Sonntag, 22. Januar 2012

Süß und kuschelig


Wiederentdeckung: Kapok (kuschelig)


und Neuentdeckung: Pişmaniye (süß)

Neulich in einem türkischen Lebensmittelgeschäft fiel mein Blick auf ein Produkt, dass aussah wie Kapok, aber im Regal für Süßwarenspezialitäten lag. Das muss mit, das will gekostet werden! Gedacht, getan und für lecker befunden.

Äußerlich beinahe wie Zwillinge und doch so verschieden sind Inhaltsstoffe, Herstellung und Gebrauch. Beide sind frei von tierischen Komponenten, also für Veganer bestens geeignet!
Und nun kommt noch eine Gemeinsamkeit: so wie Kapok ist auch Pişmaniye gut zum Aufpolstern geeignet, allerdings vorrangig an den Hüften!

Kapok wird aus den Fruchthülsen des Kapokbaums geerntet, die Samenkörner herausgesammelt und dann das flauschige Gewuschel ins Kopfkissen gestopft. Der Kapokbaum wächst in vielen Gegenden von Indonesien, Afrika bis Südamerika, also hauptsächlich in der südlichen Hemisphäre und lässt jährlich reichlich Früchte reifen. Die Fasern wärmen, sind feuchtigkeitsabweisend und wurden lange Zeit gerne zum Ausstopfen von Polstern im Innen- und Außenbereich verwendet.
Kapok wurde überwiegend von Kunstfasern/Erdölprodukten abgelöst und kaum einer kennt das Zeugs noch.

Pişmaniye dagegen ist ein Küchenprodukt und wird in erster Linie aus dicken Kandisklunkern und Mehl gemacht.
Wo oist das Rezept zum Nachmachen? Es gibt ein paar schlaue Internetschreiber, die behaupten, sowas könne man nicht selber machen, das ginge nur industriell.
Wenn man sich damit nicht zufrieden gibt, findet man Videos, in denen sich eine heitere türkische dörfliche Männergruppe der Herstellung dieser Süßspeise in der heimischen Küche widmet.
Teil 1   Teil 2   Teil 3   Teil 4   Teil 5  
Der einzig wirkliche Nachteil des dokumentarischen Materials: Ich kann kein Türkisch
Ansonsten: Die Filmqualität ist zwar gruselig schlecht, aber ein paar elementare Hinweise für die Herstellungstechnik kriegt man durchaus mit.
Deutsche vergleichen Pişmaniye im allgemeinen mit Zuckewatte, Türken nennen es Baumwolle.


PS: Vor ein paar Jahren ist es mir gelungen, für ein Ausstopfprojekt den überrascht-skeptischen Händler eines "Wir machen Matrazen noch selber"- Geschäfts in Friedrichshain davon zu überzeugen, mir ein Kilo Kapok zu verkaufen.
Das Kilo haben wir allerdings mangels kleiner Waage nur geschätzt, was bei solch leichtem und voluminösen Zeug nicht einfach war.
Heutzutage kann man Kapokschoten auch im Tierhandel als Nistmaterial bekommen.


Mittwoch, 18. Januar 2012

Ich hab nichts gemacht!

Ich bin aus Versehen auf den Felsen gerutscht und in das Rettungsboot gefallen!

Wir sehen hochgerissenen Arme, hin und her wedelnde, abwehrende Hände, unschuldig erstaunt hochgezogene Augenbrauen mit dazugehöriger Schmolllippe.
Nein, ganz so niedlich regiert ein Kapitän wohl nicht.
"Nichts gemacht" zu haben ist aber ziemlich oft das Kernproblem.
Der Kapitän hätte sich zum Beispiel erst mal um die andern kümmern müssen. Guttenberg hätte seine Arbeit selber schreiben, Strauss-Kahn und Berlusconi sich gegen ihre ungebremste Geilheit zur Wehr setzen und Wulff sich am besten gar nicht erst für das Amt des Bundespräsidenten zur Verfügung stellen sollen. Kernkraftwerkbetreiber müssten mehr über Sicherheitsprobleme nachdenken (und nicht nur das...), Autofahrer und Straßenplaner sollten mal ein paar Monate täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren und "Lebensmittel"-panscher ausschließlich ihre eigenen Sachen essen.

unpatinierter kalter Grüntee
Und warum habe ich keine saubere Teekanne?
Richtig: weil sich der Abwasch nicht von alleine erledigt.
Und: Ich hab nichts gemacht!

Apropos: Die Legende von rottigen verkrusteten Teekannen, die mit ihrer "Patina" angeblich das Aroma erst richtig herausarbeiten, hält sich ja auch ungebrochen. Interessanterweise spielt diese vermeintliche Geschmacksmacksaufwertung aber plötzlich keine Rolle mehr, wenn es um Glaskannen geht. Hier tritt dann doch der ästhetisch-optische Eindruck und penible Putzerei in den Vordergrund. Und auf den Geschmack wird gepfiffen? Scheint so. Weil's nämlich gar keinen Vorteil bringt. Nur olle rottige Kruste.
Ach so, wer's nicht wusste: Die Regel betrifft und betraf im übrigen nur unglasierte irdene Geschirre! Porzellan und glasierte Keramik, Glas, Email, Stahl, Silber und andere fragwürdige Metalle neigen nämlich irgendwann (wenn die Kanne nicht vorher schon im Müll landet) dazu, die Kruste stückchenweise abzulösen. Das ist in der Tasse dann besonders appetitlich...

Leider habe ich kein illustrierendes Foto von einer krustigen Teekanne gefunden, offenbar zeigt keiner das - oft über viele Jahre schwer erarbeitete - Aromawunder so gerne vor.

Montag, 16. Januar 2012

Endlich!

... auch wenn's nur ein paar schnell dahinschmelzende Flocken sind, es war immerhin ein Versuch!

Freitag, 13. Januar 2012

Glücksversprechen

Sehr viel mehr, als an die vermeindliche Unglücksbedeutung von Freitagen, die auf den 13. des Monats fallen, glaubt laut Statistik der deutsche Durchschnittsmensch an das Glücksversprechen vierblättriger Kleeblätter, angefasster Schornsteinfeger und gesichteter Sternschnuppen.

Und da soll noch mal einer sagen, die Deutschen dächten immer so negativ.

Wenn man fragt, welches Glück durch den Glauben an diese drei Dinge ins jeweilige Leben getreten sei, fällt die Auskunft aber leider eher mager aus. Oft wird dann schon die Abwesenheit von Pech herbeigezerrt oder die unsichere Hoffnung, dass sich alles noch mal bessern möge.

Daraus kann man folgern: Die Deutschen denken doch immer so negativ.

Jette sagt: 1) Sternschnuppen gibt es - dank Berliner Luft - schon seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen. 2) Wer fremde Männer in schwarzen Anzügen antatscht, muss sich nicht wundern, wenn's dann auch mal spontan eine setzt. 3) Mühelos und sicher ist das Angebot von mexikanischem "Glücks"-Sauerklee (Oxalis tetraphylla) zur Jahreswende. Das erspart einem die Mühe, sich für die Zuteilung von Glück anzustrengen oder gar in Gefahr begeben zu müssen.
In Jettes Blumenkasten sollte sich auch welcher (letztjährige Neujahrsgabe der Nachbarin) häuslich einrichten und für ausgeglichenes Klima im Wunscherfüllungsland sorgen - hat aber leider nicht geklappt.

Pssst, nicht stören! Jette denkt gerade ein bisschen negativ.


Mittwoch, 11. Januar 2012

Hirschbrötchen

Schlechtes Wetter am Anfang eines Jahres ist eine gute Unterstützung, um altes Zeug aufzuräumen. Das betrifft einerseits alles physische, dass so im Laufe des Jahres die Wohnung verstopft, ich aber sitze vor verstopften Festplatten und Bergen von CDs. Da schaut man doch mal rein in die eine oder andere und schon hopsen mir kleine Experimente aus der Anfangsphase meines Lebens mit Photoshop entgegen.

Damals gehörten zum Lieferumfang einer Photoshoplizenz auch besondere Pinselspitzen unter anderem in Form der Silhouette einer fliegenden Gans oder eines Hirsches.

Der Hirsch überredete mich eines Tages, ihn aus der schwarzweißen Palette zu befreien, ihm Farbe und Leben einzuhauchen und zur Flucht zu verhelfen. Da der Hirsch sehr klein war und ich vom Frühstück noch ein Eierbrötchen übrig hatte, war der Plan schnell umgesetzt. Der Hirsch rief noch ein paar Freunde herbei und ab ging die wilde Fahrt über das weite Meer der Pixel, auf zu neuen Abenteuern...

PS: in Zeiten, wo der Verzehr von Hühnchenfleisch langsam nicht mehr nur peinlich, sondern auch mal wieder gesundheitsgefährdend ist, könnte man sich ja auch mal auf Wild zum Frühstück kaprizieren. So ein Brötchen mit Roastdeer ist bestimmt auch lecker.

Nachtrag:
Hab das Deer mal nachgebaut und in eine abr-Datei für Photoshop gesteckt (und dann auch noch in eine zip-Datei gestopft). Nun kann der Hirsch als Pinselspitze für Photoshop hopplahop ge-download-et werden...

Noch'n Nachtrag: Hirschbrötchen jetzt auch als Bildschirmhintergrund...

Dienstag, 10. Januar 2012

Drecklos

Der große Vorteil eines frost- und schneefreien Jahresendes und -anfangs ist der schnellwegräumbare Knallerdreck. Keine schwarzmatschigen Verbundfeuerwerkpakete unter gelbverpinkelten Schneehaufen. Keinerlei Raketenstöcke oder rotes Böllerpapier mischen sich mit den dieser Tage vielfach ausgesetzten Weihnachtsbäumen, die erstaunlich frei von nicht wieder verwendbaren Dekoartikeln, wie Schnee oder Glimmer aus der Sprühdose sind. Auch kein einziges Fädchen Lametta ist zu sehen.
Naturrein,  im meist noch frischen Nadelpelz liegen sie da und harren der Stadtreinigung, die da kommen wird, sie zu holen und ....
Was passiert eigentlich mit den knapp 400 000 abgeholten Weihnachtsbäumen?
Irgendwo haben ich mal gelesen, dass sie irgendeinem guten Zweck zugeführt werden.
Wenn ich weiter forsche, welcher gute Zweck das wohl sein könnte, finde ich die einzige Information, dass sie geschreddert und zu Pellets gepresst werden.
Wer heizt eigentlich - außer Besitzer moderner Kamine - mit Pellets?


Sonntag, 8. Januar 2012

Fundstück

Hängt an der Wand und macht gar nichts.
Was ist das?


Dies ist kein Preisrätsel.