Frisch abgefischt: Die beste Szene aus "Krieg der Knöpfe", Frankreich 1962, Kinderfilm
Wer nicht weiß, worum es geht: Die Kinder zweier Nachbardörfer ziehen regelmäßig in die Schlacht gegeneinander. Dabei geht es aber nicht darum, sich grün und blau zu schlagen, sondern möglichst viele Knöpfe der gegnerischen Kleidungsstücke zu erobern...
Samstag, 25. April 2015
Wenn ich das gewusst hätte...
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Freitag, 28. November 2014
Terror Toby
Da wird aus Geburtstagswürdigungsgründen ein Name im Radio erwähnt und - zack! - erinnere ich mich an ein Lieblingsbuch früherer Zeiten.
Diesmal "Kein Kuss für Mutter" von Tomi Ungerer. In der Geschichte sorgt Katzenkind Toby Tatze für reichlich anarchischen Terror in den heimischen vier Wänden und seine Mutter für nervige Küssereien.
Der Herr Ungerer gehörte auch mal zu Geschichten-erzähl-und- illustrier- / Kinderbuch-Favoriten, geriet mir aber irgendwie in Vergessenheit. Woran lags?
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Samstag, 22. November 2014
Ein Lied, zwo, drei
Wir lagen vor Madagaskar
und hatten die Pest an Bord.
In den Kesseln, da faulte das Wasser,
und täglich ging einer über Bord.
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!
Wir lagen schon vierzehn Tage,
kein Wind in die Segel uns pfiff.
Der Durst war die größte Plage,
dann liefen wir auf ein Riff.
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!
Der lange Hein war der erste,
er soff von dem faulen Naß.
Die Pest gab ihm das Letzte
und wir ihm ein Seemannsgrab.
Ahoi, Kameraden, ahoi, ahoi!
So schreibt's die Zeit:
"Auf Madagaskar tritt die Pest immer wieder auf. In den vergangenen Jahren infizierten sich (...)"
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Mittwoch, 22. Oktober 2014
Schöne Berufe VII
Manche Kinder haben sehr besondere Vorstellungen von ihrem zukünftigen Berufsleben.
Ich meine aber nicht die eigentlich schon ziemlich überholten Standards, wie Pilot, Feuerwehrmann, Pferdezüchterin oder Kinderärztin. Nein, ich meine die besonderen, die außergewöhnlich schrägen, in keiner Weise realisierbaren, wie zum Beispiel:
"Hypnotiseur vom kleinen dicken Ritter"
Großartig!
Das Kind, das einst auf die Frage "Was willst du denn mal werden?" diese schöne Antwort formulierte, ist inzwischen selbst erwachsen und ich wäre schon recht neugierig, zu erfahren, was tatsächlich aus ihm geworden ist. Da ich aber diesem weit außerhalb meines Bekanntenkreises befindlichen Knaben beim Fernsehquiz "die Montagsmaler" lauschte, ist die Chance verhältnismäßig gering. Es sei denn, jemand entsinnt sich. Nach einigem Nachdenken oder genauso plötzlich, wie mir dieser hervorragende Berufswunsch gerade eben durch die weit geöffnete Tür meiner Erinnerungsabteilung stolperte.
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Samstag, 1. März 2014
Atmungsaktiv
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Mittwoch, 3. Juli 2013
Rolfi
Zur Erinnerung an die Einführung der neuen Postleitzahlen habe ich zwei alte Texte ausgegraben, verfasst im Juli 1993, und etwas zusammengekürzt:
Neue Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen, Postleitzahlen (fünf). Ich kann's schon lange nicht mehr hören. Wie kann man sich nur so einen Schwachsinn ausdenken!!! Und mit diesem Schwachsinn haben sie uns so sehr bombardiert und genervt und abgelenkt von wichtigen Dingen, daß ich am Morgen des 1. Juli beim Hören der ersten Nachrichten im Radio völlig vor den Kopf geschlagen war, als sich die erste Meldung nun plötzlich gar nicht ,wie erwartet um Postleitzahlen, sondern um Gesetze zur Änderung der Asylverfahren ging. Beschlossen und besiegelt und ab eben jenem Tag gültig.
In der S-Bahn sitzen mir zwei junge Herren gegenüber, welche identisch gleiche buntbedruckte T-Shirts trugen. Ob sie nun aber zerstrittene Freunde, oder sich völlig fremde Personen waren, die sich nur zufällig nebeneinander gesetzt und dann mit Erschrecken festgestellt haben..., ich beschrieb es ja schon. Jedenfalls starren die beiden in die jeweils andere Richtung, der eine aus dem Fenster, der andere auf den Mittelgang. Manchmal jedoch drehen sie, wie auf Verabredung, langsam und vorsichtig die Köpfe zueinander, um sie dann schnell wieder zurückschnappen zulassen. Nach einiger Zeit unterlassen sie auch solche Blickwechselversuche, nicken, leicht schläfrig, ein wenig in ihrer Haltung ein, und ich stelle mir vor, daß sie bis nach Oranienburg fahren und dann mit völlig steifen Hälsen aussteigen.
Ich steige schon lange vorher aus und um, denn ich muss noch ein Geburtstagsmitbringsel besorgen.
Bei Tchibo gibt es ja wieder mal tolle Geschenkideen vom praktischen Gemüsehacker bis zum Melamintablett mit attraktivem Früchtedekor. Nur leider sind die kleinen Würfelradios schon wieder vergriffen, und die freundliche Verkäuferin möchte keine nachbestellen, da sie erst einmal die diversen Reisekoffer-Sets loswerden muß. "Die nehmen ja soviel Platz weg."
Vorschlag: vielleicht sollte sie einfach die vielen unnützen Kaffeepakete rausschmeißen, dann wären ein paar Regale frei. Und dann könnte sie alles vollstellen mit Würfelradios und ich würde gleich mindestens drei für Peter zum Geburtstag kaufen, und andere Leute vielleicht auch und zack, dann wäre schon wieder Platz für Kaffee. Aber auf mich hört ja keiner.
Und wer trägt den Schaden davon?
Peter, denn er bekommt nun kein angemessenes Geburtstagsgeschenk in Form von Würfelradio-Drillingen.
Ich schaue verärgert, aber höflich weg und verlasse die Anstalt. Postleitzahlen-Rolfi-Frisbees und Rolfi-Drachen kann man sowieso nicht kaufen, die sind alle nur für die Dekoration da.
Und für die neuen Postleitzahlen.
Sonst wäre das ja vielleicht auch noch eine hübsche Geschenkidee gewesen. Aber, da fällt mir ein, es gibt doch da noch so'n andern Rolfi, der wirbt für Kondome.
Da müßte doch vielleicht noch was zu holen sein!
Frische Kondome sind doch immer was feines, da kann man die alten, überlagerten endlich mal rausschmeißen.
Überlagert ist auch mein altes Poesiealbum voll mit braven Empfehlungen und Hinweisen, zum Beispiel schrieb eine Schulkameradin jenes:
Viel Hören, viel Schweigen, diese Kunst mach Dir zu eigen!
Zur freundlichen Erinnerung an Deine Schulkameradin
Nur doof.
Keine Quelle des Frohsinns und der Heiterkeit. Nicht mal lustige Schreibfehler kann ich entdecken. Im ganzen Poesiealbum nicht! Weil, wir haben ja noch richtig Deutsch gelernt. Wenn ich da in die "Freundschaftsbücher" heutiger Drittklässler schaue, sieht's schon ein wenig anders aus:
Name: ROMINA
Geburtstag: Juni 6.
Haarfarbe: Blont
Augenfarbe: Blau
Besondere
Kennzeichen: Somersch prosen
Lieblingsfächer: Deutch Mate und Schport
keinen Spaß
macht: Riligun und Basteln
Lieblingslehrer: Fraru Raufuß
Hobbys: schwimen
Berufswunsch: ist Babie Haus
Lieblingsmusik
oder Gruppe: Kinder-Hit-Perad.
meil kil-Scheksen
Lieblingsfilm: Lila-laune-Ber
Lieblingsbuch: Mikimaus und Eintife Brun.
Das ist doch was.
Da purzeln fröhliche Glücksradbälle auf uns herab. Für alle Blonden und Blauäugigen. Und die beiden jungen Männer in der S-Bahn. Und für alle, die schon mal Kontakt mit Außerirdischen hatten. Auch wenn man munkelt, daß diese Personen gar nicht so glücklich darüber seien, aber dann brauchen sie die Bälle um so mehr. Vielleicht könnten sie die wassermelonenköpfigen E.T.s zu einem Freundschaftsspiel überreden. Natürlich ohne Worte.
Und anschließend könnten sie dann zu Tchibo gehen, eine Tasse Kaffee im Stehen schlürfen und dabei einem nachgelieferten Würfelradio lauschen.
Außerirdische mögen sowas. Hab' ich in einer Statistik gelesen. Und weil's mir keiner glauben würde, hab' ich sie aufgehoben:
| Erdlinge in Biergärten sitzen Ehrenmäler ansehen Socken stricken |
Außerirdische Würfelradio hören Werbegeschenke tauschen Postleitzahlen mischen |
PS: Übrigens, der Werbespot mit den Kindern und den transzendentalen Zahlen hat mir gut gefallen.
Hier die Clips von sechs bekannten Autoren zum selbst entscheiden...
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Jette
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Samstag, 22. Juni 2013
01001110101000111110101
Jeder, der sich sicher ist, dass unser Alltag ohne Computertechnik, egal ob privat oder beruflich, nicht mehr zu bewältigen wäre, müsste für dieses Phänomen Conrad Zuse (* 22.6.1910 - † 18. 12.1995) endweder täglich auf Knien danken oder gnadenlos hassen.
Was hat er uns nur eingebrockt!
Vernichtung unendlich vieler Arbeitsplätze und ganzer Berufsgruppen.
Wenn man nur allein die Gruppe aus Grafik, Illustration, Layout, Plakatmalerei, Druck, Setzerei, Korrekturlesen, Schriftschneiden, Schriftgießen...
Was in der Vor-PC-Zeit viele Arbeitkräfte erledigten, macht heute ein einziger Mensch, häufig auch ohne spezielle Ausbildung, mit dem Werkzeug Computer. Bis vor gut 20 Jahren in Händen einiger Durchgeknallter, die gerne auf "Bernsteinbildschirme" starrten, dann plötzlich in Farbe und bunt und damit für eine schnell wachsende Gruppe interessant.
Anfangs rar und unbefriedigend stellte sich die Erreichbarkeit von kostengünstiger oder gar -freier Software dar, die möglichst auch noch gut zu handhaben sein sollte. Gute, aber eben auch teure Programme für Grafiker waren überwiegend der relativ kleinen Glaubensgemeinschaft, die sich aus Besitzern der ebenso kostspieligen Macintosh-Rechner zusammensetzte, vorbehalten.
Erst nach und nach gab es gut funktionierende Softwareversionen für PC-Nutzer. Und bis es günstigerer oder kostenlose, aber funktionierende Programme gab, mussten schon ein paar Jährchen ins Land gehen.
"Wieso?" höre ich die einen oder anderen protestieren, "die haben immer gut funktioniert!"
Ja, denke ich dann, für Männer mit Programmiererhirn vielleicht... Aber für all die vielen anderen Nutzer, die ja nun schon lange nicht mehr ausschließlich dem Inner Circle angehören? Wobei ich mich natürlich auch frage, was man daran so toll gefunden haben kann, wenn z.B. bei frühen Gimpversionen, für jedes Werkzeug und dessen Einstellung Massen von neuen Fensterchen aufpoppten. In Nullkommanix musste die Taskleiste wegen Überfüllung geschlossen werden...
Schnell entwickelte sich dann aber alles so, dass auch ich mit meinem ursprünglichen Beruf bestenfalls noch was Mickriges dazuverdienen kann, zumal außerdem heute niemand mehr einen schlichten Grafiker einstellen mag, - wenn dann müssen es schon "Designer" mit abgeschlossenem Hochschulstudium sein, am besten als Meisterschüler - oder gibt's das nicht mehr?
"Einstellen" hab ich gerade geschrieben? Entschuldigung - einen Praktikumsplatz zur Verfügung stellen, meinte ich.
| Meine erste Begegnung mit MS paint war noch recht blass |
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Jette
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Donnerstag, 22. November 2012
Feetbag, vorgewärmt
Nicht mehr ganz zeitnah aber trotzdem nicht vergessen: Beatacts für die letzten KommentatorInnen:
@ Cornelia: Ich warte wohl noch lange auf den Tag, wo ein Busfahrer den roten Teppich ausrollt, wenn ich angehetzt komme. Aber dann... gibt's Champus für alle!
@ Tina: Bei der mündlichen Version hatte ich die kurze Szene mit dem bösen f-Wort tatsächlich vergessen...
@ Stephan: Und nicht nur die!
@ Helge: Bitte!
PS: Und zum Abschluss noch ein beetfact: Runkelrüben halten sich am besten bei 4° Lagertemperatur.
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Bröckchen: Flashback, Herbst, Öffentlicher Nahverkehr, Recht und billig
Samstag, 31. März 2012
Treffpunkt
In Westberlin gab es auch eine Treffpunktuhr (siehe Abb.). Wo war die nur? Und wo ist sie immer noch? Die Umgebung hat sich allerdings in den letzten 20 Jahren mindestens ebenso verhässlicht, dass sich hier wohl auch kaum mehr jemand treffen mag.
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Bröckchen: Berliner, Flashback, Freizeittipp, Fundstück, Geschichte, Jammerläppchen, Westberlin
Sonntag, 11. September 2011
Turmtag
Mehr zu Daniel Liebeskinds Problemen mit all dem...
Wer statt dessen die alten Twin Towers wiederhaben will, muss selber basteln.
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Bröckchen: Ehrung, Flashback, Geschichte, hm.
Dienstag, 26. April 2011
lustich.
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Bröckchen: Film + Fernsehen, Flashback, Geschichte, hoppsala
Mittwoch, 9. Februar 2011
Wiederholung
Zum Tag der Internetsicherheit kann ich nur noch mal auf das Jette-Exklusivangebot vom letzten April hinweisen: Das gesamte Deutsche Internet als Download - sicher, fair, aktuelles Update mit jeder Menge Bonusmaterial!
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Samstag, 25. Juli 2009
Ende einer Aera
Bei (ehem.) Hertie wird nun schon lange mehr oder weniger fleißig entkernt und neufassadiert.
Wie das alles mal aussehen soll, damit halten sich die architektonischen Urheber ziemlich bedeckt. Wurde etwa mithilfe dieser (klick) lächerlichen Bilder das Projekt entschieden, dass nun eine Bereicherung und Aufwertung für die Karl-Marx-Straße darstellen soll? Mit ganz vielen Bekleidungsläden drin und und einem Supermarkt. (Nicht zu vergessen: Das nächste Zentrum dieser Art steht nur zwei Straßenecken weiter... Und: auf diese Weise soll dann wahrscheinlich auch C&A gegenüber der Garaus gemacht werden.)
Wer braucht eigentlich noch mehr Läden für noch mehr billige kurzlebige asiatische Massenproduktionen?
Gegen die konnte Hertie auch mit seiner langen Tradition nichts ausrichten. Die jüdischen Kaufleute Hermann Joseph und Sally Rehfisch hatten das Haus 1900 eröffnet, als „Mode-Waaren-Haus, en gros - en detail, H. Joseph & Co“.
Der Namensgeber persönlich begrüßte die Kundschaft am Eingang. 1936 „arisierten“ die Nationalsozialisten das Haus, Hermann Joseph wanderte aus. Nach der Rückgabe des Geschäfts an die Eigentümer kaufte Hertie das Joseph-Haus und eröffnete 1952 das heutige Kaufhaus. 1994 wurde Hertie dann von Karstadt übernommen. (Tagesspiegel 2005)
Hermann Tietz, von dem die Abkürzung "Hertie" abgeleitet wurde, war im übrigen ebenfalls ein deutsch-jüdischer Kaufmann.Das hübsche Foto hat mir mal vor vielen Jahren ein Nachbar vom Flohmarkt mitgebracht und ich hab's gerade beim Aufräumen wiedergefunden.
Wie man sieht, war die Kindermode nicht sehr viel anders als heute bisweilen und Kinderfotostudios á la PIXI gabs in den Warenhäusern vor 100 Jahren auch schon...
Und wer die Adresse auf dem Foto gelesen hat und jetzt fragt, wo es denn in Neukölln eine Berliner und eine Jägerstraße gäbe, schaut z.B. in diesem heimatkundlichen Werk nach.
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Sonntag, 24. Mai 2009
Zeit und Luft
Da braucht Jette eine Stoppuhr, kann einfach keine finden, also baut sie sich eine selbst.
Nun findet sie sie zwar sehr gelungen, aber irgendwie langweilig.
Also überlegt Jette nach einem interessanteren Design und was fällt ihr ein? Die gute alte Berliner Mengenlehreuhr!
Eine Berliner Erfindung und Neuköllner Produktion, auch für die Bürowand oder den Nachttisch.
Die gab's einst in jedem Souvenirgeschäft, gleich neben den Dosen voller Berliner Luft. Die große Originaluhr wurde 1975 am Ku-Damm aufgestellt und ist in den neunzigern zum Europacenter umgezogen. Jette hat sie gesucht und schließlich in einer sehr versteckten Ecke in der Budapester Straße entdeckt.
Nachdem die Uhr zwischenzeitlich nur als diffuse
Straßenlampe herumstand, funktioniert sie jetzt wieder und wie man sieht, war es beim Fotografieren gerade 19:15h.Seit zwei Jahren wird die "Berlin-Uhr" wieder in allen Größen bis 10 Meter Höhe produziert, aber die kommen nun aus einem kleinen Dorf bei Worms.
Berliner Luft kommt, wie man sich denken kann, auch in den seltensten Fällen aus Berlin (siehe unten).
Und was ist nun eine Berliner (Mengenlehre-) Uhr?
Hier eine flash-Fassung von wem anders.
Und hier kann man sich ein kleines Windows-Programm herunterladen.
Und wie liest man die Uhr?
Kurze Erklärung:
Die 24-Stunden-Zeit wird durch Addition der leuchtenden Lämpchen ermittelt. Die oberste Lampe ist ein Blinker, der alle zwei Sekunden einmal an und aus geht. In der ersten Zeile von roten Lampen steht jede Lampe für 5 Stunden. In der Zeile darunter steht jede rote Lampe für 1 Stunde. Wenn in der obersten Zeile z.B. 2 und in der darunterliegenden Zeile 3 Lichter angeschaltet sind, so ist es 5+5+3 = 13 Uhr bzw. 1 Uhr nachmittags. In der dritten Zeile repräsentieren die schmaleren Lichter jeweils fünf Minuten. In dieser Zeile sind 11 Lichter, wobei das 3., 6. und 9. rot statt gelb sind, um die 1. Viertel-, die Halbe- und die 3. Viertelstunde zu markieren. In der letzten Zeile mit vier gelben Lichtern steht jedes Lämpchen für 1 Minute.
Die Original-Berliner Luft wurde zwar ursprünglich, aber schon lange nicht mehr in Berlin abgefüllt, sondern in Lübeck. Und inzwischen auch in Pforzheim und wahrscheinlich auch in China. Doch natürlich gab es auch in Berlin plumpe Nachahmer, die dann auch schon mal wegen zu viel Feinstaub in der Dosenluft Ärger mit der EU bekamen.
Wo haben die denn die Dosen verlötet? In der Silbersteinstraße zur Hauptverkehrszeit?
Haben die bei der EU nichts wichtigeres zu tun?
Hm. In zwei Wochen ist mal wieder "Europa-Wahl".
Die ersten Originaldosen waren übrigens nur ein lustiger Spaß und wurden mit Konfetti zugeklebt - darüber gab es mal irgendwo einen Film.
Und hier ist dann noch mal die Stoppuhr im neuen Design...
Ist die schöner?
Nö. - Aber so anders.
Und natürlich zählt sie keine 24 Stunden, sondern nur 30 Minuten und viele einzelne Sekunden.
Bräuchten wir nicht eigentlich auch noch Zehntel-Sekunden?
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Dienstag, 3. März 2009
Kutte kennt sich aus...
...auch außerhalb Neuköllns.
Welches denkmalgeschützte Objekt
wurde auf diesem Bild versteckt?
(Anklicken zum Vergrößern)

"Kutte kennt sich aus" - unter diesem Titel fanden einst im RIAS regelmäßige berlinkundliche Ausflüge mit Kurt Pomplun statt...
Gibts schon wieder was zu gewinnen?
Nicht, solange der letzte Gewinn noch nicht abgeholt ist....
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Freitag, 13. Februar 2009
Preddy-Nachschlag
zu "Nach angemessener Trauerzeit....":
Gerade fiel mir eine alte "schweinisch-gut"-Postkarte in die Hand:

Links Andre Fischer und Rotkäppchen-Susanne Stallmann, rechts Dornröschen-Gerhard Winterle (die zwei letzteren Betreiber der Agentur Rampensau), - die Namen der Dame mit Lederhelm und des Schneewittchen-Herrn in der Mitte sind mir gerade nicht so geläufig, ebenso die Namen der freundlichen Schweinchen im Vordergrund...
Wie man leicht vermuten kann, war ich ein echter Fan und ziemlich oft in der Show... und auch bei der Auflösung des Fundus, aus dem ich (ich kam etwas zu spät) nur noch ein Krankenschwestern-Häubchen abbekommen habe...
Noch ein Nachschlag: Das Lied (bzw. ein Ausschnitt daraus) von Yma Sumac heißt "Chuncho"
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Samstag, 20. Dezember 2008
Teekesselchen
Mein Teekesselchen pfeift.
Und mein Teekesselchen guckt dumm aus der Wäsche!
Wieviele Jahre habe ich mich und andere gefragt, warum das Teekesselchen-Spiel so heißt, wie es heißt? (Hat die Frau denn keine anderen Hobbys?????) Und nun hat mich eine Verkettung von Zufällen und Umständen der Antwort vermutlich um einiges näher gebracht: Schlag nach bei Grimm! Zu Grimms Zeiten gab es das Spiel zwar vielleicht noch nicht (sonst hätten sie es vermutlich mit aufgeführt), dafür hatte das Wort aber damals noch eindeutig zwei Bedeutungen!
Teekesselchen online spielen!
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Mittwoch, 10. September 2008
Elefant am Strand
Eigentlich wollte ich gerade den kleinen kretischen moosbewachsenen Felsen, den mir mal eine Freundin aus dem Urlaub mitgebracht hatte, auf meinem Balkon fotografieren und dafür richtig in Szene setzen, denn in diesem Jahr habe ich auch noch kretischen Strandsand dazubekommen. Eine Aufgabe für verhinderte Landschaftsgestalter...
Und dann dachte ich, ich bräuchte noch eine geeignete Requisite, um den kleinen Felsen mit Moos wie einen großen Felsen mit Büschen erscheinen zu lassen. Und schwuppdiwupp hatte ich plötzlich eine Schachtel voller kleiner Elefanten in der Hand und dachte an Hannibal - aber Kreta liegt nun mal nicht in den Alpen, und die Elefanten sind afrikanische - wie man an der Ohrengröße deutlich erkennen kann - und deshalb nicht geeignet, mit Menschen in Kooperation zu arbeiten und mit ihnen gemeinsam irgendwas erfolgreich zu überqueren...
Langer Sätze kurzer Sinn, sie waren auch nicht geeignet, den kretischen Minifelsen zu bewältigen, denn sie torkeltenn ein wenig und manchmal ein wenig mehr. Vermutlich weil sie Mampe-Elefanten sind und ursprünglich an den Hälsen von Bitterlikörflaschen baumeln sollten. Carl Mampe war nämlich einst ein traditionsreicher Berliner Likörfabrikant mit einer speziellen Liebe zu großen Tieren. Genauso wie Carl Ruhnke einst ein ebenso traditionsreicher Berliner Brillenhersteller war, aber über dessen Liebe weiß man weniger.
Beiden zusammen hat der - ach, so traditionsreiche - Berliner Volksmund diesen Spruch verpasst, den wir als Kinder gerne durch die Gegend brüllten:
Sind's die Augen geh zu Mampe,Nun gut, zurück nach Kreta. Wenn der Elefant nicht über den Felsen will, muss der Felsen über den Elefanten. Mit dem Propheten und dem Berg ist das ja auch nicht anders...
gieß dir einen auf die Lampe,
brauchst nicht mehr zu Ruhnke gehn,
kannste alles doppelt sehn!
Hier also ein Stilleben mit kretischem Felsen, kretischem Moos, kretischem Sand und einem ruhenden berlinisch-afrikanischen, weißen(!) Elefanten: (Leider ist es mir nicht gelungen, den Elefanten genauso scharf wie den Felsen in die Digitalknipse zu kriegen...)Woher ich weiß, dass das mit Hannibal, den afrikanischen Elefanten und der Alpenüberquerung nicht klappen konnte?
Dringende Buchempfehlung: "Die letzten ihrer Art" von Douglas Adams
(ja, der mit dem Handtuch und der 42 ...)
Über Carl Mampe, den Likörfabrikanten ist kaum was sinnvolles im Internet zu finden, deshalb auch kein Link.
Das jüdische Portal Hagalil zum Thema "Mampe halb und halb"
Und natürlich gab es auch mal im Berliner Zoo einen Elefanten namens Mampe
Die Firma Ruhnke wurde 2001 von einer dänischen Brillenkette aufgekauft....
Strandspaziergang zum Sommerende:
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Mittwoch, 2. Juli 2008
Mutprobe
Neulich brachte mich der Zufall vorbei an einem Ort meiner Kindheit. Nun stand ich auf der anderen Seite und blickte über das Wasser des Teltowkanals hinweg verklärt auf meine Erinnerungen. An der Stelle meines Blickwinkels stand zu Kinderzeiten die Mauer. DIE Mauer. Jetzt stehe ich an eben dieser Stelle auf dem frisch asphaltierten Berliner Mauerweg und hinter meinem Rücken eine doppelt so hohe Wand. Nur dass es diesmal keine Besatzungszonen- oder Staatsgrenze ist, sondern der Schallschutz für die neue Autobahn. Und vor mir sehe ich einen Teil meiner Kindheit vorbeiflitzen.
Auf Kinderrädern mutig, fast selbstmörderisch den Sandweg an der Wasserkante balancierend.
Die ganze Strecke von der Johannisthaler Chaussee bis runter zum Kraftwerk Rudow.
Kreischend vor Vergnügen darüber, dass noch nie jemand mitsamt dem Rad ins Wasser gefallen ist. Jedenfalls niemand, den wir kannten.
Heute ist der Weg zum großen Teil mit Steinen unterfüttert und stabilisiert.
Und das Kraftwerk hat inzwischen seinen Dienst eingestellt und wird abgebaut.
Für Kraftwerke gibt's kein Gnadenbrot.
Und deshalb ist das Wasser jetzt frei von Schaum.
Und niemand kann mehr seinen Kindern zeigen, wie man bei der Betriebsbahn die Weiche heimlich umstellt.
Berliner Mauerweg bei Berlin.de
Mauerweg-Touren mit Michael Cramer
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Freitag, 30. Mai 2008
Notizblock? Stift?
Heute Vormittag hatte ich einen Termin, zu dem ich was zum Schreiben hätte mitnehmen müssen, was ich aber vergaß. Ach, dachte ich, es kann ja nicht so schwierig sein, irgendwo auf der Strecke werde ich schon einen Laden finden, in den ich schnell mal reinspringe und in dem mir ein freundlicher Händler für die notwendigen Dinge des Alltags einen Notizblock und einen Kuli verkauft, - obwohl mir durchaus gleichzeitig durch den Kopf ging, dass ich in Neukölln kein einziges Schreibwarengeschäft mehr nennen könnte, die haben allesamt – ca. vier Stück - in den letzten zweieinhalb Jahren dicht gemacht.
Aber Neukölln ist ja nicht überall und woanders schreibt bestimmt noch mit der Hand.
Pustekuchen. Auf der Strecke von über fünf Kilometern Richtung Mitte – kein einziger Schreibwarenladen, nicht mal im näheren Umkreis von Schulen – aber auch kein Zeitungs- oder was-weiß-ich-Geschäft, in dem man wenigstens einen harmlosen kleinen Block kaufen könnte. Von mir aus auch mit einer Diddlmaus drauf. Mein Patenkind hätte bestimmt eine weitere Verwendung dafür.
Meine Rettung war schließlich einer, der im Laufe der "Ich hab-jetzt-auch-einen-Drucker!"-Jahre sehr selten gewordenen Copyshops, dessen Inhaber zwar zunächst die Vokabeln "Notizblock" und "Stift" fremd waren, bei dem ich aber im Regal ganz aufgeregt entdeckte, was ich so sehnsüchtig suchte.
Ganz offenbar verstand er meine Freude nicht und berechnete mir zur Beruhigung den doppelten Preis für 50 Blatt Papier und einen einheitsblauen Wegwerfkuli!
Der Rückweg führte mich ein paar Stunden später mal wieder in die "alte Heimat" und zwar in die Markthalle am Marheinekeplatz. Ein Juwel für Touristen, denen bestimmt schon im Bus erklärt wird, dass der nächste Programmpunkt eine typisch Berliner Institution mit über 120jähriger Tradition sei: Eine Markthalle. Die Marheinekehalle ist aber nicht irgendeine und schon gar keine typische Markthalle. Sie wurde nämlich gerade mal wieder restauriert und hat diesmal durch diese – meiner Ansicht nach – sehr unüberlegte Maßnahme völlig ihr altes Gesicht verloren. Als ich Ende der 80er Jahre dort hingezogen war, befanden sich an der Fassade, die jetzt aus einer Glaswand besteht (Richtung Süden – besonders intelligent, das heizt so richtig und lässt die Kühltresen anständig brummen, denn hier sollen schließlich frische Lebensmittel verkauft und kein Sonnenbad genommen werden!) – also an der Fassade befanden sich große Bilder, die sogenannte Berliner Originale darstellten, als da sind der "Eckensteher Nante", "Bolle", die "Blumenfrau Jette", ein Leierkastenmann, ein Amtmann (oder Schutzmann?) und mehr *. Leider wurden die – anstatt sie auch zu restaurieren („die ollen Dinger brauchn wa jetze och nich mehr!“) - als erstes vernichtet, als vor ca. 20 Jahren auch eine radikale Restaurierung stattfand. Aber wenigstens blieb damals der allgemeine Eindruck erhalten im Gegensatz zur heutigen Glas- und Stahl-Konstruktion.
Das Gasthaus Herz hat den letzten Umbau auch nicht überlebt und statt preisgünstiger Gästezimmer und klappriger , aber stilechter Eisen-Holz-Gartenstühle am Brunnen stehen dort jetzt Luxusmöbel für die Gäste aus anderen, möglichst wohlhabenden Bundesländern.
Ob die Spatzen wohl immer noch ungeniert die Maiskörner von den frisch servierten Tellern klauen? Nebenbei bemerkt, haben sie sich aber nur für die kleinen, feinen Keime interessiert, der Rest blieb unbeachtet unterm Tisch liegen....
Die Modernisierung auch nicht überlebt hat (ohne Kommentar) der einzige Schreibwarenladen weit und breit...
*) Da meine Erinnerung auch etwas getrübt ist: kann ich nur Vorschläge machen, wer wohl noch dabei war:
Onkel Pelle, Harfen-Jule, Pinsel-Heinrich, Strohhut-Emil, und der Mann mit der Pauke
Über die allesamt kann man bei Luise nachlesen.
Hier entsteht gerade ein Beitrag zur Marheinekehalle bei Wiki.
Hier ein Text aus "Daheim", 1886 zu den Berliner Markthallen im allgemeinen.
Und hier noch was aus der Planungsphase, wo es heißt:
Bessere klimatische Verhältnisse können unschwer durch Dämmmaßnahmen im Dachbereich sowie eine funktionierende Umluftanlage geschaffen werden.Das Ergebnis: Die Luft ist trotz aktuellem Rauchverbot so schlecht und stickig in der Halle wie nie zuvor....
Und zum Schluss:
Ein lecker Stückchen Pustekuchen
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Jette
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