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Freitag, 3. April 2015

Schon wieder...


... Vollmond. Langsam wird's langweilig. Aber diesmal ist das Foto für meine Verhältnisse erstaunlich gut geworden:

An der unteren Kante krumpeln die Krater so schön rum. Rechts unten strahlt der fast 5000 Meter tiefe Tycho recht hell und auf gleicher Höhe links blitzt im westlichen düsteren Ozean der Stürme Krater Aristarchus (ein griechischer Astronom der Antike).
So. Die kleine Mondkundenstunde ist schon wieder zu Ende, viel Spaß beim Gucken.

Freitag, 13. Februar 2015

Ene mene...


Auf der Suche nach Abzählreimen, die mit "ene mene" anfangen, stieß ich recht zügig auf diese vier:

    Ene mene mopel,
    wer frisst Popel,
    süß und saftig,
    für eine Mark und achtzig,
    für eine Mark und zehn
    und du darfst gehn. Niedersachsen

    Ene mene micken macken,
    eene Fru, de kunn nich kacken,
    nimmt ’n Stock,
    bohrt ’n Loch,
    schit ’n halben Heringskopp. Ostfriesland

    Ene mene mink mank pink pank
    ene mene acke backe eia peia weg. Berlin

    Ene mene titschn tatschn
    ene in die Fresse klatschn
    ene noch dazu
    und raus bist du. Sachsen

Für alle vier Variationen gab es Herkunftsangaben (ich hab sie versteckt hinter der jeweils letzten Zeile).


Beachte: Nur weil der "in die Fresse klatschen"-Reim den Sachsen zugeordnet wurde, darf man aber nicht davon ausgehen, das der Sachse ansich durch die frühe Sozialisation mit solch alten Kinderreimen ein natürlicheres Verhältnis zur Gewalt gegen Mitmenschen entwickelt hat, als die Einwohner anderer deutscher Gegenden.

Ah, und hier noch eine vermutlich bairische Variante:

    Ene mene mackel
    die Sau treibts mit dem Dackel
    ene mene muh
    und raus bist du.

...oder umgekehrt:

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Ein Satz mit x


Gerechtigkeit hin, Gerechtigkeit her: Der Vorschlag mit dem X wird ja wohl nix....
Mitsamt allen angepassten Artikeln könnten wir uns sonst auf solch herrliche Sätze freuen:
X Bäckx ist ganz perplex.
X Potsdamx Postkutschx putzt x Postkutschkasten...
Gebt x Kaisx was x Kaisx ist!

Nach etwas Übung (mit Verpflichtung für alle Deutschen auch in den eigenen vier Wänden) fiele es uns dann ganz leicht, die eine oder andere Khoisansprache (Xhosa) besser auszusprechen. Sprachen lernen kann im Übrigen auch gegen möglicherweise aufkeimende Fremden-Phobie hilfreich sein...

Samstag, 18. Oktober 2014

Alex & Dörte


Bald werden ja auch die letzten freundlich-wärmenden Glühbirnen aus dem Verkehr gezogen und gegen sogenannte "Energiesparbirnen" ausgetauscht. Und wohin mit den schönen alten Glasballonsballönchen?
Ratlos?

Die schmucken Stückchen sollen nicht achtlos im Müll landen, und da sie auch kein Sondermüll sind, wie die neumodischen Geräte, kann man sie doch auch prima verbasteln.
Das haben sich zumindest Alex und Dörte gedacht.
Und einen Film gemacht (leider ist das der einzige Film mit Alex und Dörte!) :

 

Toll!
Glühbirnen aus den Lampen drehen und gleich losbasteln!
Und wo bekommt man diese Drahtbügel mit so hübsch zerplatzender Kunststoffbeschichtung?



Sonntag, 10. August 2014

Orange Day


(noch ne Giftgeschichte)

In Vietnam ist seit 2009 am 10. August der Orange Day offizieller Gedenktag für die Opfer von Agent Orange. Einmal hätte ich beinahe selbst Agent Orange in Händen gehalten, wenn...

Ja, ich geriet in die sehr spezielle Situation, mich im Chemieunterricht mit der Herstellung von "Agent Orange" zu beschäftigen. Der Chemielehrer reichte mir für meine Projektarbeit ein Buch mit dem prickelnden Titel "Herbizide in Vietnam".
Darin fand ich neben vielen notwendigen politschen Ausführungen auch verschiedene Formeln für verschiedene Gifte. Hei! Da kommt gute Laune auf! Beim Entwirren der Formeln in ein durchführbares Experiment nahm ich die Hilfe meines chemiebaukastenerfahrenen kleinen Bruders in Anspruch, was allerdings nicht für die Herstellung von Agent Orange reichte. Wir entschieden uns dann für ein übersichtlicheres Gift, das aber gar kein extra fieses Herbizid sondern "nur" ein Insektizid werden sollte.



Agent Orange-Fässer waren mit einem orangefarbenen Streifen gekennzeichnet und lagerten auf einsamen pazifischen Inselflug-plätzen (z.B. hier)...








Das Experiment dauerte einige Zeit anstrengender Arbeit unterm Abzug und als ich am Ende ein paar uninteressante Krümel geerntet, ein paar Blattläuse aus dem angrenzenden Park geholt und beides dekorativ in einer Porzellanschale zu einem Folge-Experiment arrangiert hatte, lachten die Blattläuse sich eins und sahen zu, dass sie ohne Umwege wieder nach draußen kamen.
Vermutlich hätte man das Gift auflösen und durch die Gegend sprühen müssen, aber da erklärte der Lehrer die Arbeit für beendet, vielleicht wurde es ihm jetzt doch auch etwas zu ausufernd...

Dienstag, 25. Februar 2014

analog


Sieh mal an: abermals hat ein hübsches Fundstück seinen Weg zu mir gefunden, aber diesmal stammt es wieder aus der analogen Welt.
Es dokumentiert die Gründung eines Berliner Vereins im Jahre 1899. Leider ist es nicht mehr ganz handfest, die Seitenränder mürbe, die Bindung lose, man muss recht vorsichtig damit umgehen.

Schön und sauber in Sonntagsschrift geschrieben, vom längst vorher bestimmten Schriftführer, der mit Feder und Tintenfass bewaffnet seiner neuen Aufgabe entgegenfieberte.
Wie man an der Überschrift des §6 "Vereins-Organe" sieht, hat er ein Trennungszeichen als Bindestrich zwischen zwei Wörtern verwendet. Das Trennzeichen kennt man, wenn man ab und zu in einem alten Lexikon blättert. Es ähnelt einem Gleichzeichen, nur schräg - und erscheint in der Handschrift des Protokollanten fast senkrecht, wie verlorengegangene Gänsefüßchen.

Wer eine Buchstabiertafel für Kurrentschrift benötigt, um den Textausschnitt zu lesen, kann sich aus pädagogisch wertvollen Gründen vielleicht auch an Menschen wenden, die altersmäßig jenseits der fünfundsechzig angekommen sind, denn die dürften die Schrift noch in der Schule in der Variation "Sütterlin" gelernt haben.


Montag, 2. September 2013

Verschlingung

Wenn man was über Knotentechnik lernen will, begibt man sich in die Nähe von Bondage-Freunden oder in die von erfahrenen Seemännern. Ich wählte letzteres und war mal wieder in Hamburg. Und in Nullkommanix fand ich Knotenknüpftechnik der sehr speziellen Art.
Leider wusste man über den kreativen Urheber dieses ausgefallenen Knotenexemplars nichts näheres zu berichten und so werde auch ich mich wieder auf meine eigenen Erfindungsqualtäten in Verschlingungstechnik besinnen.
Apropos Verschlingung: Ich werde jetzt mal einen leckeren, warmen Kirsch-Schoko-Streusel-Kuchen verschlingen...

PS: Den Knoten findet man zur öffentlichen Bestaunung im Gewürzmuseum in der Speicherstadt, Block L.

Samstag, 20. Juli 2013

Eins zwei drei!

Die Sommerferien haben Halbzeit und der Kindergarten vor meinem Fenster ist aus den Ferien zurück und wieder gut gefüllt. Unermüdlich rutschen zweijährige Rabenkinder auf ihren Dreirädern und Plastikautos über die sandig-knirschende Platzbepflasterung, eins von ihnen schreit dabei ebenso unermüdlich frischerworbenes Wissen in die Gegend: "Ein zei dei! Ein zei dei! Ein zei dei! Ein zei dei! Ein zei dei! Ein zei dei!" Die anderen folgen knirschend.
Mir gefällt's.

Mir gefällt's wenn Kinder Spaß am Erlernten haben. Nur kreischen müssen sie vielleicht nicht unbedingt dabei. Oder doch? Unbedingt und auf jeden Fall kreischen müssen allerdings die nur wenig älteren Planschmonster auf der Wiese nebenan, die einfach nicht genug kriegen können...

PS: Es gibt auch Menschen die kommen in ihrem Leben über "ein, zei, dei" nicht sonderlich weit hinaus. Ich hatte mal einen chinesischen Kollegen, der mir immer viel Spaß machte, wenn er Telefonnummern weitergab. Das klang dann ungefähr so: sek zei ein neu nu fi fü.

Montag, 12. November 2012

Laterne, Laterne


"Fotografierst du die Kirche?" fragt eine Kinderstimme.

"Ja." Ich stehe in der Kirchhofstraße und fotografiere die Kirche so gut es geht und in diesem Augenblick von hinten.
"Die sieht so dunkel aus", er zieht ein Gesicht, als müsste man sich vor dem Gebäude fürchten, als beherberge es ein sehr dunkles Geheimnis. Mir fällt jetzt erst auf, dass die schönen hohen Fenster von draußen düster kaschiert sind, so dass tatsächlich ein etwas unheimlicher Eindruck entsteht.

"Darf ich auch mal?" Der etwa 10jährige Junge streckt die Hand nach meiner Kamera aus. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich sie ihm überlassen sollte. Aber - das ganze Leben ist Risiko, wieso also nicht?
Er peilt die Kirche an, drückt schnell hintereinander auf den Auslöser, natürlich ohne an so etwas profanes wie Schärfeeinstellung zu denken, denn er lebt in einer 100%ig autofokussierten Welt.
Er gibt sie mir breit grinsend zurück.

"Und weißt du, was das da drüben, die rote Laterne, ist?" er zeigt in die andere Richtung. Ich weiß, welche Laterne er meint und schaue mir den Jungen nochmal an. Er ist eindeutig orientalischer Abkunft. Er träumt vielleicht von den legendären 72 paradiesischen Huris, aber wohl noch nicht von völlig irdischen Huren. Ob er mit meiner Antwort klar kommt?
"Ein Puff?" Ganz sicher bin ich mir bei der genauen Einordnung auch nicht.
Er sieht mich fragend an.
"Da gehen erwachsene Männer rein, die was mit Frauen machen wollen, was sie zu Hause nicht machen können", versuche ich die heikle Situation zu umschreiben.
Er grinst verhalten. Ich merke, dass er an das böse f-Wort denkt.
"F....?" er spricht es tatsächlich aus, aber ganz leise und beinahe ungläubig.
"Oder sie gucken sich vielleicht Filme an, in denen erwachsene Männer mit Frauen was machen, was....", ergänze ich.
"Iiiiih!" seine Phantasie ist offenbar gerade ein bisschen mit ihm durchgegangen.

"Auch so mit an der Stange?" fragt er wieder etwas ernüchtert.
Ich zucke die Schultern. "Vielleicht? Ich weiß es nicht, ich war noch nicht drin."
Gott sei dank zweifelt er nicht daran.
Und dann hat er eine sehr entspannte Idee: "Vielleicht gehen die Männer auch nur rein und trinken was und gehen dann wieder."
Ich bin erleichtert. "Ja, vielleicht gehen sie nur rein, trinken ein Bier und gehen dann wieder."
"Tschüss."
"Tschüss."

Und zack - hab ich das Laternefotografieren vergessen - aber drei Stunden später im Dunkeln nachgeholt... und an der nächsten Ecke einen ordnungsgemäßen Laternenumzug getroffen.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Allegorisches Gedicht


mit stark moralischem Einschlag, z.B. für den Grundschulunterricht.

Großalarm im Eichenbaum
reißt mich aus einem süßen Traum
Da klingt's nach großem Vogelkrieg
wo grade noch der Morgen schwieg
und leise durch den Nebel schwebte,
was ich in meinem Traum erlebte.

Mal sind's die Elstern, mal die Krähen
die laut den Eichelhäher schmähen.
Ist er doch einer von den Ihren,
doch das scheint sie nicht zu rühren.
"Hau ab, wir wolln dich hier nicht, nein!
Du sollst nicht unser Bruder sein!"

Sie brauchen ihn als Sündenbock:
"Mit deinen blauen Federrock
Wo hast du den nur mitgeh'n lassen?
Dafür werden wir dich hassen
Kein Rabenvogel trägt Tütü,
und schon gar nicht morgens früh!"

Der Eichelhäher ganz verstockt
derweil auf seinem Zweige hockt,
wo über ihm die Eichelkette
baumelt, die er gern zum Frühstück hätte.
Und wie immer fragt er sich,
was da wohl als nächstes nicht
der Krähen Sympathie entspricht?

(Raum für viele ungereimte Beispiele...)

Merke:
Wer hasst und mobbt hat meist von Neid
und Eifersucht getrieb'nes, gar zerfress'nes Leid
in einem faden Leben.
Er hätt's gern bunter, aber eben
das genau scheint ihm verwehrt,
weshalb er sich vom Hass ernährt!


Dienstag, 31. Januar 2012

4. Fall

Nach den Rettungsversuchen für Genitiv und Dativ ist nun der Akkusativ, der "4.Fall", geradezu überfällig!
"...bis auf den letzten Mensch" peitschte es mir wieder aus dem Radio ins Hirn, nachdem ich schon in den letzten Tagen und Wochen (Monaten?) ständig bei der einen oder anderen akkusativen Fehlbeugung zusammengezuckt bin.
"Bis auf den letzten Mann, die letze Frau und das letzte Kind", wäre ja OK, aber "den letzten Mensch" schmerzt in meinen Ohren.
Manch einer mag mich für zu pingelig erklären, zumal mir selbst ja auch immer wieder Fehler unterlaufen. Aber ich gebe mir trotzdem Mühe und plädiere in keiner Weise für die inflationäre Vereinfachung unserer Sprache. Und: ich bin kein öffentliches Vorbild. Sprecher in Funk und Fernsehen sind das aber. Automatisch, ob sie nun wollen oder nicht.

Kleiner Überblick über die menschliche Formenbildung:

Singular Plural
Nominativ der Mensch die Menschen
Genitiv des Menschen der Menschen
Dativ dem Menschen den Menschen
Akkusativ den Menschen die Menschen

Gibt es eine feste Regel für die Akkusativbildung? Nein.
Bei männlichen und sächlichen Nomen geht's nach (mindestens) vier verschiedenen Modellen ziemlich durcheinander und muss quasi auswendig gelernt werden (wenn man es nicht "mit der Muttermilch aufgesogen" hat). Allein die weiblichen Substantive scheinen einem Gesetz zu folgen: Nominativ = Akkusativ. Immer. Außer vielleicht bei dem einen oder anderen Migrationswort? Mir fällt gerade nichts ein, aber das muss ja nichts heißen.

PS: Ehrenhaft ist es ja, wenn im Internet Übungsbögen zum Thema Akkusativ kostenlos angeboten werden, aber wer hat die geschrieben?????


Nein, er kauft kein zwei Flasche Bier, er kriegt sie umsonst:
Hol mir noch zwei Flasche Bier, Flasche Bier, Flasche Bier...


Donnerstag, 15. Dezember 2011

Unterricht im Morgenlicht


Und bald kommt auch ein Sonnenstrahl 
in den gefliesten Biosaal

Donnerstag, 17. November 2011

Studentenfutter

'amygdala cum uvis passis mixta' Stieler (...); auch studentenhaber, studentenmarcipan, pfaffenfutter(...); in den maa. reichlich vertreten: 'ziweben und mandeln' (...)
Grimmsches Wörterbuch

'ziweben' ???Zwiebeln?
Quatsch. Ziweben ist ein anderes Wort für Rosinen. Abgeleitet vom arabischen Zibiba ist die Bezeichnung in süddeutschen und österreichischen Gegenden heute noch zu finden.
Ich dachte ja immer, dass Studentenfutter eine Erfindung der Erdnussindutrie ist, aber das war ein Irrtum.
Sogenanntes Studentenfutter gibt es schon seit einigen Jahrhunderten und bestand ursprünglich aus Rosinen und Mandeln. Mandeln konnten sich normale Menschen kaum leisten, wohlhabene Bübchen an den Universitäten aber schon. Und laut Wiki glaubte man damals noch an die Kraft der Ernüchterung durch die Mandelfrucht nach übermäßigem Alkoholgenuss.

Egal wie wohlhabend und trinkfreudig, ich fand Studentenfutter immer furchtbar. Auch als Studentin. Wegen der Erdnüsse und erst recht wegen der Rosinen.



Donnerstag, 13. Oktober 2011

DNA-Fälscher

Die einen stöhnen über "Bundestrojaner", die andern haben immer noch nicht gemerkt, dass die angeblich sicherste Methode zur Überführung eines Täters, nämlich der DNA-Test, auch schon längst unterwandert ist...

Zum "Tag des gesicherten Nachweises, dass der Verdächtige eine Tiefseekrabbe sein muss", hier ein vorbereitendes Schülerexperiment: Isolierung von DNA aus einer Thymusdrüse (Kalbsbries). 

Wie man die heutzutage beweiskräftigsten Beweise fälscht und damit locker jeden, den man mag, bzw. nicht mag ins Gefängnis bringt, ist keine Kunst, sondern eine einfache Laborantenaufgabe.

Weiter geht's mit der Isolierung menschlicher DNA, z.B. der eigenen. Anmerkung der Anbieter: Das Experiment benötigt keine Vorkenntnisse.

Donnerstag, 8. September 2011

ABC-Tag












Analphabetismus herrscht vor allem bei den Ameisen auf meinem Balkon vor. Eindeutige Hinweisschilder, wie "Hier keine Ameisenstraße","Durchgang für Kerbtiere aller Art verboten" etc. werden missachtet und die Ameisen weigern sich, die angeordneten Alphabetisierungskurse zu besuchen...

Mittwoch, 7. September 2011

Schöne Berufe V

Meine Kapuziner Kresse hat sich entschlossen, eine musikalische Laufbahn einzuschlagen und übt schon mal den Violinschlüssel.

Achtung, der weitere Schlaumi-Beitrag ist für alle, die keinen blassen Schimmer haben, worum's hier gehen könnte.
Also, als allererstes: Mit einem Violinschlüssel schließt man nicht den Geigenkasten auf, sondern beginnt eine neue Zeile in Notenschrift.
Notenschrift ist leicht erlernbar, wenn man die einfachste Bruchrechnung - für die Tonlänge - beherrscht und eine zweite Dimension für die Tonhöhe hinzufügt. Als dritte Dimension kann man dann noch die Lautstärke einbeziehen, aber das kommt später.

Wer noch nicht oder nicht mehr weiß, was Bruchrechnung ist, schaut nicht im Internet (viel zu kompliziert oder umfangreich) - sondern erinnert sich bitte einfach nur an das gerechte Teilen von Äpfeln, Torten, Pausenbrot und Bonbons... (Mama kriegt ein Viertel, Papa kriegt ein Viertel und die Zwillinge, Tante Elli und Cousin Max müssen sich mit je einem Achtel begnügen und am nächsten Tag (im nächsten Takt) bekommen Opa und Oma jeweils die Hälfte!)

PS: Hier bietet ein Klaviernotenhändler einen (natürlich kostenlosen!) übersichtlichen Notenleselernkurs . Eher als Nachschlagewerk versteht sich ein österreichisches Angebot: Musiklehre. Das sind nur zwei Beispiele und wem beide Angebote nicht gefallen, der/die findet garantiert jede Menge anderes im Internet.

PPS: Berufe in der Musikbranche beschränken sich nicht ausschließlich auf Popsänger oder Produzent. Man kann auch Orchesterposaunist, Chorleiter, Konzertmeister oder Komponist (u.v.a.m.) werden.
Arbeitsamt Berufsinformation Sucheingabe: Musikberufe

Wer keine Noten lesen kann, aber glaubt, er hätte Rhythmusgefühl, muss rappen oder sich Bongos besorgen und gnadenlos die Hasenheide zertrommeln...
Nein, sorry - es gibt auch ein paar begnadete Musiker, die nicht den blassesten Schimmer von Noten haben, genauso, wie auch immer mal wieder hie und da ein analphabetischer, aber möglicherweise erfolgreicher Herr Doktor geoutet wird...

Nachtrag: dass gestern auch schon ein Notenschlüssel (Musik Bading) im Spiel war, ist purer Zufall. Morgen gibt's dafür was, was gestern und heute verbindet: Kerbtiere und Analphabetismus.

Montag, 5. September 2011

Praktisches Beispiel

Ich liebe praktische Beispiele, sie machen das Lernen leichter.
Leider sind praktische Beispiele häufig entsetzlich wirklichkeitsfern. "Stell dir vor, du bist im Weltall..." "Das brauchst du, wenn du eine Bewegung in der vierten Dimension berechnen willst." "Im Alter von 178 Jahren würde man also quasi gar nichts mehr hören."

Dieser Tage stieß ich zufällig auf die Seite "Mensch in Zahlen" in Wikibooks und dort auf die Angabe "0,67 - 1" zu Stichwort Normalsichtigkeit. Da mit 0,67-1 (minus oder bis?) keiner was anfangen kann, ist ein sogenanntes praktisches Beispiel hinzugefügt: "ein Mensch mit einer Augenhöhe von 2 m kann theoretisch 5,4 km weit sehen".
Toll!
Ich kenne ein paar Menschen, die wachstumstechnisch die 2-Meter-Marke überschritten haben, aber eine Augenhöhe von 2 Metern hat keiner.

Wenn "0,67 - 1" eine Berechnungsformel sein soll, dann müsste sich doch auch für Menschen mit einer Augenhöhe von 1,60 oder 1,70 was praktischeres berechnen lassen...
Hm.

Wie weit wie weit wie weit wie weit willst du sehn?


Samstag, 3. September 2011

Sport & Bewegung

war das Motto des heutigen Festes auf der Donaustraße. Die Bewegung fand dann aber doch überwiegend im Sitzen statt.

Oder im Stehen, beim Bechermemorieren.

Was mich auf dieses Fest gelockt hat? Krach. Die brachiale Lautstärke des Bühnenmoderators, die über meinen Balkon die ganze Wohnung erfüllte, dazu ein Rudel wütender Trommler und die immer wiederkehrende, gleichnervige, musikalische Untermalung eines Puppenspielers (wie ich dann bei meinem Besuch feststellen konnte).

Später folgte dann noch ein wildgewordener Rapperchor, den ich aber erst vernahm, als ich gerade die Wohnung wieder betrat...

Eher friedlich ging's an den Ständen zu. Aber was heißt hier "ging" - geht es noch bis 19 Uhr.
Eine gute Gelegenheit, um herauszufinden, wie ein altes Brettspiel aus Herrnhut eigentlich funktioniert.


Dienstag, 19. Juli 2011

Satz des Tages

 oder besser gesagt, die gelungenste Formulierung des Monats:

"Verzögert im Gehorsam bei eigenständiger Forschungsarbeit"


Wunderbarer Kommentar zum Verhalten eines Hundes.
Auch bei Katzen sehr beliebt:

Donnerstag, 7. April 2011

Nützlich

Heute hat mich mal wieder ein Wort aus meinem ungenutzen Wortschatz hinterrücks überfallen, gleich mitsamt einem Halbsatz: "dir zu frommen" und - zack! - wusste ich überhaupt nicht, was diese fromm-Wendung eigentlich genau bedeuten könnte.

Mit Frömmigkeit, wie man sie heutzutage (kaum noch) von Christen, dafür mehr und mehr von Muslimen wahrnimmt kann's wohl nicht viel zu tun haben, vermutete ich und schlug im Herkunftswörterbuch nach. Und da es sowas inzwischen auch in einer ernstzunehmenden Version online gibt, können jetzt alle Leser daran teilhaben. Ich werde die dort stehenden Bemerkungen jetzt nicht per copy-paste hierher holen, sondern gleich zu meinen Schlussfolgerungen springen.

Wenn frommen/fromm eigentlich nützlich heißt, ist Frömmigkeit die auf den Dienst an (heutzutage fast ausschließlich) der Kirche/für den Glauben eingesetzte Nützlichkeit oder auch Rechtschaffenheit und Tapferkeit.
Frömmelei würde dann wohl bedeuten, dass es sich hier um vorgespielte Nützlichkeit und lediglich den Anschein von Rechtschaffenheit handelt.

Die Formulierung "dir zu frommen" ist als einzige glaubensunabhängige Form übrig gebrieben und heißt nichts anderes als "dir zu Nutzen", manchmal auch nur "dir zu Gefallen". Geht auch mit mir, ihm, ihr, uns, euch und ihnen.