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Mittwoch, 17. Dezember 2014

Ein Satz mit x


Gerechtigkeit hin, Gerechtigkeit her: Der Vorschlag mit dem X wird ja wohl nix....
Mitsamt allen angepassten Artikeln könnten wir uns sonst auf solch herrliche Sätze freuen:
X Bäckx ist ganz perplex.
X Potsdamx Postkutschx putzt x Postkutschkasten...
Gebt x Kaisx was x Kaisx ist!

Nach etwas Übung (mit Verpflichtung für alle Deutschen auch in den eigenen vier Wänden) fiele es uns dann ganz leicht, die eine oder andere Khoisansprache (Xhosa) besser auszusprechen. Sprachen lernen kann im Übrigen auch gegen möglicherweise aufkeimende Fremden-Phobie hilfreich sein...

Freitag, 28. November 2014

Terror Toby


Da wird aus Geburtstagswürdigungsgründen ein Name im Radio erwähnt und - zack! - erinnere ich mich an ein Lieblingsbuch früherer Zeiten.
Diesmal "Kein Kuss für Mutter" von Tomi Ungerer. In der Geschichte sorgt Katzenkind Toby Tatze für reichlich anarchischen Terror in den heimischen vier Wänden und seine Mutter für nervige Küssereien.



Der Herr Ungerer gehörte auch mal zu Geschichten-erzähl-und- illustrier- / Kinderbuch-Favoriten, geriet mir aber irgendwie in Vergessenheit. Woran lags?


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Schöne Berufe VII


Manche Kinder haben sehr besondere Vorstellungen von ihrem zukünftigen Berufsleben.
Ich meine aber nicht die eigentlich schon ziemlich überholten Standards, wie Pilot, Feuerwehrmann, Pferdezüchterin oder Kinderärztin. Nein, ich meine die besonderen, die außergewöhnlich schrägen, in keiner Weise realisierbaren, wie zum Beispiel:
"Hypnotiseur vom kleinen dicken Ritter"
Großartig!
Das Kind, das einst auf die Frage "Was willst du denn mal werden?" diese schöne Antwort formulierte, ist inzwischen selbst erwachsen und ich wäre schon recht neugierig, zu erfahren, was tatsächlich aus ihm geworden ist. Da ich aber diesem weit außerhalb meines Bekanntenkreises befindlichen Knaben beim Fernsehquiz "die Montagsmaler" lauschte, ist die Chance verhältnismäßig gering. Es sei denn, jemand entsinnt sich. Nach einigem Nachdenken oder genauso plötzlich, wie mir dieser hervorragende Berufswunsch gerade eben durch die weit geöffnete Tür meiner Erinnerungsabteilung stolperte.

Samstag, 27. September 2014

Selbstdarstellung


Freikirchliche evangelikale Fundamentalisten klagen gemeinsam mit salafistischen Islamisten die katholische Kirche an:

Selfie-Pest!

Die Selbstverherrlichung und "Selbsterhöhung" in Form von Selfies nimmt zur Zeit Ausmaße an, die sich sogar die Katholiken-Mafia mit einem Kreuzzug der besonderen Art versucht zu eigen zu machen! Sehen und lesen Sie hier das Kreuz des Anstoßes: Aufforderung, Selfies mit Aschekreuz auf der Stirn zu veröffentlichen!

Das ist natürlich nicht der einzige Punkt, an dem Extremisten und Fundamentalisten verschiedener Religionen gemeinsame Sache machen.
Der jm-Redaktion liegt ein sechs Kilogramm(!) schweres und entsprechend umfangreiches "Freiexemplar" eines türkischen Verfassers vor, voll mit gemopsten Fotos amerikanischer Wissenschaftsagenturen.
Des weiteren wird der Herausgeber immer wieder strafrechtlich verfolgt wegen verschiedener Vergehen, wie etwa Erpressung, unerlaubter Waffenbesitz und Sex mit Minderjährigen, was ihn nicht daran hindert, sich in seinen frommen Fernsehsendungen ausschließlich mit blondierten, aufgespritzten und -geblasenen Dumpfmiezen zu präsentieren.

Ach ja, und worum geht's in dem Buch?
Um die Beweisführung, dass die Evolution kompletter Quatsch ist und damit um einen relativ einzigartigen muselmanischen Kreationismus. Und den versuchen ja ansonsten nur erz-evangelikale Amis zu verbreiten.
Und der Muselman hat(te) soviel Geld, dass er von diesen Machwerken nicht nur tausende an europäische Kufr verschenkt, sondern auch noch eine Reihe weiterer Schwergewichte produziert hat.

PS:
Evangelikal bitte nie, nie mit evangelisch verwechseln, genausowenig wie Islam mit Islamismus!

PPS:

Fundamentalisten hergehört! 

Wenn ihr an diesen Gott/Allah glaubt, an den ihr zu glauben behauptet, warum traut ihr ihm nur so wenig zu, wie ihr in euern kleinen Hühnerstiezen denken könnt. Woher wisst ihr eigentlich, dass er seinen großen Plan nicht schon mehrfach geändert hat und dass die selbstständige Weiterentwicklung der Lebewesen aller Art nicht Teil seines Planes ist???
Und wo steht geschrieben, dass man sich wieder zurückentwickeln soll, wie es offenbar Teil eurer mickrigen Pläne ist? Wir lassen uns jedenfalls die Fähigkeit, den Kopf eigenständig zu benutzen, nicht wieder rausoperieren, kapiert!
Man, man, man.
Offenbar war es auch Gottes Plan, euch vorsichtshalber nicht zuviel Hirn zu geben, wer weiß, was ihr damit für einen Blödsinn anstellt!

Angemessen zornig, eure Jette

PPPS: Ja, ihr habt's alle gemerkt, ich musste in den letzten Tagen ein bisschen Dampf ablassen. Nun reicht's aber auch. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ab morgen wird's wieder unterhaltsamer.

Samstag, 24. Mai 2014

Kriegserinnerungen


Ich bin froh, dass ich keine eigenen Kriegserinnerungen habe und ich möchte auch in Zukunft nie welche haben müssen. Aber da zur Zeit so sehr viel an den Auftakt des Ersten Weltkriegs und alle möglichen anderen Kriege, einschließlich zukünftiger erinnert oder gar beschworen wird, fand ich es sehr passend, dass sich das Thema in meiner Erinnerung fest mit George Tabori verknüpft hat, der theoretisch heute seinen 100. Geburtstag feiern würde.
Praktisch hat er nur bis zu seinem 93. durchgehalten.

Tabori habe ich persönlich kennengelernt, als ich noch sehr jung war und mich so oft wie möglich zu den Proben einer der extrem seltenen Inszenierungen von "Pinkville" geschlichen hatte.
Noch immer schallt in meinem Erinnerungsohr der rhythmische Chor der Soldaten:

Bauch rein!
Schultern zurück!
Hand hoch zum Gruß!
Der Oberarm bildet zum Unterarm
einen Winkel von fünfundvierzig Grad.

"Pinkville" ist ein recht gruseliges Theaterstück, in dem Tabori die Greuel des Vietnamkrieges am Beispiel des Massakers von Mỹ Lai anklagte und hat (zusammen mit Peter Weiß' "Die Ermittlung") bestimmt mehr zu meiner politischen Bildung beigetragen, als es der Schulunterricht oder die mehr als mangelhaften Auseinandersetzungen mit meinen Eltern vermochten.
Hier ein Ausschnitt aus einem Spiegel-Artikel von 1971, der den Inhalt kurz und knapp beschreibt:

"Tabori will (...) zeigen, daß Drill den Mann zur willenlosen Kampfmaschine "ummontieren" kann.
Das geht ganz einfach, demonstriert Tabori in zwölf "Lektionen". Es geht mit Zynismus, Brutalität und der Ausbildungsordnung jener US-Marinesoldaten, die sich gern als "beste Kampf- Organisation der Welt" bezeichnen.
Nach diesem Reglement wird Taboris Held, ein Jerry O'Carey, gedemütigt, geprügelt, eingesperrt, verhöhnt; er desertiert, er versucht sich umzubringen, erliegt am Ende doch der Seelen- und Gehirnwäsche sadistischer Driller und gibt den Befehl: "Nichts darf übrigbleiben, was lebt!"

Für seine "Lektionen", die durch Songs in der Art von Brecht verbunden werden, hat Tabori Material aus Dienstvorschriften, Ausbildungs-Reports aus dem Calley-Prozeß und GI-Underground-Zeitschriften ausgewertet. Das Resultat: eine grausige Groteske über die Obszönitäten des Krieges."



PS: Inspiriert wurde Tabori zu seinem Theaterstück unter anderem dadurch, dass die veröffentlichten Kriegsreporter-Fotos erschreckend ästhetisch anzusehen waren. Mit der Kritik der "Ästhetisierung" musste er sich dann nicht nur selbst, sondern natürlich auch beispielsweise schon vorher Peter Weiß oder später F.F. Coppola (Apokalypse Now) wegen ihrer jeweils recht speziellen Darstellung von Krieg, Massaker und den dazugehörigen Kollateralschäden auseinandersetzten.

PPS: Wer "Die Ermittlung" nicht kennt, kann auf der oben verlinkten Seite weiter nach unten scrollen und findet dort einige Ausschnitte.

PPPS: Ich finde, Pinkville ist ein ideales Theaterstück für Schüleraufführungen. Wer Interesse am Text hat, wendet sich an den Kiepenheuer Bühnenvertrieb.
 

Sonntag, 4. Mai 2014

Wutzentrum aktivieren


"Macht dich das nicht richtig wütend?"
"Hmm, ja, eigentlich schon...!"
"Ja und? Also ich würde sofort Hass kriegen!"
"Weiß nich."
"Hau doch mal auf den Tisch, damit klar ist, wo die Glocke hängt!"
"Hm."
"...?"

Nee, nee, nee, so geht's aber nicht! Wenn man's endlich in der Gesprächsführung geschafft hat, jemanden durch geschickte Konfrontation mit unangenehmen Situationen dazu zu kriegen, Hass und Wut als persönliche Empfindung anzunehmen, dann muss man auch dabei bleiben und ordentlich nachlegen!

Ständiges Unterstellen und Abfragen des aktuellen Hass- oder Wutstatus einzelner Personen oder Gruppen ist seit der Etablierung des deutschen "Wutbürgers" am Stuttgarter Bahnhof Standard und sollte bei der Grundausbildung von Reportern, volksnahen Politikern und engagierten Sozial-Experten auf keinen Fall fehlen.
Wut ist eine wichtige Emotion, die den Menschen am Denken hindert (wie, wenn der Rückschluss erlaubt sei: Adorno schon feststellte) und damit zu Ruhe und Ordnung führt, auch wenn das mancheinem im ersten Moment unverständlich klingt. Hier ein einfaches, leicht nachvollziehbares Beispiel:  A haut dem nervigen B kraft- und wirkungsvoll eins in die Fresse und sofort und ohne Verzögerung tritt Ruhe ein. Dabei ist völlig egal, womit B genervt hat, ob mit Nörgeln, Lachen, Plappern, Kneifen, Stehlen oder Grillen. Für den Wutbürger ungefährlicher (Stauchungsgefahr der Finger- und Handgelenke) und effektiver ist natürlich der Gebrauch von Schusswaffen auch im privaten Bereich.

"Vom Auffinden des individuellen Wutzentrums" ist der neue Titel von Anita Peng, die damit einen wichtigen Betrag zum praktischen Eradikation anpassungsunwilliger Individuen, Randgruppen und die wirtschaftlichen Abläufe störender Völker nicht nur in Afrika leistet. 104 Seiten, Verlag Heckler und Koch, 2014

Dienstag, 25. Februar 2014

analog


Sieh mal an: abermals hat ein hübsches Fundstück seinen Weg zu mir gefunden, aber diesmal stammt es wieder aus der analogen Welt.
Es dokumentiert die Gründung eines Berliner Vereins im Jahre 1899. Leider ist es nicht mehr ganz handfest, die Seitenränder mürbe, die Bindung lose, man muss recht vorsichtig damit umgehen.

Schön und sauber in Sonntagsschrift geschrieben, vom längst vorher bestimmten Schriftführer, der mit Feder und Tintenfass bewaffnet seiner neuen Aufgabe entgegenfieberte.
Wie man an der Überschrift des §6 "Vereins-Organe" sieht, hat er ein Trennungszeichen als Bindestrich zwischen zwei Wörtern verwendet. Das Trennzeichen kennt man, wenn man ab und zu in einem alten Lexikon blättert. Es ähnelt einem Gleichzeichen, nur schräg - und erscheint in der Handschrift des Protokollanten fast senkrecht, wie verlorengegangene Gänsefüßchen.

Wer eine Buchstabiertafel für Kurrentschrift benötigt, um den Textausschnitt zu lesen, kann sich aus pädagogisch wertvollen Gründen vielleicht auch an Menschen wenden, die altersmäßig jenseits der fünfundsechzig angekommen sind, denn die dürften die Schrift noch in der Schule in der Variation "Sütterlin" gelernt haben.


Donnerstag, 1. August 2013

Wespen!

Immer wieder schön und vor allem ernst gemeint war ein kurzer Beitrag in der Titanic 2009. Leider lesen nur wenige Wespen die Titanic. Deshalb habe ich mich entschlossen, jenen Aufruf nicht nur zu "verlinken" (verrechten, geradeausen, rück- und seitwärtsen), sondern auch in unverzerrtem Zusammenhang lückenlos zu zitieren:

Wespen!

In dringender Sache, die uns, aber ebenso Euch betrifft, möchten wir Euch hiermit friedlich ermahnen, auf daß es nächsten Sommer besser werde:
Euer angesichts von Rührei mit Speck, Croissants, Obstsalat und
Kirschschorle hysterisches Hin- und Her- und Vor- und Zurück- und insbesondere Ins-Gesicht-Gefliege sieht nicht nur anstrengend aus, es ist auch sinnlos und gefährlich und gereicht außerdem weder Euch noch uns zum Vorteil. Setzt Euch, Wespen, doch mal in Ruhe hin und eßt und trinkt wie andere Leute auch. Schon wären alle zufrieden. Na?
Eure Utilitaristen von der
Titanic
Jette und Dolores, die gesamte Redaktion einschließlich Laufburschen, Praktikanten und Auszubildenden schließen sich diesem Aufruf mit allem Nachdruck an und forden:
Wespen, - hört auf zu zappeln, gebt Ruhe! Sonst gibt's Ritalin in Zuckerlösung.

Montag, 19. März 2012

Gute Nacht!

Zum Weltschlaftag:



Sorry, mit dem Link war ein Fehler passiert und es steckt auch weiterhin der Wurm drin, der richtige Film ist über diese Adresse erreichbar.

Dienstag, 13. September 2011

Wörter Wörter Wörter

"Dies ist keine Talkshow. Was wir Ihnen zu bieten haben, sind Worte, Worte, Worte:"

Hornhautreduziercreme
Bratbeutel
Maikäferschlüpfrhythmus
Euromelanomawoche
Becherspende
Inzestkind
HartzIV-Mutter
Bedeckungsgel
Schrundensalbe
König der Schlagerpolonaise
Zuwendungsroboter
Stadtumbaugebiet

Meinte Herr Reich-Ranicki "Worte" oder "Wörter, Wörter, Wörter"? Denn es gibt ja schließlich einen nicht ganz unabsichtlichen Unterschied in beiden Pluralbildungen und einen Grund, warum es "Wörterbuch" und nicht "Wortebuch" heißt, dagegen aber "weise Worte" und nicht "weise Wörter" gesprochen werden.
Herr Sick fasste es mal kurz zusammen: "Wörter bestehen aus Buchstaben, Worte bestehen aus Gedanken".
Wordle: Worte Worte Worte Ich ergänze: "...und meist mehreren Wörtern".

Und wer eine Illustration für solch einen Wortbeitrag sucht, landet vielleicht bei Wordle und generiert sich was passendes:

Donnerstag, 8. September 2011

ABC-Tag












Analphabetismus herrscht vor allem bei den Ameisen auf meinem Balkon vor. Eindeutige Hinweisschilder, wie "Hier keine Ameisenstraße","Durchgang für Kerbtiere aller Art verboten" etc. werden missachtet und die Ameisen weigern sich, die angeordneten Alphabetisierungskurse zu besuchen...

Dienstag, 8. März 2011

Mäuse

... soweit das Auge blickt.

Die Maus-Maus wird gerade 40 Jahre alt, die ersten Skizzen einer Computermaus angeblich sogar schon 50! Kaum zu glauben. Abgesehen von der langsam senilen Mickey Mouse, die ja nun schon 83 wird. Nur noch ein paar Jahre, und es wird keine Generation mehr geben, die ohne die eine oder/und andere Maus ihre Kindheit (und nicht nur die) verbracht hat.

Wer will, kann sich hier ne Origami-Maus falten.
Oder Art Spiegelmanns "Maus" lesen.

Warum man Geld auch "Mäuse" nennt, habe ich keine belegbare Begründung gefunden, aber die Vermutung liegt nahe, das man Mäuse (wie" Mücken") nur schwerlich festhalten kann...

(leider) ringlose Aseli-Mäuse
Auf meinem Schulweg gab es einen sogenannten "1-Pfennig-Laden", das heißt, man konnte Gummibärchen, Bonbons und kleine bunte Mäuse einzeln kaufen. So lernte man, mit dem knappen Taschengeld sehr scharf zu kalkulieren...
Und es gab größere weiße und graue Mäuse, die trugen einen Ring um den Hals und kosteten 10 Pfennig - ja, früher war alles besser....


Als Mäuschen (Quiiiik!) bezeichnet man auch den "Nervus ulnaris" - sonst "Musikantenknochen" genannt.

"Mit Speck fängt man Mäuse" - besser funktioniert's mit Nougatcreme, die kann nicht wegtragen werden und ist viel leckerer!
"Wo Mäuse sind, sind keine Ratten" - solange, bis die Ratten kommen, um die Mäuse zu fressen und dann heißt es: Wo Ratten sind, sind keine Mäuse.
"Weiße Mäuse" 1. Halluzinationen im Vollrausch
                              2. weiß gekleidete Polizisten auf Motorädern.
                                 Dieser Begriff wurde angeblich um 1935 in Berlin geprägt

PS: Alles gute zum Frauentag, all ihr süßen oder grauen Mäuslein und frechen Ratten!

Freitag, 4. März 2011

Unwissenheitsfehler II

10 neue und alte zusammengepickt:

Pflaumenfedern
Graushaar
Kummerbund
Rabatzaktion
Auftauchsalz
Jackpoint
Sweetshirt
Uralbecken
Yachtwurst
Leitpfaden


...und als Bonbon einen Buchstabendreher:
Atomsphäre

Montag, 8. November 2010

Lily Piper

Wer kennt Lily Piper?
Keiner.
Raumpflegerin in einer Kriminalkommödie von Jack Popplewell.
"Keine Leiche ohne Lily".
Grandios gespielt von Grete Weiser.

Kein Wunder, ist ja auch schon gut 40 Jahre her.
Aber ich habe eine alte Aufnahme eine Kurzfassung, kommentiert von Friedrich Luft.
Kennt auch keiner mehr.
Westberlins berühmtester Theaterkritiker.

Ist ja auch egal. Sollte auch nur eine ausgeschmückte Anmerkung zum Internationalen Putzfrauentag sein.

Ach, - kennt jemand den wunderbaren Roman "Die Putzfraueninsel" von Milena Moser?
Für Nichtleser: gibt's auch als Film.



So. Ich mach jetzt mal hier die Krümel weg.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Gurkenmännchentag

(mit sonorer Stimme)
...und um Mitternacht wird das grausige saure Gurkenmännchen sich aus dem Erdboden erheben und mit tiefem Grollen "Süßes oder Salziges!" rufen, so dass den Moormännchen die Hühnerhaut den Nacken emporkriecht und drei Wochen nicht wieder herunter kommt. Dann werden sich Heerscharen von Senfkörnern über Wege und Treppen trollen um den entblösten Hühnern das Tanzen beizubringen. Und ein Glanz wird über den düsteren Himmel ziehen, ein Glanz, der an glatt an Weihnachten erinnern würde, wenn, ja wenn da nicht ein gemeines Keckern aus den Hecken und Sträuchern zu hören wäre, dass den Moormännchen das Blut zu Quecksilber gerinnen lässt. Schon tropft es ihnen aus den Ohren und verdampft zu giftigen Wolken, die langsam über das Straßenpflaster wallen und unbemerkt den Weg unter Schwellen und Simsen in die Wohnungen der Ungläubigen finden. Und das Gurkenmännchen aber wird seine grauenhaft  riesigen grünfauligen Zähne in einen unschuldigen Kürbis schlagen und ihn bis zum letzten Tropfen aussaugen, bis seine leere Hülle knisternd in sich zusammenfällt.

Aus.
Die Nacht ist vorbei.
Zwitscher, Kikerikiiiii!

Und während euch die Mutti dieses kleine Märchen vorliest, nascht ihr vom  leckeren Bartstoppelsalat mit Phosphorsternen
(schwächere Gemüter nennen es auch "Milchstraße"):


PS: Das ist ein perfektes Halloween-Rezept aus Jettes experimenteller Küche: Der Salat besteht zur Hauptsache aus Hijiki (spezielle Algen), Kartoffelsternen und Sojasoße, weitere Zutaten und Gewürze sollte  jeder selbst ausprobieren, dafür übernehme ich keine Verantwortung!

Samstag, 4. September 2010

Thiva Herrazin

"Vom Glück des Stillens nichtmuslimischer Kinder" heißt der (nicht sehr einfallsreiche) Buchtitel des ersten gemeinsamen Buches von Eva Herman* und Thilo Sarrazin, wenn es nach Jörg Thadeusz' Radiomoderatorenlaune von heute Vormittag ginge. Ich überlege schon seit Tagen nach einem hübschen gemeinsamen Werk, aber konnte mich bis jetzt nicht einigen, in welche Richtung es gehen könnte...
Also warten wir's einfach ab und harren der Ausfälle, die da kommen werden.

*) Herman mit nur einem "r" und einem "n" ist Evas Künstlername, eigentlich heißt sie Herrmann!

Freitag, 3. September 2010

Dill

Büchlein Büchlein an der Wand
wer ist der Klügste im ganzen Land?
Der Doktor Doll, der Daktor Dall
Der Diktor Dill, der Duktor Dull
das ist der Klügste im Land.
Büchlein, Büchlein
das sollst Du mir büßen.

Martin Walser

Samstag, 21. August 2010

10000

Es ist soweit - Jette gratuliert sich zum 10000sten Merkzettelleser!

Das waren zwischen 0 und 169 am Tag. Im Laufe der Zeit sind ein paar Abonnenten dazu gekommen, Dank für euer/Ihr Interesse. Und ich hoffe, dass ihr/Sie mit Spaß belohnt wurden.

Schöne Grüße auch nach Hohndorf!

Gestöbert wurde (speziell in den letzten Wochen) von Oslo über Paris und Zagreb bis Sizilien und von Jakarta über Moskau und Barcelona bis Dallas. Das größte Interesse galt in letzter Zeit dem "Fräulein Tong Tong", den Bemerkungen zur Postironie , indischen Rechentricks, schönen Berufen und dem liegengebliebenen Wort "Mupstablette".
Und in Madrid interessierte man sich bevorzugt für die spanische Steilküste.

Die interessanteste Frage, die wohl auf Jettes Merkzettel führte, lautete "Was kostet ein behelfsmäßiger Ausweis?"
Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, denn behelfsmäßige Ausweise werden seit ca. 20 Jahren nicht mehr ausgestellt und verwandeln sich langsam in Sammlerstücke. Der eine und die andere wird vielleicht sogar noch ein altes grünes Heftchen besitzen, das mit lustigen Löchern natürlich ordnungsgemäß ungültig gestanzt wurde. Wie hoch die Gebote für ein möglicherweise ungestanztes Exemplar geht, wird die Zeit zeigen. Existiert haben davon garantiert viele, denn wenn man nach dem Verlust des Ausweises einen neuen erhält und dann viel später den alten wiederfindet ist es schon passiert. Tja. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele dieser Verluste mit Absicht zustande kamen und z.B. für die Ausschleusung von DDR-Flüchtlingen verwendet wurden...
Apropos: Dies Jahr steht uns ja eigentlich 20 Jahre Wiedervereinigung ins Haus, aber davon merkt man bis jetzt nichts. Ach ja, wurde ja schon letztes Jahr gefeiert...

Und wer das mit dem heutigen Ausweis wissen will...

Donnerstag, 22. Juli 2010

Gänsefüße

Wie sollen sie denn nun sein? Gerade, oben, unten, oben und unten, geschwungen, gezackt, oben dick, unten dick, abgeknickt, rund, eckig, geklammert, konvex, konkav, einfach, zweifach, dreifach, grün, lila, groß, klein, verdreht, geringelt, gepunktet, ...

Auch im rechts abgebildeten Pulldownmenü ist die Auswahl reichlich... und welche sind jetzt richtig?

Aus irgend einem Grunde ging ich bis jetzt davon aus, dass im Deutschen  und  richtig sei - werde im Internet aber eines anderen belehrt. Hier heißt es, im Deutschen sei das 99(unten) 66(oben) -Prinzip das richtige.

Und bei Wiki sieht man, dass meine (99unten - 99oben) Annahme eigentlich für  Niederländisch und Afrikaans, Estnisch, Polnisch, Rumänisch, Kroatisch und Ungarisch  vorbehalten sei.

Also hab ich in verschiedenen älteren und alten Büchern bis hin zu "Der kleine Beckmann - Illustriertes Konversationslexikon für Schule und Haus, Leipzig und Wien 1929" nachgesehen und muss mal wieder klein beigeben: Es war schon immer 99-66.
Mist!
Wie bin ich nur auf was anderes gekommen?
Vielleicht weil es so (99-99) einfacher war, wenn ich mit Feder und Skriptol Schönschrift gezeichnet habe?

Oder unterscheiden sich Schreibschrift und gesetzte Schrift an diesem Punkt?
Oder hab ich mich einfach nur über die gültigen Regeln hinweggesetzt, weil's mir besser gefallen hat?

Man, bin froh, dass ich gerade (fast) keine andern Probleme habe!

PS: ...und warum heißen Gänsefüßchen so wie sie heißen? Weil lange Zeit und auch immer noch die französischen Zeichen » und « im Deutschen üblich waren und sind und diese irgendjemanden mal so sehr sehr an Gänse (warum eigentlich nicht Enten oder Schwäne???) erinnerten, dass er es allen erzählen musste. Man munkelt, dass es sich dabei um den Dichter Jean Paul (1763 - 1825) gehandelt haben soll. Zumindest wird er auch unter anderem hier erwähnt, und dazu auch noch die Vorform "Gänseaugen"...