Donnerstag, 1. Oktober 2009

30 Jahre Titanic!

Ich habe im Keller ungefähr die ersten 19 Jahrgänge zu liegen. Ist jemand interessiert?
"Ungefähr" heißt: es fehlen etwa drei Ausgaben und ein Heft ist etwas stärker beschädigt.

Mittwoch, 30. September 2009

Gut gespült!

Pflegespülung, Mundspülung, Motorspülung, Toilettenspülung und sogar eine Magenspülung - darunter kann sich jeder mehr oder weniger vorstellen. Mit der Lungenspülung verhält sich das schon ein bisschen anders. Die kommt nicht so häufig vor, oder wenn doch, spricht man offenbar nicht so gerne drüber, außer es handelt sich um gespülte bronchitisgemarterte Pferdelungen. Von letzteren ist das Internet voll, wenn es sich aber um eine menschliche Lunge handelt, scheint das was sehr geheimnisvolles zu sein.

"Der Eingriff tut nicht weh", erfährt man da. Klar, kein Wunder, man wird ja auch betäubt. Und danach? Darüber erfährt man nichts außer "etwas Heiserkeit ist möglich" oder "Mein Vater hat nach vier Wochen immer noch starke Schmerzen".
"Machen Sie sich mal keine Sorgen, das ist ein Routineeingriff, das machen wir hier andauernd."
Na schön. Ich aber nicht. Ich habe noch keine Erfahrungen.
Was wird da eigentlich gemacht?
Die Patientenaufklärungstexte helfen da auch nicht wirklich weiter und erklären hauptsächlich das, was hoffentlich NICHT passiert – bis hin zum Tod, aber das, was passiert, ist ziemlich sparsam und wird in seiner Knappheit von der nebenstehenden Illustration verdeutlicht. Ob das fiesgelbe in der abgebildeten Bronchie die vereinfachte schematische Darstellung eines erwarteten Fundstücks ist oder die Farbe der Spülflüssigkeit, erfährt man natürlich nicht. Mindestens genauso schematisch ist der medizinstudentische Versuch, ein Herz zwischen die Lungenflügel zu kritzeln.
Der Hinweis, dass es sich um eine "sterile Flüssigkeit" handelt, halte ich für überflüssig, weil selbstverständlich. Und dann? Wird die ganze Lunge unter Wasser gesetzt?
Wer atmet dann für mich?
Kriegt man ein paar künstliche Kiemen?
"Nein, Sie kommen an keine Herz-Lungenmaschine, - wer sagt denn sowas?"
Bis jetzt niemand. Aber wie funktioniert das dann?

"Bei Ihnen ist doch gar keine Spülung vorgesehen. Nur ein bisschen vielleicht, das müssen wir dann mal sehen."
Das wird spannend. Nur werde ich von der Entscheidungsfindung Dank eines wirkungsvollen intravenösen Cocktails nichts mitkriegen.

"Sie bekommen einen Schlauch in den Hals für die Bronchoskopie und an die Nase einen Schlauch für den Sauerstoff." Die Lunge darf also während des Eingriffs ganz normal weiteratmen. Meine Phantasie wirft zwar tausend Bilder pro Sekunde aus, versagt aber bei der richtigen Auswahl.

Also kurz gesagt: es wird Miniaturwerkzeug, so eine Art Schweizer Taschenmesser in die Luftröhre und dann weiter in die Bronchien eingefädelt. Das Hauptwerkzeug ist die Kamera und je nach dem, was diese entdeckt, wird weiterer mikroskopisch kleiner Fitzelkram durch den gleichen Schlauch gefädelt, bzw. ist schon gleich an die Kamera mit angebaut. Ein kleines Knipserchen für eine Gewebeprobe, ein winzigkleines Bürstchen oder auch ein kleines Salzwasserpümpchen für ein kleines Bad in einer kleinen Bronchie. Das unangenehmste ist gar nicht das Gefummel in den Eingeweiden, sondern vorher das Betäubungsspray im Rachen, das den Hals auf einen Schlag in einen gefühlten Elefantenfuß verwandelt, der des Schluckens unfähig ist.
Letzteres wäre – genau betrachtet – auch sehr untypisch für Elefantenfüße. Um so erstaunlicher scheint es, dass man ziemlich normal weitersprechen kann.

Und dann?
Als letztes sehe ich noch das grüne (oder blaue?) Mundstück für die Schlauchführung vor mir schweben und zack, - schon bin ich wieder aufgewacht.
Ohne Halsbeschwerden.

Ab nun heißt es geduldig, also paziente sein und möglichst das Zimmer nicht verlassen, denn es könnte ja sein, dass doch noch mal ein Arzt eine Visite machen möchte. Diese Illusion verflog mit der Zeit immer mehr, aber nach drei Tagen haben sie dann wenigstens endlich das Mikroskop gefunden, die Störfaktoren in den Pröbchen durchgezählt und klassifiziert und sich um eine Auswertung bemüht. Bis dahin kassieren sie fröhlich meine Tagesmiete und legen noch einen Tag drauf, weil die Ergebnisse ja nun auch noch mal abgetippt werden müssen...
Zwischendurch kommt eine knappe Mittteilung über meine Entlassung. Dass ich zwei und nicht nur eine Krankheit habe, erfahre ich zufällig durch ungeschicktes Nachfragen.

Aber keine Sorge, es ist nichts ansteckendes dabei.

PS: Was es noch für Lungenspülungen gibt, vor allem interessanterweise auch solche, die man zu Hause durchführen könnte(!), weiß ich – oh großes Geheimnis – immer noch nicht.

Vielleicht sowas?
Oder im Schwein?
Das Heim-Spülgerät habe ich leider nicht wiedergefunden...

PPS: Leider konnte ich kein Foto oder gar interessantes Video von diesem Ausflug mitbringen, da, wie schon berichtet, mein kleines digitales Spielzeug geklaut wurde.
Pech gehabt.

PPPS: Ach, habe ich gar nicht berichtet? Na dann wissen es jetzt alle:
Die Knipse is weg. Musse neue kaufn.

PPPPS: Hier ein paar Berichte von teilweise völlig verschiedenen Erfahrungen mit dem oben beschriebenen Eingriff...

Mittwoch, 23. September 2009

Wer wohnt denn da?

In diesem Jahr werden ja nicht nur die Astronomie, sondern auch die Wissenschaften im allgemeinen gewürdigt und deshalb habe ich einen Ausflug in den Wissenschaftspark Adlershof gemacht. Ohne ein einziges Haus zu betreten, gibt es auch schon dies und das zu sehen: z.B. Windkanäle.
Gleich hinterm Erwin Schrödinger-Zentrum steht ein großes graues Ei auf der Wiese. Das Ei hat eine Treppe und eine runde Tür. Davor sind kleine rote Ufos gelandet.
"Wer wohl in dem Ei wohnt?" fragte sich Jette auf die ihr eigene Art und Weise.
"Na klar! Schrödingers Katze natürlich!" Und bis heute weiß keiner, ob sie lebt oder tot ist oder beides zugleich... denn die Tür des grauen Eis ist für immer abgeschlossen. Sagt man.
Und so lange niemand nachsieht, wie es der Katze geht, befindet sie sich quantenphysikalisch-logischer Weise in einem Überlagerungszustand, der alles und nichts beinhaltet.

Und wer wohnt in den Ufos? Lauter kleine hochentwickelte pandimensionale Wissenschaftler vom Planeten Magrathea (Planet auf einer Umlaufbahn um die Doppelsonnen Soulianis und Rahm) – die sich als Mäuse tarnen. Natürlich wären sie in diesem Erscheinungsbild ein gefundenes Fressen für Schrödingers Katze, die - sollte sie das graue Ei jemals lebend verlassen - reichlich Hunger haben wird. Eigens deshalb sind die Mäuse auf die Erde gekommen, um das quantenphysikalische Experiment selbst zu überwachen und nicht allein den Labormenschen zu überlassen.


PS: Wer sich für Trudeltürme mit Soundinstallationen interessiert, ist auf dieser Seite völlig richtig!

PPS: Im Norden schließt sich an das Wissenschaftspark-Gelände der HU der ehemalige Flugplatz Johannisthal (der im übrigen justament jetzt im September 100jährigen Geburtstag feiern würde) an. Und wer - im Hinblick auf das Tempelhofer Feld - wissen will, wie sich ein Flugplatz allmählich in ein Naturschutz- & Freizeitgelände verwandelt, kann ja hier schon mal einen Blick über die Bezirksgrenze/den Teltowkanal werfen...

Sonntag, 20. September 2009

Ecken & Kanten


Der Satz des (gestrigen) Tages, diesmal von spielenden Kindern am Fuße der abgebildeten Hausecke: "Man sieht nicht alles auf den ersten Blick mit Adleraugen."

Samstag, 19. September 2009

Freitag, 18. September 2009

Warum Jette?

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich mich Jette nenne und dann antworte ich, weil mich meine Mutter so genannt hat. Aber das hat sie nicht immer. Eher selten, nämlich dann, wenn sie - erstens - gut gelaunt war und dann konnte es - zweitens - passieren, dass sie meine "Flausen im Kopp" gerne selbst gehabt hätte. Und dann sagte sie mit ausschließlich innerem Stolz "Meine Jette!"

Und warum "Jette" und nicht Jule oder Rieke?
Es gibt ja diese sogenannten Berliner Originale: die Blumenfrau Jette, die Harfen-Jule oder die Rixdorfer Tanz-Rieke, die gerne als traditionelle Namensgeberinnen herangezogen werden. In meinem Fall war es viel spezieller eine gewisse Grete Weiser und das weisersche freche Mundwerk und der mit der Schauspielerin verbundene Filmrollennamen Jette.

Für mich war "Jette" ein Synonym für irgendwas Pippi-Langstrumpf-verwandtes.

So. Dann haben wir das auch mal geklärt.
Jettes Kindheit im Schnelldurchlauf.

PS: Womit ich auch nichts zu tun habe:
Tante Jette (Militärschwank in drei Aufzügen)
Blumen Jette in der Karl-Marx-Straße
Zitronen-Jette in Hamburg

Mittwoch, 16. September 2009

Herr K. erklärt Wetter

und zwar mit der
"Mutter aller Strömungskarten"

Leider ist es mir nicht gelungen, die - im Wetterbericht verwendete - oder eine ähnliche und vor allem quietschbunte Karte mit vielen dicken Pfeilen zur Veranschaulichung aufzutreiben. Also hab ich selbst ein bisschen gekritzelt...

Dienstag, 15. September 2009

Na prima.

In der Aula der Marienschule in der Donaustraße verwöhnte gestern am frühen Abend der über 40köpfige Schulchor mit englischsprachigem Liedgut die anwesende Nachbarschaft, die anschließend von BZBM Buschkowsky begrüßt wurde. Anschließend faselte ein Sprecher des Programms "Soziale Stadt" über irgendetwas und dass er ja mal Kollege von Buschkowsky war, - aber offenbar hatte er noch nicht mal den blassesten Schimmer von den Grenzen des befaselten nunmehr 11. QM-Gebietes in Neukölln. Dann sang der Chor noch einmal und dann erfuhren wir, dass im letzten dreiviertel Jahr genau 46 Menschen befragt wurden, um herauszufinden, was in dieser Gegend in Angriff genommen werden muss. Das QM-Team empfand das wohl als Großleistung und wies immer wieder darauf hin, und dass sie uns aber nicht stundenlang langweilen wollen und auf das gleich folgende Buffet. Vermutlich, damit wir uns selbst die Mäuler stopfen und keine Fragen stellen können.

Gähn. Ich war so müde, dass ich auf den Imbiss verzichtete.