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Donnerstag, 16. Juni 2016

Wundertüte


Das Wetter werde in dieser Woche in Berlin und Brandenburg wie eine "Wunderdose", sagte irgendein Wettersprecher am Wochenende vorraus. Er wollte sich in keiner Richtung festlegen, auch nicht auf Teilgebieten wie Temperatur, Windstärke oder Gewitterneigung.
Feigling!
In Hamburg begann das kühle Durcheinander schon vergangenen Dienstag in Form eines Tornados, während ich mich gerade zum Bombenkratergucken, Trottellummen- und Basstölpelstreicheln auf dem sonnenüberfluteten Helgoland verabredet hatte.

Schafskälte. Seit einigen Tagen nun auch hier.
Eine kühle Woche, die immer irgendwann zwischen dem 5. und 20. Juni in Aktion tritt. Vor der man die Schafe möglichst nicht scheren sollte, weil sie sonst leicht erfrieren könnte.
Deshalb war ich dann auch noch Schafegucken.
Ob alle noch warm angezogen sind.
Warn sie nicht.

Nicht alle.

Zurück zur "Wunderdose":
Es heißt "Wundertüte"!
Tüte!
Tüte!
Tüte!
... auch wenn ... (egal...)
Tüte!
Tüte!
Tüte!
...daaa sind die Überraschungen drin!

Zum Beispiel ein Wasserballett.
Im strömenden Regen?

Dienstag, 9. Dezember 2014

Kleine Kopfkunde


Ein Leckerbissen ist die "Kopfkunde für Quereinsteiger".
Hier ein Auszug aus Kapitel 13  "Hirntypisierung":


Beim Blick in dieses Hirn (Abb. links) kann man sehr leicht diagnostizieren: Dieses Hirn gehört einem Schelm mittlerer Ausgeprägung. Es begegnet einem gerne mit verschmitztem Grinsen, das sich vor allem auch in der Augenpartie manifestiert.






Das zweites Bild (rechts) zeigt einen deutlichen Ansatz zu (meist) versteckter Schadenfreude und schrägen Überraschungsscherzen, jedoch ohne erkennbaren Drang zu Hilterhältigkeit oder Gemeinheit.



Die letzte Aufnahme (links) stellt ein sehr seltenes Phänomen dar. Wenn auch nur undeutlich zu erkennen (Pfeil), so doch eindeutig in Intension und Ausformung, kann ein gelegentliches Zungeheraustrecken festgestellt werden, durch das der Inhaber dieses Hirns vermutlich schon in jungen Jahren als "frech und aufsässig" eingestuft wurde.



Hoffentlich hat Ihnen/euch dieser kleine Ausflug in die allgemeine Kopfkunde Spaß und möglicherweise neugierig gemacht. Es gibt viele Aspekte in der Kopfkunde, die zu einem interessanten Hobby einladen, angefangen bei moderner Frisierkunst, Geistersimulation und rhytmischem Ohrwackeln, bis zu Konservierungstechniken der alten Ägypter dürfte sich für jeden Interessierten ein Bereich finden, um seine Freizeit sinnvoll zu gestalten.


Donnerstag, 23. Oktober 2014

Gefährliche Photovoltaik!


Landesweite Rückrufaktion der Photovoltaikindustrie: Aus Brandschutzgründen müssen alle bisher auf Dächern installierten Photovoltaikanlagen innerhalb der nächsten drei Wochen abgebaut werden. Nicht nur die Bauämter haben Alarm geschlagen, nachdem wieder einmal schwerste Behinderungen der
Feuerwehreinsatzkräfte festgestellt werden mussten. Besonders beklagt werden herumfliegende Scherben und Splitter vom Dach stürzender Anlagen, die erfolgreiche Löscharbeiten auf schwerste behindern, so der Sprecher der Feuerwehr Oberhirnfeld-Kniebach. Dazu kommen die Gefahren durch sogenannte Lichtbögen. "Diese Lichtbögen sind unberechenbar, wenn man die PV-Module aus den Anlagen herausnehmen will, um das Dach darunter zu löschen", beklagt Feuerwehrmann Werner S., nur in der Nacht bräuchte man sich keine Sorgen machen, weil dann kein Strom mehr produziert wird, "aber wir können doch nicht immer warten, bis es dunkel ist und dann erst mit dem Löschen anfangen!"
Damit dürfte der Energiewende entgültig das Genick gebrochen sein, bedauert auch Umweltminister Altmeier und zieht in Erwägung sein Amt aufzugeben, weil er nicht mehr bereit sei, die Folgen dieses Desasters zu verantworten. Die konventionellen Stromkonzerne reiben sich dagegen schon die Händchen und überarbeiten zur Seite gelegte Kohleabbaupläne.

Hier nun ein praktischer Tipp für die Feuerwehr: Weiterbildung!

Mittwoch, 20. August 2014

Was ist das denn nun schon wieder‽


Ein Pilz‽
Gar die Spore eines Pilzes‽
Etwa ein Insektenauge‽
Doch kein Blütenstempel‽
Vielleicht ein handgeklöppelter Designer-Überzug für einen Poller‽
Oder ein Interrobang‽







PS. Das ist ein Interrobang:

Sonntag, 10. August 2014

Orange Day


(noch ne Giftgeschichte)

In Vietnam ist seit 2009 am 10. August der Orange Day offizieller Gedenktag für die Opfer von Agent Orange. Einmal hätte ich beinahe selbst Agent Orange in Händen gehalten, wenn...

Ja, ich geriet in die sehr spezielle Situation, mich im Chemieunterricht mit der Herstellung von "Agent Orange" zu beschäftigen. Der Chemielehrer reichte mir für meine Projektarbeit ein Buch mit dem prickelnden Titel "Herbizide in Vietnam".
Darin fand ich neben vielen notwendigen politschen Ausführungen auch verschiedene Formeln für verschiedene Gifte. Hei! Da kommt gute Laune auf! Beim Entwirren der Formeln in ein durchführbares Experiment nahm ich die Hilfe meines chemiebaukastenerfahrenen kleinen Bruders in Anspruch, was allerdings nicht für die Herstellung von Agent Orange reichte. Wir entschieden uns dann für ein übersichtlicheres Gift, das aber gar kein extra fieses Herbizid sondern "nur" ein Insektizid werden sollte.



Agent Orange-Fässer waren mit einem orangefarbenen Streifen gekennzeichnet und lagerten auf einsamen pazifischen Inselflug-plätzen (z.B. hier)...








Das Experiment dauerte einige Zeit anstrengender Arbeit unterm Abzug und als ich am Ende ein paar uninteressante Krümel geerntet, ein paar Blattläuse aus dem angrenzenden Park geholt und beides dekorativ in einer Porzellanschale zu einem Folge-Experiment arrangiert hatte, lachten die Blattläuse sich eins und sahen zu, dass sie ohne Umwege wieder nach draußen kamen.
Vermutlich hätte man das Gift auflösen und durch die Gegend sprühen müssen, aber da erklärte der Lehrer die Arbeit für beendet, vielleicht wurde es ihm jetzt doch auch etwas zu ausufernd...

Samstag, 22. März 2014

Darf das das?


Farnblätter und Luftwurzel Ich bin mit Farnen in der Stubenhaltung etwas unerfahren und bekam vor eineinhalb Jahren einen mehr oder weniger eingegangenen, mit nur noch einem einzigen spillerigen und schon welkenden Wedel zur Aufpeppelung in die Hände gedrückt.
Hat geklappt, alles gut.

Jetzt ist es ein mittelprächtiges Gebüsch, das seit einiger Zeit neben vielen schönen grünen Blättern auch noch komplett blattlose, lange grüne und haarige "Schnüre" austreibt.
Wattn dattn?

Keine Lust mehr auf Blätter? Eine im Naturkundeunterricht nicht erwähnte Form der Vermehrungstechnik? Oder etwa Luftwurzeln? Da ich aber im Zusammenhang mit Farn auch noch nie etwas von Luftwurzeln gehört hatte, muss ich mal wieder nachschlagen.
Tatsächlich Luftwurzeln.

Jetzt staune ich nur noch, was da für bemerkenswerte Gerätschaften an den Enden jener Schnüre sind. Vermutlich kleine Fangnetze, mit denen der Farn versucht, die Feuchtigkeit aus der Luft zu schöpfen? Oder auch andere Nahrungsmittel?

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Dienstag, 11. Februar 2014

Aufgeplustert


Wer sich schon am Morgen aufplustert
macht am Abend keinen Pieps mehr.

Eine alte Spatzenweisheit, die seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben wird und die vielfältige Anwendung erfährt:
Vom ökonomischen Umgang mit dem persönlichen Wärmehaushalt in kalten Jahreszeiten bis zur Warnung vor Herzinfarkt, wenn man schon am Anfang des Tages keine Aufregung auslässt.

Die meisten Spatzen geben diese Weisheiten nur innerhalb ihres Familienverbandes weiter. Manche Jungvögel geben ihre neu erworbenden Weisheiten auch gerne an andere Vogelarten weiter, so wie hier auf dem Foto zu sehen ist. Was der noch junge und unerfahrene Sperlingsvogel aber nicht weiß: Er hat eine echte Plustertaube vor sich. Echte Plustertauben gelten eigentlich als ausgestorben. Etwa ab dem vierten Lebensmonat bildet sich das typische aufgeplusterte Federkleid. Wenn sich erwachsene Plustertauben tatsächlich aufplustern, erscheinen sie fast doppelt so dick als im ungeplusterten Zustand (siehe Diagramm).

junge
Plustertaube
erwachsene
Plustertaube
aufgeplusterte
Plustertaube

Eine aufgeplusterte Plustertaube erinnert einen Spatzen nun aber sofort an die Warnung vor dem großen bösen Monsterspatz, der immer eine Nacht nach dem 11. Februar kommt und alle naseweisen Jungspatzen entführt.

Da heißt es nun schnell Abschied nehmen, denn morgen werden wir das Spätzchen nicht mehr sehen. Viel Spaß beim großen bösen Monsterspatz!

Samstag, 9. November 2013

24 Jahre ist's nun her...


...als auch die DDRsche Neuererbewegung mit der Öffnung der der Mauer und der anschließenden Wiedervereinigung in die Mülltonne gestampft wurde, aber ein paar fröhliche Erfindungen aus alten Zeiten tauchen hie und da im Internet auf, keine Ahnung, ob sie noch in der realen Welt wertgeschätzt werden, wie zum Beispiel der Hupomat; die BH-Kamera; die Vorschaltung eines außer Dienst gestellten Walzenstuhls als Brechstuhl, zur Entlastung des Körnerstuhls; die Buchstabenzählertabelle; viele schöne Spiegelschilder und so einiges mehr.

In f ist der Brechstuhl m angeordnet
 
 PS: Ein Brechstuhl hat nichts mit Brechdurchfall oder gar Mundstuhl (Kopremesis/Miserere) zu tun! Letztere gehören unter die Aufsicht eines Arztes, ersteres unter Aufsicht eines Müllers.

Und Spiegelschilder spiegeln nichts, sondern machen aus der Rückseite eines Außenspiegels einen nützlichen Informationsträger.



Donnerstag, 10. Oktober 2013

Ey, du Zücho!

Es ist ein Kreuz mit der psychischen Gesundheit, der ja der heutige Tag gewitmet ist. Der Titel klingt ein bisschen so, als müsse man nur ein wenig Hirnjoggen und Vitamine essen und dann ist man vor psychischen Krankheiten gefeit. Deshalb wollte ich dazu eine hübsche und natürlich auch lehrreiche Illustration herstellen. Aber auf der Suche nach einer brainigen Grundstruktur  geriet ich an den "Vektor des Gehirns". Das klingt ein bisschen wie "Wächter des Gehirns" und brachte mich von meinem ursprünglichen Plan ab.
Der Wächter des Gehirns verbietet unerwünschte Gedanken, verstaut sie unter einem alten verlausten und verkrusteten Teppich im Keller und lässt sie nur hervorlinsen, wenn keiner damit rechnet.
Der "Vektor des Gehirns" gibt hingegen die Denkrichtung an. Die Richtung sagt noch nichts über den späteren Inhalt, sondern eröffnet einfach nur eine Möglichkeit. Ich bin froh, das mein Gehirn nicht auf einen einzigen Vektor beschränkt ist (man stelle sich vor: Es gibt nur eine einzige Richtung und dann kommt der Wächter und sagt: Nö, hier geht's aber nicht lang!), sondern eine Unzahl derselbigen beherbergt, von ihnen geformt und erweitert wird. Viele Gedanken rutschen am Wächter vorbei. Oder überzeugen ihn gegebenenfalls von ihrer Notwendigkeit, damit er sie durchlässt. Das klappt nicht immer und fordert auf der Stelle andere Hirnwindungen zur kreativen Bildung neuer Strategien heraus...
Und das ist gesund.

Samstag, 29. Juni 2013

Zu Besuch in einer Rixdorfer Läusefarm

Auf meinem Balkon versuchen unentwegt und immer wieder sowohl Blattläuse als auch Ameisen ihr Zelt aufzuschlagen. Was das für Konsequenzen haben wird, kann man in der Läusefarm in einem Garten an der Karl-Marx-Straße gut erkennen (Bilder bitte zum Vergrößern anklicken.) :

Links sehen wir eine Farmer-Ameise, die den lausigen Mitgliedern ihrer HPG (Honigtau-Produktions-Genossenschaft) den Leistungsplan für die kommende Woche darstellt. Auf dem rechten Foto kann man gut erkennen, wie mehrere HPG- Kleinbetriebe friedlich nebeinander und auf mehreren Etagen einer Rosenblüte ihrem Tagewerk nachgehen.

Eine HPG- Arbeitsgruppe besteht im allgemeinen aus einer Ameise, die für Schutz, Ungestörtheit und die Streicheleinheiten ihrer Arbeiter, der ca. 18 schwarzen Läuse verantwortlich ist, während die Blattläuse beim Verzehr verschiedener Pflanzenteile pausenlos Honigtau produzieren, der dann am Ende eines Produktionstages wiederum von den Ameisen gut im Bauch verpackt und abtransportiert wird.
In unserem Beispiel wird Honigtau mit einem besonders beliebten Heckenrosen-Aroma produziert. Erst wenn eine Blüte komplett verdaut wurde, zieht auch die letzte Arbeitgruppe an einen anderen Produktionsort.

Nicht alle honigtauproduzierenden Schnabelkerfen sind für ein Leben auf der Läusefarm geeignet, wie z.B. die wollige Buchen-Zierlaus, die den Honigtau in ihre Wolle schmiert, aus der das edle Produkt, das wir beispielsweise auch aus dem herben "Waldhonig" kennen, nur sehr mühselig wieder herauszufiltern ist.



Montag, 24. Juni 2013

sum sum sum


Wer hat je behauptet, dass Drohnen ordentlich arbeiten könnten?



Sonntag, 26. August 2012

Sonntagsfrühstück


bei Distelfinks: Heute gibt's frische Sonnenblumenkerne, guten Appetit!

Merke: Der Distelfink (Carduelis carduelis) wird auch Stieglitz genannt und ist - abgesehen von ein paar gelegentlichen Blattläusen - Vegetarier. Keine Würmer, Käfer, Fliegen oder anderes Getier findet man auf seiner Speisekarte.
Streitigkeiten und Unterschreitungen der Individualdistanz werden unter „Tschrr“-Rufen durch Kämpfe mit Schnabelhieben und Fußtritten ausgetragen.

 PS: Ja, der Vogel hängt kopfüber an der zerfledderten heruntergebogenen Blüte, und wippt dabei auch recht munter hoch und runter.

Samstag, 4. August 2012

Wespenpanik


Ab Ende Juli und besonders im August ist es wieder soweit: Die allgemeine Wespenpanik bricht aus. Ich selbst gehöre auch dazu, denn ich möchte kein zweites Mal nach einem Stich in die Fingerspitze Elephantitis bis zur Schulter haben und wer weiß, was passiert, wenn der Stich am Hals oder sonstewo....

Aber - (großes) ABER - es gibt bitteschön, liebe Allergiker, keinen Grund vor den etwas kleineren Schwebfliegen zu panikisieren. Die Schwebfliege hat sich zwar aus irgend einem (r)evolutionären Grund entschlossen, mit einem Wespenkostüm herumzufliegen, aber figürlich passt sie da nicht richtig rein. Sie hat eine eher schmal-kegelförmige, relativ durchschnittliche Fliegenform ohne die berühmte auffällige Wespentaille und ihr Hinterleib ist eher flach. Dazu kommen kurze Stups-Fühlerchen Und relativ riesige Augen.


Schwebfliegen können - im Gegensatz zu normalen Fliegen - im Flug stehenbleiben, jedenfalls annähernd. Sie zittern und zucken dabei ein wenig in der Waagerechten seitlich hin und her. Wespen dagegen zucken nicht hin und her sondern wippen mit dem schweren rundlichen Hinterleib, der an der schmalen Taille hängt im Flug auf und ab.

Und nun das Wichtigste: Schwebfliegen können nicht stechen und sie beißen auch nicht. Sie interessieren sich auch nicht für Grillfleisch und Erdbeereis.



Oben sehen wir hier noch mal eine durchschnittliche deutsche Wespe, die ich ein bisschen animiert habe, um uns ihren schweren Hinterleib zu zeigen.


Dienstag, 3. Juli 2012

Medimüll

Sieh da, sieh da, beim Wohnungumräumen* fällt mir doch der komplette Inhalt einer längst vergessenen Tischschublade entgegen: ein buntes recht farbloses Sortiment ungebrauchter alter Medikamente. Und da die Deutschen ja eine gut trainierte Nation von Mülltrennern sind, egal wie sinnvoll, fülle auch ich die Pillen, Kapseln, Tröpfchen und Salben in eine Tüte und trage sie brav zur nächsten Apotheke.

In der Apotheke heißt es ohne einen Blick in meine Tüte lapidar: "Das nehmen wir nicht, dass können sie in den Hausmüll werfen."

Auf meinem Gesicht zeichnet sich spontan völliges Unverständnis ab, das die Apothekerin aber falsch interpretiert und hinzufügt: "Sie können es ja vorsichtshalber in Zeitungspapier wickeln und ganz unten in die Tonne legen."
Nun habe ich wohl noch verwirrter geguckt, "aber..."

Aber - denke ich - das wird alles verbrannt? Ist das umwelttechnisch vertretbar? Und irgendwie bildete ich mir ein, dass noch brauchbare Medikamente (Mindesthaltbarkeit ist nicht gleichbedeutend mit Verfall) von Fachpersonal (arbeitslose Apotheker in "1-Euro-Jobs"?) aussortiert und von weiterem ärztlichen Fachpersonal an mittellose Bedürftige weitergerreicht werden.
Naja, so naiv kann auch nur ich sein...

Natürlich ist das ganze mal wieder ein Thema für die Internetrecherche - und hier sind die Ergebnisse:
Ich würde allerdings vorher mal anfragen. Denn meine Fundstücke sind dafür wirklich schon zu alt. Ich brauche sie aber auch nicht mehr vor drogensüchtigen Nachbarn und Kindern im Hausmüll verstecken (hoho!) sondern konnte sie die vertrauensvoll in die Hände der Chefin in der nächsten Apotheke übergeben.


*)Das Wohnungumräumen wird - auch bei allen grammatikalischen Neuerungen - bei mir "das Wohnungumräumen" bleiben und nicht zum (die) Wohnung umräumen zerstückelt. Genauso wie das Möbelrücken, Fensterputzen, Staubsaugen und das Wäschewaschen. Ob das den Dudenmachern nun gefällt oder nicht. Ich liebe lange Wörter!


Mittwoch, 9. Mai 2012

Alles für die Katz

Ich war nicht in einem Gartencenter (siehe neulich), sondern in einem verwilderten Garten und habe dort zweierlei Grasbüschel entführt, die offenbar genau das richtige für Fräulein Julenka sind. Bei der botanischen Einordnung der Arten bin ich allerdings bislang unschlüssig, da muss man wohl noch auf die Blüte warten, und da gibt es - Gräserpollen-Allergiker (Heuschnupfler) wissen das - sehr viele Möglichkeiten.
Aber ich tippe jetzt mal auf eine Queckenart. Mal sehen was der Sommer bringt.
Auf jeden Fall ist es wohl eins der 12.000 Arten von ca. 700 Gattungen der Süßgräser...

So sieht das aktuelle vollständige balkonische Katzenmenü aus

Süßgräser?
Gibt es auch Sauergräser, Bittergräser oder Scharf- und Salzgras?
Zu den Süßen zählen jedenfalls unter anderem Bambus, Weizen und Zitronengras.
Zu den Sauren gehören die Binse und das Zyperngras.
Merke: Zitronengras ist nicht sauer! Jedenfalls botanisch betrachtet.

Die anderen Geschmacksrichtungen scheint es unter den Gräsern nicht zu geben. Obwohl sicherlich einige ziemlich bitter schmecken und manche bestimmt auch scharf.
Salzwiesen werden neben vielen Blumen von verschiedenen Süßgrasarten und ein paar Binsen bewachsen.

Gräserpollen
PS: Wieso drehen Heuschnupfler eigentlich durch, wenn sie das jetzt im Frühling erstmalig frisch gemähte Gras riechen? Ich dachte immer, es geht bei der Allergie um das Einatmen von Pollen und nicht um den Duft geschnittener Halme vor der Blüte.
Mich erinnert das gerade an ein Mädchen in meiner Schulklasse, das schon beim entfernten Anblick von Erdbeeren sogenanntes "Nesselfieber" bekam, wie gesagt: ohne den Erdbeeren nahe zu kommen, geschweige denn, sie zu berühren oder gar zu essen. Manchmal reichte es sogar, wenn man das Wort "Erdbeere" einfach nur aussprach. Nein - nicht dass jetzt alle denken, wir hätten die Ärmste absichtlich auf diese Weise gequält, - aber das Wort kommt nun mal im ganz normalen Schuluntericht ab und zu mal vor...

Donnerstag, 26. April 2012

Von Tassen und schwarzen Löchern

Wir philosphieren mal wieder ein bisschen.

Ist die Tasse eine Tasse oder bilden wir uns das nur ein. Greife ich nach dem Tassenhenkel, um die Tasse zum Mund zu führen und zu trinken, oder ist das nur Illuson?
Wir haben uns irgendwann einmal darauf geeinigt, dass Gegenstände die so oder ähnlich aussehen, gemeinhin als Tasse bezeichnet werden. Normalerweise bringen Eltern sowas ihren Kindern bei.
Warum aber, wenn es doch nur Einbildung ist, sieht das, was sich an einem bestimmten Koordinatenpunkt im Raum quasi halluzinativ vor meinen Augen ausbreitet, für dich ganz genauso aus,  ohne das wir unsere Wahrnehmung miteinander abgleichen müssen?
Gut, vielleicht gibt es ein paar Schwankungen in der Definition der Farbwahnehmung oder einer von uns beiden tut sich schwer im Schätzen von zehn Zentimetern, aber...

M., der die Theorie der Einbildung in den Raum stellte, begann auf Nachfrage eine ausholende Erklärung zur Verdichtung der Materie, die das Davonschwirren der Elektronen voraussetzt. Leider endete der Exkurs aber nicht da, wo sich die verdichtete Materie zu etwas tassenähnlichem formt - sondern bei einem  - manch einer ahnt es schon -
schwarzen Loch.

Ein schwarzes Loch ist ist das, was übrig bleibt, wenn die 99,9% Nichts, die in jedem Atom sitzen, um den Elektronen Platz zum Herumkreisen zu geben, nicht mehr gebraucht werden - weil die Elektronen jetzt woanders spazieren gehen, oder haben sie sich in Nichts aufgelöst?
Wenn man aus einem Menschen die Elektronen rausfiltert und der überflüssiggewordene Raum sich verflüchtig, reduziert sich der Mensch (der Blumenkohl, der Hausschlappen) auf ein schwarzes Loch.
Hätte er auch eine Tasse werden können?


Gut. Wie wir alle merken, kriege ich die Erklärung zu den schwarzen Löchern nicht auf die eingebildete Tasse adaptiert.
Ich gehe noch mal zurück in den Anfängerkurs.

Aber - nur ganz kurz: Kann man aus schwarzen Löchern unter Zugabe von Elektronen (und ein bisschen Platz) wieder "normale Materie" machen??? Vielleicht sogar eine Tasse Kaffee?

Mittwoch, 1. Februar 2012

Antibiotikum

Da ich das mit den antibiotikaresistenten Bakterien, die aus Hühnerställen kommen und sich in Krankenhäusern verbreiten, irgendwie nicht richtig verstanden hab, versuche ich die verschieden Infos hier hoffentlich in der richtigen Abmischung zusammenzutragen.
Also -  als erstes der Name:
anti        = gegen
biotikos = zum Leben gehörig
daraus folgt: lebensfeindlich (passiv), mörderisch (aktiv)

Dann die Geschichte:
Nachdem Louis Pasteur über lange Zeit vergeblich versucht hatte, aus Schimmelpilzen nützliche Medikamente herzustellen, gelang es schließlich Alexander Flemming vor gut 90 Jahren, einen wichtigen Schritt im Angriff auf krankmachende oder gar tötliche Bakterien weiterzukommen.
Mit Penizillin konnte nun den Miniviechern ab sofort der Garaus gemacht werden.
Zunächst erst mal die, die durch Staphylokokken ausgelöst wurden, im Verlauf der Zeit wurden dann Diphterie und Tuberkulose weitgehen in die Schranken gewiesen.

Heute:
Nun muss man mit allen möglichen tötlichen Infektionen, vor allem in Krankenhäusern rechnen, und zwar wegen "Medikamentenmissbrauch in der Vogelindustrie" - gemeint ist: Die Behandlung bei der Masthähnchen- und Legehennenhaltung.*

Und was haben die heißgeliebten Hühnerkeulen mit sogenannten Krankenhauskeimen zu tun?
Wie kommen sie zu Säuglingen, die noch nie eine Hühnerkeule oder ein Ei gegessen haben und deren Organismen sich also noch gar nicht an die Einnahme von Antibiotika gewöhnt haben können?

Ja, das Ding mit der Gewöhnung. Da vermischen sich wohl zwei Sachen. Gewöhnung hin, Gewöhnung her, wenn die Bakterien selbst immun sind, ist es völlig egal, ob der Mensch im Laufe der Zeit zu viele von Ärzten "leichtfertig bei jedem kleinen Schnupfen" verschriebene Antibiotika bekommen hat.
Ich kenne übrigens keinen einzigen Arzt, der das Zeug einfach mal so aufs Rezept schreibt.

Dazu kommen die Bakterien, die den Hühnerställen entsprungen sind, die nicht nur resistent gegen Antibiotika sind, sondern frecherweise das angewendete Medikament auch noch zerstört!
Angesteckte und erkrankte Menschen kommen in Krankenhäuser und dort gehen die Bakterien schnell auf Wanderschaft und finden dort auch recht zügig möglichst wehrlose Menschen.

Also. Es ist völlig egal, ob man sich selbst immer von Antibiotika ferngehalten hat, denn es geht nicht um die ganz persönliche Resistenz, sondern die der Bakterien, die man sich in der U-Bahn oder eben im Krankenhaus holen kann.
Die Informationen über Penezillin & Co werden in den Bakterienstämmen schon seit vielen Generationen weitervererbt. Und deswegen hilft das Medikament auch bei Hühnern längst nicht mehr wie gewünscht, aber man kann mit dem Handel gute Geschäfte machen...

Offene Frage: Wie lange lebt eine Bakterie eigentlich? Altert und stirbt sie irgendwann, wenn sie nicht durch Medikamente oder andere, gezielt eingesetzte Zellgifte getötet wird?
Vorläufige Antwort: Man sagt, dass eine Bakterie im Prinzip in einer geschützten wohlwollenden Umgebung unendlich lange leben würde, da bei einer Zellteilung (die bevorzugte Vermehrungstechnik dieser Organismen) die Ursprungszelle immer erhalten bleibt.
Naja.
Ansonsten wird das einzellige Leben auch durch Entzug der Existenzgrundlagen getötet. Das kann je nach Art der Einfluss auf die Umgebung, z.B Sauerstoffgehalt, Temperatur (Abkochen!), Trockenheit etc. oder auch der Entzug von Nahrung (sehr individuell) sein.

*) Verboten ist (im Prinzip) die vorbeugende Behandlung. "Lateralschäden", also die Verabreichung von Medikamenten an Tiere, die gar nicht behandlungsbedürftig sind, wird von Tierärzten und Züchtern wegen der Praktikabilität aber billigend in Kauf genommen. Das heißt, wenn ein Tier krank ist, wird über das (z.B.) Futter der ganze Stall behandelt.

PS: Penicillus = Pinsel, der Pilz gehört zu den Schlauchpilzen, und hat eine pinselähnliche Form.

Gottseidank sehen meine Pinsel nicht so buschig aus!

Sonntag, 22. Januar 2012

Süß und kuschelig


Wiederentdeckung: Kapok (kuschelig)


und Neuentdeckung: Pişmaniye (süß)

Neulich in einem türkischen Lebensmittelgeschäft fiel mein Blick auf ein Produkt, dass aussah wie Kapok, aber im Regal für Süßwarenspezialitäten lag. Das muss mit, das will gekostet werden! Gedacht, getan und für lecker befunden.

Äußerlich beinahe wie Zwillinge und doch so verschieden sind Inhaltsstoffe, Herstellung und Gebrauch. Beide sind frei von tierischen Komponenten, also für Veganer bestens geeignet!
Und nun kommt noch eine Gemeinsamkeit: so wie Kapok ist auch Pişmaniye gut zum Aufpolstern geeignet, allerdings vorrangig an den Hüften!

Kapok wird aus den Fruchthülsen des Kapokbaums geerntet, die Samenkörner herausgesammelt und dann das flauschige Gewuschel ins Kopfkissen gestopft. Der Kapokbaum wächst in vielen Gegenden von Indonesien, Afrika bis Südamerika, also hauptsächlich in der südlichen Hemisphäre und lässt jährlich reichlich Früchte reifen. Die Fasern wärmen, sind feuchtigkeitsabweisend und wurden lange Zeit gerne zum Ausstopfen von Polstern im Innen- und Außenbereich verwendet.
Kapok wurde überwiegend von Kunstfasern/Erdölprodukten abgelöst und kaum einer kennt das Zeugs noch.

Pişmaniye dagegen ist ein Küchenprodukt und wird scheinbar in erster Linie aus dicken Kandisklunkern und Mehl gemacht.
Wo ist das Rezept zum Nachmachen? Es gibt ein paar schlaue Internetschreiber, die behaupten, sowas könne man nicht selber machen, das ginge nur industriell.
Wenn man sich damit nicht zufrieden gibt, findet man Videos, in denen sich eine heitere türkische dörfliche Männergruppe der Herstellung dieser Süßspeise in der heimischen Küche widmet.
Teil 1   Teil 2   Teil 3   Teil 4   Teil 5  
Der einzig wirkliche Nachteil des dokumentarischen Materials: Ich kann kein Türkisch
Ansonsten: Die Filmqualität ist zwar gruselig schlecht, aber ein paar elementare Hinweise für die Herstellungstechnik kriegt man durchaus mit.
Deutsche vergleichen Pişmaniye im allgemeinen mit Zuckewatte, Türken nennen es Baumwolle.


PS: Vor ein paar Jahren ist es mir gelungen, für ein Ausstopfprojekt den überrascht-skeptischen Händler eines "Wir machen Matrazen noch selber"- Geschäfts in Friedrichshain davon zu überzeugen, mir ein Kilo Kapok zu verkaufen.
Das Kilo haben wir allerdings mangels kleiner Waage nur geschätzt, was bei solch leichtem und voluminösen Zeug nicht einfach war.
Heutzutage kann man Kapokschoten auch im Tierhandel als Nistmaterial bekommen.


Freitag, 6. Januar 2012

Tipp des Tages

Wer sich in diesem Winter noch Schneegestöber in Berlin erhofft, schreibt an:
frau.holle@himmel.de
oder
holle@wolkenkuckucksheim.com
Aber nicht zu viel!

Was ich ganz bestimmt nicht möchte, sind zu früh sprießende Blumen auf dem Balkon, die dann im März alle erfrieren.  Oder, falls es gar kein Eis und Schnee gibt, dass all die Pflanzen ein- bzw. nicht aufgehen, die auf eine überlebensnotwendige Frostportion angewiesen sind.
Zu den "Kalt- und Frostkeimern" gehören zum Beispiel
Königskerzen (gegen Husten und Rheuma)
Brennesseln (einzige Nahrung für ein paar hübsche Schmetterlingsarten)
Pimpernuss (am Aussterben, wird in Baumschulen notfalls in den Tiefkühler gestellt)
Bärlauch (trendiger Knoblauchersatz)
Schachblume (eine der lustigsten Vertreter der Lilienartigen, vom Aussterben bedroht)
und verschiedene fleischfressende Pflanzenarten.

Dem Schneeglöckchen ist es egal ob's kalt ist, das hat nämlich in der Zwiebel eine kleine eingebaute Bioheizung, die die Umgebung sowieso auf ca. 8° aufheizen würde.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Längere Tage?

Angeblich werden ja seit heute die Tage wieder länger und die Nächte kürzer. Schön wärs!
Aber nach der Wintersonnenwende führt die Planetenbewegung regelmäßig und so auch in diesem Jahr nicht zum gewünschten Erfolg (→ der dubiose Grund...).
Schnee gibts auch nicht.
+ 6° und ab und zu leichter Regen bringt nicht die ideale Weihnachtsstimmung.

http://www.wetter.info/wetter-deutschland/berlin/berlin/wetter-berlin-adlershof/17752760
Sollte der Regen ausfallen, bleibt es voraussichtlich trotzdem reichlich bewölkt und es gibt keine Sicht auf einen klaren Sternenhimmel. Der wäre im Prinzip jetzt besonders schön, weil übermorgen (Heiligabend) Neumond - also alles zappenduster - ist. Naja.

PS: Der Ursprung des Wortes "zappenduster" scheint extrem unklar zu sein und das DWDS hat vorsichtshalber nicht mal einen andeutungsweisen etymologischen Eintrag. Andere schreiben, dass "zappenduster" vermutlich auf das rotwelsche "zofon" = "Mitternacht" zurück geht. D.h. es ist einfach "mitternachtsdunkel"  oder dass das Wort vom Zapfenstreich herrührt.

PPS für einen suchenden Leser in Kroatien: Es gibt keine "winter tagundnachtgleiche 2011". Auch nicht 2012, 13, 14 oder 15.