie anschließend trotzdem noch zum nächsten Veggiekrankenhaus schicken, wo man entsprechendes Nahtmaterial aus Sojaeiweiß vorrätig hat. Bei mir hier in der Wurstpraxis wird ja klassisch mit Darm gearbeitet."

"Das hätte die Tomate wohl nicht so lustig gefunden?"

"Das wäre nicht das Problem gewesen, aber zoogene Materialien verbinden sich nicht so gut mit vegetablen."

"Und was wäre sozusagen ihr alltäglicher Standardpatienten?"

"Das sind eindeutig geplatzte Würste alle Art, ob sie nun zuheiß gebadet wurden oder zu lange am Feuer saßen. Bei letzteren treten oft Kombinationen mit Verbrennungen aller Grade auf, was die Behandlung natürlich erschwert. Manchmal muss ich dann auch amputieren."

"Vielen Dank, Frau Dr. Perle."


Samstag, 30. November 2013

Alle Jahre wieder



Sterne basteln zur Weihnachtszeit.
Wie wäre es denn mal mit glitzernden Boraxsternchen?
Entzückender Kristallschmuck aus der heimischen Chemieküche.
Nur leider, leider, leider gibt es hierzulande kein Borax mehr zu kaufen.
Vielleicht befindet sich ja noch ein Rest in (Ur-)Omas Erbmasse?
Die Kisten aus der Küche stehen noch unsortiert im Keller?
Na dann: schnell ran!
Ansonsten könnte man versuchen, das Zeug illegal aus den USA zu importieren, von dort stammen zumindest die hübschen Bastelanleitungen. Bestimmt kriegt man's auch in näher liegenden, nicht zur EU gehörigen Staaten. Verboten wurde der Handel mit Borax in der EU, weil der Verzehr erbgutschädigend sei und die Giftigkeit mit Borsäure gleichgesetzt wurde. Absurderweise gibt es aber für echten Kaviar eine Ausnahmeregelung (E285).
Also, liebe neureiche Nachbarn, kauft Kaviar, kratzt das Borax raus (ca. 4 g pro Kilo Störrogen) und schon geht's ran ans Sternebasteln!
Aber zackig!

Hier nun die Boraxsternchen-Bastelanleitung (natürlich auf amerikanisch).

PS: Borax kaufen kann man in größeren Mengen als Industrieprodukt! (Entsprechendes Gewerbe anmelden!)
PPS: Ich fordere das Verbot von allem, was nicht essbar ist! Auf ins Schlaraffenland!

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Ey, du Zücho!

Es ist ein Kreuz mit der psychischen Gesundheit, der ja der heutige Tag gewitmet ist. Der Titel klingt ein bisschen so, als müsse man nur ein wenig Hirnjoggen und Vitamine essen und dann ist man vor psychischen Krankheiten gefeit. Deshalb wollte ich dazu eine hübsche und natürlich auch lehrreiche Illustration herstellen. Aber auf der Suche nach einer brainigen Grundstruktur  geriet ich an den "Vektor des Gehirns". Das klingt ein bisschen wie "Wächter des Gehirns" und brachte mich von meinem ursprünglichen Plan ab.
Der Wächter des Gehirns verbietet unerwünschte Gedanken, verstaut sie unter einem alten verlausten und verkrusteten Teppich im Keller und lässt sie nur hervorlinsen, wenn keiner damit rechnet.
Der "Vektor des Gehirns" gibt hingegen die Denkrichtung an. Die Richtung sagt noch nichts über den späteren Inhalt, sondern eröffnet einfach nur eine Möglichkeit. Ich bin froh, das mein Gehirn nicht auf einen einzigen Vektor beschränkt ist (man stelle sich vor: Es gibt nur eine einzige Richtung und dann kommt der Wächter und sagt: Nö, hier geht's aber nicht lang!), sondern eine Unzahl derselbigen beherbergt, von ihnen geformt und erweitert wird. Viele Gedanken rutschen am Wächter vorbei. Oder überzeugen ihn gegebenenfalls von ihrer Notwendigkeit, damit er sie durchlässt. Das klappt nicht immer und fordert auf der Stelle andere Hirnwindungen zur kreativen Bildung neuer Strategien heraus...
Und das ist gesund.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Reich-lich fade

Hatte ich schon mal irgendwann erwähnt, dass ich weiß, was ein Kino ist, wie man es benutzt und was man da erleben kann? Nee? Auch diesmal habe ich nichts besonderes erlebt, und deshalb lohnt es auch kaum der Erwähnung. Ich hab mir "Der Fall Wilhelm Reich" angesehen, vorher und bis jetzt immer noch keine einzige Kritik dazu gelesen oder angehört,  - hier also meine ganz und gar unbeeinflusste Kurzkritik:

Von Geigengesäusel begleitetes, dahinschmelzendes butterweiches Familiendrama, in dem Brandauer in einer Rolle als "großväterlicher Freund, der die Welt retten will" mal etwas entspannter rüberkommt...
Ansonsten frage mich allerdings,  ob die europäische esoterische Gesellschaft einen Fördertopf für den Orgonakkumulator* eingerichtet hat und für die Finanzierung des Films verantwortlich ist. Wenn ja, erwarte ich nächstes Mal ein deutlich erkennbareres Label!

* Nicht zu verwechseln mit dem "Hildegard Orgonakkumulator", einem gänzlich anderen esoterischen, aber ebenfalls Lebensenergie-Akkumulierer.....  (und ein bisschen preisgünstiger).

Sonntag, 29. September 2013

Vergessen

Oje, - Jette hat's vergessen: 's war ja Alzheimerwoche!
Oder war's schon vorletzte Woche?
Ich weiß es nicht mehr.
Ich sach nur, Leute:

... aber auch Alzheimer hat hübsche Seiten
Sorgt für niedrige Blutfettwerte und dass euer Blutdruck nicht zu hoch ist, dass ihr keine Diabetis habt, nicht weiblichen Geschlechts seid und das Rauchen so weit wie möglich einschränkt. Dann kann es euch nur noch passieren, dass ihr zu den 20% der Bevölkerung gehört, die Träger des APOE4-Allels sind, - tja - da ist euch dann auch nicht mehr zu helfen... 
Frauen! Seid nicht traurig, immerhin dürft ihr dann die Ungerechtigkeiten, die euch euer Leben lang schon erwischt haben, zügig wieder vergessen. Ob man die berüchtigten Allele hat, erfährt man ja sowieso erst hinterher. Vorher kann sich so einen Test ja kaum jemand leisten...

Mittwoch, 7. August 2013

Noch mehr Dopingfälle

geheime Laboraufnahmen
Was bis jetzt niemand ahnte: Nicht nur Hoch- leistungskatzen im Objektschutz, auch Laufstegmodels, soge- nannte Freigänger oder auch fusselnde Streichel- einheiten wurden und werden systematisch gedopt!
Ohne Wissen der Katzenbesitzer beteiligen sich fast alle Katzenfutter- konzerne am Tarnen und Täuschen bei der Herstellung völlig normal erscheinenden Futters. In Wahrheit aber bestehen die vermeindlichen Fleischbreibröckchen nicht wie angenommen, aus beliebigen Tierabfällen, die mit beliebigen Sojaabfällen verklebt wurden, sondern aus reinen Kaffeebohnen!
Geheime Aufnahmen aus einem Catfood-Testlabor zeigen die noch ungetarnten Dopingbohnen, an die sich die Testkatzen in kürzester Zeit nicht nur gewöhnt, sondern diese auch in völlige Abhängigkeit gebracht haben.
Hoffentlich weist bald jemand der skrupellosen Dopingmafia die Schranken, damit sie sich weiterhin auf erwachsene Sportler beschränkt und nicht auch noch willenlose Haustiere zu ihren Opfern macht!


Donnerstag, 1. August 2013

Wespen!

Immer wieder schön und vor allem ernst gemeint war ein kurzer Beitrag in der Titanic 2009. Leider lesen nur wenige Wespen die Titanic. Deshalb habe ich mich entschlossen, jenen Aufruf nicht nur zu "verlinken" (verrechten, geradeausen, rück- und seitwärtsen), sondern auch in unverzerrtem Zusammenhang lückenlos zu zitieren:

Wespen!

In dringender Sache, die uns, aber ebenso Euch betrifft, möchten wir Euch hiermit friedlich ermahnen, auf daß es nächsten Sommer besser werde:
Euer angesichts von Rührei mit Speck, Croissants, Obstsalat und
Kirschschorle hysterisches Hin- und Her- und Vor- und Zurück- und insbesondere Ins-Gesicht-Gefliege sieht nicht nur anstrengend aus, es ist auch sinnlos und gefährlich und gereicht außerdem weder Euch noch uns zum Vorteil. Setzt Euch, Wespen, doch mal in Ruhe hin und eßt und trinkt wie andere Leute auch. Schon wären alle zufrieden. Na?
Eure Utilitaristen von der
Titanic
Jette und Dolores, die gesamte Redaktion einschließlich Laufburschen, Praktikanten und Auszubildenden schließen sich diesem Aufruf mit allem Nachdruck an und forden:
Wespen, - hört auf zu zappeln, gebt Ruhe! Sonst gibt's Ritalin in Zuckerlösung.