...hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren.
1986 lernten wir ziemlich schnell die Halbwertzeiten verschiedener flüchtiger radioaktiver Isotope:
Jeder kannte Cäsium-137 (30 Jahre), Strontium-90 (28 jahre) und Iod-131 (8 Tage).
"Flüchtig" heißt: sie verbreiten sich schnell überall.
Und der Verfall der drei genannten ist gerade noch überschaubar.
Andere radioaktive Aus- und Abfälle werden, um Menschen in der Verfallszeit nicht einer gesundheitsschädigenden Bestrahlung auszusetzen, "zwischengelagert". "Endlager" gibt es nicht und wird es auch nie geben.
Bei Plutonium sind es schon 24tausend Jahre und wer weiß, ob dann der Planet Erde überhaupt noch existiert, wenn die erste Halbwertzeit erreicht ist.
Damit Flüchtige, Flüchtlinge oder auch neuerdings "Flüchtende" genannte Menschen sich nicht unkontrolliert leicht und überall verbreiten, werden sie an den EU-Außengrenzen zwischengelagert. In der Hoffnung auf eine möglichst baldige Halbwert- oder gar Verfallszeit?
Flüchtende Menschen sind aber kein nukleares Abfallprodukt. Das scheint vielen noch nicht ganz klar zu sein. Und doch würden wahrscheinlich ihrer einige eher ein Fässchen Atommüll im Vorgarten endlagern, als sich um eine Flüchtlingsfamilie kümmern zu wollen oder sie wenigstens in ihrer Nähe zu dulden.
Ich hab gut reden, denn ich besitze keinen Vorgarten, nur ein kleines Balkönchen, und da geht kein Fass rauf. Also hab ich keine Wahlmöglichkeit. Um so mehr freue ich mich, dass um die Ecke viele Flüchtlinge im ehemaligen C&A-Gebäude eine Unterkunft gefunden haben!
Dienstag, 26. April 2016
Caesium-137
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Sonntag, 22. November 2015
Fernwärme
Gerade eben: Ich öffne die Balkontür und sehe als erstes fünf rauchende Kraftwerks-Schornsteine.
Ich habe das Gefühl, das werden jedes Jahr mehr. Warum wird denn da so heftig geheizt? Haben wir plötzlich 20° minus? Ich atme ein. Nö. Dann fällt mein Blick auf's naheliegende, die düsteren Konturen auf dem Balkon. Die sind ja gar nicht so düster wie sonst - es hat geschneit! Oder gematscht.
Wegen der langen Belichtungszeit und meinem chronischem Stativmangel ist das Bild natürlich einigermaßen verwackelt...
Für die Flüchtlinge am "LaGeSo", die morgen einen Termin haben, heißt es: durchhalten und im Schneematsch übernachten. Die Wärme bleibt fern.
Ich wünsche ihnen allen viel Kraft und Hilfe und Glück für eine friedliche Zukunft!
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Jette
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Mittwoch, 30. September 2015
SM-Dialog
"Machst Du auch SM?"
"Hä?"
"Na SM?"
"Spinnst du?!"
"Man ey, soziale Medien!"
Wenn das letzte Wort dann auch noch wie "Mädchen" klingt, ist wirklich alles klar...
PS: Heute ist internationaler Tag der Übersetzung
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Jette
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Donnerstag, 12. Februar 2015
Bruch- und Dezimalrechnung
Liebe - laut TU-Dresden-Umfrage - gebildete Damen und Herren aus den wohlhabenderen Schichten Dresdens und Umgebung, die ihr nach eigenen Angaben zu mehr als ¾ gar nicht gegen den Islam seid, aber trotzdem unter dem Titel "...gegen die Islamisierung..." demonstriert,
WARUM demonstriert ihr dann trotzdem gegen den Islam? Weil ihr mit euern eigenen deutschtümelnden Minderheiten, in diesem Fall mit dem übrigen ¼ von dem ⅓ interviewbereiter Demonstranten solidarisch seid? Das finde ich sehr ehrenwert! Aber habt ihr mal überlegt, was das für einen merkwürdigen Eindruck auf die MuslimInnen macht, gegen die ihr doch gar nichts habt? Habt ihr denen schon mal euer Solidaritätskonzept erklärt?
Ich find's toll, dass ihr euch überhaupt von dem Viertel eines Drittels (......Moment.... Bruchrechnung..... drei mal vier .... hundert durch zwölf .....) 8,333 % der Bevölkerung eurer Gegend habt mobilisieren lassen! Und dann mit so wohl durchdachten Parolen, die euern Bildungshintergrund auch so deutlich erkennen lassen, - gefällt mir. Weiter so!
Ach, noch ne Frage: wenn ihr doch so gut situierte Mittelständler seid, warum interessiert euch dann für HartzIV und Mindestlohn? Ach so, ja, wegen den 8,333 %. Find ich gut. Ich find's auch völlig OK, dass euch die 0,2% Moslems in Sachsen am Arsch vorbei gehen, man kann sich ja schließlich nicht mit jeder kleinen kleinen Ausnahmebefindlichkeit gemein machen.
Weiter so, ihr Nicht-gegen-Ausländer-und-den-Islam-seienden Pegida-Demonstranten und sonstigen (christlichen?) Abendländler!
Eure, noch auf ein einleuchtendes Solidaritätskonzept wartende
Jette
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Donnerstag, 1. Januar 2015
Neujahrsbesuch
Habe eine Stippvisite beim zukünftigen "Asylantenheim" in Harvestehude (Sophienstraße 1a, Hamburg) absolviert. Standort ist prima. Schräg gegenüber steht allerdings ein denkmalgeschütztes Haus mit zweifelhaftem Geschichtshintergrund. Ein ehemals prunksüchtiger, hässlichgrauer Nazibau wurde totalentkernt, um ihn anschließend mit neuer Innerarchitektur und luxuriösen Apartments zu füllen. Ich würde ja sagen, nicht die sogenannten "Superreichen" sind unpassend in der Umgebung einer Flüchtlingsunterkunft, sondern die gruselig düsteren Nazi-Hinterlassenschaften und vielleicht auch die Menschen, die in sowas gerne einziehen mögen.
Es könnte möglicherweise was bringen, wenn man das aufdringliche Gebäude grün mit rosa Punkten anstreicht, da würden die Asylsuchenden wenigstens was Lustiges sehen, wenn sie dann aus dem Fenster schauten. Aber der Denkmalschutz erfordert mit Sicherheit nicht nur den Erhalt der architektonischen Formgebung sondern auch (und ganz besonders) der schmutziggrauen Düsternis.
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Montag, 30. Juni 2014
Monsantos meldet neue Patente
Monsanto möchte jetzt auch menschliches "Saatgut" patentieren lassen. Kinder kriegen darf dann nur noch, wer von Monsanto patentierte Ovularien und Spermien erwirbt, unter von Monsanto festgelegten Bedingungen inseminiert und an vom Patentinhaber vorgegebenen Orten austrägt.
Da man sich bis jetzt noch nicht über die genaue Bezeichnung des menschlichen "Saatguts" einig werden kann, dürfte sich die Antragstellung noch um kurze Zeit verzögern. Vor möglichen Protestwellen der Bevölkerungen rund um den Globus hat der Multikonzern aber keine Angst: "Das wird wohl kein Tsunami", da ist sich der Monsantosprecher Brandon Matchener sicher und lehnt sich lächelnd zurück, "eher ein kleiner Schwapp und der schwappt auch wieder zurück."

Das Hauptargument des Zuchtkonzeptes ist die bevorstehende Überbevölkerung auf der einen Seite und der Nahrungs- und nicht zuletzt auch Arbeitsmangel auf der anderen Seite. Man wolle ausgleichend einwirken und so ein dauerhaftes Überleben der Menschheit sichern. Das sei im Interesse aller Gesellschaften und Wirtschaftsgemeinschaften.
In der Weiterentwicklung ist vorgesehen, dass "Rentenansprüche im Prinzip überflüssig werden, weil jeder Arbeitnehmer bis zu seinem, durch einen Zufallsgenerator voreingestellten Todesdatum, vollständige Gesundheit und Arbeitsfreude genießt. Und das bei minimalem Kostenaufwand für Ernährung und Regeneration. So hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, Konsumgüter aller Art zu erwerben, was zur Zeit ja bedauerlicherweise vielen Menschen auf der Welt nicht vergönnt ist."
Schöne neue Welt!
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Dienstag, 20. Mai 2014
Aufrüsten!
Ursel in Not:
"Da wir auf Grund der aktuellen politischen Lage gezwungen sind aufzurüsten, können die aktuell angekündigten und auch für die Zukunft geplanten Erhöhungen des HartzIV- und Grundsicherungssatzes für Menschen im Rentenalter und anderweitig eingeschränkte Bürger auf unbestimmte Zeit nicht stattfinden. Gegebenenfalls müssen außerdem zusätzliche Kürzungen in diesen Bereichen hingenommen werden. Für die Maßnahmen muss die Bevölkerung Verständnis haben, zumal es ja nur eine verhältnismäßig kleine Gruppe betrifft. Es bleibt aber jeder und jedem Betroffenen unbenommen, ihr finanzielles Auskommen aufzubessern, in dem sie sich für zusätzlich anfallende Arbeiten in der Rüstungsindustrie unaufgefordert zur Verfügung stellen."
Je nach Wohnort können interessierte Bewerber sich an den ausgewiesenen Standorten vorstellen:
Rüstungsindustrie
Spreng- und Kampfstoffproduktion
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Jette
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Donnerstag, 15. Mai 2014
Wahlkampf auf italienisch
Demente Altenheimbewohner haben Fragen an Berlusconi:
Junger Mann, wer sind Sie denn?
Ist Bunga-bunga ein Kartenspiel?
Caro Silvio, wischst du mir mal den Hintern ab?
Hilfe, was machen Sie in meinem Bett?
Sind das Erbsen?
Junger Mann, wer sind Sie denn?
Warst du nicht der freche Bengel aus dem Nachbarhaus?
Wollen Sie sich nicht schon mal ausziehen?
Wo sind meine Zähne?
Junger Mann, wer sind Sie denn?
Ach mein Kleiner, warum bist du eigentlich nicht Politiker geworden?
Willst du mal jemanden von der Mafia kennenlernen?
Brrrr, was ist denn das für ein Fraß?
Junger Mann, wer sind Sie denn?
Schon die hübsche neue Pflegerin flachgelegt?
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Jette
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Sonntag, 4. Mai 2014
Wutzentrum aktivieren
"Macht dich das nicht richtig wütend?"
"Hmm, ja, eigentlich schon...!"
"Ja und? Also ich würde sofort Hass kriegen!"
"Weiß nich."
"Hau doch mal auf den Tisch, damit klar ist, wo die Glocke hängt!"
"Hm."
"...?"
Nee, nee, nee, so geht's aber nicht! Wenn man's endlich in der Gesprächsführung geschafft hat, jemanden durch geschickte Konfrontation mit unangenehmen Situationen dazu zu kriegen, Hass und Wut als persönliche Empfindung anzunehmen, dann muss man auch dabei bleiben und ordentlich nachlegen!
Ständiges Unterstellen und Abfragen des aktuellen Hass- oder Wutstatus einzelner Personen oder Gruppen ist seit der Etablierung des deutschen "Wutbürgers" am Stuttgarter Bahnhof Standard und sollte bei der Grundausbildung von Reportern, volksnahen Politikern und engagierten Sozial-Experten auf keinen Fall fehlen.
Wut ist eine wichtige Emotion, die den Menschen am Denken hindert (wie, wenn der Rückschluss erlaubt sei: Adorno schon feststellte) und damit zu Ruhe und Ordnung führt, auch wenn das mancheinem im ersten Moment unverständlich klingt. Hier ein einfaches, leicht nachvollziehbares Beispiel: A haut dem nervigen B kraft- und wirkungsvoll eins in die Fresse und sofort und ohne Verzögerung tritt Ruhe ein. Dabei ist völlig egal, womit B genervt hat, ob mit Nörgeln, Lachen, Plappern, Kneifen, Stehlen oder Grillen. Für den Wutbürger ungefährlicher (Stauchungsgefahr der Finger- und Handgelenke) und effektiver ist natürlich der Gebrauch von Schusswaffen auch im privaten Bereich.
"Vom Auffinden des individuellen Wutzentrums" ist der neue Titel von Anita Peng, die damit einen wichtigen Betrag zum praktischen Eradikation anpassungsunwilliger Individuen, Randgruppen und die wirtschaftlichen Abläufe störender Völker nicht nur in Afrika leistet. 104 Seiten, Verlag Heckler und Koch, 2014
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Jette
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Montag, 10. März 2014
Die Abnutzung der Gerechtigkeit

Dass sehr vielen Menschen (auch mir mitunter) der Unterschied zwischen Recht
und Gerechtigkeit nicht immer augenfällig ist, ist zwar blöd, aber oft
auch wirklich schwer eingängig.
Was mich aber richtig nervt, ist die inflationäre
Unterbringung der Frage nach der Gerechtigkeit bei Dingen, die weder
was mit Recht noch mit Gerechtigkeit zu tun haben, wie beispielsweise:
Ist es gerecht, dass heute bei Bäcker K. schon um 11 Uhr die Käse-Kümmelbrötchen ausverkauft waren?
Ist es gerecht, dass im ehemaligen Buchladen jetzt ein Spielkasino ist?
Ist es gerecht, dass meine Freundin den extra für sie mühevoll gebackenen Kuchen nicht essen mag?
Ist es gerecht, dass Lisa rosa Hausschuhe zum Geburtstag geschenkt kriegt?
Wenn man 'gerecht' mit 'gut' gleichsetzt, könnte man zumindest bei den ersten beiden Beispielen ganz klar "nein" sagen, bei den nächsten beiden wäre etwas Ursachenforschung zur Klärung der Fragen nötig.
Weiter mit dem letzten Beispiel:
Ist es gerecht, dass arme Menschen im Alter hungern und frieren?
Klar ist, dass niemand hungern oder frieren sollte, bei armen Menschen kommt es aber häufiger vor.
Statt "arme" müsste die Formulierung wie bei der vorhergehenden Frage lauten, die mit "manche (einige, viele)" gestellt wurde, damit sie sinnvoll beantwortet werden kann.
Schon lange vorher sollte natürlich die immer unerfreulichere Gesamtsituation verändert werden, die solche Sätze überhaupt möglich macht!
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Montag, 13. Januar 2014
Ursel schnattert mal wieder
Schnatterinchen hat zwar keine Ahnung von Waffen- und Kriegstechnik, aber dass Kasernen Kitas brauchen, war ihr schon lange klar. Deshalb hat sie sich ja auch schon so sehr auf ihren neuen Job gefreut! Bald gibt es dann für alleinerziehende Soldaten im Einsatz auch Kitas am Hindukush. Kindersitze in Panzern werden Pflicht, damit Papi jederzeit seinen Kindern den Arbeitsplatz zeigen kann. Prospekte für schussfeste Babytragetücher, Allwetterkinderwagen und 36-Std.-Fläschchenwärmer in verschiedenen Camouflagemustern von Kiddies Lagershop liegen an allen Casinos aus und können über den zuständigen Kommandeur ihrer Truppe bestellt werden.
Diese Maßnahmen tragen auch auf's vortrefflichste zu frühkindlichen Erfahrungen bei, die eine spätere Berufswahl zugunsten der Bundeswehr positiv beeinflussen dürften. Nachwuchs zu rekrutieren gehört schließlich auch zu Schnatterinchens Aufgabengebiet und da sollte man klugerweise immer bei den Jüngsten anfangen.
Viele Tipps zum Umgang mit Kindern bei der Armee gibt es bestimmt auch in Kreisen ehemaliger Kindersoldaten, aber die wird Urselchen sicherlich schon alle eingeladen haben.
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Montag, 30. Dezember 2013
Zurück zu Tagesordnung!
...und ich weiß, ich bin nicht die einzige, der es so geht:
Freitag, Wochenende, Montag, Weihnachten, Freitag, Wochenende, Montag, Jahreswechsel, Freitag, Wochenende, Montag...
Ist heute Montag? Ist heute Freitag? Oder verkaufsoffenes Wochenende?
Ich hab in den letzten zehn Tagen ein bisschen den Anschluss verloren.
Immerhin schien heute die Sonne auf diesen Montag/Freitag. Das trägt zwar nicht zur wochenbezogenen Tagesanordnung bei, aber stimmt das verwirrte Gemüt etwas milder.
Um die zeitliche Orientierung größerer Zeiträume als Tag und Nacht, im Zweifelsfall wiederherzustellen, bin ich dazu übergegangen, den Kalender mit dem laufenden Fernsehprogramm abzugleichen, eine Methode, die - abgesehen von zunehmenden Kriegsgeräuschkulissen auf den prekären Neuköllner Hinterhöfen - recht gut funktioniert.
Aber auch nur, solange es keine Sondersendungen gibt, weil sich ein ehemaliger Weltmeister mit übersteigertem Ego in Eigenregie das Hirn wegschießt oder Selbsmordattentäter, die sich selbst und andere in Wolgograd auf Teufel komm raus komplett wegschießen.
So geht das Jahr zu Ende.
Mit Wumms.
Ich wünsche euch allen einen schönen Start ins neue Jahr, vielleicht mit etwas weniger Wumms.
Ach und fast hätt' ich vergessen, die weihnachtliche Rätsellösung lautet: Sarg. Das ist doch wirklich anheimelnd, oder?
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Freitag, 6. Dezember 2013
Zwangsverpufft
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| Puffbeleuchtung selber basteln |
Was wird das denn nun wieder für eine seltsame Gesetzeseskapade: "Freier, die wissentlich zu Zwangsprostituierten gehen, sollen bestraft werden".
Nicht etwa, dass ich was dagegen hätte, aber: Wenn der Polizei nachweislich bekannt ist, dass da jemand bei einer Zwangsprostituierten war, was ja die Basis für eine Bestrafung wäre, wieso schließt sie dann nicht das jeweilige Etablissement, bevor es der später zu bestrafende Freier überhaupt betreten kann? Wie will man denn herausfinden, ob der Freier tatsächlich von einer Zwangssituation wissen musste?
Ist das nicht ein bisschen verkehrte Welt?
Ich kapier's nicht.
Ist die Situation etwa tatsächlich so, dass die Polizei genau weiß, wo überall Zwangsprostitution stattfindet, aber - aus welchen Gründen auch immer - unfähig ist, diese Örtlichkeiten zu schließen und die Betreiber festzusetzen? Stattdessen liegen sie draußen vor der Tür auf der Lauer und fangen alle ab, die wieder rauskommen! Warum warnen sie nicht die, die da reingehen wollen? Das würde den Mädels drinnen vielleicht was ersparen. Dem Staat erspart es dann allerdings auch diese geradezu genialistisch, neu erfundene Einnahmequelle...
Und darum geht's bei dieser Gesetzesidee doch wohl eigentlich, und nicht um die Einschränkung oder gar Abschaffung von Zwangsprostitution! Man muss halt nur sehen, wie man daran mitverdienen kann. Wie beim Alkohol und dem Tabak (bei gleichzeitiger Todesandrohung)... Ich wundere mich auch, dass ich bislang keine/n Kommentator/in gesehen, gehört oder gelesen habe, der/die eben diesen Gedanken mal thematisiert hätte.
Vielleicht sollte man mal alle Prostituiertenbesuche mit 'ner richtig fetten Freier-Steuer belegen. Alle Prostitutionsbetriebe werden zur ordentlicher Buchhaltung verpflichtet, alle Besuche werden quittiert. Die auf der Lauer liegenden Polizisten werden für die Steuerfahndung umgeschult und dann geht's ab, heidiwitzka! Nun können sie mit Recht registrieren, wer die Institutionen verlässt und ihnen die Steuerbescheide gleich hinterherschicken. Und wer schlampert kriegt 'ne Zwangsvollstreckung.
Nun ja, man merkt wahrscheinlich, dass ich von diesem Gewerbe nicht den blassesten Schimmer habe.
Apropos: Bei meinem letzen Hamburgbesuch (bei vorhergehenden hatte es mich nie interessiert) war ich einigermaßen enttäuscht von der reichlichen Mickrigkeit der "Großen Freiheit". In Film und Fernsehen vermittelte sich mir der Eindruck kompletter Überdimensioniertheit, die Realität dagegen ist ja fast lächerlich.
PS: Mir ist ganz und gar unnikoläusisch, hab noch nicht mal Schokolade im Haus!
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Dienstag, 19. November 2013
Schöne Berufe VI
Anlässlich des heutigen Welttoilettentags: Die Tellerbewacherin
Bewerbungen mit Nachweis über den Abschluss einer mindestens dreijährigen Ausbildung oder eines Hochschulstudiums, polizeilichem Führungszeugnis, Passfoto und einschlägigen Erfahrungen senden Sie bitte an alle bekannten großen Reinigungsfirmen (siehe Telefonbuch)
Die Zeit, 2005
Berliner Jusitzticker 2012
Frankfurter Rundschau 2013 (letzter Absatz)
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Jette
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Samstag, 2. November 2013
Galoppierende Inflation
Schade, eine neue Badewanne (in der alten platzt das Email immer mehr ab) wäre mal was, aber die Badewannenpreise steigen mit jeder Minute seit Frape Teebarts zu zahlender Rechnung über angebliche 13tausend € für seine neue Wanne. Der entrüstete Volksmund redet inzwischen sogat schon von 33 Millionen allein für dieses keramische Hygienemöbel. Von den vier Wänden drumherum und dem Partnerklo mal ganz zu schweigen.
Und die vorgeschlagene Alternative? 33 Millionen für ein Altersheim? Für EIN einziges?
Würde der Volksunmut da nicht auch wieder aufschäumen? Diesmal für mindestens 35 Milliarden, um die fehlenden Kitas in katholischen Landkreisen zu finanzieren? Schwubsdiwubs fällt dann vermutlich auf, dass die ganz ursprünglichen ca. 3000 (für die Wanne) für kaum irgendwas sinnvolles reichen würden, für kein Altenheim und für die Kitas schon gar nicht.
Was würde ich mit 3000 machen?
Mal wieder schön verreisen?
Fensterputzer über mein vollverglastes Dach jagen? (Hmmmmm, wär das schön!)
Für den nächsten Nullergeburtstag sparen?
Oder doch nur 'ne neue Badewanne kaufen?
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Jette
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Mittwoch, 26. Juni 2013
Wohnen in Nordneukölln
Interessierte Bewerber melden sich bitte umgehend bei Jette und Dolores, - nur ernstgemeinte Zuschriften!
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Jette
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Mittwoch, 10. Oktober 2012
Allegorisches Gedicht
mit stark moralischem Einschlag, z.B. für den Grundschulunterricht.
Großalarm im Eichenbaum
reißt mich aus einem süßen Traum
Da klingt's nach großem Vogelkrieg
wo grade noch der Morgen schwieg
und leise durch den Nebel schwebte,
was ich in meinem Traum erlebte.
Mal sind's die Elstern, mal die Krähen
die laut den Eichelhäher schmähen.
Ist er doch einer von den Ihren,
doch das scheint sie nicht zu rühren.
"Hau ab, wir wolln dich hier nicht, nein!
Du sollst nicht unser Bruder sein!"
Sie brauchen ihn als Sündenbock:
"Mit deinen blauen Federrock
Wo hast du den nur mitgeh'n lassen?
Dafür werden wir dich hassen!
Kein Rabenvogel trägt Tütü,
und schon gar nicht morgens früh!"
Der Eichelhäher ganz verstockt
derweil auf seinem Zweige hockt,
wo über ihm die Eichelkette
baumelt, die er gern zum Frühstück hätte.
Und wie immer fragt er sich,
was da wohl als nächstes nicht
der Krähen Sympathie entspricht?
(Raum für viele ungereimte Beispiele...)
Merke:
Wer hasst und mobbt hat meist von Neid
und Eifersucht getrieb'nes, gar zerfress'nes Leid
in einem faden Leben.
Er hätt's gern bunter, aber eben
das genau scheint ihm verwehrt,
weshalb er sich vom Hass ernährt!
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Jette
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Dienstag, 3. Juli 2012
Medimüll
In der Apotheke heißt es ohne einen Blick in meine Tüte lapidar: "Das nehmen wir nicht, dass können sie in den Hausmüll werfen."
Auf meinem Gesicht zeichnet sich spontan völliges Unverständnis ab, das die Apothekerin aber falsch interpretiert und hinzufügt: "Sie können es ja vorsichtshalber in Zeitungspapier wickeln und ganz unten in die Tonne legen."
Nun habe ich wohl noch verwirrter geguckt, "aber..."
Aber - denke ich - das wird alles verbrannt? Ist das umwelttechnisch vertretbar? Und irgendwie bildete ich mir ein, dass noch brauchbare Medikamente (Mindesthaltbarkeit ist nicht gleichbedeutend mit Verfall) von Fachpersonal (arbeitslose Apotheker in "1-Euro-Jobs"?) aussortiert und von weiterem ärztlichen Fachpersonal an mittellose Bedürftige weitergerreicht werden.
Naja, so naiv kann auch nur ich sein...
Natürlich ist das ganze mal wieder ein Thema für die Internetrecherche - und hier sind die Ergebnisse:
- Ach, hätten wir doch mal die "Apotheken Umschau" gelesen ...!
- Oder gar die BZ...
- Für Vielentsorger gibt's die "Medi-Tonne" der BSR
- Was nicht in die Medi-Tonne darf, aber auch nicht in Privathaushalte mitgegeben wird: Zytostatika
- Medikamente für Mittellose, z.B. die "Medi-Tafel" in Solingen
- Vielleicht freut sich ja auch das Caritas Arztmobil an einem seiner Standorte?
- Dazu die Variante der Stadtmission für Schwerkranke auf der Straße?
- Oder das Gesundheitszentrum der Jenny de la Torre Stiftung?
*)Das Wohnungumräumen wird - auch bei allen grammatikalischen Neuerungen - bei mir "das Wohnungumräumen" bleiben und nicht zum (die) Wohnung umräumen zerstückelt. Genauso wie das Möbelrücken, Fensterputzen, Staubsaugen und das Wäschewaschen. Ob das den Dudenmachern nun gefällt oder nicht. Ich liebe lange Wörter!
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Dienstag, 6. März 2012
Instrumentenreform
Beim Blick in meine Instrumentenkiste wird schnell klar: hier ist eine Reform nötig! Melodica und Waschbrettschlips hatten lange keine echte Beschäftigung, bis auf Kurzzeitmaßnahmen zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit...
Warum allerdings der Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt "Instrumentenreform" genannt wird, mag das Geheimnis der Entwerfer bleiben. Wer sich durch die kompletten 256 Seiten beißen mag, um zu verstehen, was Langzeitarbeitslose in Zukunft dürfen und was nicht, um ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern, kann sich z.B. bei den Grünen den Entwurf als PDF runterladen.
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Samstag, 18. Februar 2012
Das Kinderlos
Endlich ist es soweit: Nicht nur Menschen mit Kindern kommen leicht in finanzielle Not, diejenigen ohne Kinder kriegen auch endlich was auf die Finger! Auf die Finger, mit denen sie gefälligst nicht nur an sich selbst rumspielen sollen, sondern am andern Geschlecht - und nicht nur das, sondern gefälligst erfolgreich.
Warum versucht man eigentlich immer nur der einen oder anderen Menschengruppe das Leben schwerer zu machen, als es gerade den Kindern schöner und leichter zu machen?
Der kinderlose Mensch wird pauschal der Karrieresucht bezichtigt. Ich würde zugerne wissen, wie hoch der Prozentsatz der "Karriere ist toll und Kinder sind doof"-Menschen tatsächlich ist. Es gibt viele andere Gründe, warum Menschen keine Kinder haben (können). Wenn man die alle zusammenzählt, gerät die Karrieresucht mit Sicherheit in den Bereich der völligen Belanglosigkeit.
Muss man demnächst dem Finanzamt ärztliche Nachweise erbringen, dass es sich nicht um Kinderhass, sondern um Unfruchtbar- und Zeugungsunfähigkeit, Menopause, die Weitergabe schwerer Erbkrankheiten oder ..., oder ..., oder ... handelt?
Es gibt auch noch viele andere Fragen, z.B.
1) Sollen nur Frauen belangt werden?
2) Will man erreichen, dass Männer endlich zu ihren Vaterschaften stehen und die Familienkasse entlasten?
3) Sollen sich mehr 60jährige zur risikoreichen Erstschwangerschaft entscheiden, damit die Rente wirklich sicher ist?
4) Gelten auch Adoptiv- und Pflegekinder? Und wenn ja, für wen?
5) Wie verhält es sich mit Leihmutterschaft (legal, illegal, scheißegal!)?
6) Gibt es gerade eine Flaute im Unternehmensbereich für künstliche Befruchtung?
7) Werden Verhütungsmittel so teuer, dass man lieber drauf verzichtet?
8) Sollen Menschen mit Geschlechtskrankheiten, AIDS etc. fröhlich ungeschützt vögeln? Der Papst wird sich sicher freuen...
9) Was ist mit Kindern, die aus welchen Gründen auch immer nie zur Rente beitragen werden?
10) Zählen auch kurz nach der Geburt getötete Kinder?
11) Wie werden Fehlgeburten bewertet?
12) Gibt es eine Freistellung bei Nachweis einer noch festzulegenden Anzahl von Zeugungsversuchen?
Fragen über Fragen...
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