
Während auf dem Flughafengelände die organisierten Spektakel - nun in Form eines dreiabendlichen Feuerwerks der Extra-Donnerwetter-Klasse - ihren Lauf nehmen, geht zur gleichen Zeit auf der anderen Seite still und unbemerkt der (fast noch) Vollmond auf. Heute abend hat er vielleicht etwas zu kräftig in den Farbtopf gelangt und sich dazu ungelenk eine Dachantenne ans Ohr gesteckt - aber möglicherweise träumt er ja immer noch von Bread & Butter...
Donnerstag, 9. Juli 2009
Vollmond vs. Feuerwerk
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Mittwoch, 8. Juli 2009
Rattatatang

Gestern musste ein neues Balkonmöbel her, und weil in Gartencentern zwei Wochen nach Sommerbeginn schon längst wieder Ende der Sommerzeit ist, wurde es doch wieder, wie gehabt, ein Korbstuhl von ....
Die Korbflechterei warf die Frage auf, was denn nun der Unterschied ist bei Rattan, Peddigrohr und diesem flachen glatten Zeug, mit dem teure Stuhlsitzflächen geflochten werden.
Und hier die Lösung:
Mit Rohren hat das alles schon mal gar nichts zu tun.
Alle drei Materialien kommen von der Rotangpalme , die aber das Aussehen von Schlingpflanzen und Lianen hat und deshalb manchmal auch Rotan-Liane genannt wird. Rotang Calamus wird bis ca. 160 Meter lang und braucht zum Wachsen einen Stützbaum.
Hier eine hübsche alte Abbildung (mit russischer Beschriftung). Das Rotang ist bei 5) in der Mitte zu finden. Das Rotang ist bei 7) mitte-rechts zu finden.
• Die kompletten dicken (geschälten) Teile werden in Deutschland Rattan genannt, zu Stuhlbeinen und anderen stützenden Elementen (aber auch Schlagstöcken) verarbeitet.
• Das Mark der dünneren Stränge wird als Peddigrohr oder auch Stakenpeddig bezeichnet und für Flechtarbeiten und Körbe verwendet.
• Die geschälte und dann glatte, wasserabweisende Oberfläche wird zu flachen Flechtstreifen geschnitten und Stuhlflechtrohr oder Peddigband genannt.
So. Haben wir das auch geklärt.
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Bröckchen: Alltag, Fragen, Fundstück, neunmalklug, Sachkunde, wilde Natur
Sonntag, 5. Juli 2009
Hanni & Nanni
Und jetzt endlich eine exklusive Fach-Veröffentlichung für Nadja (ich bitte die Verspätung zu entschuldigen):
Der Bericht eines Eingriffs am 15. Juni 09.
Rechts sehen Sie das Siamesische Zwillingskirschpaar Hanni & Nanni vor der operativen Trennung in einer Rixdorfer Privatklinik.
Die Kirschen waren am Brustbein zusammengewachsen, verfügten aber beide über eine jeweils vollständige Anzahl innerer Organe (je ein Kern).
Die Operation konnte ambulant durchgeführt werden und dauerte etwa 873 Millisekunden. Beiden Kirschen ging es anschließend sehr gut.
Der postoperative Befund war unauffällig und bedurfte keiner besonderen Behandlung.
Und so konnten Hanni & Nanni innerhalb weniger Minuten weiter den Weg alles Essbaren gehen!
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Samstag, 4. Juli 2009
Abgeschraubt
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Bröckchen: Form + Farbe, Fundstück, Neukölln-Rixdorf
Dienstag, 30. Juni 2009
Kritik
Frei nach Roger M. Buergel oder
Was die Buergelmaschine vielleicht dazu sagen würde:
"Im Spannungsfeld zwischen blumiger Popart und impressionistischer Bauernmalerei ermutigt Angelika Dufft die gehobelte Latte mit den Erinnerungen an die großväterlichen Blumenbeete zu vergolden und ein fröhlich verträumtes Stehbildensemble als Resonanzraum auf die Wiese zu stellen. Ausgangspunkt der abstaktornamentalen Arbeit 'Macchiato!' scheint der verunglückte Versuch zu seien, ein Regal zu bauen."
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Montag, 29. Juni 2009
Das war's
Später sah's dann (an zwei regenfreien Tagen!!!!) in etwa so aus...



Meine Fotos sind ärgerlicher Weise alle unscharf, wenn mir jemand eine etwas schärfere Erinnerung hinterlassen kann, würde ich mich sehr freuen!
Die häufigsten Antworten:
Nein, das Nachbargrundstück ist nicht zu vermieten.
Ja, es gibt in Neukölln mehr als Rütlischule und Karl-Marx-Straße.
Nein, ich weiß nicht, für wieviel ich eine Latte verkaufen möchte.
Ja, den wunderschönen Garten meines Großvaters gab es tatsächlich.
Nein, das Grundstück auf der anderen Seite (Garten der Poesie) ist auch kein freies Bauland.
Ja, der Malgrund besteht tatsächlich aus gewöhnlichen Holzlatten.
Nein, noch sind sie nicht witterungsbeständig präpariert***.
Die Besucher:
NeuköllnerInnen,viel nahe und fernere Nachbarschaft, die den Garten auch noch nie gesehen hatte, dazu u.a. Spandauer, Lichtenrader und eine Clique weddinger Halbstarker, die traurig waren, weil es so eine schöne Gegend, wie rund um den Richardplatz im Wedding nirgends gäbe.
Vielen Dank übrigens noch an Antonia, die fleißig beim Abbau der Latten geholfen hat!
***) Zwei Wochen später: Jetzt sind sie noch mal mit Outdoor-Acryl-Klarlack überzogen und haben Metallstifte (statt Holzstäben), um sie in den Boden zu stecken.
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Aufbau im Museumsgarten
Rückblick: Samstagmittag.
Na, das geht ja gut los.
Mabel und Daniel sind zum Helfen pünktlich angetreten und haben sich erstmal ordentlich mit den Latten in Reihe aufgestellt.
Dabei mussten wir zunächst einen gebrochenen Arm (Daniel, 1. von rechts), ein gebrochenes Bein (Latte mit Mohn, 2. von links) und eine Latte kopfüber, der die Beine aus dem Kopf wuchsen (6. von rechts) konstatieren.
Mabel hat sich glücklicherweise einen passenden blumig-fleckigen Rock angezogen und die Unfälle erstmal aufs Beste kaschiert, bis alles (außer leider der Arm) wieder so war, wie es sein sollte.
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Vorbereitungen am Richardplatz
Rückblick: Freitagmittag am Richardplatz.
Vorbereitungen für "Kiez international".
Ich auf dem Weg zur Schmiede um ein Plakat abzugeben.
Bühnenaufbauer haben die Straßenecke und den Richardplatz mit Bühnenbaumaterial und Containern vollgepflastert, ein LKW verstopft die Straße. Über den Fußweg gibt es nur eine sehr schmale Furt durch Platten und Rohre. Wenn ich das Rad schieben würde, müsste ich gleichzeitig über die Rohre klettern oder stolpern, also entscheide ich mich für vorsichtiges Fahren, das macht schlank im doppelten Sinne.
Am Ende der Furt stehen ein paar gelangweilte Herren herum, die offenbar das abgeladene Material bewachen sollen.
Hier ist wieder viel Platz und ich will rechts um die Herren herum fahren. Da sieht mich der kleinste von ihnen und geht zwei betonte Schritte rückwärts. Ich halte an.
"Sie! Sie wollen mich doch wohl nicht etwa umfahren!!!"
brüllt er mich an.
"Nein," sage ich ganz gelassen, "ich wollte weiträumig um Sie herumfahren, doch dann sind Sie rückwärts gegangen und ich habe angehalten."
"Da fliegt mir gleich der Draht aus der Mütze!" schreit er mich wieder an.
Ich kann selbsternannte Dorfpolizisten einfach nicht ertragen. An seiner dunkelblauen Jacke sehe ich ein kleines Berliner Bärchen und denke, das hat er bei der BVG geklaut.
"Sie haben doch gar keinen Draht in der Mütze - Sie haben ja noch nicht mal ne Mütze!" gebe ich amüsiert zurück und mache mich weiter auf den Weg, bzw. die letzten fehlenden 10 Meter bis zur Schmiede.
Er versucht kurz an meinem Fahrradkorb zu greifen, doch dann lässt er ab.
Ich drehe mich noch mal nach dem kleinen wütenden Zwerg um und sehe, dass auf der Rückseite seiner blauen Jacke in schönen großen weißen Lettern das Wort "Ordungsamt" prangt.
Ich muss grinsen und bin verwundert, dass er nicht mit dem berühmten Satz "Das ist Beamtenbeleidigung!!!" gekontert und mich festgehalten hat.
Mehr zur "Beamten"-Beleidigung:
Im deutschen Strafrecht ist die Beamtenbeleidigung kein Tatbestand - ein Beamter ist nicht besser gestellt als ein anderer Bürger. Es handelt sich also um eine ganz normale Beleidigung gemäß § 185 StGB.
Einschränkung: Wenn man den Beamten bewusst bei und vor allem aber wegen der Ausübung seines Beamtenberufes beleidigt.
Wenn mir also beispielsweise bewusst gewesen wäre, dass ich auf einen Herrn vom Ordnungsamt zufahre und gesagt hätte: 'Du mieser kleiner Odnungsbeamtenfuzzi, bei dem's noch nicht mal zu ner ordentlichen Uniformmütze gereicht hat, geschweige denn zu einer mit Draht, du kannst deinen Kollegen (nicht mir!) mal am Allerwertesten....!' - wenn ich also das gesagt hätte, dann wäre das mit der Beleidigung ....
Na ja. Lassen wir das.
Aber manchmal könnt' ich ....
Statt dessen grinse ich heute noch.
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Jette
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