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Mittwoch, 21. Januar 2015

Das geht zu weit!


So reagieren deutsche Karnickelzuchtverbände zur grob fahrlässigen Pauschalisierung des Papstes durch eine  flapsige Äußerung in einem Flugzeug zwischen Manila und Rom, in der er die sprichwörtliche Vermehrungsfähigkeit von Kaninchen zur Veranschaulichung zitierte.
Gerade im Rahmen der Zuchtvereine würden die Kaninchen züchtig und zurückhaltend leben, weshalb das Verhalten von den, inzwischen vermutlich nur noch enfernt verwandten, wildlebenden Arten keinesfalls auf das in Deutschland weitverbreitete Zuchtkaninchen übertragbar sei. Manche kämen wegen der meist üblichen Einzeltierhaltung in ihrem ganzen, oft kurzen Leben nicht ein einziges Mal zu diesem Vergnügen, muss sich der Papst belehren lassen, der  -  wie man diesem Beispiel mal wieder deutlich erkennen kann, von dem heiklen Thema "seid fruchtbar und mehret euch" ganz offensichtlich keinen blassen Schimmer hat. Jedenfalls nicht im Bezug auf die kleinen wuscheligen Mümmler....

Der Papst wurde nun gedrängt, seine morgige Rede noch mal komplett umzuschreiben, denn "die wäre auch gespickt voll mit lockeren Sprüchen, flapsigen Redewendungen und anderen Scherzen", erläuterte sein Sprecher, "mit denen er die Gläubigen trösten und bei Laune" halten wollte.
Besonders folgende Hinweise sollte er nun aber dringend beachten: Der Ausdruck "rattenscharf" bezieht sich lediglich auf wenige speziell präparierte Laborratten und bedeutet keinesfalls, dass man mit gewöhnlichen Abwasserkanal- oder Kellerratten eine Tomate in adrette Achtel zerteilen kann. "Lausige Kälte" wird nur in sehr seltenen Fällen von Läusen produziert. Dabei handelt es sich um ein Abwehrverhalten der Nordhawaiianischen Felsenlaus, eine verwandte Art der auch hier bekannten Steinlaus. Das Wort "Mordsspaß" könnte einen Großteil aller derzeit aktiven Mörder auf den Plan rufen, die Hochwürden mit Sicherheit demonstrieren werden, dass das Töten keinesfalls Spaß macht. Und nicht zuletzt hat eine Rudower Initiativgruppe schon im Voraus Protest angekündigt: "Wir bemühen uns seit Jahren vergeblich, den Spruch "Ick lach mir'n Ast und setz ma druff!" in die Realität umzusetzen, - damit macht man einfach keine Scherze!"


Freitag, 19. Dezember 2014

Die neue Rentnermaut


Ab 1. Februar 2015 soll in ausgesuchten Kleinstädten (s.u.) unabhängig von der Planung einer allgemeinen PKW-Maut eine Rentner-Maut getestet werden.  

Rentner halten zunehmend den fließenden Verkehr auf. Dieser Erkenntnis liegt u.a. der demografische Wandel zugrunde, der sich besonders in Kleinstädten mit idyllischer Lage und in den Vorstadtgebieten größerer Metropolen nachweisen lässt.

Rentner als Verkehrsteilnehmer welcher Art auch immer haben die Neigung, den durch ausgeklügelte Ampelschaltungssysteme erzeugten gleichmäßigen Verkehrsfluss nachhaltig zu stören oder sogar aufzuhalten. Das liegt zum Teil an häufiger auftretender Demenz, wie auch der ganz bewussten Ignoranz gegenüber dem zunehmenden Tempo des allgemeinen Weltgeschehens.

Verminderte körperliche Fähigkeiten spielen auch eine nicht unerhebliche Rolle, da sich nach wie vor nur ein kleiner Teil der betroffenen Bevölkerungsgruppe nachweislich ausreichend sportlichen Betätigungen widmet, um bis zum Ende des zu erwartenden Lebensalters fit genug für die täglichen Herausforderungen zu sein.

So kommt es immer wieder zu unerträglichen Störungen des Straßenverkehrs, weil die raffiniert programmierten Lichtanlagen zu häufig sinnlos erscheinen. Nun soll durch die neue zukünftige Zwangsabgabe ab dem Tag des Altersrenteneintritts dazu beitragen, Möglichkeiten zu erforschen und Techniken zu entwickeln, Rentner zuverlässig von der Straße fernzuhalten.

"Damit schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klatsche", äußerte der Sprecher einer von Dobrinth, Gröhe und Schwesig extra ins Leben gerufenen Arbeitsgemeinschaft, Hans Schneiderlein in einem Interview, "einerseits machen dann die Verkehrssteuerungsanlagen wieder erkennbaren Sinn, des weiteren stören senil herumtatternde Greise nicht mehr die jung-dynamische Ausstrahlung unsere Stadtbilder und nicht zuletzt: fitte Rentner werden so lange als irgend möglich produktive Wirtschaftsfaktoren darstellen, statt den Rentenkassen auf der Tasche zu liegen."

Möglicherweise erübrigt die Rentner-Maut sogar die stark in Kritik geratene Ausländer-Maut (neu: "Infrastrukturabgabe"), da die Zahl verkehrsunfähiger Greise schon in wenigen Jahren so immens ansteigen wird, dass die Gruppe der zu taxierenden Ausländer dagegen "einen Klacks" darstellt. Bairische und thüringische Vertreter in der Arbeitsgruppe diskutieren außerdem, ob ausländische Rentner und vor allem Flüchtlingsrentner möglicherweise eine höhere Maut zahlen sollten, wenn sie das Wort "Infrastrukturabgabe" nicht akzentfrei aussprechen können.

Wo und wie lange wird die Rentner-Maut getestet? Für den Rentner-Maut-Test, der sechs Monate bis zum 31. Juli dauern soll, wurden per Losverfahren alle deutschen Kleinstädte mit Lu am Anfang und einer Einwohnerzahl zwischen 18000 und 20000 bestimmt.



Samstag, 11. Oktober 2014

Fußfesseln im Vormarsch

Dänisches Kettenlager muss alle Lager räumen, da größere Umstrukturierungsmaßnahmen ins Haus stehen. "Wir müssen mit der Zeit gehen und uns europaweit auf einen größeren Bedarf an elektronischen Fußfesseln einrichten", sagte der Berliner Geschäftsführer Katem heute in einem Berliner Wirtschaftsmagazin, "das ist zwar von unserem Kerngeschäft mit der klassischen Gliederkette etwas entfernt, aber der Kunde unterscheidet da nicht so genau und die Anfragen nach modernen Alternativen häufen sich."
Nicht mehr hip: Die klassische Kugel
Die wöchentlich ansteigenden Nachfragen kämen auch nicht nur aus dem Justiziarbereich, sondern mindestens ebenso oft aus der freien Wirtschaft und von privaten Nutzern.  Die verschiedensten Einsatzfelder des modernen Sklavenhandels entwickeln sich derzeit in einem recht rasanten Tempo, führte Katem aus und erwartet in den nächsten Jahren einen bemerkenswerten Zuwachs der gesamten Branche. Ganz besonders aber wird die Nutzung auf modernen Säuglingsstationen begrüßt: "So gewöhnen sich die Kleinen schon ab der Geburt an die Beschränkung ihres Bewegungsradius und machen im späteren Leben weniger Schwierigkeiten."