Samstag, 5. Januar 2008

Historisches Straßenpflaster

Neukölln und ganz besonders Rixdorf mit dem alten Kern "Böhmisches Dorf" zählt zu den fahrradunfreundlichsten Gegenden Berlins. Von vorne bis hinten zugestopft mit historischem Straßenpflaster und mancherorts so hohen Bordsteinkanten, das man meinen könnte, sie sollen eine Homage an die Abwassergräben des 19. Jahrhunderts darstellen. Wenn man kein speziell darauf abgestimmtes Hightec-Bike besitzt, sondern ein ganz normales, schon etwas altersklappriges Fahrrad geht das nicht nur auf die Nerven , sondern vor allem auf die Felgen, und ganz besonders auf die Blase und die Wirbelsäule. Scheinwerfer fallen aus, weil Dynamos in die Speichen rutschen, die Schüttelmassage unterbindet jegliche Denkfunktion, die Hände sterben ab und das eingekaufte Marktgemüse hüpft fröhlich aus dem Korb auf die Straße, auf der eigentlich nur mit einem Höchsttempo von zehn Stundenkilometern gefahren werden darf, damit man die Kartoffeln gefahrlos wieder einsammeln kann, aber daran hält sich noch nicht mal die Polizei auf dem Weg zur Currybude. Richtig gefährlich wird's aber auch erst, wenn man mit dem Vorderrad zwischen zwei historische Pflastersteine rutscht und stecken bleibt...
Nun es gibt aber selbst in dieser malerischen Gegend auch zwei Möglichkeiten, um so etwas ähnliches wie einen Radweg zu benutzen, wohlgemerkt so etwas ähnliches! Die eine Möglichkeit findet man vor manchen Kreuzungen in der Karl-Marx-Straße, ist ungefähr 10 Meter lang mit einem weißen Fahrrad dekoriert und heißt Schutzstreifen. Aber nicht nur, dass der gewöhnliche Autofahrer es einem Radfahrer selten gönnt, sich von diesem Streifen schützen zu lassen, selbst eine Bande von drei dreisten Polizeidamen, die dort mit ihrem Streifenwagen herumtrödelten, erklärten mir anschließend ziemlich pampig und unangemessen kichernd, dass diese Spur für Radfahrer eben nur dann zur Verfügung stünde, wenn die Straße ansonsten leer sei.
Aha, und dann schützt mich der Schutzstreifen vor mir selbst?
Und warum ist da überhaupt ein Fahrrad draufgemalt?
Ich glaube, die drei waren nicht ganz nüchtern.
Die andere Möglichkeit befindet sich am nördlichen Ende der Richardstraße, die hier zwar eine Einbahnstraße, aber für Radfahrer laut Beschilderung in beiden Richtungen freigegeben ist. Das stößt nun aber keineswegs auf die Akzeptanz anderer Teilnehmer am Straßenverkehr, und dabei meine ich in diesem Fall noch nicht mal die Autofahrer, sondern - neben vielen anderen - ganz besonders zwei, diagonal über die Straße schlendernde blondierte Damen in dunkelblauen Kostümen (die dürfen sich jetzt direkt angesprochen fühlen!).
„Ey, hier is ne Einbahnstraße!!!“ brüllten sie zu mir herüber.
Ich guckte einigermaßen irritiert.
Das nächste Mal steig ich ab und schiebe mein Rad in die falsche Richtung und bei schönem Wetter biete ich dann mal einen Schilderinterpretationskurs für Anfänger an.

P.S. Noch vor einiger Zeit wohnte ich für ein paar Jahre in Nähe der Bergmannstraße in Kreuzberg. Da ist das mit dem historischen Straßenpflaster noch weiter verbreitet, aber (großes ABER!) da werden abgesenkte Bordsteinkanten selten zugeparkt und man empfindet Radfahrer nicht als persönliche Bedrohung. So verschieden können die Befindlichkeiten zwei so nah beieinanderliegender Bezirke sein. Man staunt!

Mehr Infos zum historischen Pflaster im und ums Böhmische Dorf bei der Morgenpost

Wurscht-Sammelbild N°1


Da ist es, das erste Wurst-Sammelbild! Es zeigt eine Filetrotwurst, so eine Art Mix aus Blutwurst, dicken Fettstückchen und gekochtem Fleisch.

Und es ist auch der Start für ein prima Wurst-Memospiel: Ein Klick aufs Bild fürt zur ausdruckbaren Version in 300dpi und Memorykartengröße. Viel Spaß beim Sammeln und Spielen.

Und zum Üben in der Zwischenzeit: Das online-Wurstmemo (javascript)

Freitag, 4. Januar 2008

Schluss mit Baumromantik

Jettes LeiterbaumIch muss ganz schnell meinen extra-schnieken Weihnachtsbaum abbauen, denn mein Kater verliert langsam die Geduld und hat schon mal angefangen. Also: Geschenke wegräumen oder aufessen, abtakeln, zusammenklappen und gut is.
Zusammenklappen???!!! Ich höre einen Aufschrei. Und sehe das künstliche Gestrüpp, das gerade durch die inneren Augen der Leser und Leserinnen schrubbt.
Ja, zusammenklappen. Is nämlich ne Leiter! Und damit ihn alle noch mal bewundern können, anbei ein stimmungsvolles Foto.

Hinweis für Paten aussterbender Wörter:

schnieke /Adj./ berl. umg. schick, schnittig, elegant

"Aufhellung für den Gast"

Heute war ich eingeladen, fern von Neukölln einmal das ARD-Hauptstadtstudio zu besuchen. Gemeinsam stiefelten wir eine Stunde lang hinter unserer freundlichen Führungsbeauftragten her durch ein Gebäude, das einen derart unaufgeregten Eindruck vermittelte, das man sich flüsternd fragt "arbeiten die auch irgendwann"?
Drei Stationen kennzeichneten die Wanderung durchs Haus: Erstens der Besuch in einem Tonstudio bei den Radiomachern, mit einem kleinen Vortrag des dort beschäftigten Mediengestalters. Dann ein Zwischenaufenthalt auf einer gläsernen Brücke zum Zwecke der Bewunderung der Architektur, die meiner Tiefenangst gar nicht gut tat. Mein Blick fiel von der Brücke aus auf mehrere Räume, bei denen jeweils zwei Wände von oben bis unten aus Glas ohne wagerechte Unterbrechung waren. Mich gruselte. Dem Vortrag am anderen Ende der Brücke konnte ich leider nicht folgen, da ich zu sehr mit dem Problem in meinem Innenohr beschäftigt war...
Und als drittes ein Besuch im "Bericht aus Berlin"-Studio. Alles viel popliger und kleiner als man sich das so vorstellt. Der Boden vollgekramt mit Monitoren, diversen Gerätschaften und Kabeln, kaum Platz um durchzugehen, an den Wänden diverse unaufgeräumte Nebenschauplätze einschließlich Green-Screen und dem berühmten Fenster mit verbautem Blick auf die Reichstagskuppel (weshalb nun eine Webcam das Bild zwei Etagen höher einfangen muss...), - an der Decke über 90, mit Nummernschildern versehene Scheinwerfer.
Ein belauschtes Gespräch zwischen zwei Technikern brachte mir den (Halb-)Satz des Tages:
"Die 46, die Aufhellung für den Gast musst du noch mal...."

Sonnenaufgang über Rixdorf

Is dit nich schön?
Und zur Zeit muss man dafür ja noch nicht mal extra früh aufstehen! Nur der Balkon muss an der richtigen Stelle des Hauses angewachsen sein. Und wer's noch prächtiger sehen will, muss aufs Bild klicken.
Mehr Sonne hier...

Donnerstag, 3. Januar 2008

Rixdorfer Knubbel

Rixdorfer KnubbelRixdorfer Knubbel sind nicht nur Teil des rixmix sondern auch einzeln in der Kunstfiliale am Richardplatz 20 zu erhalten. Rixdorfer Knubbel sind Kokolores von Dolores, Popartdeko für Blumentöpfe und Balkonkästen, alles Einzelstücke und weitgehend wetterbeständig (Dauerfrost, -regen u.ä. ausgenommen).

Für Neunmalkluge:
Knubbel, der; -s, -landsch. bes. norddt. umg. einer Knolle ähnliche Verdickung
so lautet es im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache - und im "Grabungswörterbuch" heißt es:

Die Knubbe oder der Knubben (umg.spr.): Synonym Knorren; niederdeutsch Knubbe; zu Knopf.
->Knopf: von althochdeutsch Knopf, synonym Knoten, Knospe, Knauf, Knorren, engl. knop "Knauf, Knopf", schließlich von germ. knuppa- "zusammengeballte Masse, Klumpen".
-> der Knubbel (umg.spr.): Verdickung, kleine Erhebung; Verkleinerungsform von Knubbe


Für Neugierige:
Das rixmix ist ein kleines Paket voller "Kostbarkeiten aus Neukölln" und wird gerade neu verpackt und wenn es fertig ist auch hier vorgestellt.

Mittwoch, 2. Januar 2008

Allet Wurscht!


Nicht vergessen:
"Allet Wurscht" liegt in den letzten Zügen! Soll heißen, die Ausstellung im Restaurant Hofperle in der Passage, Karl-Marx- Straße 131 geht noch bis zum Wochenende, dann ist Schluss.

Hoffentlich finden die Bilder bald eine andere geeignete Unterkunft!
Für Interessierte...
... gibt es hier mehr Infos und hier noch mehr Infos zur Ausstellung und als Extra ein prima Wurst-Memospiel!

Demnächst wird es hier die ersten Wurstsammelbilder geben, nicht nur zum Angucken, nein auch zum Ausdrucken - und mit ein bisschen Geduld kann da auch bald ein schönes Memoryspiel draus werden. Einfach auf Memory-Blankokarten kleben, fertig. Die Karten kriegt man in gutsortierten Bastelgeschäften.

Dienstag, 1. Januar 2008

Prost Neujahr

Wie ich gerade hörte, ist 2008 das Jahr des Klos, ja, richtig gelesen, - das Jahr des Toilettenbeckens, der sanitären Anlage oder auch der "Keramischen", wie die Gräfin zu sagen pflegte. Dazu fällt mir dann aber auch gar nichts mehr ein!

Nachtrag am 5. Januar:
2008 ist außerdem das Jahr der Mathematik, der Discount-Zertifikate (hä?), des Planeten Erde, der Walnuss und der Kartoffel, des Kuckucks und des Frosches, bei den Chinesen bricht im Februar das Jahr der Ratte aus und das FBI feiert sein 100jähriges Bestehen.
Und das ist bestimmt immer noch nicht alles....
Stimmt.
In Rixdorf und drumrum wird man im Juni zum 10. mal 48 Stunden Neukölln feiern!
Toll.