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Donnerstag, 16. Juni 2016

Wundertüte


Das Wetter werde in dieser Woche in Berlin und Brandenburg wie eine "Wunderdose", sagte irgendein Wettersprecher am Wochenende vorraus. Er wollte sich in keiner Richtung festlegen, auch nicht auf Teilgebieten wie Temperatur, Windstärke oder Gewitterneigung.
Feigling!
In Hamburg begann das kühle Durcheinander schon vergangenen Dienstag in Form eines Tornados, während ich mich gerade zum Bombenkratergucken, Trottellummen- und Basstölpelstreicheln auf dem sonnenüberfluteten Helgoland verabredet hatte.

Schafskälte. Seit einigen Tagen nun auch hier.
Eine kühle Woche, die immer irgendwann zwischen dem 5. und 20. Juni in Aktion tritt. Vor der man die Schafe möglichst nicht scheren sollte, weil sie sonst leicht erfrieren könnte.
Deshalb war ich dann auch noch Schafegucken.
Ob alle noch warm angezogen sind.
Warn sie nicht.

Nicht alle.

Zurück zur "Wunderdose":
Es heißt "Wundertüte"!
Tüte!
Tüte!
Tüte!
... auch wenn ... (egal...)
Tüte!
Tüte!
Tüte!
...daaa sind die Überraschungen drin!

Zum Beispiel ein Wasserballett.
Im strömenden Regen?

Donnerstag, 13. August 2015

Schwitzen wie ein Schwein




Und da ist er mal wieder, der Satz des Tages:
"Das Meer hat keine Probleme mit Achselnässe."

Die Pappel und der Ziegelstein auch nicht.
Ich dagegen bin dieser Tage so dauernass, wie schon lange nicht mehr. Die Haut an den Fingerspitzen wellt sich auf wie nach zu langem Baden.

Schweiß, Schweiz, schwitz, swisse, Schwyz...  Wieso heißt die Schweiz wie sie heißt?
Zitat von tell.ch:

Wo der Name Schwyz herkommt,(...) Die Ortschaft wurde erstmals 972 unter dem Namen "Suittes" erwähnt. Der Sage nach, war „Suit", oder „Suito" der Führer einer allemanischen Sippe, die sich in der Gegend niedergelassen hatte.

Und woher kommt der Schweiß - außer aus Achsel, Stirn und ...?

Schweiß
der Ausdruck lässt sich über mhd. sweiz, ahd. sweiz auf westgerm. *swaita– „Schweiß“ zurückführen; Quelle ist die idg. Wurzel *swoid– „schwitzen“, die sich auch in lat. sudor „Schweiß“ und griech. hĩdos „Schweiß“ nachweisen lässt; gehört zum Verbstamm von → schwitzen; seit mittelhochdeutscher Zeit wird Schweiß auch im Sinne von „Tierblut“ in der deutschen Weidmannssprache verwendet.

Nun liebäugle ich besonders mit zwei Möglichkeiten, auf die der Name des Sippenchefs zurückgehen könnte. Die eine hat was mit Jägersprache (s.o.) und dem dazugehörigen Schweiß bei erfolgreichen Jagden (auch auf Wildschweine) zu tun und die andere was mit Schwaben/Suebi (Alemannen) und der erforschten Herkunft aus Elbgermanien samt dem dort befindlichen Fluss Swine... - am Ende liefe es vielleicht aufs Selbe hinaus:

Schwein
die Bezeichnung des Tieres geht über mhd. swin, ahd. swin auf germ. *swina– „Schwein“ zurück, das sich auch in altengl. swin und altfrz. swin bezeugen lässt 
Zurück zu den Wurzeln!
So erklärt sich vielleicht auch ein möglicher Grund, warum die Schwaben so gerne nach Berlin ziehen (neben dem sprichwörtlichen Sparsamkeitswahn).


Man weiß es nicht.

Donnerstag, 5. März 2015

Die Wahrheit gefunden!


Was vernehmen meine tapferen Ohren heute morgen im Radio? Google will jetzt doch lieber auf Qualität statt Masse setzen. Fakten statt Klickzahlen oder kurz gesagt: Wahrheit.
Angeblich wird ein neuer Algorithmus dafür sorgen, dass unqualifizierte Meinungsäußerungen und Verschwörungtheorien auf den hinteren Plätzen der Suchergebnisse landen und Tricks für ein hohes Google-Ranking keinen Sinn mehr machen, wenn man sich nicht gleichzeitig der Wahrheit verschreibt.
Google will also ausgerechnet im braven evangelikal-kreationistischen Amiland mit einer neu errechneten Wahrheit in Konkurrenz zur Bibel gehen? Na dann viel Spaß!
Abgesehen davon, dass ich es stark bezweifle, dass die neue Wahrscheinlichkeitsrechenformel tatsächlich die Wahrheiten dieser Welt errechnen kann, zumal "Wahrheit" viel zu häufig eine Frage des Blickwinkels ist und das Streben nach Objektivität leicht an die real existierenden Grenzen stößt - nur mal angenommen - wenn es Google tatsächlich gelingen sollte, dann wären wir ja mit einem Hops der wahren Antwort auf die Frage „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ ganz nahe.
"42" kann ja dann wohl kaum noch als Antwort bestehen bleiben. Oder kommt Google auf die                     Deep Thought denkt noch ein bisschen nach...
selbe Wahrheit? Oder war doch die Frage falsch gestellt?

Dieser Beitrag landet mit Sicherheit auf den hinteren Plätzen, weil er die neue Google-Wahrheit und ein Welt-Wahrheitsmonopol für äußerst zweifelhaft und/aber geeignet für neue Verschwörungstheorien hält.

Mehr dazu z.B. bei der Faz, RP-online oder bei heise.

Dienstag, 3. März 2015

nochmal DHL


Heute (inzwischen gestern) hab ich nach angemessener Bearbeitungs- und Auslieferungsfrist noch mal den Weg zum DHL-Schalter angetreten.
Ferienpläne wurden nicht ausgehängt und schon gar nicht von solchen Ferien, in denen Pakete für eine "vereinbarte Lagerfrist" irgendwo liegengelassen werden. Am Paketschalter der Post möchte man gar keine Auskünfte geben, da man ja kein Angestellter der DHL sei, sondern der Postbank. Außerdem seien  ja wohl in Brandenburg gerade  Feiertage, sonst würde das ja nicht bei der Sendungsverfolgungsauskunft so dastehen. Dem widerspreche ich sofort und vehement und frage ihn - rein rhetorisch - , was das denn für Feiertage seien sollen? Das weiß er natürlich auch nicht, beharrt aber trotzdem auf dieser Theorie und gibt mir von einem vorbereiteten Stapel einen Zettel mit einer kostenlosen Hotlinenummer: 0800 1 888 444.

Natürlich landet man hier in irgendeinem Callcenter irgendwo im Nirgendwo bei irgendjemand der/die auch keine Ahnung hat. Aber da gibt es dann schon noch kleine Unterschiede zwischen den dort angestelleten Mindestlohnempfängern. Als erstes spreche ich mit einer Dame, die einfach auflegt, als ich anzweifle, dass es sich bei der Feiertagsauskunft einfach nur um einen noch nie vorgekommenen Ausnahmefehler handle. Zuvor wollte sie mir erfolglos vermitteln, dass das Paket in Bearbeitung sei. Erfolglos deshalb, weil ich genauer wissen wollte, was denn da tagelang bearbeitet werden muss, am liebsten hätte ich, wenn das Paket einfach so bliebe wie es ist...
Beim zweiten Anruf gerate ich an einen jungen Mann, der diesen ganzen Ausredenquatsch weitgehend sein lässt (außer das Kapitel "Bearbeitung") und schließlich dazu rät, dass der Absender jeden Tag eine telefonische Beschwerde einreichen soll, bis das Paket angekommen ist.

Wird gemacht!


Nachtrag,13 Uhr:

Der Absender hat sich am frühen Morgen auftragsgemäß beschwert und musste sich dafür anmaulen lassen "Schon wieder!?"

                   11:42 Uhr     --     Die Sendung wurde erfolgreich zugestellt. 
Nur wo?
Also mache ich mich auf den Weg zum Briefkasten, in der Hoffnung, dort einen Hinweis zu finden und nicht noch eine Woche auf eine Karte mit Hinweis auf einen der Paketshops in der Umgebung warten zu müssen...
Tatsächlich! Das Paket ist bei meinen "Wunschnachbarn" gelandet, die in diesem Fall auch tatsächlich meine Wunschnachbarn wären, hätte man mich danach jemals gefragt. Aber das verhält sich wahrscheinlich genau so, wie mit der "vereinbarten Lagerfrist".

Ich hab die Nachbarin gefragt, welcher Paketbote nicht meine Klingel benutzen wollte und siehe da, es war der erhoffte junge dynamische Lieblingsbote, der mir sonst im Dauerlauf auf der Treppe lachend entgegen kam...
Naja, die Nachbarin wohnt zwar fast genauso hoch, kommt ihm nicht entgegen, dafür ist sie jünger und hübscher. Sei es ihm gegönnt!

So.
Und jetzt wird ausgepackt!


Mittwoch, 21. Januar 2015

Das geht zu weit!


So reagieren deutsche Karnickelzuchtverbände zur grob fahrlässigen Pauschalisierung des Papstes durch eine  flapsige Äußerung in einem Flugzeug zwischen Manila und Rom, in der er die sprichwörtliche Vermehrungsfähigkeit von Kaninchen zur Veranschaulichung zitierte.
Gerade im Rahmen der Zuchtvereine würden die Kaninchen züchtig und zurückhaltend leben, weshalb das Verhalten von den, inzwischen vermutlich nur noch enfernt verwandten, wildlebenden Arten keinesfalls auf das in Deutschland weitverbreitete Zuchtkaninchen übertragbar sei. Manche kämen wegen der meist üblichen Einzeltierhaltung in ihrem ganzen, oft kurzen Leben nicht ein einziges Mal zu diesem Vergnügen, muss sich der Papst belehren lassen, der  -  wie man diesem Beispiel mal wieder deutlich erkennen kann, von dem heiklen Thema "seid fruchtbar und mehret euch" ganz offensichtlich keinen blassen Schimmer hat. Jedenfalls nicht im Bezug auf die kleinen wuscheligen Mümmler....

Der Papst wurde nun gedrängt, seine morgige Rede noch mal komplett umzuschreiben, denn "die wäre auch gespickt voll mit lockeren Sprüchen, flapsigen Redewendungen und anderen Scherzen", erläuterte sein Sprecher, "mit denen er die Gläubigen trösten und bei Laune" halten wollte.
Besonders folgende Hinweise sollte er nun aber dringend beachten: Der Ausdruck "rattenscharf" bezieht sich lediglich auf wenige speziell präparierte Laborratten und bedeutet keinesfalls, dass man mit gewöhnlichen Abwasserkanal- oder Kellerratten eine Tomate in adrette Achtel zerteilen kann. "Lausige Kälte" wird nur in sehr seltenen Fällen von Läusen produziert. Dabei handelt es sich um ein Abwehrverhalten der Nordhawaiianischen Felsenlaus, eine verwandte Art der auch hier bekannten Steinlaus. Das Wort "Mordsspaß" könnte einen Großteil aller derzeit aktiven Mörder auf den Plan rufen, die Hochwürden mit Sicherheit demonstrieren werden, dass das Töten keinesfalls Spaß macht. Und nicht zuletzt hat eine Rudower Initiativgruppe schon im Voraus Protest angekündigt: "Wir bemühen uns seit Jahren vergeblich, den Spruch "Ick lach mir'n Ast und setz ma druff!" in die Realität umzusetzen, - damit macht man einfach keine Scherze!"


Mittwoch, 7. Januar 2015

Juggelmuggel


Dieser Tage lernte ich das Wort "Juggelmuggel". Das käme, laut Armin Müller-Stahl, aus dem Ostpreußischen und bedeutet "Zuckerei". Wie ich inzwischen aber auch weiß, handelt es sich dabei um die ostpreußische Aussprache des jiddischen Wortes Kogel-Mogel (גוגל מוגל) .
Die Vorvorderen meiner einen Großmutter kamen - soweit ich weiß - auch aus Ostpreußen und deshalb durfte ich bei ihr wohl auch regelmäßig Zuckerei genießen: Rohes Eigelb mit Zucker und etwas Milch; die unalkoholische Form von Eierlikör. Lecker! Das habe ich mir auch später gerne selbst gemacht.

Bis die ersten Warnungen kamen, dass man von rohen Eiern grundsätzlich Abstand nehmen solle. Wegen der Salmonellen. Das ist ziemlich blöd, denn Eierlikör (die desinfizierte(?) Variante) mag und mochte ich dagegen überhaupt nicht und nie .... brrrrr! Andere können sich nicht vorstellen, dass man rohe Eier überhaupt (auch garantiert salmonellenfrei) verzehren kann und ekeln sich vor Zuckerei - aber erstaunlicherweise nicht vor Eierlikör!

PS: Goggelmoggel auf italienisch
PPS: "Humpty Dumpty" (oben rechts) hat eigentlich gar nichts mit Zuckerei zu tun, außer dass es sich um was eierartiges handelt und in der deutschen Version von "Through the Looking-Glass, and What Alice Found There" (Alice hinter den Spiegeln) von Lewis Caroll als "Goggelmoggel" übersetzt wurde.
PPPS: hat "Goggel" was mit Gockel oder Hühnern/Federvieh im allgemeinen zu tun? Und "Moggel" was mit kullern, Murmel, Kugel, Muggelstein? (Woher haben "Muggelsteine" eigentlich ihren Namen?) Zusammengefasst wäre das dann was kleines, rundliches von einem Hühnervogel...


Donnerstag, 27. November 2014

Vogelgrippe


...und was wird aus der Weihnachtsgans? Dem Putenbraten (der wieder größer als die Backröhre sein wird), den Rebhühnchen und den Wachtelbrüsten in Gelee mit Eintagskükenschaum??? Können wir ja dann alles nicht mehr essen!
Ey Leute, dat Ding heißt VOGELgrippe, nicht Vogelwahn, Vogelpest und auch nicht Vogel-Ebola. Jetzt lasst euch doch von den Nachrichten und dummen Gerüchten nicht ständig von einer Panik in die nächste treiben! Auf das Federviehmenü kann man ja trotzdem aus anderen Gründen mal verzichten, aber nicht wegen Grippe - apropos:

Hast du Grippe oder Schnupfen
musst du dir ein Hühnchen rupfen!

...Suppenkaspers Antigrippe-Hühnersuppe am letzten Samstag war auch wieder ziemlich lecker!




Samstag, 27. September 2014

Selbstdarstellung


Freikirchliche evangelikale Fundamentalisten klagen gemeinsam mit salafistischen Islamisten die katholische Kirche an:

Selfie-Pest!

Die Selbstverherrlichung und "Selbsterhöhung" in Form von Selfies nimmt zur Zeit Ausmaße an, die sich sogar die Katholiken-Mafia mit einem Kreuzzug der besonderen Art versucht zu eigen zu machen! Sehen und lesen Sie hier das Kreuz des Anstoßes: Aufforderung, Selfies mit Aschekreuz auf der Stirn zu veröffentlichen!

Das ist natürlich nicht der einzige Punkt, an dem Extremisten und Fundamentalisten verschiedener Religionen gemeinsame Sache machen.
Der jm-Redaktion liegt ein sechs Kilogramm(!) schweres und entsprechend umfangreiches "Freiexemplar" eines türkischen Verfassers vor, voll mit gemopsten Fotos amerikanischer Wissenschaftsagenturen.
Des weiteren wird der Herausgeber immer wieder strafrechtlich verfolgt wegen verschiedener Vergehen, wie etwa Erpressung, unerlaubter Waffenbesitz und Sex mit Minderjährigen, was ihn nicht daran hindert, sich in seinen frommen Fernsehsendungen ausschließlich mit blondierten, aufgespritzten und -geblasenen Dumpfmiezen zu präsentieren.

Ach ja, und worum geht's in dem Buch?
Um die Beweisführung, dass die Evolution kompletter Quatsch ist und damit um einen relativ einzigartigen muselmanischen Kreationismus. Und den versuchen ja ansonsten nur erz-evangelikale Amis zu verbreiten.
Und der Muselman hat(te) soviel Geld, dass er von diesen Machwerken nicht nur tausende an europäische Kufr verschenkt, sondern auch noch eine Reihe weiterer Schwergewichte produziert hat.

PS:
Evangelikal bitte nie, nie mit evangelisch verwechseln, genausowenig wie Islam mit Islamismus!

PPS:

Fundamentalisten hergehört! 

Wenn ihr an diesen Gott/Allah glaubt, an den ihr zu glauben behauptet, warum traut ihr ihm nur so wenig zu, wie ihr in euern kleinen Hühnerstiezen denken könnt. Woher wisst ihr eigentlich, dass er seinen großen Plan nicht schon mehrfach geändert hat und dass die selbstständige Weiterentwicklung der Lebewesen aller Art nicht Teil seines Planes ist???
Und wo steht geschrieben, dass man sich wieder zurückentwickeln soll, wie es offenbar Teil eurer mickrigen Pläne ist? Wir lassen uns jedenfalls die Fähigkeit, den Kopf eigenständig zu benutzen, nicht wieder rausoperieren, kapiert!
Man, man, man.
Offenbar war es auch Gottes Plan, euch vorsichtshalber nicht zuviel Hirn zu geben, wer weiß, was ihr damit für einen Blödsinn anstellt!

Angemessen zornig, eure Jette

PPPS: Ja, ihr habt's alle gemerkt, ich musste in den letzten Tagen ein bisschen Dampf ablassen. Nun reicht's aber auch. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ab morgen wird's wieder unterhaltsamer.

Samstag, 15. Februar 2014

Satte Trägheit


Tagtäglich werden wir vielfach belogen und betrogen. Die Unmöglichkeit niedrigerer Fahrscheinpreise oder die Alternativlosigkeit der so genannten Bankenrettung. Doktortitel sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen, Pharmalobbyisten fälschen Forschungen und Autolobbyisten fälschen Untersuchungsergebnisse, Bioeier kommen aus konventioneller Käfighaltung und der gute alte Klassiker: Schummelpackungen.
Ich habe heute mal wieder eine Schummelpackung erstanden, einen USB-Stick, der 16 GB zur Verfügung stellen soll, aber was sehe ich da:

Das sind immerhin glatte 10% Differenz* zur Deklaration!
Der weltweite Betrug schont niemanden, auch Betrüger werden betrogen. Weil sie mit ihresgleichen verkehren.
Nur macht's denen nicht soviel aus, weil's selten ums letzte Hemd geht.

Ums letzte Hemd ging's und geht's seit Jahrhunderten bei den Afrikanern. Erst hat man die Menschen verkauft, dann ihren Grund und Boden okkupiert und weil das nicht reichte, hat man ihnen schließlich wirkungsvolle Kriegsgerät in die Hände gedrückt, alle gegeneinander aufgehetzt, damit sie sich gegenseitig ausrotten (Heutzutage muss man sich ja nicht mehr selber die Hände schmutzig machen). Wer da nicht mitmacht, wird alternativ konsequent  mit Medikamenten, Wasser oder was sonst noch zum Überleben nötig wäre, unversorgt.

Aber nun soll sich ja nach Kindergarten-Urselchens Idee Deutschland wieder mehr in afrikanischen Krisengebieten engagieren. Nicht etwa im Kampf gegen Aids, mit Bildungsangeboten für alle, dem Beenden der gezielten Austrocknung ganzer Landstriche etc., sondern (nicht vergessen: sie ist jetzt für die Kriegsabteilung zuständig) mit noch mehr Waffen, Militäreinsätzen und einer anständigen Ausbildung für Soldaten.
Weil das die humanitäre Not lindern würde oder diktatorische Systeme ändert?
Quatsch!
In Afrika geht es, wie eh und je um die Sicherung und Abschöpfung von Rohstoffen und anderen Ressourcen für den mitteleuropäischen Lebensstandard. Und der hat nun mal ständig zu steigen.
Egal wer oder was dafür ausgebeutet wird. Wer das womit bezahlen kann oder muss.
Der geraubte Reichtum muss steigen, sich mehren, in den Himmel wachsen, damit wir satt und zufrieden die Klappe halten und uns nicht aufregen, wenn Tag für Tag, manchmal Stunde für Stunde neue Unsäglichkeiten aufs Tapet kommen, die alle zu erfassen wir schon lange nicht mehr fähig sind.
Und Politiker (welchen Staates und welcher Couleur auch immer) genauso wenig. Oder Wirtschaftsmanager, Heerführer, Charttechniker und "die fünf Weisen" zusammen.

So. Genug lamentiert.
Meine Laune sinkt enorm, um so länger ich mich mit dem Thema beschäftige.
Ich gehe jetzt mal ein bisschen konsumieren und dann sitze ich weiter meine satte Trägheit breit und frage mich, ob der 'Charttechniker' ein schöner empfehlenswerter "Beruf" ist, der immernoch Zukunft hat?
Oder ob Börsenmakler sich doch wieder der guten alten Kaffeesatzleserei zuwenden, die auch nicht besser oder schlechter ist...


* Orientieren sich die USB-Stick-Speicherplatz-Konstrukteure in China etwa an unseren deutschen Wohnungsmietflächenregelungen, die bis zu 10% Abweichung keinen Widerspruch dulden?


Dienstag, 11. Februar 2014

Aufgeplustert


Wer sich schon am Morgen aufplustert
macht am Abend keinen Pieps mehr.

Eine alte Spatzenweisheit, die seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben wird und die vielfältige Anwendung erfährt:
Vom ökonomischen Umgang mit dem persönlichen Wärmehaushalt in kalten Jahreszeiten bis zur Warnung vor Herzinfarkt, wenn man schon am Anfang des Tages keine Aufregung auslässt.

Die meisten Spatzen geben diese Weisheiten nur innerhalb ihres Familienverbandes weiter. Manche Jungvögel geben ihre neu erworbenden Weisheiten auch gerne an andere Vogelarten weiter, so wie hier auf dem Foto zu sehen ist. Was der noch junge und unerfahrene Sperlingsvogel aber nicht weiß: Er hat eine echte Plustertaube vor sich. Echte Plustertauben gelten eigentlich als ausgestorben. Etwa ab dem vierten Lebensmonat bildet sich das typische aufgeplusterte Federkleid. Wenn sich erwachsene Plustertauben tatsächlich aufplustern, erscheinen sie fast doppelt so dick als im ungeplusterten Zustand (siehe Diagramm).

junge
Plustertaube
erwachsene
Plustertaube
aufgeplusterte
Plustertaube

Eine aufgeplusterte Plustertaube erinnert einen Spatzen nun aber sofort an die Warnung vor dem großen bösen Monsterspatz, der immer eine Nacht nach dem 11. Februar kommt und alle naseweisen Jungspatzen entführt.

Da heißt es nun schnell Abschied nehmen, denn morgen werden wir das Spätzchen nicht mehr sehen. Viel Spaß beim großen bösen Monsterspatz!

Freitag, 6. Dezember 2013

Zwangsverpufft

Puffbeleuchtung selber basteln

Was wird das denn nun wieder für eine seltsame Gesetzeseskapade: "Freier, die wissentlich zu Zwangsprostituierten gehen, sollen bestraft werden".
Nicht etwa, dass ich was dagegen hätte, aber: Wenn der Polizei nachweislich bekannt ist, dass da jemand bei einer Zwangsprostituierten war, was ja die Basis für eine Bestrafung wäre, wieso schließt sie dann nicht das jeweilige Etablissement, bevor es der später zu bestrafende Freier überhaupt betreten kann? Wie will man denn herausfinden, ob der Freier tatsächlich von einer Zwangssituation wissen musste?
Ist das nicht ein bisschen verkehrte Welt?
Ich kapier's nicht.

Ist die Situation etwa tatsächlich so, dass die Polizei genau weiß, wo überall Zwangsprostitution stattfindet, aber - aus welchen Gründen auch immer - unfähig ist, diese Örtlichkeiten zu schließen und die Betreiber festzusetzen? Stattdessen liegen sie draußen vor der Tür auf der Lauer und fangen alle ab, die wieder rauskommen! Warum warnen sie nicht die, die da reingehen wollen? Das würde den Mädels drinnen vielleicht was ersparen. Dem Staat erspart es dann allerdings auch diese geradezu genialistisch, neu erfundene Einnahmequelle...
Und darum geht's bei dieser Gesetzesidee doch wohl eigentlich, und nicht um die Einschränkung oder gar Abschaffung von Zwangsprostitution! Man muss halt nur sehen, wie man daran mitverdienen kann. Wie beim Alkohol und dem Tabak (bei gleichzeitiger Todesandrohung)... Ich wundere mich auch, dass ich bislang keine/n Kommentator/in gesehen, gehört oder gelesen habe, der/die eben diesen Gedanken mal thematisiert hätte.

Vielleicht sollte man mal alle Prostituiertenbesuche mit 'ner richtig fetten Freier-Steuer belegen. Alle Prostitutionsbetriebe werden zur ordentlicher Buchhaltung verpflichtet, alle Besuche werden quittiert. Die auf der Lauer liegenden Polizisten werden für die Steuerfahndung umgeschult und dann geht's ab, heidiwitzka! Nun können sie mit Recht registrieren, wer die Institutionen verlässt und ihnen die Steuerbescheide gleich hinterherschicken. Und wer schlampert kriegt 'ne Zwangsvollstreckung.

Nun ja, man merkt wahrscheinlich, dass ich von diesem Gewerbe nicht den blassesten Schimmer habe.
Apropos: Bei meinem letzen Hamburgbesuch (bei vorhergehenden hatte es mich nie interessiert) war ich  einigermaßen enttäuscht von der reichlichen Mickrigkeit der "Großen Freiheit". In Film und Fernsehen vermittelte sich mir der Eindruck kompletter Überdimensioniertheit, die Realität dagegen ist ja fast lächerlich.


PS: Mir ist ganz und gar unnikoläusisch, hab noch nicht mal Schokolade im Haus!

Samstag, 30. November 2013

Alle Jahre wieder



Sterne basteln zur Weihnachtszeit.
Wie wäre es denn mal mit glitzernden Boraxsternchen?
Entzückender Kristallschmuck aus der heimischen Chemieküche.
Nur leider, leider, leider gibt es hierzulande kein Borax mehr zu kaufen.
Vielleicht befindet sich ja noch ein Rest in (Ur-)Omas Erbmasse?
Die Kisten aus der Küche stehen noch unsortiert im Keller?
Na dann: schnell ran!
Ansonsten könnte man versuchen, das Zeug illegal aus den USA zu importieren, von dort stammen zumindest die hübschen Bastelanleitungen. Bestimmt kriegt man's auch in näher liegenden, nicht zur EU gehörigen Staaten. Verboten wurde der Handel mit Borax in der EU, weil der Verzehr erbgutschädigend sei und die Giftigkeit mit Borsäure gleichgesetzt wurde. Absurderweise gibt es aber für echten Kaviar eine Ausnahmeregelung (E285).
Also, liebe neureiche Nachbarn, kauft Kaviar, kratzt das Borax raus (ca. 4 g pro Kilo Störrogen) und schon geht's ran ans Sternebasteln!
Aber zackig!

Hier nun die Boraxsternchen-Bastelanleitung (natürlich auf amerikanisch).

PS: Borax kaufen kann man in größeren Mengen als Industrieprodukt! (Entsprechendes Gewerbe anmelden!)
PPS: Ich fordere das Verbot von allem, was nicht essbar ist! Auf ins Schlaraffenland!

Dienstag, 10. September 2013

Distanzierungshilfe oder Abstandhalter


Ich bin mal wieder zornig und vielleicht wird das folgende hier auch mal von den richtigen Kandidaten gelesen....

Ich fahre gerne Rad und ich führe  noch viel lieber, gäb es weniger Fahrradhasser in Berlin (ich betone BERLIN, denn ich war gerade mit dem Rad z.B. in Hamburg unterwegs und habe dort nichts vergleichbares erlebt!)...

Heute: Der Abstandhalter

Für viele Autofahrer sind Sicherheitsabstände grundsätzlich was ganz grässliches und ganz besonders, wenn es darum geht, Verkehrsteilnehmern in Form von Radfahrern ausreichend Platz einzuräumen. Für einen Radfahrer bedarf eines ziemlich dicken Fells und gesunden Selbstbewusstseins, sich weit genug links auf einem Fahrstreifen aufzuhalten, wo einen plötzlich aufklappende Türen garantiert nicht erwischen können. Es wird gehupt, geschrien, dämliche Handzeichen ereichen den Radler und manchmal muss man froh sein, wenn der Beifahrer eines zu dicht vorbeifahrenden Autos nicht aus dem Fenster heraus handgreiflich wird.
Diese Abbildung soll denen helfen, die in der
Fahrschule das Kapitel: "Vom Umgang mit anderen
Verkehrsteilnehmern" geschwänzt oder nicht
verstanden haben.
Und vor allem: Um ein Fahrrad so zu überholen, wie es sich den Verkehrsregeln gemäß gehört, muss man (sich nämlich NICHT dicht vorbeiquetschen, sondern) den Blinker anschalten und einen, zumindest teilweisiger Spurwechsel vornehmen! Aber um auf diese Weise zu überholen, müsste man ja wissen, wo der Blinker ist. Doch aus irgendeinem seltsamen Grund treten unglaubliche viele Autofahrer in den undurchschaubaren Urwald des Vergessens, wenn Radfahrer im Spiel sind, wie beispielsweise auch beim rechtzeitigen Anzeigen einer Rechtsabbiegeabsicht.

Wenn Radfahrer auf Radwegen fahren und von rechts aussteigenden Beifahrern zu Fall gebracht werden, und die Radfahrer im Unfallfall eine Teilschuld kriegen sollen, wenn sie keinen Helm aufhaben macht mich zornig, denn auch das ist wieder eine Maßnahme, mit der Autofahrer vor den Radlern und deren Unfallfolgekosten geschützt werden sollen und die nicht für ein besseres Miteinander sorgt.

Ich erinnere mich an die Zeit, in der sich Autofahrer, die auch schon vor 30 Jahren keinen Sinn darin sahen, Rücksicht auf Radfahrer zu nehmen, so lange künstlich darüber aufregten, dass die eigentlich recht sinnvollen Abstandskellen völlig irritierend und so UNGEWOHNT seien und deshalb angeblich zur VerkehrsUNsicherheit beitrügen, - bis die Dinger tatsächlich verboten wurden. 

Das einzige, was aus immer mehr Airbags, Sicherheitsgurten und Helmen folgt, ist immer mehr Ignoranz und Rücksichtslosigkeit gegenüber den anderen und immer mehr lebensgefährliche Ausweichaktionen in vermeintlicher Sicherheit.

Merke: Es gibt keine Versicherung GEGEN Unfälle außer die eigene Aufmerksamkeit ALLER Beteiligten.

PS: Liebe Fahrlehrer!
Könntet ihr bitte euern Schülern deutlicher vermitteln, dass auch eine autofahrende Gesellschaft nur als Miteinander funktionieren kann? Könntet ihr vielleicht den radfahrenden Verkehrsteilnehmer nicht nur am Rande erwähnen, sondern bewusst den Umgang mit ihm üben, üben, üben...Und immer wieder deutlich betonen, dass das Bestehen der Fahrprüfung nicht der Aushändigung einer Lizenz zum Töten entspricht?

Donnerstag, 13. Juni 2013

Nah, näher, am nächsten


Jetzt lese ich die Seite 17 und dann die nächste Seite.
Das ist im allgemeinen Verständnis die Seite 18. Oder?
Der nächste Tisch ist haargenau der, der hinter/neben dem steht, an dem wir gerade sitzen.
Wenn heute Donnerstag ist, dann ist der nächste Tag der? Richtig. Freitag.
Und das nächste Jahr ist nicht 2015.

Der/die/das nächste ist folglich das, was direkt an das hier und jetzt angrenzt.

Wenn uns das doch alles so klar und selbstverständlich ist, frage und wundere ich mich immer wieder, warum so unglaublich viele Menschen fest davon überzeugt sind, die "nächste Woche" bezeichne jene Woche, die erst nach der kommenden dran ist???!!!
Der Mensch, der es geschafft hat, diesen Unfug erfolgreich zu verbreiten und damit ständige Fehlverabredungen zu provozieren, gehört .... ich wage es nicht zu denken!
Hier eine kleine Flexions-Übersicht zu nah, nahe

Nah, näher, am nächsten

ist auch schon wieder das Festival "48 Stunden Neukölln" und eine Ausstellungseröffnung mit dem schönen Titel "ROT SEHEN statt rot sehen" im "Café Grreenstuff", morgen, Freitag, also von heute aus gesehen, am nächsten Tag um 19 Uhr. Die Bilder sollen dann auch noch 6 Wochen lang hängen bleiben - stehen also für eine entspannte Nah- und Nachbetrachtung zur Verfügung.





PS: Die Woche nach der kommenden/nächsten hieß schon immer "übernächste", genauso wie beim übernächsten Geburtstag und dem übernächsten Festival "48 Stunden Neukölln". Das wird dann das 17. sein.

Dienstag, 13. November 2012

Sanftes klampfen

In den Himmel ragt die kecke
hochbetagte Weißdornhecke.
Dicke rote Früchtchen trägt
sie, leicht vom kühlen Wind bewegt
und die Sonne schimmert sanft.

Ach, wie kitschig und verträumt
wird die Seele aufgeräumt
und von Ferne hört man leise
eine bittersüße Weise
wo jemand zart ein Herbstlied klampft.

Anm.: klampfen = auf der Gitarre (Klampfe) Töne erzeugen.
Das Harfen oder gar Zithern sind keine gebräuchlichen Formen, auch wird auf einem Klavier nicht klaviert, sondern geklimpert (Klimperkasten), auch die Tuba wird nicht getubat, getuppert oder intubiert. Hingegen kann man aber auf einer Geige geigen (und auf der Fidel fideln) oder auf einer Flöte flöten. Letztere sind aber eher Ausnahmeerscheinungen unter den musikalischen Ableitungen.


Donnerstag, 8. November 2012

Irgendwo im Nirgendwo


Ende einer Filmankündigung: "Es beginnt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel in den amerikanischen Wäldern ..."
Attribute haben ja eigentlich die Aufgabe,  ein Objekt oder Subjekt näher zu beschreiben. Näher, nicht weiter. Eingrenzender. Und nicht ausufernder.
Es war nicht irgend ein Tag, sondern ein regnerischer, kalter, sechs Wochen vor Weihnachten.
Die dunklen Wälder im Südwesten von Vermont. Aber doch nicht die "amerikanischen", meine Güte! Zwischen den Wäldern im Südwesten von Vermont und denen im Norden Kaliforniens gibt es bestimmt nicht ganz unbedeutende Unterschiede. Sowohl was das Klima, den Baumbestand als auch die jeweilige Tierwelt betrifft. Und das war ja nur Nordamerika, wenn nun auch noch die brasilianischen Urwälder oder Feuerland dazu kommen...
Ich muss allerdings zugeben: ich habe mir den Film nicht angesehen und wer weiß? Vielleicht geht die Verfolgung tatsächlich durch sämtliche Waldlandschaften des amerikanischen Kontinents?

Andere kontinentale und universale Ereignisse warten dann auch noch auf ihre Beschreibungen:
"Das sorgte für eine kleine Abkühlung in der afrikanischen Tierwelt."
"So endet ein spannendes Burgenbauen an den eurasischen Stränden."
und last but not least*:
"Dann begann eine interessante Diskussion in der Galaxie."


PS: "Last but not least" - habe ich immer übersetzt mit: "Als letztes, aber deshalb noch lange nicht unwichtig..."
Andere verstehen durch aus was anderes darunter, hintergründiges zum Hören Lesen liefert uns "der-englisch-blog":

Die Formulierung “last but not least” hat sicherlich jeder schon einmal gehört. Im Deutschen hört man allerdings auch häufig die falsche Variante, bei der das “but” weggelassen wird. Böser Fehler…
Sinngemäß bedeutet “last but not least” soviel wie “zu guter Letzt”.
Das Wort “least” ist übrigens die Steigerung von “little”. (little: wenig – less: weniger – least: am wenigsten). Siehe Artikel von gestern.
Entsprechend bedeutet “last but not least” wörtlich soviel wie “als letztes aber nicht am wenigsten bzw. am geringsten”. Der Gedanke dahinter ist also, dass jemand oder etwas zwar am Schluß kommt, deshalb aber nicht weniger wert ist.
(Kommentare zum Beitrag bitte daselbst auch lesen!)

Montag, 29. Oktober 2012

Lebe noch!


"Das ist aber erstaunlich", sagt der Arzt zu mir, "dass Sie noch leben!" Ich hatte ihm erzählt, dass ich vor zwei Jahren einige Monate (ohne es zu ahnen) mit einem Blinddarmdurchbruch herumgelaufen bin...
Der Arzt staunt.
Und ich? Ich sollte dankbar sein und mein Leben seit dem nicht leichtsinnig auf's Spiel setzen, indem ich verstahlte Pfifferlinge aus Osteuropa esse und sie auch noch ein zweites mal erwärme!!!

Verstrahlte Pilze? Das Tschernobyl-Erbe, auch in Bayern
Pilze aufwärmen? Fragen wir doch mal Herrn Drösser...


Dienstag, 23. Oktober 2012

blutig...

Heute mal wieder aus Jettes "Abteilung für wilde Theorien": "Blutgeschmack für Vegetarier".

Wonach schmeckt Blut?

Viele Menschen behaupten: Nach Eisen. Das sei logisch, weil Blut doch Eisen enthalte, sonst wäre es nicht rot. Nun, da mag was dran sein. Allerdings habe ich zu selten Eisen im Mund gehabt, geschweige denn roten Rost, dass ich das vergleichen und bestätigen könnte.
Nun findet man (als Normalsterblicher) so gut wie keine Angaben über Prozent-, Gewichts- oder Volumenangaben der geschmackvollen Inhaltsstoffe von Blut. Und wenn, dann sind sie lückenhaft oder auch stark voneinander abweichend. Die Quellen für den Eisenanteil sind sehr spärlich und beschränken sich auf eine Behauptung von 2 Gramm auf drei Liter Blut (oder auch 3-5 g im gesamten Körper). Häufiger gibt es noch geheimnisvolle Millimol(mmol)-pro-Liter-Angaben, aber ich habe keine Ahnung, wie man die Millis in Liter, Gramm oder prozentuale Anteile umrechnet.

Eine Quelle (Wiki) aber sagt, dass der Eisenanteil im Hämoglobin bei einem 70 kg schweren Mann 66,1 % / 2800 mg (2,8 g) sei (geteilt durch ca. 6 Liter Blut kann nicht sein, beim Nachrechnen kommt heraus, dass hier eine Blutmenge von ca. 4,25 Liter angenommen wurde. Das ist für einen durchschnittlichen Mann recht spärlich, nichtsdestotrotz...), daraus ergibt sich  die folgende Rechnung:
2,8g : 4,25 = 0,66g pro 1l/1060g
Wir nehmen dabei das gleiche (oder sehr ähnliche) spezifische Gewicht an, wie beim gesamten Blutgemisch (andere Informationen gibt es auch nicht).

Der Hämoglobinanteil im Blut beträgt laut gleicher Quelle durchschnittlich
15 g pro 1 dl , also 150g Hämoglobin pro 1l/1060g Blut
150g sind ca. ein Siebtel von 1060g
also teilen wir 0,66g Eisen durch 7
= 0,094g Eisen pro 1l/1060g Blut

Wer hier bei meist höchstens einem Tröpfchen (weniger als ein 33tausenstel eines Liters) das sauerstoffgesättigte Eisen herausschmeckt, muss schon eine sehr feine Zunge haben!

Aber wonach schmeckt Blut denn dann?

Ich sage: Nach Salz und Zucker.

Nach ähnlich vielen Rechnereien, wegen der unterschiedlichen Maßangaben, die nach einem gemeinsamen Nenner schreien, ergeben sich für Zucker je nach Autor, aber auch je nach Ernährungs- und Verdauungszustand des Probanden Angaben für einen gesunden Menschen zwischen 1-6 g Zucker pro 1l/1060g Blut
und durchschnittlich 9,5 g Salz pro 1l/1060g Blut.

Und warum das jetzt alles?
Ich frage mich schon lange, warum so viele Menschen der Ansicht sind, das man alles mit Salz und Zucker würzen muss, damit es richtig gut schmecke. Da wird - je nach dem - von "Aroma aufschließen" oder "abrunden" geredet. Aber warum gerade mit Zucker und Salz scheint einerseits ein Geheimnis zu sein, ist andererseits in der asiatischen Küche nicht wegzudenken.

Meine Theorie, ganz klar: Weil's nach rohem Fleisch und/oder Blut schmeckt.
Und das wilde Tier in uns verlangt ganz offenbar danach bei einigen häufiger, bei anderen eher selten und gerne auch beim Veganer.
Nun ist aber nicht gesagt, dass all die schönen errechneten Werte auch und selbstverständlich auf tierische Lebenssäfte zu übertragen sind, über die (z.B. freilaufende Rinder) hab ich nämlich überhaupt keine Auskünfte gefunden. 

Wenn ich Fleisch esse, z.B. Tatar* oder richtige Stücken, wie Steak oder Braten (das ist das allerdings extremst selten, nämlich alle paar Jahre mal) aber wenn - dann darf's im Inneren auch gerne ein bisschen rot sein.

*) Heißt Tatar so wie es heißt, weil man von den Tataren erwartet, dass sie alles zu Hackfleisch machen?

PS: Das grüne Blut von Grünen Männchen kommt sicherlich vom hohen Kupferoxyd /Grünspan -Anteil.

Grünspan und Rost
Juergen Freund

Nachtrag (5 Wochen später): Hier hat sich jemand viel Mühe gegeben, die Sache mit der Maßeinheit Mol näher zu erläutern, so das Otto N. und Lieschen M. vielleicht auch verstehen, worum es geht. Aber als Nicht-Chemiker hat man da wirklich nur eine winzige Chance...


Montag, 22. Oktober 2012

würde mit Würde


Ich selbst habe früher in der vollen U-Bahn oft die Wendung "Tschuldigung, ich würde gerne durch." benutzt, wenn ich bis zum Halt am nächsten Bahnhof noch die Tür erreichen wollte. Niemand hat gefragt: "Ja was? Selber gehn oder geschubst werden?"

"Ich würde gerne durch" oder "...vorbei" hört man fast über all wo es eng wird.
Es gibt aber auch andere Variationen:
Zur Sekretärin: "Ich würde gerne zum Chef." Bestimmt hat manch eine Ulknudel oder schlechtgelaunte Vorzimmerdame auch schon mal mit: "Ja was? ... getragen werden oder kriechen?" reagiert.
Denn irgend etwas fehlt der Formulierung, sonst würde sich die Gegenfrage nicht so leicht aufdrängen. Und zwar genau soetwas wie "aufdrängen" im letzten Satz. Nämlich der Infinitiv eines Verbs.

Hier ein paar Regeln der Konjunktiv I- und Konjunktiv II-Bildung. Achtung: Der Abschnitt Konjunktiv im Futur, gebildet mit würden + Infinitiv ist so knapp, dass man dran vorbeischliddern kann...

Und: durch und vorbei sind keine Kurzformen der Infinitive der Verben durchgehen und vorbeigehen. Ohne gehen ist ersteres eine nur eine schlichte Akkusativ-Präposition und letzteres eine Dativ-Präposition, die eigentlich auch noch mit an gebildet werden müsste. Der vollständige, an die Mitfahrenden in der U-Bahn gerichtete Satz würde also folgendermaßenlauten: "Ich würde gerne an Ihnen vorbei gehen."
Egal wie grammatikalisch richtig, heißt das aber noch lange nicht, dass die anderen daraufhin Platz machen. Denn die Äußerung von Wünschen und deren Erfüllung sind, wie wir alle wissen, zwei völlig verschiedene Schuhe.


Ernst gemeint: Sollte ich jetzt selbst besserwisserisch in eine fiese Grammatikfalle geschliddert sein und hier Bockmist erklärt haben, bitte ich um sofortige Korrektur von besseren Neunmalklugen! (Gerne auch anonym!)

Samstag, 4. August 2012

Wespenpanik


Ab Ende Juli und besonders im August ist es wieder soweit: Die allgemeine Wespenpanik bricht aus. Ich selbst gehöre auch dazu, denn ich möchte kein zweites Mal nach einem Stich in die Fingerspitze Elephantitis bis zur Schulter haben und wer weiß, was passiert, wenn der Stich am Hals oder sonstewo....

Aber - (großes) ABER - es gibt bitteschön, liebe Allergiker, keinen Grund vor den etwas kleineren Schwebfliegen zu panikisieren. Die Schwebfliege hat sich zwar aus irgend einem (r)evolutionären Grund entschlossen, mit einem Wespenkostüm herumzufliegen, aber figürlich passt sie da nicht richtig rein. Sie hat eine eher schmal-kegelförmige, relativ durchschnittliche Fliegenform ohne die berühmte auffällige Wespentaille und ihr Hinterleib ist eher flach. Dazu kommen kurze Stups-Fühlerchen Und relativ riesige Augen.


Schwebfliegen können - im Gegensatz zu normalen Fliegen - im Flug stehenbleiben, jedenfalls annähernd. Sie zittern und zucken dabei ein wenig in der Waagerechten seitlich hin und her. Wespen dagegen zucken nicht hin und her sondern wippen mit dem schweren rundlichen Hinterleib, der an der schmalen Taille hängt im Flug auf und ab.

Und nun das Wichtigste: Schwebfliegen können nicht stechen und sie beißen auch nicht. Sie interessieren sich auch nicht für Grillfleisch und Erdbeereis.



Oben sehen wir hier noch mal eine durchschnittliche deutsche Wespe, die ich ein bisschen animiert habe, um uns ihren schweren Hinterleib zu zeigen.