Montag, 6. Februar 2012

Bei -15°

Vollmond hinter Eisblumen


Schärfer wär schöner, aber Scharfstellen im Dunkeln ist schwierig auch für die Automatik ...

Freitag, 3. Februar 2012

Kalte Katze in Öl

...ein Photoshopfilterklassiker.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Komplett verpasst!



Wie konnte das denn nur passieren? Jette hat Neuköllns 100sten Geburtstag (und damit die damalige Entsorgung von Rixdorf) am 27. Januar verpennt!
Was soll ich dazu sagen. Am besten nix. Denn das hat Karl im RBB gemacht und die haben das gefilmt und das Ergebnis ist hier hoffentlich noch länger als nur 7 Tage nach Sendetermin noch auffindbar, sonst wäre nämlich heute die letzte Gelegenheit!

Mittwoch, 1. Februar 2012

Antibiotikum

Da ich das mit den antibiotikaresistenten Bakterien, die aus Hühnerställen kommen und sich in Krankenhäusern verbreiten, irgendwie nicht richtig verstanden hab, versuche ich die verschieden Infos hier hoffentlich in der richtigen Abmischung zusammenzutragen.
Also -  als erstes der Name:
anti        = gegen
biotikos = zum Leben gehörig
daraus folgt: lebensfeindlich (passiv), mörderisch (aktiv)

Dann die Geschichte:
Nachdem Louis Pasteur über lange Zeit vergeblich versucht hatte, aus Schimmelpilzen nützliche Medikamente herzustellen, gelang es schließlich Alexander Flemming vor gut 90 Jahren, einen wichtigen Schritt im Angriff auf krankmachende oder gar tötliche Bakterien weiterzukommen.
Mit Penizillin konnte nun den Miniviechern ab sofort der Garaus gemacht werden.
Zunächst erst mal die, die durch Staphylokokken ausgelöst wurden, im Verlauf der Zeit wurden dann Diphterie und Tuberkulose weitgehen in die Schranken gewiesen.

Heute:
Nun muss man mit allen möglichen tötlichen Infektionen, vor allem in Krankenhäusern rechnen, und zwar wegen "Medikamentenmissbrauch in der Vogelindustrie" - gemeint ist: Die Behandlung bei der Masthähnchen- und Legehennenhaltung.*

Und was haben die heißgeliebten Hühnerkeulen mit sogenannten Krankenhauskeimen zu tun?
Wie kommen sie zu Säuglingen, die noch nie eine Hühnerkeule oder ein Ei gegessen haben und deren Organismen sich also noch gar nicht an die Einnahme von Antibiotika gewöhnt haben können?

Ja, das Ding mit der Gewöhnung. Da vermischen sich wohl zwei Sachen. Gewöhnung hin, Gewöhnung her, wenn die Bakterien selbst immun sind, ist es völlig egal, ob der Mensch im Laufe der Zeit zu viele von Ärzten "leichtfertig bei jedem kleinen Schnupfen" verschriebene Antibiotika bekommen hat.
Ich kenne übrigens keinen einzigen Arzt, der das Zeug einfach mal so aufs Rezept schreibt.

Dazu kommen die Bakterien, die den Hühnerställen entsprungen sind, die nicht nur resistent gegen Antibiotika sind, sondern frecherweise das angewendete Medikament auch noch zerstört!
Angesteckte und erkrankte Menschen kommen in Krankenhäuser und dort gehen die Bakterien schnell auf Wanderschaft und finden dort auch recht zügig möglichst wehrlose Menschen.

Also. Es ist völlig egal, ob man sich selbst immer von Antibiotika ferngehalten hat, denn es geht nicht um die ganz persönliche Resistenz, sondern die der Bakterien, die man sich in der U-Bahn oder eben im Krankenhaus holen kann.
Die Informationen über Penezillin & Co werden in den Bakterienstämmen schon seit vielen Generationen weitervererbt. Und deswegen hilft das Medikament auch bei Hühnern längst nicht mehr wie gewünscht, aber man kann mit dem Handel gute Geschäfte machen...

Offene Frage: Wie lange lebt eine Bakterie eigentlich? Altert und stirbt sie irgendwann, wenn sie nicht durch Medikamente oder andere, gezielt eingesetzte Zellgifte getötet wird?
Vorläufige Antwort: Man sagt, dass eine Bakterie im Prinzip in einer geschützten wohlwollenden Umgebung unendlich lange leben würde, da bei einer Zellteilung (die bevorzugte Vermehrungstechnik dieser Organismen) die Ursprungszelle immer erhalten bleibt.
Naja.
Ansonsten wird das einzellige Leben auch durch Entzug der Existenzgrundlagen getötet. Das kann je nach Art der Einfluss auf die Umgebung, z.B Sauerstoffgehalt, Temperatur (Abkochen!), Trockenheit etc. oder auch der Entzug von Nahrung (sehr individuell) sein.

*) Verboten ist (im Prinzip) die vorbeugende Behandlung. "Lateralschäden", also die Verabreichung von Medikamenten an Tiere, die gar nicht behandlungsbedürftig sind, wird von Tierärzten und Züchtern wegen der Praktikabilität aber billigend in Kauf genommen. Das heißt, wenn ein Tier krank ist, wird über das (z.B.) Futter der ganze Stall behandelt.

PS: Penicillus = Pinsel, der Pilz gehört zu den Schlauchpilzen, und hat eine pinselähnliche Form.

Gottseidank sehen meine Pinsel nicht so buschig aus!

Dienstag, 31. Januar 2012

4. Fall

Nach den Rettungsversuchen für Genitiv und Dativ ist nun der Akkusativ, der "4.Fall", geradezu überfällig!
"...bis auf den letzten Mensch" peitschte es mir wieder aus dem Radio ins Hirn, nachdem ich schon in den letzten Tagen und Wochen (Monaten?) ständig bei der einen oder anderen akkusativen Fehlbeugung zusammengezuckt bin.
"Bis auf den letzten Mann, die letze Frau und das letzte Kind", wäre ja OK, aber "den letzten Mensch" schmerzt in meinen Ohren.
Manch einer mag mich für zu pingelig erklären, zumal mir selbst ja auch immer wieder Fehler unterlaufen. Aber ich gebe mir trotzdem Mühe und plädiere in keiner Weise für die inflationäre Vereinfachung unserer Sprache. Und: ich bin kein öffentliches Vorbild. Sprecher in Funk und Fernsehen sind das aber. Automatisch, ob sie nun wollen oder nicht.

Kleiner Überblick über die menschliche Formenbildung:

Singular Plural
Nominativ der Mensch die Menschen
Genitiv des Menschen der Menschen
Dativ dem Menschen den Menschen
Akkusativ den Menschen die Menschen

Gibt es eine feste Regel für die Akkusativbildung? Nein.
Bei männlichen und sächlichen Nomen geht's nach (mindestens) vier verschiedenen Modellen ziemlich durcheinander und muss quasi auswendig gelernt werden (wenn man es nicht "mit der Muttermilch aufgesogen" hat). Allein die weiblichen Substantive scheinen einem Gesetz zu folgen: Nominativ = Akkusativ. Immer. Außer vielleicht bei dem einen oder anderen Migrationswort? Mir fällt gerade nichts ein, aber das muss ja nichts heißen.

PS: Ehrenhaft ist es ja, wenn im Internet Übungsbögen zum Thema Akkusativ kostenlos angeboten werden, aber wer hat die geschrieben?????


Nein, er kauft kein zwei Flasche Bier, er kriegt sie umsonst:
Hol mir noch zwei Flasche Bier, Flasche Bier, Flasche Bier...


Montag, 30. Januar 2012

Kalt



Sonntag, 22. Januar 2012

Süß und kuschelig


Wiederentdeckung: Kapok (kuschelig)


und Neuentdeckung: Pişmaniye (süß)

Neulich in einem türkischen Lebensmittelgeschäft fiel mein Blick auf ein Produkt, dass aussah wie Kapok, aber im Regal für Süßwarenspezialitäten lag. Das muss mit, das will gekostet werden! Gedacht, getan und für lecker befunden.

Äußerlich beinahe wie Zwillinge und doch so verschieden sind Inhaltsstoffe, Herstellung und Gebrauch. Beide sind frei von tierischen Komponenten, also für Veganer bestens geeignet!
Und nun kommt noch eine Gemeinsamkeit: so wie Kapok ist auch Pişmaniye gut zum Aufpolstern geeignet, allerdings vorrangig an den Hüften!

Kapok wird aus den Fruchthülsen des Kapokbaums geerntet, die Samenkörner herausgesammelt und dann das flauschige Gewuschel ins Kopfkissen gestopft. Der Kapokbaum wächst in vielen Gegenden von Indonesien, Afrika bis Südamerika, also hauptsächlich in der südlichen Hemisphäre und lässt jährlich reichlich Früchte reifen. Die Fasern wärmen, sind feuchtigkeitsabweisend und wurden lange Zeit gerne zum Ausstopfen von Polstern im Innen- und Außenbereich verwendet.
Kapok wurde überwiegend von Kunstfasern/Erdölprodukten abgelöst und kaum einer kennt das Zeugs noch.

Pişmaniye dagegen ist ein Küchenprodukt und wird scheinbar in erster Linie aus dicken Kandisklunkern und Mehl gemacht.
Wo ist das Rezept zum Nachmachen? Es gibt ein paar schlaue Internetschreiber, die behaupten, sowas könne man nicht selber machen, das ginge nur industriell.
Wenn man sich damit nicht zufrieden gibt, findet man Videos, in denen sich eine heitere türkische dörfliche Männergruppe der Herstellung dieser Süßspeise in der heimischen Küche widmet.
Teil 1   Teil 2   Teil 3   Teil 4   Teil 5  
Der einzig wirkliche Nachteil des dokumentarischen Materials: Ich kann kein Türkisch
Ansonsten: Die Filmqualität ist zwar gruselig schlecht, aber ein paar elementare Hinweise für die Herstellungstechnik kriegt man durchaus mit.
Deutsche vergleichen Pişmaniye im allgemeinen mit Zuckewatte, Türken nennen es Baumwolle.


PS: Vor ein paar Jahren ist es mir gelungen, für ein Ausstopfprojekt den überrascht-skeptischen Händler eines "Wir machen Matrazen noch selber"- Geschäfts in Friedrichshain davon zu überzeugen, mir ein Kilo Kapok zu verkaufen.
Das Kilo haben wir allerdings mangels kleiner Waage nur geschätzt, was bei solch leichtem und voluminösen Zeug nicht einfach war.
Heutzutage kann man Kapokschoten auch im Tierhandel als Nistmaterial bekommen.


Mittwoch, 18. Januar 2012

Ich hab nichts gemacht!

Ich bin aus Versehen auf den Felsen gerutscht und in das Rettungsboot gefallen!

Wir sehen hochgerissenen Arme, hin und her wedelnde, abwehrende Hände, unschuldig erstaunt hochgezogene Augenbrauen mit dazugehöriger Schmolllippe.
Nein, ganz so niedlich regiert ein Kapitän wohl nicht.
"Nichts gemacht" zu haben ist aber ziemlich oft das Kernproblem.
Der Kapitän hätte sich zum Beispiel erst mal um die andern kümmern müssen. Guttenberg hätte seine Arbeit selber schreiben, Strauss-Kahn und Berlusconi sich gegen ihre ungebremste Geilheit zur Wehr setzen und Wulff sich am besten gar nicht erst für das Amt des Bundespräsidenten zur Verfügung stellen sollen. Kernkraftwerkbetreiber müssten mehr über Sicherheitsprobleme nachdenken (und nicht nur das...), Autofahrer und Straßenplaner sollten mal ein paar Monate täglich mit dem Rad zur Arbeit fahren und "Lebensmittel"-panscher ausschließlich ihre eigenen Sachen essen.

unpatinierter kalter Grüntee
Und warum habe ich keine saubere Teekanne?
Richtig: weil sich der Abwasch nicht von alleine erledigt.
Und: Ich hab nichts gemacht!

Apropos: Die Legende von rottigen verkrusteten Teekannen, die mit ihrer "Patina" angeblich das Aroma erst richtig herausarbeiten, hält sich ja auch ungebrochen. Interessanterweise spielt diese vermeintliche Geschmacksmacksaufwertung aber plötzlich keine Rolle mehr, wenn es um Glaskannen geht. Hier tritt dann doch der ästhetisch-optische Eindruck und penible Putzerei in den Vordergrund. Und auf den Geschmack wird gepfiffen? Scheint so. Weil's nämlich gar keinen Vorteil bringt. Nur olle rottige Kruste.
Ach so, wer's nicht wusste: Die Regel betrifft und betraf im übrigen nur unglasierte irdene Geschirre! Porzellan und glasierte Keramik, Glas, Email, Stahl, Silber und andere fragwürdige Metalle neigen nämlich irgendwann (wenn die Kanne nicht vorher schon im Müll landet) dazu, die Kruste stückchenweise abzulösen. Das ist in der Tasse dann besonders appetitlich...

Leider habe ich kein illustrierendes Foto von einer krustigen Teekanne gefunden, offenbar zeigt keiner das - oft über viele Jahre schwer erarbeitete - Aromawunder so gerne vor.