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Sonntag, 3. Mai 2015

Man soll ja nicht...


...immer alles nur schwarz-weiß sehen, aber in Farbe wird manches vermutlich auch nicht besser:



Samstag, 25. April 2015

Wenn ich das gewusst hätte...


Frisch abgefischt: Die beste Szene aus "Krieg der Knöpfe", Frankreich 1962, Kinderfilm
Wer nicht weiß, worum es geht: Die Kinder zweier Nachbardörfer ziehen regelmäßig in die Schlacht gegeneinander. Dabei geht es aber nicht darum, sich grün und blau zu schlagen, sondern möglichst viele Knöpfe der gegnerischen Kleidungsstücke zu erobern...






Sonntag, 21. Dezember 2014

Mufflige Vorweihnachtszeit


Gestern fiel mir meine Ansage vom 8. Dezember wieder ein: " Ich nähe mir jetzt endlich mal einen Muff.", und dachte, xox (neu für "mannomann"), da haste ne öffentlich Ansage gemacht, nu musste aber auch mal ran!
Und da isses, das neue muffige Kleidungsstückchen für den Winter:

Samt und Seide, gut abgehangene Qualitätsbaumwolle und moderne Kunstfasern wurden auf sympathisch behagliche Weise vereint und so ist das Ergebnis meiner Ursprungsidee extrem ähnlich geworden, - also wo bleibt der Winter?
Immerhin hat's ja gestern auch mal gehagelt.
Und geblitzt und gedonnert.
Fast wie im Sommer.
Manche haben Sorge, dass Eis und Schnee erst ab Februar so richtig loslegen...
Ein paar Professionelle sind sich sicher, dass der Winter recht flau bleibt.
Doch es gilt wie immer: nichts genaues weiß x nicht.

PS: Muff, Muffe; Muff, müffeln; Muffel, Mufflon

Freitag, 28. November 2014

Terror Toby


Da wird aus Geburtstagswürdigungsgründen ein Name im Radio erwähnt und - zack! - erinnere ich mich an ein Lieblingsbuch früherer Zeiten.
Diesmal "Kein Kuss für Mutter" von Tomi Ungerer. In der Geschichte sorgt Katzenkind Toby Tatze für reichlich anarchischen Terror in den heimischen vier Wänden und seine Mutter für nervige Küssereien.



Der Herr Ungerer gehörte auch mal zu Geschichten-erzähl-und- illustrier- / Kinderbuch-Favoriten, geriet mir aber irgendwie in Vergessenheit. Woran lags?


Sonntag, 29. Juni 2014

Meine erste WM


17.06.1970, 16.00 Anpfiff in Mexico City, Estadio Azteca. 50°.
In Deutschland mitten in der Nacht und für Kinder verboten. Trotzdem kletterte ich aus dem Fenster und traf mich mit einer Freundin im Gartenhäuschen ihrer Nachbarn. Die Nachbarn waren noch recht jung und unterstützten unsere mutige Expedition indem sie mit Unmengen von Erdnussflips und Cola aufwarteten.
Es war köstlich und so wunderbar geheim.
Am meisten beeindruckte mich der gefoulte Beckenbauer, der mit ausgekugeltem und wieder festgebundenem Arm einfach weiterspielte! Sowas gibt es nicht mehr. Heute wird schon geweint, wenn nur einer schief guckt. Oder gebissen.
Wer das sogenannte Jahrhundertspiel noch mal nachverfolgen will, kann das hier tun, allerdings mit italienischen Kommentar:



Nachtrag: Ich nehme meine dumme Bemerkung bezüglich des Spielens mit Verletzungen sofort zurück, soviel Kopfverletzungen, Nasenbeinbrüche, angerissene Sehnen und was nicht noch alles da dieser Tage auf den Wiesen der Stadien in Brasilien unterwegs sind...


Sonntag, 9. März 2014

ADAC + John Ogilby


Apropos ADAC:
Wenn ich jene vier Buchstaben höre, kommen in mir begeisterte kindliche Erinnerungen hoch. Natürlich nicht wegen der Hochglanz-Mitgliederlektüre, oder wegen geschönter (mit Studien belegt!), lobbyistisch geprägter Untersuchungen. Nein!
Ganz einfach wegen der wunderbaren Streckenkarten, die sich Mitglieder für ihre Urlaubsreise drucken lassen konnten. Vielleicht waren es diese Karten, die auf mich einen solch intensiven, prägenden Eindruck gemacht haben, dass ich später problemlos mit Stadt- und Landkarten aller Art umgehen konnte. Selbst in fremden Sprachenfällt es mir nach wie vor leicht die Anordnungen von Städten, Bergen, Küsten und Himmelsrichtungen zügig zu einem Ganzen zusammenzusetzen um sie auf der Zeichnung orientierungsfähig wiederzuerkennen.

Nun interessieren mich auch recht alte Karten vom "TO"-Weltbild, das meist Jerusalem als Mittelpunkt darstellt, über die oft recht kreativen Werke späterer Orientierungssuchender bis zu den manchmal noch unsicheren Kontinentanordnungen auf den ersten kugelförmigen Darstellungen, die ziemlich verrückten Bambusstäbchenkarten einiger Pazifikinselbewohner und das Entdecken von fetten Fehlern in aktuellen Kartenwerken. Da gibt's Straßen, gleich hier um die Ecke, die gibt's gar nicht. Die gab's mal vor mehr als hundert Jahren oder waren in Planung, als ich noch nicht geboren war (also vor einem der letzten Kriege...), wurden aber nie gebaut.

Beim bewundern besonders schöner Exemplare im Internet stieß ich unverhofft auf den knapp 350 Jahre alten Vorgänger der ADAC-Streckenkarten. Der ehemalige Tänzer und spätere Verleger John Ogilby hatte die "strip maps" augenscheinlich für den 1675 erschienenen Straßenatlas Britannia  in Auftrag gegeben.


Die vierbuchstabigen Streckenkarten werden wohl spätestens seit es Navis gibt, nicht mehr produziert. Auch von keinem anderen Anbieter. Und das ist sehr schade, denn erstens waren die Karten immer zuverlässig, zweitens waren sie größer, im Hochformat und dadurch übersichtlicher als Navis und drittens konnte man bequem vor und zurückblättern, um Vergangenes noch einmal Revue passieren zu lassen und noch Kommendes früh genug zu erkennen, bevor es schon wieder vorbeigehuscht ist.

PS: Ein Buch mit ein paar hübschen alten Karten und CD mit digitalisierten Exemplaren kann man sich für ausreichend Geld bei "The Pepin Press - Agile Rabbit Editions" ordern.

PPS: Und hier bietet ein privater Sammler nach wie vor einen kleinen Einblick in sein Archiv von Berlinkarten an.

Samstag, 1. März 2014

Atmungsaktiv



Immer gut angezogen mit den atmungsaktiven Wettermänteln von 'Der Kommissar', 1969.

Dienstag, 25. Februar 2014

analog


Sieh mal an: abermals hat ein hübsches Fundstück seinen Weg zu mir gefunden, aber diesmal stammt es wieder aus der analogen Welt.
Es dokumentiert die Gründung eines Berliner Vereins im Jahre 1899. Leider ist es nicht mehr ganz handfest, die Seitenränder mürbe, die Bindung lose, man muss recht vorsichtig damit umgehen.

Schön und sauber in Sonntagsschrift geschrieben, vom längst vorher bestimmten Schriftführer, der mit Feder und Tintenfass bewaffnet seiner neuen Aufgabe entgegenfieberte.
Wie man an der Überschrift des §6 "Vereins-Organe" sieht, hat er ein Trennungszeichen als Bindestrich zwischen zwei Wörtern verwendet. Das Trennzeichen kennt man, wenn man ab und zu in einem alten Lexikon blättert. Es ähnelt einem Gleichzeichen, nur schräg - und erscheint in der Handschrift des Protokollanten fast senkrecht, wie verlorengegangene Gänsefüßchen.

Wer eine Buchstabiertafel für Kurrentschrift benötigt, um den Textausschnitt zu lesen, kann sich aus pädagogisch wertvollen Gründen vielleicht auch an Menschen wenden, die altersmäßig jenseits der fünfundsechzig angekommen sind, denn die dürften die Schrift noch in der Schule in der Variation "Sütterlin" gelernt haben.


Samstag, 14. September 2013

Stroh am Kopf

Artur der Großartige
Das Ende der Rixdorfer Festspiele naht, heute ab 14 Uhr mit dem 180. Strohballenrollen und morgen am Sonntag ab 15 Uhr mit der "Rixdorf-Saga". Selbige wird aufgeführt mitten auf dem noch völlig vom Vortag verstrohten Richardplatz. Wobei mit "mitten" eher westlich gemeint ist. "Westlich?" höre ich mal wieder unken: "Wo ist denn westlich? Hab ich etwa 'n Kompass dabei?" Ja, sagt Jette dann, haste sowat nich als Applikation auf deinem Damit-kann man-auch-telefonieren-Gerät?!
Also westlich ist da, wo der Curry-Pilz steht und die Wiese kürzlich gepflastert wurde. Die gepflasterte Wiese ist allerdings die Bühne und das hochverehrte Publikum darf sich zunächst mal auf die Straße stellen. Ausgedacht hat sich das musikalische Schauspielspektakel Artur Albrecht, in dem der Untertitel "Ein Dorf spielt sich selbst" quasi Programm ist...

Donnerstag, 25. Juli 2013

Schokogefülltes Sommervergnügen

Wer kennt sie noch, die gute alte Schokolinse: innen zarte Schokolade und außen steinhartes Pfefferminz. Mein Lieblingsrezept zum Knacken dieser Konfiseriespezialität ist folgendes:
Man lege die Linsen auf ein sonniges Fensterbrett. An heißen Tagen, wie den jetzigen geht es relativ schnell, dass die Linsen aufplatzen, sowie der schokoladige Inhalt sich verflüssigt und mehr Platz braucht. Im Normalfall passiert nichts weiter, als dass rund um die Linse ein haarfeiner Riss zu sehen ist. Wenn man nun die Schokolinse in den Mund steckt, kann man sie wunderbar knisternd genüsslich zerdrücken und die Schokocreme mit der Zunge herausdrücken. Oder, für die, die auch Doppelkekse immer auseinandernehmen und erst die Füllung essen: Schokolinse an der Naht aufklappen und auslecken!

Mmmmmmh.


Mittwoch, 3. Juli 2013

Rolfi


Zur Erinnerung an die Einführung der neuen Postleitzahlen habe ich zwei alte Texte ausgegraben, verfasst im Juli 1993, und etwas zusammengekürzt:

Neue Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen (fünf). Ich kann's schon lange nicht mehr hören. Wie kann man sich nur so einen Schwachsinn ausdenken!!! Und mit diesem Schwachsinn haben sie uns so sehr bombardiert und genervt und abgelenkt von wichtigen Dingen, daß ich am Morgen des 1. Juli beim Hören der ersten Nachrichten im Radio völlig vor den Kopf geschlagen war, als sich die erste Meldung nun plötzlich gar nicht ,wie erwartet um Postleitzahlen, sondern um Gesetze zur Änderung der Asylverfahren ging. Beschlossen und besiegelt und ab eben jenem Tag gültig.

In der S-Bahn sitzen mir zwei junge Herren gegenüber, welche identisch gleiche buntbedruckte T-Shirts trugen. Ob sie nun aber zerstrittene Freunde, oder sich völlig fremde Personen waren, die sich nur zufällig nebeneinander gesetzt und dann mit Erschrecken festgestellt haben..., ich beschrieb es ja schon. Jedenfalls starren die beiden in die jeweils andere Richtung, der eine aus dem Fenster, der andere auf den Mittelgang. Manchmal jedoch drehen sie, wie auf Verabredung, langsam und vorsichtig die Köpfe zueinander, um sie dann schnell wieder zurückschnappen zulassen. Nach einiger Zeit unterlassen sie auch solche Blickwechselversuche, nicken, leicht schläfrig, ein wenig in ihrer Haltung ein, und ich stelle mir vor, daß sie bis nach Oranienburg fahren und dann mit völlig steifen Hälsen aussteigen.
Ich steige schon lange vorher aus und um, denn ich muss noch ein Geburtstagsmitbringsel besorgen.

Bei Tchibo gibt es ja wieder mal tolle Geschenkideen vom praktischen Gemüsehacker bis zum Melamintablett mit attraktivem Früchtedekor. Nur leider sind die kleinen Würfelradios schon wieder vergriffen, und die freundliche Verkäuferin möchte keine nachbestellen, da sie erst einmal die diversen Reisekoffer-Sets loswerden muß. "Die nehmen ja soviel Platz weg."
Vorschlag: vielleicht sollte sie einfach die vielen unnützen Kaffeepakete rausschmeißen, dann wären ein paar Regale frei. Und dann könnte sie alles vollstellen mit Würfelradios und ich würde gleich mindestens drei für Peter zum Geburtstag kaufen, und andere Leute vielleicht auch und zack, dann wäre schon wieder Platz für Kaffee. Aber auf mich hört ja keiner.
Und wer trägt den Schaden davon?
Peter, denn er be­kommt nun kein angemessenes Geburtstagsgeschenk in Form von Würfelradio-Drillingen.

Im Schalterraum der Post stehen heute fast nur Leute, die sich an den Geschlechtsteilen kratzen.
Ich schaue verärgert, aber höflich weg und verlasse die Anstalt. Postleitzahlen-Rolfi-Frisbees und Rolfi-Drachen kann man sowieso nicht kaufen, die sind alle nur für die Dekoration da.
Und für die neuen Postleitzahlen.
Sonst wäre das ja vielleicht auch noch eine hübsche Geschenkidee gewesen. Aber, da fällt mir ein, es gibt doch da noch so'n andern Rolfi, der wirbt für Kondome.
Da müßte doch vielleicht noch was zu holen sein!
Frische Kondome sind doch immer was feines, da kann man die alten, überlagerten endlich mal rausschmeißen.

Überlagert ist auch mein altes Poesiealbum voll mit braven Empfehlungen und Hinweisen, zum Beispiel schrieb eine Schulkameradin jenes:
Viel Hören, viel Schweigen, diese Kunst mach Dir zu eigen!
Zur freundlichen Erinnerung an Deine Schulkameradin

Nur doof.
Keine Quelle des Frohsinns und der Heiterkeit. Nicht mal lustige Schreibfehler kann ich entdecken. Im ganzen Poesiealbum nicht! Weil, wir haben ja noch richtig Deutsch gelernt. Wenn ich da in die "Freundschaftsbücher" heutiger Drittklässler schaue, sieht's schon ein wenig anders aus:

Name:                ROMINA 
Geburtstag:         Juni 6.
Haarfarbe:          Blont
Augenfarbe:        Blau
Besondere
Kennzeichen:      Somersch prosen
Lieblingsfächer:   Deutch Mate und Schport
keinen Spaß
macht:               Riligun und Basteln
Lieblingslehrer:   Fraru Raufuß
Hobbys:             schwimen
Berufswunsch:    ist Babie Haus
Lieblingsmusik
oder Gruppe:      Kinder-Hit-Perad.
                           meil kil-Scheksen
Lieblingsfilm:      Lila-laune-Ber
Lieblingsbuch:     Mikimaus und Eintife Brun.

Das ist doch was.
Da purzeln fröhliche Glücksradbälle auf uns herab. Für alle Blonden und Blauäugigen. Und die beiden jungen Männer in der S-Bahn. Und für alle, die schon mal Kontakt mit Außerirdischen hatten. Auch wenn man munkelt, daß diese Personen gar nicht so glücklich darüber seien, aber dann brauchen sie die Bälle um so mehr. Vielleicht könnten sie die wassermelonenköpfigen E.T.s zu einem Freundschaftsspiel überreden. Natürlich ohne Worte.

Und anschließend könnten sie dann zu Tchibo gehen, eine Tasse Kaffee im Stehen schlürfen und dabei einem nachgelieferten Würfelradio lauschen.

Außerirdische mögen sowas. Hab' ich in einer Statistik gelesen. Und weil's mir keiner glauben würde, hab' ich sie aufgehoben:
Erdlinge
in Biergärten sitzen
Ehrenmäler ansehen
Socken stricken
Außerirdische
Würfelradio hören
Werbegeschenke tauschen
 Postleitzahlen mischen

PS: Übrigens, der Werbespot mit den Kindern und den transzendentalen Zahlen hat mir gut gefallen.

PPS: Heute würde ich mich für einen anderen Spot entscheiden... 
Hier die Clips von sechs bekannten Autoren zum selbst entscheiden...

Freitag, 28. September 2012

Terroristen


In letzter Zeit und besonders in den vergangenen Tagen mehren sich wieder neue Telefonterroristen und alte mit neuen Nummern. Die Sperrliste in meiner Fritzbox ist lang und wird gnadenlos länger. Auf Klingeln reagiere ich schon gar nicht mehr und das Abhören des immer wieder angesprungenen, aber völlig leeren AB ist auch keins meiner Hobbys...
Tut mir leid, wenn da jemand dazwischen war, der ernsthaft versucht hat, mich zu erreichen. Es gibt ja auch noch andere Wege.

Hier ein kleiner Einblick in die Terroristen-Liste: 00302140852000178 0033170702586 0038649425052 00522114328003270 015787954689 01803221008 020915556303 022822721222 02283822567 02317257820 033439447057 02345074289 025139637070 0302902825 030319880599 03039820807 030521320310 03084313879 030800927198 03092702890 03518767799 03581877319 03812520965 04042236196 04045060913 0406921811 04405483021 0441936400 0683195954400 08008003436


PS: Habe mal wieder nach mehr der weniger gelungenen Illustrationversuchen in den weiten Untiefen des Internets geschmökert, mich aber dann ausschließlich für ein paar grafische Beispiele mit diesem seltsamen Gerät aus Großelterns Zeiten, als es noch gar keine Werbeanrufe gab, entschieden. Das ist ein bisschen so, wie wenn was zum Thema Heizkostenabrechnung mit der Abbildung eines alten Kohle-Badeofens illustriert wird.
Aber zurück zur Fernmeldetechnik, voilà:

Erinnert mich irgendwie ans Höcker-Hijab-Verbot...



Mittwoch, 25. Juli 2012

Hertha

Hertha hat vor zehn Jahren ihre Wiedergeburt erlebt, pünktlich zum damaligen 110ten Geburtstag des Berliner Fußballvereins erhielt sie ihren alten Namen zurück. Herthas Schwesterschiff hieß Concordia... (ob Concordia wohl untergegangen ist?). Heute schippert die Hertha - jajaja, sie ist noch nicht auf Rente oder gar beerdigt! - nicht mehr in Berliner Gewässern, sondern auf der Kyritzer Seenkette.

PS: Der Name Hertha/Herta (den ja auch eine Berliner Wurstfabrik trägt) ist ja ansonsten ein bisschen aus, bzw. noch nicht wieder in Mode gekommen. Nach all den Gustavs, Emils, Annas und Johannas kommt bestimmt auch wieder eine Zeit für Herta, oder?  Das Problem ist: "Herta" hat keine Geschichte, sondern ist ein künstliches modisches Produkt vom Ende des 19. Jahrhundert, das die 30er Jahre des 20. Jh. nicht überlebte.


Freitag, 6. Juli 2012

Fundstück

Beim Umräumen fällt einstweilen auch schon mal das eine oder andere aus einem alten Buch. Meist handelt es sich vierblättrige Kleeblätter, die man als junger Mensch zwischen den Seiten gepresst hat, oder der Liebesbrief eines lang verheirateten Jugendfreundes oder aber Fotonegative in einem mir unbekannten Format von ungefähr 17 x 14 mm.
Vielleicht vermisst jemand seine Urlaubserinnerungen? Oder kennt jemand den Ort, der sich offensichtlich in irgendeinem arabischen Land mit vermutlich französischer Vergangenheit befindet:




Mittwoch, 11. April 2012

Titanisch




Von Titanic bis Costa Concordia:
100 Jahre Schiffsuntergänge mit mehr als mangelhafter Passagierbetreuung


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Wenn früh am Morgen

der Ofensetzer zweimal klingelt, stehen kleine Bastelarbeiten ins Haus. Überraschung? Nein. Als erstes vor drei Wochen kam der Schornsteinfeger, den Schornstein auszubrennen. Spannend, hab ich auch noch nicht erlebt. Meine Aufgabe war, im Vorfeld die halbe Küche auf den Rest der Wohnung zu verteilen.

Und da befindet sie sich bis heute, denn dann wurde ein anderer Handwerker beauftragt, ein neues Rohr an den Abzug zu bauen, weil das alte mehr als porös war. Das hatte nur niemand gesehen, weil es seit den frühen 80ern über einer Zwischendecke versteckt war. Der Handwerker gab sich große Mühe, nur so wenig wie möglich kaputt zumachen. Und es gelang ihm auch.

Aber dann am nächsten Tag kündigte sich ein Ofensetzer an, der nun heute mit seinem Kollegen die schöne Puzzlearbeit wieder auseinandernimmt, um ein gänzlich neues Rohr nicht nur durch den Schornsteinschacht, sondern auch durch meine Küche unterhalb der Decke zu ziehen.
Noch lange nicht fertig,
denn hier soll ja nun das neue
Rohr zur Therme abzweigen

Oberhalb sei heutzutage gar nicht mehr erlaubt. Na prima. Vor Begeisterung stehen mir die Haare zu Berge und kommen drei Wochen nicht wieder runter.
Das Rohr im Schornstein kommt dagegen recht flott vom Dachboden herunter und schmiegt sich zutraulich ans Gemäuer.

Ofensetzer ist ein schöner Beruf, auch wenn heutzutage weniger Öfen gesetzt (abgesehen von ein paar nostalgischen Kaminen) und mehr Rohre durch alte Schornsteinzüge gezerrt werden. Wer weiß, wie lange noch?
Kein Beruf mit Zukunft. Irgendwann sind alle Heizanlagen auf dem neuesten Stand und schon sind ganz andere Techniker gefragt. Heizanlagenmechatroniker oder sowas...

PS: ...und was bin ich froh, dass die heutigen Handwerker nicht die gleichen alten Herren sind, die im letzten Jahr die Schornsteine im Seitenflügel bearbeitet haben...

Samstag, 24. September 2011

Puppentag


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Freitag, 9. September 2011

Ziemlich strohig


Halm für Halm wurden die Strohballen vom letzten Jahr wieder zu knapp 200kg schweren Ballen zusammengestopft und festgenäht, damit morgen das Strohballenrollen um den halben Richardplatz zum 178. Mal erfolgreich stattfinden kann.

Hoffentlich sind bis dahin alle aktuell stattfindenden Bauarbeiten zur Behebung der Winterschäden der letzten Saison an den Gehwegen beendet!

Natürlich kommen für das Rahmenprogramm auch wieder unter anderem die wunderbaren Cellolitas und neu: die Motown Lovers - da sind wir mal gespannt!

Samstag, 11. Juni 2011

Wandvasen

sind wieder auf dem Vormarsch. Der klassische Wandvasensammler wird überrascht sein, dass eine neue Generation diese wunderlichen Objekte aus der 50jahre-Nische heraushievt und aufs neue deutsche Wohnzimmer besiedelt.


Samstag, 30. April 2011

Linie 7

Ich hab ne alte Skizze wiedergefunden, und wie man sieht, waren in den frühen 80ern türkische Frauen nicht unbedingt vorbildhaft gut gelaunt, aber zumindest fröhlicher angezogen (trotz blickdichter Elastanstrümpfe) und kauften auch schon damals unnatürlich große Mengen gesundes Gemüse!

Und die PAECHbrot-U-Bahn-Werbung versuchte, sich mit einem flotten Ramadan-Spruch den neuen Gegebenheiten anzupassen:

Beim Ramadan denkt Ögyr Gümel
immer nur an PaechBrot-Krümel

Was hat sich noch geändert? Die BILD hat inzwischen buntere Bilder gekriegt und Stiefeletten im Prinz-Eisenherz-Stil gibt es nicht mehr (eigentlich schade, ich hatte auch welche und die waren sehr angenehm zu tragen!), Leggings hingegen sind nie ganz ausgestorben. Türkis und Mint als Modefarben waren auf dem Weg zu ihrem bislang größten Hoch.
Für Brustkrebsvorsorge wurde mit Botticellis "Geburt der Venus" geworben.
Die Heizung unter der Sitzbank mit grün-marmoriertem Kunstlederpolster konnte im Winter so heiß werden, dass das Gemüse schon in der Tüte vorgegart wurde. Und die Tüte stammt von einer türkischen Handelskette, die gibt's wohl inzwischen auch nicht mehr.
Die Wände sind nicht mehr mit braunen Holzimitaten verkleidet und der Boden hat auch kein braunes Linoleum mehr.
Postpakete sind heute normalerweise vorgefertigt gelb und haben Klebeband und selten Strippe außenrum. Sitzpolster sind jetzt aus grau-bunt gemusterten kratzigen Plüsch. Nur die Kacheln auf dem U-Bahnhof Möckernbrücke sind immernoch knallgelb und werden es wohl auch noch lange bleiben.

PS: Heute vor 25 Jahren hatte "Linie 1" im Gripstheater Premiere. Am Tag vorher sickerte erstmalig durch, was in Tschernobyl vier Tage zuvor passiert war. Ich saß unwissend wie alle in den Tagen dazwischen in der Vorpremiere und hatte viel Spaß...