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Dienstag, 26. April 2016

Caesium-137


...hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren.
1986 lernten wir ziemlich schnell die Halbwertzeiten verschiedener flüchtiger radioaktiver Isotope:
Jeder kannte  Cäsium-137 (30 Jahre), Strontium-90 (28 jahre) und Iod-131 (8 Tage).
"Flüchtig" heißt: sie verbreiten sich schnell überall.
Und der Verfall der drei genannten ist gerade noch überschaubar.
Andere radioaktive Aus- und Abfälle werden, um Menschen in der Verfallszeit nicht einer gesundheitsschädigenden Bestrahlung auszusetzen, "zwischengelagert". "Endlager" gibt es nicht und wird es auch nie geben.
Bei Plutonium sind es schon 24tausend Jahre und wer weiß, ob dann der Planet Erde überhaupt noch existiert, wenn die erste Halbwertzeit erreicht ist.

Damit Flüchtige, Flüchtlinge oder auch neuerdings "Flüchtende" genannte Menschen sich nicht unkontrolliert leicht und überall verbreiten, werden sie an den EU-Außengrenzen zwischengelagert. In der Hoffnung auf eine möglichst baldige Halbwert- oder gar Verfallszeit?

Flüchtende Menschen sind aber kein nukleares Abfallprodukt. Das scheint vielen noch nicht ganz klar zu sein. Und doch würden wahrscheinlich ihrer einige eher ein Fässchen Atommüll im Vorgarten endlagern, als sich um eine Flüchtlingsfamilie kümmern zu wollen oder sie wenigstens in ihrer Nähe zu dulden.

Ich hab gut reden, denn ich besitze keinen Vorgarten, nur ein kleines Balkönchen, und da geht kein Fass rauf. Also hab ich keine Wahlmöglichkeit. Um so mehr freue ich mich, dass um die Ecke viele Flüchtlinge im ehemaligen C&A-Gebäude eine Unterkunft gefunden haben!

Dienstag, 3. Februar 2015

Guck mal!


Wir haben schon wieder Vollmond.



Gerade eben.


Samstag, 25. Oktober 2014

Morgen ausschlafen?


Oder Stricken!
Die GTCM (German Time Code Management) GmbH zahlt morgen früh jedem Bürger Deutschlands von dem wieder einmal "völlig unerwartet" erwirtschafteten Überschuss eine ganze Stunde aus. Unabhängige Sachverständige raten allerdings dringend dazu, die Stunde nicht gleich zu verbrauchen.
"Wie man aus den Erfahrungen der vergangenen Jahren weiß, ist davon auszugehen, dass die Zeitbedarfe der Wirtschaft und der sogenannten Märkte über die Wintermonate so stark anwachsen, dass die privaten kleinen Zeitverbraucher vermutlich spätesten Ende März wieder zur Kasse gebeten werden", vermutet Dr. Marc Clockwise und rät allerdings nicht dazu, die Stunden zur Zeitsparkasse zu bringen, weil auch dort die hochaktuelle Negativzinspolitik betrieben wird, die den Kunden am Ende draufzahlen lässt.

"Da ist es besser, die Stunden im Sparstrumpf unter der Matraze zu verstecken."
Na dann - Strickzeug raus und fleißig mit den Nadeln klappern.

PS: Zeitsparstrümpfe sind leicht zu stricken, denn Zeit hat keine Fersen, Hühneraugen oder Hammerzehen! 


Sonntag, 19. Oktober 2014

Dunkel

Nächste Woche um die Zeit ist es dunkler als vorher.
Als bei Sommerzeit.
Und drinnen dunkler als draußen*.
Aber vor allem: als vorm Sonnenuntergang!
Da isses heller.
Und früher.
Früher als später.
Als vorher.
Nee, nachher.
Auf jeden Fall ist der halbe Herbst schon bald wieder vorbei.
Abgesehen von der Sommerzeit.
Die ist länger.
Sieben Monate Sommer,
fünf Monate Winter.
Beziehungsweise: normal.


*) bei allen, die gestern ihre Glühbirnen verbastelt haben, ohne für Ersatz zu sorgen.


Mittwoch, 11. Juni 2014

777 - Das Interview

 
(jmz) Immer mehr Krimer sind verzweifelt: "Wenn wir dass gewusst hätten, hätten wir nicht dafür gestimmt!" Ehemalige Ukrainer sind schwer enttäuscht über Zar Putins Gesetz, dass jegliches Privateigentum der Ur-Krimer jetzt mit der 777 gekennzeichnet werden soll. "Ausgerechnet die Nummer, der im März verschwunden Boeing! Das bedeutet großes Unglück!", jammert Mira Pleskona (43) mit Tränen im Gesicht. "Die Krim wird untergehen, wir verschwinden im Bauch eines großen Ungeheuers", fügt ihr Mann (42) hinzu, Vater von sechs Kindern.
"Deshalb wollen wir ja auch kein siebtes Kind."
"Was glauben Sie wohl, warum auf der Krim nur sechs große Städte zu finden sind?"
Die Menschen auf der Halbinsel Krim glauben auch heute noch an die Gebote des Xerxo Phlox aus dem 3. Jh. v.Chr., demzufolge die Zahl 7 für Bewohner dieses wunderschönen Landes im Schwarzen Meer großes Unglück verheißt und deshalb strikt zu meiden ist.
Das Gebot beruft sich auf eine noch viel ältere Legende, in der es heißt, dass zu Urzeiten sieben giftige Riesenseeschlangen im Meer hausten und jedes Jahr zur Sommersonnenwende die Insel umzingelten, um sich die sieben schönsten Jungfrauen  zu holen. Ansonsten würde sie die Insel so fest umklammern, dass alles auf ihr verdorren und sterben würde. Erst, nachdem es einem mutigen Helden, ein Vorvorvorfahr von Xerxo Phlox mit seinem Gefolge gelang, einen dieser Seedrachen zu bezwingen, konnte der Bann gebrochen werden.
Dieser Hintergrund lässt natürlich verstehen, warum sich viele Krimer gegen die 777-Vorschrift wehren und plötzlich gar nicht mehr so begeistert von der Russifizierung sind.


Donnerstag, 3. April 2014

Wo ist mein Scheuchgerät?


Die erste Wespe sah ich heut,
und ich war gar nicht sehr erfreut!
Brummt auf dem Balkon herum,
will in mein Zimmer, brumm, brumm, brumm.

Wo ist mein Wespenscheuchgerät?
schon ham die Katzen sie erspät...
"He, Wespe, was willst du denn hier?
Komm im August, kriegst auch 'n Bier."


Mittwoch, 1. Januar 2014

Dem Wahnsinn nahe

könnte man sein, wenn es letzte Nacht wirklich so zugegangen wäre, wie das Foto locker flockig illusioniert:


Entstanden ist das Bild etwa 15 Minuten nach Mitternacht auf der Karl-Marx-Straße mit einer ganzen halben Minute Belichtungszeit. Und da kommt in der Nähe und Ferne schon einiges zusammen, was man sonst alles schön sauber voneinander getrennt und nacheinander zu sehen bekommt.
Dieses Mal weigere ich mich, aus dem feurigen Foto ein Orakel für das frisch angelandete Jahr zu stellen, denn ich sehe gerade nur was wirr-wild-buntes, wie vermutlich jede andere auch, doch wer weiß ...

Es hat aber schon mal gut angefangen, beim erstaunlicherweise absolut gefahrlosem Nachhauseradeln (kurz nach dem Foto) verfolgten mich statt nerviger Böller viele gute Wünsche fürs neue Jahr, die ich hiermit vertrauensvoll an alle Bedürftigen weiterreiche!

Montag, 30. Dezember 2013

Zurück zu Tagesordnung!


...und ich weiß, ich bin nicht die einzige, der es so geht:

Freitag, Wochenende, Montag, Weihnachten, Freitag, Wochenende, Montag, Jahreswechsel, Freitag, Wochenende, Montag...
Ist heute Montag? Ist heute Freitag? Oder verkaufsoffenes Wochenende?
Ich hab in den letzten zehn Tagen ein bisschen den Anschluss verloren.
Immerhin schien heute die Sonne auf diesen Montag/Freitag. Das trägt zwar nicht zur wochenbezogenen Tagesanordnung bei, aber stimmt das verwirrte Gemüt etwas milder.
Um die zeitliche Orientierung größerer Zeiträume als Tag und Nacht, im Zweifelsfall wiederherzustellen, bin ich dazu übergegangen, den Kalender mit dem laufenden Fernsehprogramm abzugleichen, eine Methode, die - abgesehen von zunehmenden Kriegsgeräuschkulissen auf den prekären Neuköllner Hinterhöfen - recht gut funktioniert.
 Aber auch nur, solange es keine Sondersendungen gibt, weil sich ein ehemaliger Weltmeister mit übersteigertem Ego in Eigenregie das Hirn wegschießt oder Selbsmordattentäter, die sich selbst und andere in Wolgograd auf Teufel komm raus komplett wegschießen.

So geht das Jahr zu Ende.
Mit Wumms.

Ich wünsche euch allen einen schönen Start ins neue Jahr, vielleicht mit etwas weniger Wumms.


Ach und fast hätt' ich vergessen, die weihnachtliche Rätsellösung lautet: Sarg. Das ist doch wirklich anheimelnd, oder?

Mittwoch, 3. Juli 2013

Rolfi


Zur Erinnerung an die Einführung der neuen Postleitzahlen habe ich zwei alte Texte ausgegraben, verfasst im Juli 1993, und etwas zusammengekürzt:

Neue Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen (fünf). Ich kann's schon lange nicht mehr hören. Wie kann man sich nur so einen Schwachsinn ausdenken!!! Und mit diesem Schwachsinn haben sie uns so sehr bombardiert und genervt und abgelenkt von wichtigen Dingen, daß ich am Morgen des 1. Juli beim Hören der ersten Nachrichten im Radio völlig vor den Kopf geschlagen war, als sich die erste Meldung nun plötzlich gar nicht ,wie erwartet um Postleitzahlen, sondern um Gesetze zur Änderung der Asylverfahren ging. Beschlossen und besiegelt und ab eben jenem Tag gültig.

In der S-Bahn sitzen mir zwei junge Herren gegenüber, welche identisch gleiche buntbedruckte T-Shirts trugen. Ob sie nun aber zerstrittene Freunde, oder sich völlig fremde Personen waren, die sich nur zufällig nebeneinander gesetzt und dann mit Erschrecken festgestellt haben..., ich beschrieb es ja schon. Jedenfalls starren die beiden in die jeweils andere Richtung, der eine aus dem Fenster, der andere auf den Mittelgang. Manchmal jedoch drehen sie, wie auf Verabredung, langsam und vorsichtig die Köpfe zueinander, um sie dann schnell wieder zurückschnappen zulassen. Nach einiger Zeit unterlassen sie auch solche Blickwechselversuche, nicken, leicht schläfrig, ein wenig in ihrer Haltung ein, und ich stelle mir vor, daß sie bis nach Oranienburg fahren und dann mit völlig steifen Hälsen aussteigen.
Ich steige schon lange vorher aus und um, denn ich muss noch ein Geburtstagsmitbringsel besorgen.

Bei Tchibo gibt es ja wieder mal tolle Geschenkideen vom praktischen Gemüsehacker bis zum Melamintablett mit attraktivem Früchtedekor. Nur leider sind die kleinen Würfelradios schon wieder vergriffen, und die freundliche Verkäuferin möchte keine nachbestellen, da sie erst einmal die diversen Reisekoffer-Sets loswerden muß. "Die nehmen ja soviel Platz weg."
Vorschlag: vielleicht sollte sie einfach die vielen unnützen Kaffeepakete rausschmeißen, dann wären ein paar Regale frei. Und dann könnte sie alles vollstellen mit Würfelradios und ich würde gleich mindestens drei für Peter zum Geburtstag kaufen, und andere Leute vielleicht auch und zack, dann wäre schon wieder Platz für Kaffee. Aber auf mich hört ja keiner.
Und wer trägt den Schaden davon?
Peter, denn er be­kommt nun kein angemessenes Geburtstagsgeschenk in Form von Würfelradio-Drillingen.

Im Schalterraum der Post stehen heute fast nur Leute, die sich an den Geschlechtsteilen kratzen.
Ich schaue verärgert, aber höflich weg und verlasse die Anstalt. Postleitzahlen-Rolfi-Frisbees und Rolfi-Drachen kann man sowieso nicht kaufen, die sind alle nur für die Dekoration da.
Und für die neuen Postleitzahlen.
Sonst wäre das ja vielleicht auch noch eine hübsche Geschenkidee gewesen. Aber, da fällt mir ein, es gibt doch da noch so'n andern Rolfi, der wirbt für Kondome.
Da müßte doch vielleicht noch was zu holen sein!
Frische Kondome sind doch immer was feines, da kann man die alten, überlagerten endlich mal rausschmeißen.

Überlagert ist auch mein altes Poesiealbum voll mit braven Empfehlungen und Hinweisen, zum Beispiel schrieb eine Schulkameradin jenes:
Viel Hören, viel Schweigen, diese Kunst mach Dir zu eigen!
Zur freundlichen Erinnerung an Deine Schulkameradin

Nur doof.
Keine Quelle des Frohsinns und der Heiterkeit. Nicht mal lustige Schreibfehler kann ich entdecken. Im ganzen Poesiealbum nicht! Weil, wir haben ja noch richtig Deutsch gelernt. Wenn ich da in die "Freundschaftsbücher" heutiger Drittklässler schaue, sieht's schon ein wenig anders aus:

Name:                ROMINA 
Geburtstag:         Juni 6.
Haarfarbe:          Blont
Augenfarbe:        Blau
Besondere
Kennzeichen:      Somersch prosen
Lieblingsfächer:   Deutch Mate und Schport
keinen Spaß
macht:               Riligun und Basteln
Lieblingslehrer:   Fraru Raufuß
Hobbys:             schwimen
Berufswunsch:    ist Babie Haus
Lieblingsmusik
oder Gruppe:      Kinder-Hit-Perad.
                           meil kil-Scheksen
Lieblingsfilm:      Lila-laune-Ber
Lieblingsbuch:     Mikimaus und Eintife Brun.

Das ist doch was.
Da purzeln fröhliche Glücksradbälle auf uns herab. Für alle Blonden und Blauäugigen. Und die beiden jungen Männer in der S-Bahn. Und für alle, die schon mal Kontakt mit Außerirdischen hatten. Auch wenn man munkelt, daß diese Personen gar nicht so glücklich darüber seien, aber dann brauchen sie die Bälle um so mehr. Vielleicht könnten sie die wassermelonenköpfigen E.T.s zu einem Freundschaftsspiel überreden. Natürlich ohne Worte.

Und anschließend könnten sie dann zu Tchibo gehen, eine Tasse Kaffee im Stehen schlürfen und dabei einem nachgelieferten Würfelradio lauschen.

Außerirdische mögen sowas. Hab' ich in einer Statistik gelesen. Und weil's mir keiner glauben würde, hab' ich sie aufgehoben:
Erdlinge
in Biergärten sitzen
Ehrenmäler ansehen
Socken stricken
Außerirdische
Würfelradio hören
Werbegeschenke tauschen
 Postleitzahlen mischen

PS: Übrigens, der Werbespot mit den Kindern und den transzendentalen Zahlen hat mir gut gefallen.

PPS: Heute würde ich mich für einen anderen Spot entscheiden... 
Hier die Clips von sechs bekannten Autoren zum selbst entscheiden...

Freitag, 21. Juni 2013

10 Jahre

"Ich tu so gerne Rauchen,
recht lange noch, Gott geb's!
In Qualm die Lungen tauchen,
das freut den kleinen Krebs."
(Ingo Insterburg)
 Nun bin ich der Liebe zum Rauchen aber vor 10 Jahren untreu geworden. Naja, nicht ganz. Aber fast. 1 - 3 pro Woche zählen ja nicht wirklich.
Oder?

Dienstag, 11. Juni 2013

Och nööö!

Mein derzeitiger Lieblingssatz zum unverhofften Tod eines Aquariumpfleglings:
"Och nööö. Ist der blöde Katzenhai in die Anemone reingeschwommen - und jetzt verdaut sie ihn."
Tja. Ob die große dicke Anemone den kleinen Katzenhai aber vollständig im Bauch versteckt, da kann man sich nicht sicher sein, denn "vielleicht reicht ihr schon der Kopf und den Rest lässt sie dann einfach runterfallen. Das muss man abwarten."
Oder auch nicht.

Ich jedenfalls warte nicht ab, denn die nächste Nachricht aus der wunderbaren Welt der Tiere klopft schon an die Tür und schliddert elegant auf meinen Tisch:

Juppidu, Trari-trara,
der Hulafrosch ist wieder da!

Und so wird im Chula-Tal in Nord-Israel seit Tagen oder gar Wochen ein Froschtanz aufgeführt, der sich gewaschen hat!
Da hieß es doch seit einigen Jahrzehnten, der Latonia nigriventer/ schwarzer Scheibenzüngler (was für ein Name!) sei ausgestorben und nun quakt er wieder. Wo hat er sich wohl so lange Zeit versteckt? Im Libanon? Im Flausenraum? Im Urlaub am Atlantik? Mit einer Zeitmaschine bei Verwandten in der Urzeit?


Nachtrag:  Wurde nicht neulich auch noch irgendwo ein frischfleischiges Mammut aus dem Eis gekratzt?

Freitag, 16. Dezember 2011

Hix, Hics, Higgs, Hicks

Wenn es auf Weihnachten zu geht, freuen sich die Menschen über gute Nachrichten. Mahnbescheide vom Finanzamt, brennende Adventskränze und Wasserrohrbrüche gehören nicht dazu. Um so besser ist es dann, wenn fast pünktlich zum Fest der göttliche Hicks gefunden wurde. Oder erfunden?

Naja, die Wissenschaftler vom Cern-Institut behaupten, dass sie dem sogenannten Gottesteilchen jetzt so derartig dicht auf der Spur seien, dass sie fast schon sehen können und nur noch zuzugreifen brauchen.
Na los Jungs, dann macht mal! Und wickelt es in Windeln, legt es in eine Krippe und vergesst nicht den Stern auszuschalten, wenn ihr nach Hause geht.

Offizielle Darstellung:
Simulation des
hypothetischen Zerfalls
eines Higgs-Teilchens (Wiki)
Inoffizielle Darstellung: Gott hickst die Hypothese
eines simulierten Zufalls. Entdeckt am Ende des
schneckenförmigen Gangs unter dem Richardplatz
(Neukölln), s.a.: Rixdorfer Fliegende Blätter, Juni 2009


Donnerstag, 15. Dezember 2011

Unterricht im Morgenlicht


Und bald kommt auch ein Sonnenstrahl 
in den gefliesten Biosaal

Samstag, 8. Oktober 2011

Horror vacui

... oder auch: Die Abscheu vor der Leere lässt Menschen...

... zu Messies werden
... pausenlos plappern
... Platzangst kriegen
... zu Trinkern werden
oder zu Guinnesbuchrekordlern.

Und sie lässt (fast) ein ganzes Rateteam nicht drauf kommen, was der Grund für die Stille einer Orgel sein könnte. Mehr dazu in Halberstadt...

Und schon linst eine alte Frage wieder unter dem Teppich vor, die entstand, nach dem mir mein Vater erklärte, dass das sterngefüllte, nur scheinbar leere Universum unendlich sei und sich ständig vergrößere und ausdehne. 


Die Frage nach der Messbarkeit des Unendlichen lassen wir an dieser Stelle mal weg. Mich bewegte, wie so viele, mehr die Frage nach dem wohin? Wohin dehnt sich das Weltall aus? Was ist da außenherum? Nichts kann ja nicht sein, denn in nichts kann man sich nicht ausdehen. Und so wie meine Hirnwinundungen hilflose Signale durch den gekrümmten Raum meines Kinderschädels schickten, geht es echten ausgewachsenen Physikern wohl heute noch und fragen sich gegenseitig um Hilfe.

Horror vacui!

Mittwoch, 28. September 2011

Welttollwuttag

Wenn ein Zäpfchen mit Noppen vor der Tür steht: Nicht reinlassen!
Es könnte sich um ein Tollwutvirus handen!
Bei der Darstellung des Virus ist - abgesehen von der ungefähren stilisierten Form - der Phantasie der Illustratoren in der Abteilung Medizin und Biologie kaum eine Grenze gesetzt. Die leuchtensten Farben, mehr oder weniger Transparenz und  mehr oder weniger Eingeweide, - Hauptsache sie sehen interessant aus.

Im Prinzip ist das genau so, wie bei der Darstellung von Dinosauriern, die hat zwar keiner gesehen, aber trotzdem scheint jeder zu wissen, wie die nicht mehr rekonstruierbaren Weichteile - also auch die Außenhaut -  ausgesehen haben müssen.

Gab's zu Dinozeiten schon Tollwut? Schwer zu sagen. Hin und wieder wird behauptet, dass Tollwut ausschließlich bei Säugetieren zu finden ist. Ganz selten soll es aber auch Vögel erwischt haben. Tja. Dann vielleicht auch Flugsaurier und Riesenechsen?
Viren gab's damals wohl schon zu genüge, und so liegt im Naturkundemuseum in Berlin angeblich ein Dino-Knochen, der ein Problem mit Paramyxoviren (z.B. zuständig für Staupe und Mumps) durchzustehen hatte.

PS: Die Füchse hinterm Haus haben Gottseidank keine Tollwut, kein Mumps und keine Staupe, aber vielleicht einen Fuchsbandwurm? Auf jeden Fall kriegen sie wohl bald Not mit ihren Wohnungen. Es wird zwar keine Umgehungsstraße durch ihre Galaxie gebaut, aber umfangreiche gartenpflegerische Aufräumarbeiten in den Wildwuchsgebieten zwischen Kirchgasse und Kirchgasse...

Samstag, 26. März 2011

Diebsgesindel

Es ist wieder so weit:
der staatlich verordnete Stundenklau findet heute Nacht statt.
Ich habe versucht, eine Diebstahlsversicherung abzuschließen, bei der Stunden mitinbegriffen sind.

Hat nicht geklappt.
Zeit sei unersetzbar, meinten die Versicherungsvertreter, deshalb sei es unsinnig, sie zu versichern.
Seitdem schließe ich Ende März das Uhrenzimmer doppelt ab und schiebe einen zusätzlichen Riegel vor.
Hilft aber auch nichts.
Zeitdiebe sind transzendent.

Freitag, 4. Februar 2011

Alles Blech!

Gestern feierten die Chinesen & Co, den Start ins metallische Hasenjahr.
Was bedeutet das?

Die Chinesen gehen davon aus, dass sie sich in/ab diesem Jahr unter Vorspielung freundlicher kuschliger Absichten (Hilfe für den EURO) eine goldene Nase verdienen (Europa ist der wichtigste Absatzmarkt für chinesischen Tinnef).
Die Europäer (also nicht "du und ich", sondern die, die sich in die Verantwortungsübernahme wählen ließen und sie sich teuer bezahlen lassen, sie am Ende "das konnte doch keiner ahnen!" aber dann weit von sich weisen....)  dagegen versuchen unablässig, dem ständig hakenschlagenden Hasen Pfeffer auf den Schwanz zu streuen, anstatt sich mit sinnvolleren Strategien zu beschäftigen.
Na ja. Das war wohl wieder mal eine recht unfreundliche und echt pessimistische Sichtweise.

Wodurch zeichnen sich Hasen aus?
Hasen schlafen auf offenem Feld oder im Gebüsch (nur die europäischen Wildkaninchen graben sich Höhlen).
Hasen sind Vegetarier aber keine Nagetiere.
Hasen lieben Hakenschlagen.
Hasen vermehren sich wie die Kaninchen.
Hasen werden mit Schrot geschossen.
Falsche Hasen werden aus billigerem(!) Rind- und Schweinefleisch gemacht.

Mehr zur Unterscheidung von Hasen und Kaninchen
Mehr zur Chinesischen Astrologie
Das chinesische Sternzeichen Hase hat nichts mit dem Sternbild Hase zu tun.

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Vorher - nachher

Erstens.

U-Bahn-Dialog:
Zwei Junge Menschen hinter mir:
"Man könnte doch jetzt noch kurz vor Silvester sterben. - Oder?"
"Besser zwei Tage nach Silvester."

Zweitens.

Nachweihnachtliche Baumbeleuchtung


Samstag, 30. Oktober 2010

This is the End

Da ist es: Das Ende der 30. mitteleuropäischen Sommerzeit (hintereinander) in Deutschland.
Eine sinnlose Spätfolge der Ölkrise 1973.

Effektlos und undankbar.
Jetzt gibt's wieder (- inzwischen nur noch) fünf Monate normale mitteleuropäische Zeit.
Nicht "Winterzeit".
Es gibt keine Winterzeit, außer wenn es kalt ist, schneit, draußen hübsch weiß und drinnen mollig warm ist.
Wohl dem, der einen Kamin hat und ein Bärenfell, ein Glas Rotwein und einen spannenden Krimi...
Ich werd mich auch in diesem Winter wieder mit einer nicht richtig funktionierenden Heizung, einer Fleecedecke, heißem Tee und diversen Sachbüchern herumschlagen...

Dienstag, 19. Oktober 2010

Die Dienstagsfrage

Wieviele Glaubensrichtungen verträgt ein Dorf?
Jette ist mit Zählen noch nicht fertig, aber es sind ziemlich viele.

Der ursprüngliche Koch und Rezeptschreiber für diesen Eintopf war Friedrich II:

Alle Religionen seindt gleich und guht, wan nuhr die Leute, so sie profesieren [(öffentlich) bekennen], erliche Leute seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land pöbplieren [bevölkern], so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen“ (aus einem Brief, 1740). Am 22. Juni 1740 schreibt er Jeder soll nach seiner Façon selig werden.
Und so sammeln sich in Rixdorf neben der Herrnhuter Brüdergemeine
nicht nur

Katholiken, Lutherisch Evangelische, Evangelisch Reformierte, Baptisten, Muslime verschiedenster Coleur, Juden (obwohl letzere von Friedrich II nicht unbedingt gemeint waren!) und diverse Christlich-Orthododoxe Gruppierungen, die mit den Einwanderungen aus den ehemaligen Ostblockstaaten zu uns kamen und kommen... usw ...und (inzwischen auch schon ein Klassiker) die Zeugen Jehovas, die ja gerade erst vor zwei Jahren hier um die Ecke einen neuen Königreichsaal errichtet haben. Und die Hindus, die in der Hasenheide ihren Tempel bauen wollen.

... nicht nur, - sondern auch andere Seelenrettungsangebote, die sich auf verschiedene Geistheiler Anfang des letzten Jahrhunderts begründen, wie z.B. der "Freundeskeis" von Bruno Gröning oder die "Johannische Kirche" von Joseph Weißenberg.

Und dazu kommen dann noch sämtliche Esotherik-Gemeinden und Splittergrüppchen von ....................   (bitte selber eintragen)   bis   ....................................

Leute, Leute!
Wer nichts weiß, wird alles glauben.

Aber - wie erstaunlich es auch immer sei - in Rixdorf ist das normal, seit hunderten von Jahren und die meisten können auch ganz gut miteinander.

Jette erinnert sich allerdings an den Besuch einer Frau, die mitten im Arbeitsgespräch plötzlich auf den Balkon lief, um sich per Handy von ihrem Guru anleiten zu lassen, laut stöhnend einen imaginären Baum zu umarmen, um störende Strahlungen, die sie schon seit dem Vormittag irritierten, von sich abzulenken...
Die Fernvergeistigung dauerte ungefähr 20 Minuten (und gefühlte 2 Stunden) und war wohl auch einigermaßen kostspielig, aber was tut man nicht alles, damit es einem wieder gut geht...
 
Das war schwer zu ertragen!

PS: sollte ich die Erwähnung irgendeiner Gemeinde oder Gruppierung von Wichtigkeit unterschlagen haben, bitte ich gnädigst um Verzeihung!

PPS: Ach so, ja, und wer dann all das wieder los werden will, nimmt den Föhn von Samstag und  - hui - kann danach getrost wieder von vorne anfangen...