
Heizung aus, Balkontür auf, Sonne rein, Katzen raus - das nennt man Frühling.
Pelle hat sich über die Plötzlichkeit ein bisschen erschrocken, war aber gleich wieder milderen Gemüts, als liebliche Melodien von der nördlichen Kirchgasse heraufschwebten: eine fast nach Geigen klingende Akkordeonversion von "Brucia La Terra" - dafür ist es dann vielleicht doch noch ein bisschen zu früh, aber von mir aus kann's gerne bald heiß werden, ich mag's.
Dienstag, 31. März 2009
Hitzeeinbruch
hingeworfen von
Jette
0
Kommentare
Bröckchen: Balkonien, Frühling, Musik, Neukölln-Rixdorf, wilde Natur
Sonntag, 29. März 2009
Die Zeit...
...fliegt davon, wenn man nicht aufpasst. So, wie uns letzte Nacht einfach mal eben eine Stunde abgehauen ist. Hierbei handelte es sich um ein voraussehbares Ereignis, dass seit vielen Jahren aus zwielichtigen und längst widerlegten Gründen "Wir haben dann mehr Sonne" und "das spart Strom" immer um die gleiche Jahreszeit passiert.
Irgendwann hat man das Ende der Sommerzeit (früher mit Herbstbeginn am letzten Wochende im September) auf Ende Oktober verschoben, - für den damals ebenso geplanten Beginn einen Monat früher, also Ende Februar fanden sich offenbar nicht soviele Freunde...
hübsche Illustration
Letzte Woche fragten sich dann auch mal wieder viele Menschen, in welche Richtung man die Zeiger der Uhr verdrehen müsse. Die Antwort war einhellig ungenau: "Eine Stunde mehr".
Mehr was?
Der Tag hat 25 Stunden?
Eine Stunde länger schlafen?
Eine Stunde mehr Sonne für alle?
Morgens eine Stunde mehr dunkel?
Der Zeiger muss eine Stunde weiter gestellt werden?
Richtig ist: Diese Nacht hatte im Prinzip eine Stunde weniger.
Der gesamte Tag hat also nur 23 Stunden und: die Uhr musste vorgestellt werden.
Gut. Das wussten die meisten, auch wenn sie es nicht aussprechen konnten. Und wie man die Zeiger einer Uhr betätigt, weiß man im Prinzip auch. Und wie man Ziffernanzeigen weiterschnurren lässt, auch.
Was aber, wenn das elektronische Gerät eine GMT-Angabe verlangt?
GMT + 1 oder -1 oder +2 oder gar nicht oder was?
Antwort für Deutschland:
Winterzeit = GMT+1
Sommerzeit = GMT+2
Und was ist GMT? (Schon wieder ein kleiner Beirag zum Jahr der Astronomie)
Greenwich Mean Time (kurz GMT) [ˌɡrɛnɪtʃ ˈmiːn taim; -ɪdʒ], zu Deutsch: mittlere Greenwich-Zeit, ist die mittlere Sonnenzeit am Nullmeridian.
Die Greenwich Mean Time war von 1884 bis 1928 Weltzeit. Obwohl in dieser Funktion heute von der Koordinierten Weltzeit UTC ersetzt, ist GMT weiterhin ein geläufiger Begriff für diese Zeitzone. (Weiter bei Wiki)
hingeworfen von
Jette
0
Kommentare
Bröckchen: Alltag, flash, Frühling, neunmalklug, Sachkunde, Sonne Mond + Sterne, Zeit
Freitag, 27. März 2009
Erinnerung
Wem der Frühling noch zu kalt ist, erinnere sich ans letzte Jahr... Da war Ostern zwar etwas früher, aber auch frischer!
hingeworfen von
Jette
0
Kommentare
Bröckchen: Frühling, wilde Natur
Donnerstag, 26. März 2009
Neukölln dekadent
Ich esse ja gerne Sushi, schon ein paar Jahre länger als es die dazugehörigen Bars in Berlin gibt.
Deshalb habe ich auch frühzeitig gelernt, die schmackhaften Röllchen selbst herzustellen. Dabei kann es im Übrigen durchaus hilfreich sein, wenn man eine erfolgreiche Karriere als Zigarettendreherin aufweisen kann.
Beim Auftreiben von geeignetem Fisch kann man allerdings schnell Probleme kriegen, da es ja die sogenannte Sushiqualität in Berlin angeblich und eigentlich nicht gibt. Was nicht heißt, dass der Fisch nicht trotzdem so frisch ist, dass man ihn unbesorgt roh essen kann.
Bei Feinkost-Kropp in der Karl-Marx-Straße klang das neulich so:
"Ich hätte gerne den frischesten Fisch, den Sie haben."
"Für Sushi? Wir führen keine Sushiqulität!"
Sprach's, drehte sich um und verschwand auf Nimmerwiedersehen.
Andere Verkäuferinnen schauten aus der Ferne und blieben aber auch da.
Na gut, dachte ich, wenn ihr mir nichts verkaufen wollt, dann gehe ich eben doch zu Karstadt und verschwand ebenfalls auf Nimmerwiedersehen.
Bei Karstadt lautete meine etwas modifizierte Frage wie folgt:
"Welchen ihrer Fische würden Sie ohne Bedenken roh verzehren?"
Der Fischhändler sah mich einen Moment nachdenklich an, also fügte ich hinzu:
"Ich weiß, dass Sie keine Sushi-Qualität anbieten können, deshalb frage ich...."
"Die hier. Alles frischer Fang, gerade geliefert." Er lächelte.
Prima. Ich lächelte zurück. Das klingt doch brauchbar und wir wurden uns schnell handelseinig.
Fertiges Sushi in Bars oder Restaurants gibt es auch in Neukölln, aber ich weiß nicht, ob empfehlenswert. Wer's ausprobieren will:
Tabibito, Karl-Marx-Str. 56
Sushi Bar, Sonnenallee 134
Phong Thuy, Silbersteinstr. 3 Lieferservice (hier gibts auch Pizza & Co)
PS: Was Sushi-Qualität eigentlich sein soll, weiß keiner so genau. Vor ein paar Jahren wurden angeblich mal irgendwelche Verordnungen über den Frischezustand erlassen, die ich aber nirgends auftreiben kann. Und fragt und surft man sich durch, erhält man sehr voneinander abweichende Vermutungen aber nichts verbindliches.
PPS: Aus der Reihe "Lieblingsfernsehküchendialoge":
Wie alt ist der Fisch und woher kommt er?Jette fragt sich: Und wie ist er außen?
Das ist Tunfisch mit der Bezeichnung Sushiqualität.
Ah ja, weil er innen roh ist!
Genau.
PPPS: Clownfisch-Sushi sieht zwar lustig aus, erfreut sich ansonsten aber keiner großen Beliebtheit - wie einst schon hier erwähnt...
hingeworfen von
Jette
1 Kommentare
Bröckchen: aufgeschnappt, Kommunikation, Magenknurren, Sachkunde, unterwegs
Dienstag, 24. März 2009
Frühlingsgewitter
Schnell noch ein paar zarte Pflanzen vom Balkon gerettet und schon fegt ein grummelndes Graupel-Sturm- Frühlingsdonnerwetter durch Rixdorf, das sich gewaschen hat!
Dicke Wolken verdunkeln den Himmel und meinen Schreibtisch. Der Wind pfeift mehrstimmig durch alle Ritzen, die Katzen gruseln sich und suchen sichere Verstecke.
Kein Vogel pfeift mehr freche Lieder, nur eine Feuerwehr tönt von fern.
Der Vogelscheuch aber findet wieder alles äußerst amüsant.
Trügerisch sanftmütig verwandelt sich der Graupel in flauschig dahinschmelzenden Schnee und ich werde jetzt aufs Rad steigen und ein paar Plakate drucken lassen....
hingeworfen von
Jette
0
Kommentare
Bröckchen: Frühling, wilde Natur
Donnerstag, 19. März 2009
K-Faktor
seit November kann ich ja ein neues Fahrrad mein eigen nennen, aber viel Freude hatte ich damit bis jetzt nicht. Im Winter war das Schloss eingefroren, dann war das Tretlager kaputt, dann hat der fiese Streusplit ständig meine Reifen zerschnitten bis ich schließlich Stahlmäntel habe aufziehen lassen und und und ... im Moment knackt beim Bremsen irgendwas sehr verdächtig und irgendwie steckt in diesem Rad der Wurm, bzw. Minimotten und Kastanientierchen, wie es Dittsche sehr viel genauer wusste (1. Staffel, Folge 8, 2004) . Manches Mal dachte ich schon: Ach, wenn doch jemand käme und es mitnähme, dann hätte die Diebstahlsversicherung wenigstens Sinn und ich würd' noch mal von vorne anfangen. Aber es klaut keiner und das ist kein Wunder, denn laut Statistik passiert sowas in Neukölln "fast gar nicht". Neukölln hat nämlich in Sachen Fahrraddiebstahl den niedrigsten "K-Faktor" von ganz Berlin. Soll heißen: gibt es nur 307 diesbezüglich Kriminelle unter je 100000 Einwohnern.
Wer selbst ein bisschen im Krimilalitätsatlas herumblättern will, kann dies hier tun.
hingeworfen von
Jette
2
Kommentare
Bröckchen: Neukölln-Rixdorf, Radfahren, Recht und billig
Mittwoch, 18. März 2009
Nachuntersuchnung
Am Montag war die jüngst operierte greise Bauhauslampe zur Nachuntersuchung und zum Fädenziehen.Jetzt ist alles tip-top für die nächsten 75 Jahre - vorausgesetzt, dass da überhaupt noch elektrischer Strom benutzt wird.
Wer weiß das schon so genau? Vor 80 Jahren wurden berliner Wohnungen zum Teil noch mit Petroleum beleuchtet und waren gerade mal zur Hälfte mit Elektrik statt Gaslampen ausgerüstet. Die benutzt heute ja auch keiner mehr. Nur die alten Rohre sind in manchem Altbau an den Zimmerdecken noch zu finden.
hingeworfen von
Jette
0
Kommentare
Bröckchen: Berliner, Geschichte, Wunder der Technik
frank und frei
Als ich neulich ein Angebot schrieb, begegnete mir mal wieder die unselige Vokabel "freibleibend". Ein verwirrendes Teekesselchenwort.
Was soll das eigentlich heißen? Dass an die Stelle dieses Angebots bis zu einem bestimmten Datum nichts anderes kommt, also der Platz frei bleibt?
Nee. Heißt es nicht, es könnte genauso gut "offenbleibend" heißen und bedeutet einfach nur "unverbindlich".
Unverbindlich ist allerdings nicht, wie man Briefe freimacht. Wenn auf einem Briefumschlag "Bitte freimachen" steht, dann heißt das nicht, dass man einen Tag Urlaub nehmen oder den Brief ausziehen, also vom Umschlag befreien soll, sondern, dass man bitte eine Briefmarke raufkleben soll (was man im übrigen nicht immer machen muss, näheres dazu hier), also frankieren. Frank heißt nichts anderes als "frei" und "offen" - wobei ein Brief aber, wie gesagt von einem Umschlag umhüllt sein sollte. Durch das Aufkleben der Briefmarke wird er aber freigegeben zum Transport.
Und die Franken (die z.T. auch Freier hießen) sind alles freie Menschen, offen für alles, wie man weiß – sowohl in Frankreich wie in Oberfranken - letztere wären aber vor allem gern auch frei vom Freistaat Bayern ("Frei statt Bayern")...
"Frei" liefert im gotischenUrsprung (fri) aber auch die Wurzel für "lieben" (frijon) - und wenn der Freier auf Freiersfüßen geht, um die Angebetete zu freien, dann will er den "ich bin noch frei"-Zustand möglichst bald und am besten für immer beenden.
Freiheit ist eben auch sehr relativ und misst sich immer an den Forderungen und Grenzen der Gesellschaft, der Familie, den wirtschaftlichen Möglichkeiten und geistigen Fähigkeiten und, und, und - und welche man sich selbst (auch unbewusst) eingerichtet hat und zu akzeptieren bereit ist.
Oder eben nicht.
Dann wird man Freiheitskämpfer.
Die nordische Göttin Freya als Namensgeberin des Freitags und des Freiens ist die Göttin der Liebe und der Ehe. Und da liegt wohl die Crux begraben. So wurden schon früh die feste Bindung an eine Person und das dazugehörige Ehegesetz mit der Freiheit in einen Topf geworfen und daraus entstanden augenscheinlich (und ohrenrauschlich) alle späterfolgenden Verwirrungen. (In anderen Sprachen gibt es bestimmt vergleichbares ...)
PS:
Und da sind wir Ruckzuck und ein-zwei-fix beim nächsten herumliegenden Kuddelmuddel:
Wenn ein anwesender Anlieger ein Anliegen bezüglich der Anlage seines Anwesens oder seiner Liegenschaft hat und deshalb seine Anlagen umlegen will, ohne jemanden umzulegen....
hingeworfen von
Jette
0
Kommentare
Bröckchen: Kommunikation, Migrationshintergrund, neunmalklug, Sachkunde, Sprache



